Was ist ein Devisenswapgeschäft? – Definition & Beispiele

INHALTSÜBERSICHT

Ein Devisenswapgeschäft (auch als Devisenswap bekannt) ist eine Vereinbarung, zu einem anfänglichen Zeitpunkt gleichzeitig eine Währung zu leihen und eine andere zu verleihen und die Beträge dann bei Fälligkeit auszutauschen. Der Swap ist nützlich für eine risikofreie Kreditvergabe, da die getauschten Beträge als Sicherheit für die Rückzahlung verwendet werden.

Devisenswaps verstehen

Damit ein Devisenswapgeschäft funktioniert, müssen beide Parteien eine Währung besitzen und benötigen die Währung, die jeweils die Gegenpartei besitzt. Es gibt zwei „Beine“ im Allgemeinen Leg genannt:

Leg 1 am Anfangsdatum

Das erste Bein ist eine Transaktion zum vorherrschenden Kassakurs. Die Parteien tauschen gleichwertige Beträge in ihren jeweiligen Währungen zum Kassakurs. Der Kassakurs ist der Wechselkurs am Anfangsdatum.

Leg 2 bei Fälligkeit

Das zweite Bein ist eine Transaktion zum vorher festgelegten Terminkurs bei Fälligkeit. Die Parteien tauschen erneut Beträge, sodass jede Partei die geliehene Währung erhält und die geborgte Währung zurückgibt.

Der Terminkurs ist der Wechselkurs für eine zukünftige Transaktion, der zwischen den Parteien festgelegt wird, und basiert normalerweise auf den Erwartungen der relativen Aufwertung/Abwertung der Währungen. Die Erwartungen ergeben sich aus den Zinssätzen, die die Währungen bieten, wie in der Zinsparität gezeigt. Bietet Währung A einen höheren Zinssatz, soll dieser die erwartete Abwertung gegenüber Währung B kompensieren und umgekehrt.

Devisenswaps sind nützlich, um Beträge zu leihen/zu verleihen, ohne einen grenzüberschreitenden Kredit aufzunehmen. Das Devisenswapgeschäft eliminiert auch das Wechselkursrisiko, indem es den Terminkurs festlegt und die zukünftige Zahlung bekannt gibt.

Devisenswapgeschäft – Praktisches Beispiel

Partei A ist Kanadier und benötigt EUR. Partei B ist Europäer und benötigt CAD. Die Parteien schließen heute einen Devisenswap mit einer Laufzeit von sechs Monaten ab. 

Sie vereinbaren, 1.000.000 EUR oder äquivalent 1.500.000 CAD zum Kassakurs von 1,5 EUR/CAD zu tauschen. Sie einigen sich auch auf einen Terminkurs von 1,6 EUR/CAD, da sie eine Abwertung des Kanadischen Dollars gegenüber dem Euro erwarten.

Heute erhält Partei A 1.000.000 Euro und gibt Partei B 1.500.000 Kanadische Dollar. In sechs Monaten gibt Partei A 1.000.000 EUR zurück und erhält (1.000.000 EUR x 1,6 EUR/CAD = 1.600.000 CAD) von Partei B, wodurch der Devisenswap beendet wird.

Kurzfristiges Devisenswapgeschäft

Kurzfristige Devisenswaps beziehen sich auf solche mit einer Laufzeit von bis zu einem Monat. Der Devisenmarkt verwendet verschiedene Abkürzungen für kurzfristige Devisenswaps, darunter:

Overnight (O/N) – Ein Tausch heute gegen morgen.

Tom-Next (T/N) – Ein Tausch morgen gegen den nächsten Tag.

Spot-Next (S/N) – Ein Swap (T+2) morgen gegen den nächsten Tag.

Spot-Week (S/W) – Ein Tausch des Swaps gegen eine Woche später.

Devisenswap im Vergleich zu Cross Currency Swap

Devisenswaps und Cross Currency Swaps sind sich sehr ähnlich und werden oft als Synonyme missverstanden.

Der Hauptunterschied zwischen den beiden sind die Zinszahlungen. Bei einem Cross Currency Swap müssen beide Parteien periodische Zinszahlungen in der Währung zahlen, die sie sich leihen. Im Gegensatz zu einem Devisenswapgeschäft, bei dem die Parteien den zu tauschenden Betrag besitzen, verleihen Cross Currency Swap-Parteien den Betrag von ihrer inländischen Bank und tauschen dann die Kredite.

Während Devisenswaps daher risikolos sind, da der getauschte Betrag als Sicherheit für die Rückzahlung dient, sind Cross Currency Swaps etwas riskanter. Es besteht ein Ausfallrisiko für den Fall, dass die Gegenpartei die Zinszahlungen oder die Kapitalzahlung bei Fälligkeit nicht leistet, was bedeutet, dass die Partei ihren Kredit nicht bezahlen kann.

Auf den Punkt gebracht:

Ein Devisenswap ist eine Kombination aus einem Kassageschäft und einem Terminkontrakt. Gleichzeitig wird der Umtausch in eine andere Währung und der Rücktausch zu einem späteren Zeitpunkt vereinbart. Swap-Geschäfte dienen der Verlängerung oder Verkürzung eines Kassa-, Termin- oder sonstigen Swap-Geschäfts.

Warum Devisenswap?

Das Europäische System der Zentralbanken nutzt Devisenswaps zum Ausgleich unerwarteter Schwankungen der Bankenliquidität und der Marktzinsen. Sie kaufen (verkaufen) von (an) Geschäftsbanken Devisen im Kassageschäft und verkaufen (kaufen) diese gleichzeitig per Termingeschäft an (von) die (den) Geschäftsbanken zurück.

Zusammenfassung

  • Ein Devisenswap bezieht sich auf eine Vereinbarung, zu einem anfänglichen Zeitpunkt gleichzeitig eine Währung zu leihen und eine andere Währung zu verleihen und die Beträge dann bei Fälligkeit auszutauschen. 
  • Leg 1 ist die Transaktion zum vorherrschenden Kassakurs. 
  • Leg 2 ist die Transaktion zum vorher festgelegten Terminkurs.
  • Zu den kurzfristigen Devisenswaps gehören Overnight, Tom-Next, Spot-Text und Spot-Week.
  • Devisenswaps und Cross Currency Swaps unterscheiden sich in Zinszahlungen.

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