EZB: Die fünf wichtigsten Aussagen der Pressekonferenz – ABN Amro

EZB: Die fünf wichtigsten Aussagen der Pressekonferenz - ABN Amro

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf der April-Sitzung des EZB-Rats keine neuen geldpolitischen Ankündigungen oder Änderungen der Forward Guidance gemacht. Es gab jedoch fünf interessante Punkte aus der Pressekonferenz, berichtet Aline Schuiling, Sr. Economist bei ABN Amro. Wichtige Zitate “Kein Taper” – EZB-Präsidentin Lagarde stellte klar, dass der EZB-Rat auf der Sitzung nicht über das Auslaufen der Nettokäufe im Rahmen des PEPP diskutiert habe, da dies “verfrüht” sei. Dies war eine Antwort auf eine Frage, die darauf hinwies, dass eine Reihe von hawkishen nationalen Zentralbankchefs vor kurzem signalisiert hatten, dass sie für eine Drosselung der Käufe in der zweiten Jahreshälfte seien. Ihre Kommentare deuten darauf hin, dass dies nicht die Mehrheitsmeinung im Rat ist.” “Fokus weiterhin auf Finanzierungsbedingungen – Der Rat bestätigte “seinen sehr akkommodierenden geldpolitischen Kurs” und erwartete, “dass die Käufe im Rahmen des PEPP im laufenden Quartal weiterhin in einem deutlich höheren Tempo als in den ersten Monaten des Jahres durchgeführt werden”. Unserer Ansicht nach herrscht weiterhin eine gewisse Verwirrung darüber, was die EZB zu erreichen versucht. Chefvolkswirt Philip Lane hatte zuvor angedeutet, dass es das Ziel sei, die Renditekurve wieder auf das Niveau vom Dezember zu bringen, aber die jüngsten Äußerungen auf der Pressekonferenz und das Kaufverhalten der EZB deuten darauf hin, dass sie sich damit begnügen, die Renditen in etwa zu stabilisieren.” “Konjunktureinschätzung unverändert – Die EZB urteilte weiterhin, dass “die Fortschritte bei den Impfkampagnen, die eine allmähliche Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen ermöglichen sollten, den Weg für eine kräftige Erholung der Wirtschaftstätigkeit im Laufe des Jahres 2021 ebnen sollten”. Sie wiederholte, dass “die Risiken für die Wachstumsaussichten des Euroraums auf kurze Sicht zwar weiterhin auf der Abwärtsseite liegen, die mittelfristigen Risiken jedoch ausgewogener sind”. Gleichzeitig klang die EZB überzeugter davon, dass der Anstieg der Inflation vorübergehend sei, und behauptete weiterhin, dass ‘der zugrunde liegende Preisdruck im Kontext einer erheblichen Konjunkturschwäche und einer immer noch schwachen Nachfrage gedämpft bleibt’.” Eurozone ≠ USA – Sie machte deutlich, dass die Wirtschaft der Eurozone nicht auf der gleichen “Seite” steht wie die der USA und sich die Geldpolitik daher nicht im Gleichschritt bewegen wird. In der Tat signalisierte sie, dass angesichts der unterschiedlichen Aussichten für die Wirtschaft und die Inflation der Ausstieg der EZB wahrscheinlich deutlich hinter dem der USA zurückbleiben würde. Wir sind der Meinung, dass der große Unterschied zwischen den Aussichten in den USA und in der Eurozone darin besteht, dass der fiskalische Kurs in den USA viel aggressiver ist.” “Aufruf zur Beschleunigung der fiskalischen Unterstützung – In der Tat hat der EZB-Rat seine Forderung bekräftigt, dass der Konjunkturfonds seine Arbeit aufnehmen und somit ohne weitere Verzögerung fiskalische Unterstützung leisten soll. Unserer Ansicht nach ist der aggregierte fiskalische Stimulus in der Eurozone selbst unter der Annahme, dass die Gelder wie geplant ausgerollt werden, in dem Sinne unzureichend, dass in den kommenden Jahren eine Produktionslücke bestehen bleiben wird.”