Bearish: Definition und Erklärung des Bärenmarktes

Ob Frankfurt, London oder New York: Vor den großen Börsen stehen die gleichen Skulpturen. Es sind der angriffslustige Bulle und der große Bär. Die beiden mächtigen Tiere stehen für den Aufschwung und Abschwung an den Märkten. Was bedeutet es, wenn der Markt bearish oder bärisch wird? Die Eigenart des Bären lässt es vermuten: Er geht dem Kampf aus dem Weg und flüchtet. Wenn er sich dem Kampf ausgeliefert fühlt, schlägt er vorzugsweise mit der starken Pranke von oben nach unten.

Bearish, bärisch oder Bärenmarkt: Definition

Die Börsen kennen zwei entgegengesetzte Bewegungen am Markt: Aktienkurse können steigen oder fallen. Befindet sich der Markt in einer anhaltenden Abwärtsbewegung, wird von einem Bärenmarkt gesprochen. Dies kommt häufig in Zeiten einer wirtschaftlichen Rezession vor.

Wann ist der Markt bearish?

Die „Baisse“, wie der Bärenmarkt auch bezeichnet wird, folgt häufig einer längeren Phase, in der die Kurse auf hohem Niveau stagnieren. Wenn Anleger das Vertrauen in Aktien, Branchen oder ganze Regionen verlieren, wird die Börse „bearish“. Der Bär ist als pessimistisch bekannt und setzt bei seinen Tradingaktionen auf fallende Kurse an der Börse. Wenn es auch keine exakte Definition gibt, wird von einem Bärenmarkt gesprochen, wenn die Kurse auf breiter Front um 20 Prozent fallen. Eine Orientierung dazu bietet beispielsweise die Entwicklung des Leitindex DAX.

Signale rechtzeitig erkennen und vom bearishen Markt profitieren

Der bärische Markt ist an der Börse erfahrungsgemäß eine Phase der Krise. Daher ist es wichtig, die Signale rechtzeitig zu erkennen und bei Verkauf den sinnvollen Zeitpunkt zu wählen. Wer zum richtigen Zeitpunkt verkauft, erhält oft ebenso günstige Gelegenheiten, zu investieren. Daher bieten bearishe Märkte neben Risiken auch Chancen.

Bearishe Märkte in der Vergangenheit kürzer als bullishe Märkte

Das amerikanische Unternehmen Newfound Research hat den US-Aktienindex S&P 500 hinsichtlich der Bullenmärkte und Bärenmärkte untersucht. Dazu wurde ein Zeitraum von mehr als 100 Jahren beobachtet. Es wurden 12 Bullenmärkte mit einer Dauer von durchschnittlich 8,1 Jahren sowie 11 Bärenmärkte mit einer durchschnittlichen Dauer von 1,4 Jahren ermittelt. In den Boomjahren war der durchschnittliche Wertzuwachs 387 Prozent. Die Bärenmärkte zeigten einen Verlust von durchschnittlich 35 Prozent.

Betrachten Sie den S&P 500:

Als Fazit aus der Untersuchung kann festgestellt werden, dass die Bärenmärkte erfahrungsgemäß wesentlich kürzer andauern als Bullenmärkte. Für Trader ist interessant, dass die Wertsteigerungen während der bullishen Zeiten im Vergleich zu den Verlusten der bearishen Phasen um ein Zehnfaches höher waren.

Beispiele für bearishe Märkte

Die nachfolgenden zwei Beispiele der jüngsten Vergangenheit stützen die längerfristigen Erfahrungen, dass Bärenmärkte im Vergleich zu Bullenmärkten meistens von kürzerer Dauer sind.

  • Nach einem etwa fünf Jahre andauernden Bullenmarkt brach 2007 die schwerste Finanzkrise seit 1930 aus. US-Aktien schrumpften beispielsweise um die Hälfte. Es ist eines der markantesten Beispiele für einen bearishen Markt der letzten Jahre. Mit einer expansiven Geldpolitik der US-Zentralbank Fed und dem Amtsantritt von Barack Obama 2009 erholten sich die Märkte.
  • Die EU reagierte auf die 2007 ausgelöste Finanzkrise ähnlich wie die USA. In Verbindung mit den historisch niedrigen Zinsen entwickelte sich ein Bullenmarkt, der bis Anfang 2020 anhielt. Die Pandemie hat die Märkte im Frühjahr 2020 in einen bearishen Markt gestürzt. Das Phänomen: Nach nur drei Monaten erholten sich die Kurse und nahmen Anlauf zu einem neuen Bullenmarkt.

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