USD/TRY marschiert bis Jahresende weiter Richtung 9,50 – CE

USD/TRY marschiert bis Jahresende weiter Richtung 9,50 - CE

Eine Währung, von der die Ökonomen von Capital Economics erwarten, dass sie sich besonders schlecht entwickelt, ist die türkische Lira. Sie gehen davon aus, dass die Zentralbank in den nächsten Monaten einen Lockerungszyklus beginnen wird. In der Folge dürfte die Lira bis Ende 2021 um über 10% schwächer werden. Und angesichts der ohnehin fragilen Außenhandelsbilanz wächst das Risiko einer weiteren Zahlungsbilanzkrise in der Türkei. Wichtige Zitate “Da die Inflation kurz vor einem Höchststand steht und Präsident Erdogan auf eine lockerere Geldpolitik drängt, erwarten wir, dass der einwöchige Reposatz bis zum Jahresende um 500 Basispunkte auf 14,00% gesenkt wird.” “Der Anstieg der Risikoprämien in der Türkei seit der Entlassung dürfte noch weitergehen, was zusammen mit den wachsenden Sorgen über die Inflationsaussichten die Lira unter Druck halten wird – unsere Prognose lautet, dass sich die Währung von jetzt 8,30/$ auf 9,50/$ bis Ende 2021 und auf 10,50/$ bis Ende 2022 abschwächen wird. Der starke Rückgang der Lira und die hohe Inflation werden die Zentralbank wahrscheinlich dazu zwingen, ihren Kurs zu ändern und die Geldpolitik im nächsten Jahr zu straffen.” “Die Regierung könnte etwas mehr fiskalische Unterstützung bereitstellen, und die staatlichen Banken werden unter Druck geraten, die Kreditvergabe zu erhöhen, wie es im letzten Jahr geschehen ist. Insgesamt wird der Aufschwung aber nur schwer vorankommen. Unsere Prognosen gehen von einem BIP-Wachstum von 4,8% in diesem Jahr und 3,3-3,8% in 2022-23 aus.” “Die Risiken sind stark nach unten gerichtet. Die außenwirtschaftliche Position der Türkei ist katastrophal und ein neuer Schock könnte die Lira unter erheblichen Druck setzen. Niedrige Devisenreserven lassen wenig Spielraum. Um Präsident Erdogan zu umgehen, könnten die Zinsen durch die Hintertür angehoben werden, aber das würde wenig dazu beitragen, das Vertrauen der Investoren wiederherzustellen. Kapitalverkehrskontrollen und Importbeschränkungen wären die nächste Möglichkeit.”