Ist Forex Trading ein Investment oder nicht?

INHALTSÜBERSICHT

Sie wissen vermutlich, um was es beim Forex Trading geht und wie der Handel mit Devisenpaaren funktioniert. Im nachfolgenden Beitrag geht es um die Frage, ob Forex Trading ein Investment ist, oder nicht. Um die Antwort zu finden, schauen wir uns zunächst die Definition des Wortes Investment an.

Was ist ein Investment?

Die vereinfachte Definition ist ein Vermögenswert, der erworben oder in den investiert wird, um Vermögen aufzubauen und Geld aus dem hart verdienten Einkommen oder Wertzuwachs zu erzielen. Die Anlagebedeutung besteht in erster Linie darin, eine zusätzliche Einnahmequelle zu erhalten oder über einen bestimmten Zeitraum einen Gewinn aus der Investition zu ziehen.

Beispiel Aktie

Unternehmen verkaufen Aktien und erhalten dafür Bargeld. Der Verkauf von Aktien bedeutet den Verkauf des Eigentums an dem emittierenden Unternehmen in diesem Umfang. Abhängig von den Rechten, die den Aktien erwerbenden Anlegern eingeräumt werden, werden die Aktien in Stammaktien und Vorzugsaktien klassifiziert.

Wie funktionieren Investitionen

Im einfachsten Sinne funktioniert Investieren, wenn Sie einen Vermögenswert zu einem niedrigen Preis kaufen und zu einem höheren Preis verkaufen. Diese Art der Rendite auf Ihre Investition wird als Kapitalgewinn bezeichnet. Das Erzielen von Renditen durch den gewinnbringenden Verkauf von Vermögenswerten – oder die Realisierung Ihrer Kapitalgewinne – ist eine Möglichkeit, mit Investitionen Geld zu verdienen.

Ist Forex Trading nun ein Investment, oder nicht?

Was ist Forex Trading und wie funktioniert es?

Forex Handel ist der Prozess der Spekulation auf Währungspreise, um potenziell einen Gewinn zu erzielen. Währungen werden paarweise gehandelt. Wenn Sie also eine Währung gegen eine andere tauschen, spekulieren Sie darauf, ob eine Währung gegenüber der anderen an Wert gewinnt oder fällt.

Es wird auf dem Forex Markt gehandelt, der 24 Stunden am Tag, fünf Tage die Woche für den Kauf und Verkauf von Währungen geöffnet ist und von Banken, Unternehmen, Investmentfirmen, Hedgefonds sowie von privaten Händlern genutzt wird.

Der Devisenmarkt ist mit Abstand der größte und liquideste Finanzmarkt der Welt, mit einem geschätzten durchschnittlichen globalen Tagesumsatz von mehr als 6,5 Billionen US-Dollar.

Ein entscheidendes Merkmal des Forex Marktes ist, dass es keinen zentralen Marktplatz oder Austausch an einem zentralen Ort gibt, da der gesamte Handel elektronisch über Computernetzwerke abgewickelt wird. Dies ist als Over-the-Counter (OTC)-Markt bekannt.

Was ist ein Forex Broker?

Ein Forex Broker fungiert als Vermittler, der es privaten Tradern ermöglicht, auf Online-Handelsplattformen zuzugreifen, um über Währungen und deren Preisbewegungen zu spekulieren.

Die meisten Online-Broker bieten einzelnen Händlern eine Hebelwirkung, die es ihnen ermöglicht, eine große Forex-Position mit einer kleinen Einlage zu kontrollieren. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass ohne spezifisches Wissen mögliche Gewinne und Verluste beim Handel mit Hebelwirkung vergrößert werden.

Ebenso ist das Demokonto bei Forex Brokern mittlerweile Standard, zwar größtenteils auf 30 Tage begrenzt, aber stets kostenfrei und in der Anwendung risikolos.

So starten Sie den Handel mit einem Forex Broker

Ein Broker gibt Ihnen Zugang zum Devisenhandel, da Sie Ihre Kauf- und Verkaufsaufträge auf seinen Handelsplattformen ausführen können.

Sie sollten immer einen lizenzierten, regulierten Broker wählen, der über mindestens zwei Jahre nachgewiesene Erfahrung verfügt. Diese Broker bieten Ihnen Sicherheit, da sie dem Schutz Ihrer Gelder immer Vorrang einräumen. 

Sobald Sie ein aktives Konto eröffnet haben, können Sie mit dem Devisenhandel beginnen – und Sie müssen eine Einzahlung leisten, um die Kosten Ihrer Trades zu decken. Dies wird als Margin-Konto bezeichnet, das Finanzderivate wie CFDs zum Kauf und Verkauf von Währungen verwendet.

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass das Trading für Anfänger kein Prozess über Nacht ist. Es braucht Zeit, um sich mit den Märkten vertraut zu machen, und es gibt ein ganz neues Vokabular zu lernen. 

Aus diesem Grund bietet ein Forex Broker eine Fülle von Ressourcen, um den Devisenhandel zu lernen. Zum Beispiel ist das Demokonto eine großartige Möglichkeit, mit verschiedenen Handelsstrategien zu experimentieren – aber mit virtuellem Geld, was bedeutet, dass kein Risiko besteht!

Sobald Sie bereit sind, zum Live-Handel überzugehen, haben Sie in der Regel eine große Auswahl an Handelskonten und Online-Handelsplattformen, die zu Ihnen passen.

Zurück zur Frage: Ist Forex Trading eine Investition?

Wie aus den Ausführungen oben ersichtlich wird, traden Sie eine Währung gegen eine andere, innerhalb eines festgelegten Paares. Des Weiteren nutzen Sie in der Regel Derivate wie Differenzkontrakte und teilweise hohe Hebel. Zum besseren Verständnis ein praktisches Beispiel:

  • Sie handeln das Paar EUR/USD mit einem Volumen von 100.000 Währungseinheiten.
  • Ihr verfügbarer Hebel ist1:100 – die Margin beträgt dementsprechend 100.000 geteilt durch 100 gleich 1.000 Währungseinheiten.
  • Sie benötigen also für die Position lediglich 1.000 USD, Gewinne oder Verluste beziehen sich indes auf das gesamte Positionsvolumen.
  • Ein Pip in die richtige Richtung resultiert in 10 USD Gewinn. Läuft der Trade gegen Sie, entsteht in Verlust von 10 USD pro Pips.
  • Nach maximal 100 Pips ist die Margin von 1.000 USD aufgebraucht und der Trade spätestens beendet.

Die aufgezählten Kriterien lassen aus unserer Sicht nicht zu, Forex Trading als Investition im klassischen Sinn zu beurteilen. Warum nicht?

  • Sie nutzen nur eine Margin, welche Ihnen zwar ein Anrecht auf Kursveränderungen gewährt, aber keine Eigentumsrechte.
  • Es wird vielmehr mit geliehenem Geld gehandelt, welches der Forex Broker selbst bereitstellt oder bei Investmentbanken besorgt.
  • Schließlich läuft der Trade über Differenzkontrakte (CFDs) ab, welche gleichermaßen nur Anrechte auf Veränderungen seitens der Kurse gewähren.

Man könnte eventuell von einer Investition sprechen, wenn:

  • Sie ohne Hebel mit eigenem Geld handeln würden und den erforderlichen Marktzugang hätten.
  • Der Vermögenswert wäre beispielsweise der Basiswert EUR, den Sie billig erwerben und demnächst steigen sehen.

In der Regel laufen Investitionen an den Märkten aber nicht so ab und daher ist der Begriff Investment beim Forex Trading fehl am Platz.

Wie funktioniert ein klassisches Investment?

  • Sie erwerben 1.000 Aktien des Konzerns X zum Preis von 70 Euro pro Stück.
  • Als Verfechter der Kaufen-und-Halten-Strategie lassen Sie die Papiere 10 Jahre oder länger im Depot.
  • Am Ende der Haltezeit sind die Aktien 120 Euro pro Stück wert.
  • Ihr Investment hat also einen Gewinn von 50 mal 1.000 gleich 50.000 Euro gebracht.

Zum Vergleich: Wie funktioniert ein klassischer Forex Trade?

  • Nehmen wir an, dass Sie das Paar EUR/USD mit 1:00 Leverage und 1.000 Dollar Margin traden.
  • Im Daytrading ist dieses Paar für 50 Pips und mehr pro Session gut.
  • Sie können demnach im Idealfall 500 USD pro Tag als Gewinn verbuchen.
  • Ein Jahr hat etwa 250 Handelstage und kann im Forex Trading rund 120.000 USD einbringen.

Sie können jetzt einwenden, dass Forex Trading nicht nur in Gewinnen resultiert, sondern auch Verluste bedeuten kann. Sie haben völlig recht, aber das trifft auf das Investment in traditioneller Weise auch zu. Damit die Ausführungen leicht verständlich bleiben, erwähnen wir hier beide Ansätze nur im Idealfall.

Forex Trading hat mit Investieren im klassischen Sinn wenig zu tun, gleichwohl kann man den Einsatz von Margin als eine Art von Investment bezeichnen. Zudem sind mit Forex Trading einige Vorteile verbunden, die beim klassischen Investment nicht gegeben sind:

Sie können short oder long gehen

Das traditionelle Investment in Aktien bietet Ihnen diese Möglichkeiten nicht. Dabei werden nur Gewinne erzielt, wenn der Kurs Ihrer Aktien steigt. Fallen die Aktienkurse, schrumpft Ihr Investment gleichermaßen.

Es sei denn, Sie handeln Aktien via Derivate und erwerben lediglich das Anrecht auf Teilhabe an Kursveränderungen.

Währungspaare werden aber generell per CFDs gehandelt, welche short und long Trades zulassen.

Mit wenig Geld viel bewegen

Wie oben erwähnt, können Sie mit 1.000 USD eine Position von 100.000 Dollar bewegen und selbst bei geringen Kursveränderungen attraktive Gewinne im Daytrading erzielen.

Sie gehen dabei ein vergleichsweise geringes Risiko ein, denn tägliche Wertveränderungen sind mit der technischen Analyse relativ sicher prognostizierbar. Zudem sind Sie bei Bedarf mit einem Klick aus dem Handel oder limitieren Ihre Verluste mit möglichst engem Stop-Loss.

Gut zu wissen: Der 1:100 Hebel ist keineswegs das Ende der Fahnenstange, viele Broker lassen Sie mit 1:500 und mehr traden.

  • Der 500-er Hebel erfordert eine Margin von nur 200 USD für den Handel mit einem Lot (100.000 Währungseinheiten).

Natürlich ist der Handel mit hohem Hebel gefährlich, wenn das Risiko nicht oder nur unzureichend gemanagt wird.

Keine laufenden Kosten und ruhiger Schlaf

Das Investment in Aktien erfordert ein Depot, welches nicht jeder Broker kostenfrei zur Verfügung stellt. Manche Anbieter stellen Ihnen 5 Euro pro Monat in Rechnung. Im Jahr sind diese Kosten mit 60 Euro zu beziffern, bei 10 Jahren Haltedauer fallen 600 Euro an, die natürlich vom Gewinn abgehen.

Kaufen und Halten ist nicht so einfach, wie gerne medial vermittelt. Vor allem in turbulenten Zeiten können einem wackelnde Aktienkurse den Schlaf rauben. Der Forex Daytrader schließt hingegen seine Positionen abends und genießt seine Gewinne des Tages.

Fazit

Forex Trading hat nichts mit Investment im klassischen Sinn zu tun, obgleich einige Trader ihre Einsätze (Margin) als Investition bezeichnen. Beim Forex Trading fehlen die wesentlichen Merkmale einer Investition:

  • Sie erwerben lediglich ein Anrecht auf Teilhabe an Kursveränderungen, aber nicht den Vermögenswert.
  • Ihr Einsatz ist auf die Margin beschränkt, der Rest wird über den Broker finanziert.

Ungeachtet dessen hat beides seine Vorteile, solange es im geeigneten Umfeld zum Einsatz kommt. Investments in Aktien beispielsweise beim langfristigen Vermögensaufbau. Forex Trading unter anderem zum Beschaffen von Kapital.

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