Forschungs- und Entwicklungskosten – Definition & Erklärung

INHALTSÜBERSICHT

Forschung und Entwicklung beschreiben die planmäßige Suche nach neuem Wissen oder neuen Vorgehensweisen. Die Forschung selbst beschäftigt sich dabei mit dem Finden bisher nicht bekannter Erkenntnisse mit wissenschaftlichen Methoden. 

Warum sind Forschungs- und Entwicklungskosten eine sinnvolle Investition?

Die Grundlagenforschung soll die Wissensbasis erweitern und dient nicht der zielgerichteten Entwicklung eines neuen Produktes. Da die Grundlagenforschung nicht zielgerichtet auf eine bestimmte wirtschaftliche Nutzung ausgerichtet ist, übernehmen diese Aufgabe häufig staatliche Einrichtungen wie Universitäten oder Institute. Die angewandte Forschung soll konkrete Ergebnisse liefern, um später Produkte oder neue Verfahrensweisen zu entwickeln. 

Die Entwicklung findet vor der kommerziellen Produktion statt, baut auf diesen Erkenntnissen auf und versucht sie in neue Verfahren in wirtschaftlichen und technischen Bereichen umzusetzen. Die Entwicklung kann als Auftragsarbeit direkt in wirtschaftlichen Erfolg umgemünzt werden. Dies ist der Fall, wenn beispielhaft ein Maschinenbauunternehmen einen Auftrag zur Herstellung einer einzigartigen Spezialmaschine erhält und diese nach Auftragserledigung sofort mit dem Auftraggeber abrechnen kann. Bei interner Entwicklung besteht nach Ansicht des Unternehmens eine berechtigte Hoffnung, später Gewinne erzielen zu können.

Beispielhaft seien hier die Bemühungen, um das grundlegende Verständnis der Quantenmechanik zu nennen, die als Basis für die Entwicklung von leistungsfähigeren Computern dient. Da die zukünftigen Ergebnisse der Forschung und daraus entwicklungsfähige Produkte nicht vorhersagbar sind, ist eine Investition in diese Bereiche mit hohem wirtschaftlichem Risiko verbunden. Dies kann neben der Beteiligung staatlicher Institute zum Zusammenschluss mehrerer Unternehmen zu einem Forschungsverbund führen. Damit sind die Risiken auf mehrere Schultern verteilt.

Für Unternehmen und Behörden ist die nüchtern finanzielle Betrachtung der entstehenden Aufwendungen immer in Beziehung zu einer späteren unternehmerischen Verwendung zu setzen. Deswegen sind die Kosten für Forschung und Entwicklung ein wichtiger Teil des betrieblichen Rechnungswesens. Kosten entstehen allgemein bei Finanzierung, Beschaffung, Vertrieb und Produktion. Dies sind die vier grundlegenden Bereiche bei der Erfassung und Betrachtung von Kosten in Unternehmen.

Wissenswert:

  • Im Haushaltswesen gehören die Kosten für Forschung und Entwicklung zu den Produktionskosten und werden im Allgemeinen in einer speziellen Kostenstelle abgebildet. Diese Vorgehensweise erleichtert das finanzielle Gegenüberstellen der forschenden Bemühungen und der sich daraus ergebenden wirtschaftlichen Erfolge.
  • Diese grundlegende Betrachtung gilt neben diesen wirtschaftlichen bedeutenden Bereichen natürlich für alle anderen menschlichen Lebensbereiche genauso. Im Folgenden werden insbesondere die Bereiche betrachtet, die für einen wirtschaftlichen Erfolg maßgeblich sind.
  • Da die Kosten für die Anstrengungen der Unternehmen schwer fassbar sind, wurde aufgrund der Komplexität der finanziellen Verflechtungen ein umfassendes gesetzliches Regelwerk geschaffen. Die Vielschichtigkeit ergibt sich insbesondere bei Betrachtung der Bilanzierungsregeln der Unternehmen, den fiskalischen Vorschriften und dem Umstand, dass sowohl materielle wie auch immaterielle Erkenntnisse aus den Forschungsbemühungen folgen können. Hinzu kommt der Umstand, dass staatliche Einrichtungen aus politischen oder gesamtwirtschaftlichen Gründen ein Interesse an Forschung und Entwicklung haben. Dazu wurden finanzielle Anreizsysteme entwickelt, die ihrerseits ebenfalls fiskalische und politische Bedeutung haben und vor diesem Hintergrund betrachtet werden müssen.
Regelungen für die Handhabe von Forschungs- und Entwicklungskosten finden sich insbesondere im Handelsgesetzbuch (HGB), dem Einkommenssteuergesetz (EstG) und dem Forschungszulagengesetz (FZulG). International tätige Unternehmen müssen ihre Bilanzen an den Regelungen des International Financial Reporting Standards (IFRS) ausrichten. Dies gilt in Deutschland für Kapitalgesellschaften, die nach HBG zur Konzernrechnungslegung verpflichtet und kapitalmarktorientiert sind.  

Forschungs- und Entwicklungskosten in der Bilanz

Bei der Bilanzierung der Kosten ist von entscheidender Bedeutung, ob diese im Jahr der Entstehung vollständig aufwandswirksam werden oder auf Folgejahre verteilt und über einen längeren Zeitraum abgeschrieben werden können. Müssen die Kosten sofort abgeschrieben werden, stehen sie in der Gewinn- und Verlustrechnung den Erträgen gegenüber, die aus Entwicklungen früherer Perioden stammen. Dadurch kann ein bilanzielles Missverhältnis entstehen. Können die Kosten verteilt werden, stehen die Posten für die Entwicklung denen für die daraus entstehenden Erträge gegenüber. Die jeweils geltenden komplexen handelsrechtlichen Regelungen sind im HBG niedergelegt und werden aufgrund der großen wirtschaftlichen Bedeutung regelmäßig von Gerichten überprüft.

Schwierigkeiten bei der Bilanzierung von Forschungs- und Entwicklungskosten haben sich in den vergangenen Jahren dadurch ergeben, dass im Zuge der Digitalisierung viele junge Unternehmen an den Markt kommen, deren wirtschaftlicher Erfolg in den ersten Jahren nicht gesichert ist. Zudem ist fiskalisch nicht immer eine klare Grenze zwischen den Forschungs- und Entwicklungsbereichen zu ziehen.

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