Was ist das Umlaufvermögen? – Definition & Erklärung

Als Umlaufvermögen wird der Teil des Vermögens eines Unternehmens bezeichnet, der lediglich für eine kurze Zeit im Unternehmen verbleibt und nicht dem dauerhaften Geschäftsbetrieb dient. Er ist für den schnellen Verbrauch bestimmt. Hierbei handelt es sich um Wirtschaftsgüter, welche zur Verarbeitung, Veräußerung oder zum Verbrauch hergestellt oder angeschafft worden sind. Dazu zählen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren und Erzeugnisse. Der Kassenbestand fließt ebenfalls in das Umlaufvermögen mit ein.

Wissenswert:

  • Das Gesamtvermögen eines Unternehmens besteht aus Anlage- und Umlaufvermögen.
  • Nach § 266 Handelsgesetzbuch (HGB) wird das Umlaufvermögen auf der linken Seite der Bilanz aufgeführt. Es ist somit Teil der Aktiva. Nach § 253 Handelsgesetzbuch (HGB) wird es mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet.


Was gehört zum Umlaufvermögen?

Zum Umlaufvermögen zählen Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie gegenüber Unternehmen und sonstige Vermögensgegenstände, Wertpapiere sowie der Kassenbestand und das Bankguthaben. Als Vorräte werden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, fertige sowie unfertige Erzeugnisse und Waren und geleistete Anzahlungen klassifiziert. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Waren sowie unfertige und fertige Erzeugnisse werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Allerdings ist es ebenfalls möglich, den Teilwert anzusetzen, sofern er aufgrund einer voraussichtlich dauernden Wertminderung am Bilanzstichtag niedriger ist. Der Teilwert entspricht den Wiederbeschaffungskosten.

Bei Waren handelt es sich um den Veräußerungserlös. werden mit dem Börsen- oder Marktpreis bewertet. Folglich muss die Wertminderung bis zum Zeitpunkt, an dem die Bilanz aufgestellt wird, andauern. Bei börsennotierten Wirtschaftsgütern sind allgemeine Marktentwicklungen wie beispielsweise Kursschwankungen bei der Bewertung des Umlaufvermögens zu berücksichtigen. 

Bei aktienindexbasierten, börsengehandelten und börsennotierten Wertpapieren kann von einer voraussichtlich dauernden Wertminderung ausgegangen werden, wenn sich der Börsenwert zum Bilanzstichtag unterhalb des Börsenwertes zum Erwerbszeitpunkt befindet. Weiterhin muss der Kursverlust beim Erwerb die Bagatellgrenze von fünf Prozent der Notierung bei Erwerb überschreiten. 

Welche Aussagekraft hat das Umlaufvermögen?

Das Umlaufvermögen eines Unternehmens ist interessant, wenn die Liquidität der jeweiligen Firma analysiert werden soll. Die Liquidität ist eng mit der Bonität verknüpft. Je mehr flüssige Mittel ein Unternehmen aufweist, desto schneller ist es möglich, diese in Bargeld umzusetzen. Folglich ist das Unternehmen zahlungsfähig. Sollen größere Investitionen getätigt werden, sind diese Faktoren relevant. Weiterhin spielt das Umlaufvermögen für die Ermittlung von bestimmten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen eine Rolle. Bilanzanalysten interessieren sich für das Umlaufvermögen, da sie so wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen ermitteln können.

Was ist die Vermögensintensität?

Das Verhältnis aus Umlauf- und Anlagevermögen wird als Vermögensintensität beziffert. Um die Vermögensintensität zu ermitteln, wird das Anlagevermögen durch das Umlaufvermögen dividiert. Die Branche ist entscheidend für die Bewertung. Während Handelsbetriebe ein höheres Umlaufvermögen aufweisen, dominiert in Produktionsbetrieben meist das Anlagevermögen. Ein Betrieb ist weniger liquide, je höher der Wert der Vermögensintensität ausfällt.

Was ist die Umlaufintensität?

Unter Umlaufintensität ist der Anteil des Umlaufvermögens am Gesamtvermögen des Unternehmens zu verstehen. Zur Berechnung der Umlaufintensität wird das Gesamtvermögen durch das Umlaufvermögen geteilt. Auch hier ist die Branche ein entscheidender Faktor. Während Produktionsbetriebe eine geringe Umlaufintensität aufweisen, ist diese bei Handelsbetrieben im Vergleich höher. Die Bewertungen sollten stets in einen konkreten Kontext gestellt werden. Meist kann eine hohe Umlaufintensität positiv bewertet werden. Eine niedrige Umlaufintensität kann, je nach Kontext ebenfalls positiv sein.

Wissenswert: Werden im Unternehmen Optimierungsmaßnahmen vorgenommen, können die Vorratsbestände gesunden sein. Weiterhin kann ein konsequentes Mahnwesen ursächlich sein für eine niedrige Umlaufintensität. Dies führt zu einer Reduzierung des Forderungsbestandes.

Wie kann das Working-Capital berechnet werden?

Das Working Capital lässt sich berechnen, indem vom Umlaufvermögen kurzfristige Verbindlichkeiten abgezogen werden. Daraus kann abgeleitet werden, inwiefern Anlage- und Umlaufvermögen finanziert sind. An dieser Stelle muss zwischen positivem und negativem Working Capital unterschieden werden. Handelt es sich um positives Working Capital, wurde das Umlaufvermögen aus längerfristigen Finanzmitteln finanziert. Es dient dazu, um kurzfristige Verbindlichkeiten abzudecken. Beim negativen Working Capital hingegen übersteigen kurzfristige Verbindlichkeiten das Umlaufvermögen, da das Anlagevermögen teilweise aus kurzfristigen Finanzmitteln finanziert wurde.

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