CFD Handel – Die Chancen und Risiken

INHALTSÜBERSICHT

Je nachdem, wo man sich heutzutage im Internet aufhält, sind CFDs entweder eine Möglichkeit, um schnell die finanzielle Freiheit zu erreichen, ein Finanzinstrument wie jedes andere oder ein absoluter Betrug. Die Wahrheit liegt wie so oft irgendwo in der Mitte. Um vor allem unerfahrenen Tradern den besten Überblick zu bieten, haben wir uns deshalb entschieden, Ihnen die Risiken und Chancen von CFDs aufzuzeigen.

CFD kurz und knapp erklärt

Bei CFDs handelt es sich um Derivate von anderen Finanzprodukten. Das bedeutet, dass ein CFD in sich selbst keinen Wert hat, sondern den Wert eines Basiswerts (z. B. Aktien, ETFs, Währungen oder Rohstoffe) abbildet. Sollten Sie einen CFD kaufen, halten Sie also keinen Vermögenswert im klassischen Sinn. 

Wenn Sie also in einen CFD investieren, dann kaufen Sie nicht den Basiswert, viel mehr spekulieren Sie auf die Kursentwicklung des zugrunde liegenden Wertes. Das ermöglicht es Ihnen sowohl auf „fallende“ Kurse (sog. Short-Position) und auf „steigende“ Kurse (sog. Long-Position zu setzen und daraus Profit zu schlagen. 

Warum legen Menschen Geld an? 

Die Gründe, warum Menschen Geld anlegen, sind fast so vielfältig wie die unterschiedlichen Investmentoptionen selbst. Nicht zuletzt werden diese auch vom Alter des Anlegers selbst beeinflusst. Deshalb wollen wir hier kurz auf die 5 häufigsten Gründer näher eingehen.

1.      Vermögen aufbauen

Der wohl häufigste Grund oder zumindest einfachste Grund ist es, das eigene Vermögen aufzubauen. Dabei wollen die meisten einfach das eigene Konto aufbessern, um eventuell die finanzielle Freiheit zu erreichen und die Energie, die man für die Arbeit aufbringen muss, zu verringern. Dies trifft auf fast alle Altersgruppen zu.

2.      Traum erfüllen

Manche haben auch einen bestimmten etwas teureren Traum, den Sie sich erfüllen wollen und dafür Geld anlegen, damit man in der Summe nicht so viel direkt sparen muss. Die häufigsten Träume sind dabei ein neues und/oder schnelleres Auto oder der Traum vom eigenen Haus oder der eigenen Wohnung. Die trifft vor allem auf jüngere Anleger zu.

3.      Für die Kinder sparen

Wieder ein anderer möchte Geld für seine Kinder anlegen, dabei wird oft ein Treuhandfond oder Ähnliches bei der Geburt des Kindes angelegt, damit dieser Fond über die nächsten 18 Jahre anwachsen kann. Da es sich hier um ein Projekt für die Kinder handelt, sind auch die Investoren in der Regel eher in der Lebensmitte.

4.      Als Altersvorsorge

Immer wieder wird die Rente von neuen Kürzungen oder Schocknachrichten in der Presse dargestellt, dabei machen sich vor allem jüngere Menschen Angst um die finanzielle Stabilität im Alter. Deshalb entscheiden sich mittlerweile immer mehr junge Menschen dazu zu investieren. 

5.      Kein bestimmtes Ziel

Auch diese Art von Anleger gibt es. Manchmal hat das Investieren keinen bestimmten Grund oder wird ganz einfach aus der Freude oder dem Spaß am Investieren betrieben. So unklar wie das Ziel für diese Art des Anlegers ist, genauso unklar ist auch das Alter dieser Anleger.

Was verbirgt sich hinter der Margin? 

Die Margin ist die Sicherheitsleistung, die man bei dem Kauf eines CFDs hinterlegen muss, um die Position zu öffnen. In der Regel liegt dieser Betrag zwischen 2 % und 5 % des Basiswerts und wird genutzt, um die Glattstellungskosten des CFDs bis zum folgenden Börsentag, also über Nacht abzusichern. 

Dabei kann jeder Broker selbst über die Höhe der Margin entscheiden. Außerdem ist die Margin oft von Markt zu Markt unterschiedlich. Allerdings sollten Sie aufpassen, wenn ein CFD eine sehr geringe Margin hat, da diese oft zum Verlust des Anlegers ausgehen.

Diese CFDs werden in der Regel als unsauber bezeichnet, da die Order von der Bank zeitversetzt ausgeführt werden. Dadurch kann die hinter den CFD stehende Bank mehr durch den Kurs und den Spread verdienen. Das macht in der Folge auch die CFDs riskanter für die Anleger.

Als guten Indikator für einen unsauberen CFD würden wir eine Margin von unter 2 % als ganz klar unseriöses Angebot beschreiben. Im Endeffekt dient die niedrige Margin nur dem Finanzinstitut dahinter, um mehr Geld aus den Kunden zu bekommen. 

In der Regel wird die Margin vor der Orderausführung in Relation zum Basiswert angezeigt. Sollte dies nicht der Fall sein, dann handelt es sich ebenfalls um ein unseriöses Angebot, von welchem Sie Abstand nehmen sollten. Sobald Sie die Position bestätigen, wird Ihr Konto belastet.

Beispiel 1: Margin

Um dieses Prinzip besser zu illustrieren, möchten wir Ihnen ein kleines Rechnen Beispiel an die Hand geben. Dafür nehmen wir an das der Goldkurs 1.337 € beträgt und eine Margin von 5 % hat. Das Verhältnis ist bei CFDs immer 1:1, das bedeutet, dass es hier kein Bezugsverhältnis wie bei Optionsscheinen, Knock-outs oder Mini-Futures gibt.

Würde es sich um einen normalen Gold- oder Aktienkauf handeln, dann würde das Konto nach der Bestätigung sofort mit den vollen 1.337 € belastet werden. Da es sich aber um einen 5 % Margin Kauf handelt, wird das Konto des Kunden lediglich mit 66,85 € für die Position belastet.

Die restlichen 95 % des Preises werden durch den Broker oder Liquiditätsanbieter übernommen. Dabei stellt eine 5 % Margin schon fast das obere Ende dar, der DAX zum Beispiel wird bei der Commerzbank mit einer Margin von 2 % angeboten. Dabei sollten Sie immer bedenken, dass Sie sich den Rest Kapitals leihen.

So müssen Sie zwar zu Beginn nur 5 % Eigenkapital einbringen, müssen aber im Falle eines totalen Verlustes auch für die Verluste des Fremdkapitals aufkommen. Dieser „Hebeleffekt“ (auch Leverage bei CFDs) kann dazu führen, dass in unserem Beispiel der Goldkurs um 100 € fällt und Sie damit mehr verlieren, als Sie zu Beginn eingesetzt haben. 

Auf der anderen Seite erhalten Sie aber auch alle Gewinne, die die Position einbringt, das bedeutet sollte der Goldkurs um 100 € dann erhalten Sie auch die vollen 100 € und nicht nur einen prozentualen Bruchteil davon. So kommen die hohen Gewinne und Verluste beim CFD-Trading zustande. 

Was verbirgt sich hinter der Nachschusspflicht?

Manche Anbieter erheben sogar eine sog. Nachschusspflicht. Unter der Nachschusspflicht versteht man, dass der Investor mehr Geld als die anfängliche Margin investieren muss, um etwaige Kursverluste des CFDs auszugleichen. Dieser Fall tritt immer dann ein, wenn die Maintenance-Margin des Brokers unterschritten bzw. erreicht wurde.

Was ist die Maintenance-Margin?
Bei der Maintenance-Margin handelt es sich um die Mindesthöhe der Sicherheitseinlage, die auf dem Konto sein muss, um die Position aufrechtzuerhalten.

Nachschusspflicht – der Ablauf

Der Trader wird vom Broker informiert, dass er für das Aufrechterhalten der Position mehr Geld hinterlegen muss (Margin Call). Kommt der Anleger der Nachschusspflicht nach, erfolgt ein automatisches Schließen der Position.

Bei einem hohen Anlagevolumen oder einer starken Kursentwicklung ins Negativ kann mehr als nur das investierte Kapital verloren gehen. Schon mancher Anleger musste Privatinsolvenz anmelden, weil sie nicht in der Lage waren, der Nachschusspflicht nachzukommen. Aus diesem Grund sollten Sie immer besonders bei hoch volatilen CFDs prüfen, ob Ihr Broker eine Nachschusspflicht erhebt oder nicht.

Nachschusspflicht – Beispiel

Der Trader kauft CFDS mit einem Gesamtvolumen von 10.000 € und muss beim Broker eine Margin von 10 % in der Höhe von 1.000 € hinterlegen. Über das Wochenende schließen dann die Börsen. Am nächsten Montag ist der Kurs um 20 % gesunken (Stichwort: Opening Gap). Daraufhin bekommt der Kunde vom Broker einen Margin-Call. Er soll 10 % des Kursverlustes nachschießen, damit die Maintenance Margin aufrechterhalten werden kann.

Wissenswert: Schieß der Kunde nicht nach, kommt es zu einem automatischen Schließen der Position und der Kunde verliert 2.000 €. Gerade für Kleinanleger eine sehr hohe Summe. Darum werden Broker ohne Nachschusspflicht immer beliebter.

CFD sind das Instrument für das Daytrading

CFDs werden hauptsächlich für das sogenannte Day-Trading verwendet, d.h. sie sollten nicht ohne triftigen Grund über Nacht gehalten werden, denn:

  • Es werden Zinsen berechnet, in der Regel 3,5 % bis 4 % p. a.
  • Das Risiko einer größeren Kursänderung nach 22:00 Uhr ist hoch und Anleger können nicht mehr auf die Bewegungen des Markts reagieren. Der Trader müsste bis 8:00 Uhr am nächsten Morgen warten, um wieder zu reagieren. Bis dahin kann es jedoch zu spät sein, um sensible Verluste zu vermeiden.

Aber auch im Day-Trading können Anleger das Risiko eines Gesamtverlustes nicht vermeiden, wenn die Börsenkurse aufgrund eines Großereignisses plötzlich abstürzen. Dies war beispielsweise der Fall am Tag nach dem Votum des Vereinigten Königreichs für den Austritt aus der Europäischen Union und der Atomkatastrophe im März 2011 in Fukushima, Japan.

Weshalb werden CFDs überhaupt gehandelt? 

Mit CFDs kann man beachtliche Gewinne dank Hebel mit relativ geringen Investitionssummen erzielen.

Was kann als CFDs gehandelt werden? 

  • Gold
  • Aktien
  • Indizes
  • Währungen

Wissenswert:

  • Bei Rohöl handeln CFDs mit Futures, nicht mit dem sogenannten Spot, also dem aktuellen Tagespreis. Allerdings sind CFDs nicht auf die Futures-Laufzeit beschränkt, sondern verfallen sechs bis acht Wochen früher.
  • Mit anderen Zertifikaten kann man sowohl Put- als auch Call-Produkte auf denselben Basiswert erhalten. Ob das wirtschaftlich sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Wenn Sie gleichzeitig Long- und Short-CFDs sind, wird die Position sofort geschlossen und zum aktuellen relevanten Wechselkurs abgerechnet. Dies könnte zu Verlusten für Anleger führen.

Bestandteile eines CFD

  • Basiswert: Das Produkt (Rohstoffe, Aktien, Indizes, Währungen), für das CFDs gehandelt werden.
  • Spread: Er beschreibt die Differenz zwischen den Kauf- und Verkaufspreisen, nämlich den Ask- und Bid-Preisen. Beispielsweise sind die Spreads höher als bei Knockout- oder Mini-Futures. Die Spreads variieren auch je nach Basiswert. Jeder CFD kostet ungefähr 0,40 EUR.
  • Margin: Die zu hinterlegende Margin als Prozentsatz des zugrunde liegenden Preises × Anzahl der vom Anleger gehandelten CFDs. Mit anderen Worten, es handelt sich um den Eigenkapitalanteil eines Anlegers beim Kauf eines CFD.
  • Zinssatz: Zinsen werden nur auf offene Overnight-Positionen berechnet, tagsüber werden keine Zinsen berechnet.

Das sollten Sie bei CFDs auf jeden Fall beachten

Wenn Sie neugierig geworden sind und CFDs ausprobieren möchten, gibt es drei Dinge, die Sie unbedingt beachten sollten. Und allen voran sollten Sie sich nur bei einem seriösen Anbieter anmelden, um Ihr Kapital schon bei der Anmeldung zu schützen. 

  • Stellen Sie sicher, dass Sie die CFD Demoversion oder das Musterportfolio so lange verwenden, bis Sie sich sicher genug fühlen, um tatsächlich mit CFDs zu handeln.
  • Sie sollten einen Broker auswählen, bei denen Sie nicht zur Nachzahlung verpflichtet sind.
  • Investieren Sie in CFDs nur mit sogenanntem „Spielgeld“, also Geld, dessen Verlust für Sie wirtschaftlich verkraftbar ist.

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