Was bedeutet vor Inflation schützen?

Definition

Unter einer Inflation ist ein dauerhaft anhaltender Prozess der Geldentwertung zu verstehen. Diese Geldentwertung macht sich vorwiegend durch Preiserhöhungen bemerkbar. Für eine Geldeinheit ist somit weniger Ware erhältlich. Die Kaufkraft des Geldes vermindert sich. Statistiken zufolge steigen die Preise derzeit so schnell wie seit 30 Jahren nicht mehr. Folglich verliert das Ersparte immer weiter an Wert. Seit 1993 hat sich das Leben nicht mehr verteuert wie zum jetzigen Zeitpunkt. Die Energiepreise sind kräftig gestiegen. Lieferengpässe sowie die Rücknahme der zeitweisen Senkung der Mehrwertsteuer haben für eine Jahresinflation von 3,1 Prozent gesorgt. Die Verbraucherpreise sind im vergangenen Dezember um 5,3 Prozent angestiegen. Die meisten Deutschen haben weniger Geld zur Verfügung, da Löhne und Gehälter dieser Inflation nicht angepasst wurden. Das Geld auf dem Sparbuch, Tages-, Giro- oder Festgeldkonto wird immer weniger. Zinsen, die das Ersparte dort abwerfen, sind mittlerweile niedriger als die Teuerungsrate. Im Gegensatz zu 1993 ist das Zinsniveau nun ein anderes. Während damals Sparer ihr Vermögen erhalten konnten, ist dies zurzeit nicht mehr möglich. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes befanden sich Ende Juni 2021 über 2,9 Billionen Euro auf Tagesgeld- oder Girokonten. Diese Ersparnisse fallen einer schleichenden Entwertung zum Opfer. Bis dato ist ungewiss, ob und wann sich der Realzins wieder ins Plus dreht. Die Bundesbank hingegen rechnet kurzfristig mit einer höheren Inflation von rund sechs Prozent. Weiterhin hält sie eine mittelfristige Inflationsrate von über drei Prozent für möglich.

Erklärung

Grundsätzlich fallen einmalige, vorübergehende sowie durch ungewöhnliche Vorkommnisse verursachte Preisniveauerhöhungen nicht unter den Begriff der Inflation. Dazu zählen beispielsweisen Streiks oder Missernten. Außerdem gelten vorübergehende Preissteigerungen für bestimmte Güter oder Produktionsfaktoren ebenfalls nicht als Inflation. Zur Ermittlung der Inflation dient ein Preisindex, welcher das allgemeine Preisniveau widerspiegelt. Als Inflationsrate wird der prozentuale Anstieg dieses Indexes innerhalb eines bestimmten Zeitraums bezeichnet.

Um das Geld vor Inflation zu schützen, bieten Sachwerte Chancen. Allerdings müssen hier Risiken in Kauf genommen werden. Damit Anleger einen langfristigen Wertzuwachs erhalten, sind Preisschwankungen nicht ausgeschlossen. Sachwerte stellen im Gegensatz zu Zinsanlagen echtes Eigentum und etwas „Handfestes“ dar. Dabei handelt es sich um Edelmetalle, Aktien, Immobilien, Kunstwerke oder Sammelgegenstände. Jedoch sind die Preise von Sachwerten häufig nicht prognostizierbar. Häufig stellt sich erst hinterher heraus, ob sich der Kauf im Einzelfall gelohnt hat. Besonders vor Aktieninvestments schrecken einige potenzielle Käufer zurück. Sie denken an die Kursstürze, die sich zu Beginn des Jahrtausends ereignet haben. Doch im Augenblick scheinen die Preise für Sachwerte in den meisten Fällen zu steigen. 

Obwohl das Zinsniveau derzeit eher schlecht ist, sollte nicht gänzlich auf Zinsanlagen verzichtet werden. Sie schaffen mehr Stabilität bei der Anlage von Vermögen. Weiterhin unterliegen sie keinen Wertschwankungen im Gegensatz zu Sachwerten. Anleger bleiben durch die Zinsanlagen liquide. Im Hinblick auf kurzfristig notwendige Anschaffungen oder unerwartete Engpässe ist die Liquidität zwingend notwendig. Überdies garantiert das auf dem Tagesgeldkonto geparkte Geld Anlegern mehr Flexibilität. Beispielsweise bei Investments in Immobilien fehlt diese Flexibilität. Eine sog. Cash Reserve ermöglicht eine Aufstockung der Aktienbestände nach einem kräftigen Kursrückgang. 

Um das Geld inflationär abzusichern, ist eine Kombination aus Tages- oder Festgeld sowie Sachwerten sinnvoll. Wie diese Kombination allerdings aussieht, ist von individuellen Faktoren abhängig. Die regelmäßigen finanziellen Verpflichtungen, individuellen Vermögensverhältnisse sowie die persönliche Risikobereitschaft sind entscheidend für die inflationäre Absicherung. 

Wenn Anleger Geld in Sachwerte investieren, sollten sie allerdings nur so viel Geld investieren, wie sie für die kommenden zehn bis zwanzig Jahre entbehren können. Jüngere Menschen, die in eine Immobilie investieren und diese selbst nutzen, lassen häufig ihr gesamtes Eigenkapital in dieses Projekt fließen. Eine Mischung der Sachwerte ist bei anderen Anlageklassen hingegen problemlos möglich. Gold und Aktienfonds lassen sich perfekt mit Zinsanlagen kombinieren. 

Für diejenigen, die nicht in Aktien investieren möchten, bieten sich Exchange Traded Funds (ETFs) an. Sie bilden den Börsenindex, wie beispielsweise den deutschen Aktienindex (DAX) nach. Hierbei ist die Wertentwicklung eines Exchange Traded Funds (ETF) an den jeweiligen Index gebunden. Selbst bei weniger risikofreudigen Anlegern erfreuen sich Exchange Traded Funds (ETFs) großer Beliebtheit. Mittlerweile soll es rund 7000 dieser Fonds geben. Branchenexperten zufolge sorgt die Niedrigzinsphase dafür, dass die Menschen vermehrt ihr Geld in Fonds anlegen.

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