CFD Trading Kritik – was ist dran?

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Auf der einen Seite gibt es zahlreiche Trader, die begeistert vom CFD Handel sind, weil hohe Gewinne in kurzer Zeit möglich sind. Auf der anderen Seite existiert allerdings nicht selten eine größere CFD Trading Kritik, da der CFD Handel auch mit Nachteilen verbunden ist bzw. sein kann.

Aber was beinhaltet die CFD Trading Kritik eigentlich und vor allem: ist sie berechtigt? Dieser Frage möchten wir gerne in unserem Beitrag nachgehen.

CFD Trading Kritik: Was wird überhaupt kritisiert?

Es gibt nicht die eine CFD Trading Kritik, sondern es sind meistens mehrere Bestandteile beim CFD Handel, die kritisiert werden. In erster Linie handelt es sich dabei um Risiken, Kostenfallen und Intransparenz, auf die Kritiker im Zusammenhang mit dem CFD Trading hinweisen. Häufigere Kritikpunkte sind vor allem:

  • Verlustrisiko bis zum Totalverlust
  • Nachschusspflicht
  • Nicht bekannte / bedachte Kosten
  • Eventueller Betrug durch nicht lizenzierte Broker
  • Großteil aller Trader erleiden Verluste
  • Undurchsichtige Handelssysteme
  • Trader sind sich des Risikos nicht bewusst bzw. werden nicht ausreichend informiert

Es gibt also eine ganze Reihe an Kritikpunkten, die zumindest genannt werden. Ob die einzelne Kritik allerdings immer berechtigt ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Daher möchten wir in den folgenden Abschnitten die jeweiligen Kritiken aufgreifen und möglichst objektiv bewerten, ob die Kritik berechtigt ist und auch einen Rat geben, wie Trader eventuell vorgehen können, um zum Beispiel Risiken zu verringern sowie Fehler zu vermeiden.

Hohes Verlustrisiko bis hin zum Totalverlust

Ein Hauptkritikpunkt besteht beim CFD Trading darin, dass Trader ein Verlustrisiko mit dem Handel eingehen. Dieser Kritikpunkt ist auf jeden Fall berechtigt, denn natürlich kann es beim CFD Trading jederzeit zum Totalverlust kommen.

Das geschieht immer dann, wenn sich der Kurs des Basiswertes in die für den Trader falsche Richtung entwickelt und die auf dem Handelskonto vorgehaltene Margin nicht mehr ausreicht. Dann muss der Broker die Position schließen und für den Trader bedeutet das einen Totalverlust.

Aus unserer Sicht handelt es sich allerdings eher um einen objektiven Nachteil als um einen Kritikpunkt. Jeder Trader sollte wissen, welches Risiko er mit dem CFD Handel eingeht. Zudem steht der Gefahr von Verlusten anderseits auch das Potenzial hoher Gewinne in kurzer Zeit gegenüber.

Spekulativer Handel erfordert Risikomanagement

Der CFD Handel ist nun einmal von seiner Konstruktion her sehr spekulativ, sodass sich diese CFD Trading Kritik letztendlich auf das Finanzprodukt als solches bezieht. Zudem haben Sie als Trader immerhin die Möglichkeit, zumindest sehr hohe Verluste oder gar einen Totalverlust zu verhindern, beispielsweise durch das Erteilen einer Stop-Loss Order. Diese fällt in den Bereich Risikomanagement, auf das wir im weiteren Verlauf des Beitrages noch explizit eingehen werden.

Nachschusspflicht führt zu weiteren Verlusten

nachschusspflicht infografik

Ein weiterer Kritikpunkt im Bereich CFD Trading ist die sogenannte Nachschusspflicht. Dazu müssen Sie allerdings wissen, dass diese nur noch für einige Broker gilt. Handelt es sich nämlich um einen in der EU ansässigen CFD Broker, darf es ohnehin keine Nachschusspflicht mehr geben, was die sogenannten ESMA Richtlinien besagen. 

Das Risiko der Nachschusspflicht gehen Sie als Trader also im Grunde ganz bewusst ein, indem Sie sich für einen CFD Broker entscheiden, der nicht innerhalb der EU reguliert wird und bei dem es noch eine Nachschusspflicht gibt. Somit können Sie diesen CFD Trading Kritikpunkt leicht umgehen, indem Sie eben einen CFD Broker ohne Nachschusspflicht auswählen.

Nicht ganz offensichtliche Kosten

Eine weitere CFD Trading Kritik bezieht sich auf die Kosten und Gebühren, die im Zusammenhang mit dem CFD Trading stehen (können). Tatsächlich ist es so, dass nicht alle Trader sämtliche Kosten kennen, die in Verbindung mit dem CFD Handel auftreten können. Das sind in erster Linie:

  • Spread
  • Kommissionen
  • Finanzierungszinsen
  • Rollover Gebühren

Der Spread ist den meisten Tradern als Kostenfaktor zwar bekannt, macht für gewöhnlich aber nur einen eher kleinen Anteil aus. Schon bei den Kommissionen sieht es zum Teil etwas anders aus. Manche CFD Broker werben nämlich damit, dass es bei ihnen keinen Spread gibt.

spread ordermaske dax

Trader achten dann allerdings nicht darauf oder werden vielleicht auch nicht ausreichend informiert, dass statt des Spreads dann fast immer eine Kommission seitens des CFD Brokers verlangt wird. Über einen weiteren Kostenfaktor machen sich viele Trader gar keine Gedanken oder werden eventuell nicht ausreichend informiert, nämlich über die Finanzierungszinsen.

Bei einer Long-Position ist es üblich, dass der CFD Broker Finanzierungszinsen für das Verleihen des Geldes in Form des Hebels berechnet, wenn die Position über Nacht noch offen ist. Man spricht in dem Zusammenhang auch von den Overnight-Gebühren. Dieser Kosten sind sich viele Trader nicht bewusst.

beispiel finanzierungskosten dax

Berechtigt ist die CFD Trading Kritik an dieser Stelle allem dann, wenn der Broker seine Kunden nicht ausreichend über das Berechnen solcher Finanzierungszinsen informiert. Auf der anderen Seite haben Trader natürlich in gewisser Weise die Pflicht, aktiv nach Informationen zu anfallenden Kosten zu suchen.

Gefahr von unseriösen CFD Brokern

Eine andere CFD Trading Kritik besteht darin, dass es grundsätzlich möglich ist, an einen unseriösen Anbieter zu gelangen. Das trifft nahezu ausnahmslos auf nicht regulierte und nicht lizenzierte Broker zu, bei denen es durchaus schwarze Schafe geben kann.

Allerdings bedeutet das im Umkehrschluss keineswegs, dass alle nicht regulierten CFD Broker unseriös wären. Die Gefahr besteht jedoch, dass Sie an einen der – zum Glück nicht vielen – nicht seriös und transparent arbeitenden CFD Broker gelangen könnten.

Die gute Nachricht ist, dass Sie diese Kritikpunkte leicht ausräumen können, indem Sie sich gezielt für einen seriösen CFD Broker entscheiden. Wenn Sie einen innerhalb der EU regulierten CFD Broker wählen, ist das Risiko extrem gering, dass es sich um einen unseriösen Anbieter handeln könnte. Ähnliches gilt für außerhalb der EU regulierte Broker, die zum Beispiel von der australischen oder der amerikanischen Aufsichtsbehörde überwacht werden. 

Großer Teil der Trader erleidet Verluste

Ein echter CFD Trading Kritikpunkt, der Statistiken zufolge zutrifft und somit nicht von der Hand zu weisen ist, bezieht sich auf den Anteil der Trader, die Verluste erleiden. Tatsächlich erzielt ein großer Anteil aller privaten Trader beim CFD Handel keine Gewinne, sondern verbucht in der Summe Verluste.

Eine solche Tatsache hat – unter anderem – in der Vergangenheit bei den binären Optionen dazu geführt, dass diese innerhalb der EU verboten wurden. Dort spielten allerdings noch weitere Negativfaktoren eine Rolle, die es so beim CFD Trading nicht gibt, beispielsweise die zeitliche Begrenzung der binären Optionen, was deren Handelbarkeit angeht.

Auch beim CFD Trading ist es dennoch so, dass eine Vielzahl von Tradern im Saldo einen Verlust erleidet. Ob diese CFD Trading Kritik allerdings berechtigt oder nicht ist, hängt durchaus von der Betrachtungsweise ab. Immerhin ist für einen Verlust der Trader und nicht das Finanzprodukt CFD noch das CFD Trading als solches verantwortlich. Das Verspekulieren des Traders wiederum hat nicht selten mit mangelnden Erfahrungen, fehlendem Wissen oder einer schlechten Strategie zu tun. 

Dann sind (größere) Verluste oft die nahezu logische Konsequenz. Die gute Nachricht ist, dass Sie selbst etwas dafür tun können, im Ihre eventuellen Verluste zu reduzieren oder im Idealfall im Durchschnitt in der Gewinnzone zu landen. Ein elementarer Baustein ist das sogenannte Risikomanagement, auf das wir jetzt etwas näher eingehen möchten.

Undurchsichtige Handelssysteme

Der Kritikpunkt der undurchsichtigen Handelssysteme meint vor allem, dass Trader viele Funktionen nicht kennen oder nicht richtig nutzen. Ebenfalls gibt es bei manchen Brokern automatische Handelssysteme, bei denen Trader eventuell nicht wissen, nach welchen Kriterien die Orders erteilt werden.

demokonto

Hier hilft es oft bereits, dass Sie den Handel vorab durch das angebotene Demokonto trainieren. So lernen Sie die Funktionen der Trading-Plattform kennen und machen sich mit dem Handel vertraut. Die Kritik lässt sich also auch hier dadurch entkräften, dass Sie sich Wissen und Erfahrungen rund um den Handel und die Funktionen der Trading-Plattform aneignen. 

Mangelndes Risikobewusstsein

Tatsächlich unterschätzen manche Trader das Risiko, das mit dem CFD Handel verbunden ist. Oft liegt das aber nicht an der mangelnden Information durch den Broker. Zumindest in der EU regulierte CFD Broker sind dazu verpflichtet, einen Risikohinweis auf ihrer Webseite zu veröffentlichen.

Daher bezieht sich die Kritik meistens eher auf den Trader, der sich nicht über die Risiken informiert oder diese unterschätzt. Oft geschieht das zum Beispiel, weil CFDs ohne Laufzeitbegrenzung gehandelt werden können.

Manche Trader schließen daraus, dass es keinen Totalverlust geben kann. Dabei wir jedoch übersehen, dass die Margin oft nur zehn oder lediglich fünf Prozent Verlust des Basiswertes abdeckt, bis der Broker die Position eventuell schließen muss und der Trader ein Totalverlust entsteht. 

Risikomanagement beim CFD Trading

Ein Großteil der CFD Trading Kritik bezieht sich auf Verluste, die Trader erleiden können. Selten ist an einem Verlust allerdings der CFD Broker Schuld oder gar das Finanzinstrument Differenzkontrakt als solches, sondern der Trader selbst. So sind zum Beispiel folgende Mängel und Verhaltensweisen dafür verantwortlich, dass ein großer Anteil der Trader beim CFD Handel einen Verlust erleidet: 

  • Handel aus dem Bauch heraus
  • Schlechte oder gar keine Handelsstrategie vorhanden
  • Ungeduld, Panik, Gier
  • Mangelnde oder keine Erfahrungen beim CFD Trading
  • Es wird kein Risikomanagement genutzt
  • Fehlende oder unzureichende Informationen

Ein größerer Teil aller Verluste lassen sich insbesondere durch ein (gutes) Risikomanagement vermeiden bzw. deutlicher reduzieren. Was bedeutet das? Unter dem Begriff Risikomanagement werden einige Maßnahmen zusammengefasst, die dazu dienen, Verluste beim CFD Trading zu verringern. Dabei besteht das ideale Risikomanagement immer aus mehreren Komponenten, insbesondere:

  • Bestimmend der optimalen Positionsgröße
  • Ausreichende Margin
  • Depotüberwachung
  • Stop-Loss Orders
  • Handelsstrategien anwenden

Eine wichtige Grundlage für ein gutes Risikomanagement ist bereits die optimale Positionsgröße. Die meisten Experten raten dazu, dass Sie maximal zwei bis drei Prozent Ihres zum CFD Trading bestimmten Vermögens in eine einzelne Position fließen lassen.

Selbst ein Totalverlust dieser Position führt dann nur zu einem Verlust von zwei bis drei Prozent gemessen am Gesamtkapital. Die Diversifikation ist also auch beim CFD Trading von enormer Bedeutung und gehört definitiv zum Risikomanagement.

Ebenfalls empfehlenswert ist es, dass Sie Ihr Depot fortlaufend überwachen, um rechtzeitig auf Verluste reagieren zu können. Dazu zählt auch, dass die Margin möglichst immer ausreichend ist, damit der Broker die Position nicht zwangsläufig schließt und Sie zu einem Totalverlust wird.

Verluste mit Stop-Loss-Orders begrenzen

Ein sehr wirksames Mittel im Rahmen des Risikomanagements ist zudem die Stop-Loss Order. Sie geben dem CFD Broker damit den Auftrag, die Position zu schließen, wenn der Kurs des Basiswertes und damit auch des Differenzkontraktes eine bestimmte Schwelle erreicht.

stop loss risiko beispiel

Mit der Stop-Loss Order können Sie selbst festlegen, wie hoch Ihre Toleranzgrenze für Verluste ist. Da die Order automatisch ausgeführt sind, müssen Sie auch nicht ständig vor dem Bildschirm betrachten, wie sich der Kurs Ihrer CFDs entwickelt.

Wenn Sie all diese Maßnahmen im Zuge eines guten Risikomanagements nutzen, können Sie der CFD Trading Kritik dadurch aktiv entgegentreten, dass ein großer Anteil aller Trader ohnehin Verluste erleidet. Kommen dann noch Erfahrungen und Fachwissen dazu, steigt die Chance weiter, dass Sie vom CFD Trading profitieren.

Fazit zur CFD Trading Kritik

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es natürlich durchaus einige CFD Trading Kritik gibt, die – in Teilen – berechtigt ist. In vielen Fällen können Trader allerdings selbst etwas dafür tun, nicht mit den einzelnen Kritikpunkten konfrontiert zu werden.

Sie können sich beispielsweise über die anfallenden Kosten informieren, gezielt einen in der EU lizenzierten Broker wählen und im Rahmen des Risikomanagements dafür sorgen, dass die Gefahr von Verlusten geringer ausfällt. Wenn Sie sich dann noch aktiv informieren und Erfahrungen – beispielsweise auch durch ein Demokonto – sammeln, werden die meisten CFD Trading Kritikpunkte für Sie nicht zu einem echten Nachteil werden.

FAQ – CFD Trading Kritik

Was sind einige der häufigsten Kritikpunkte am CFD-Trading?

Einige der häufigsten Kritikpunkte am CFD-Trading sind:

– Hohe Risiken und Verluste, die den Einsatz übersteigen können
– Hohe Hebel, die zu schnellen Verlusten führen können
– Mangelnde Transparenz und schlechte Risikowarnungen
– Mangelnde Regulierung und Kontrolle
– Interessenkonflikte bei Brokern

Wie kann man sich vor Risiken beim CFD-Trading schützen?

Als Anleger sollten Sie sich über die Risiken im Klaren sein, bevor Sie mit dem CFD-Trading beginnen. Es ist wichtig, eine gute Risikomanagementstrategie zu haben und sicherzustellen, dass Sie mit einem regulierten und seriösen Broker handeln. Es ist auch wichtig, die Hebel und Margin-Anforderungen sorgfältig zu überwachen und nicht mehr Geld zu investieren, als man sich leisten kann zu verlieren.

Welche Schritte werden von Regulierungsbehörden unternommen, um die Risiken des CFD-Handels zu minimieren?

Regulierungsbehörden haben in den letzten Jahren verschiedene Schritte unternommen, um die Risiken des CFD-Handels zu minimieren, wie z.B. Beschränkung der maximalen Hebel, Anforderungen an die Mindesteinzahlung, Regeln zur Risikowarnung und -aufklärung, Anforderungen an die Finanzierung von Kundenkonten und Regeln zur Verhinderung von Interessenkonflikten. Sie haben auch die Möglichkeit Broker zu überwachen und zu sanktionieren, wenn sie gegen die Regulierungen verstoßen. In Europa hat die ESMA (European Securities and Markets Authority) zum Beispiel eine Verkaufsbeschränkung für CFDs mit Kryptowährungen eingeführt, sowie eine Verpflichtung für Broker, potentielle Kunden über die Risiken aufzuklären.

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