Amortisation – Definition & Erklärung

INHALTSÜBERSICHT

Unter Amortisation versteht man, dass die Kosten für eine Investition durch die Erträge, die die gekaufte Investition erwirtschaftet, nach einem gewissen Zeitraum gedeckt sind. Die Investition finanziert sich durch ihre Erträge, sobald diese höher sind als die Kosten für ihre Anschaffung.

Wissenswert: Man findet den Begriff „Amortisation“ vor allem in den Wirtschaftswissenschaften. Hier steht er für die Rentabilität einer Investition. „Amortisation“ wird allerdings auch im Zusammenhang mit der Tilgung von Krediten und Hypotheken verwendet.

Amortisation Beispiel


Es wird eine neue Maschine zur Herstellung von Papier für 20.000 Euro gekauft. Innerhalb eines Jahres werden durch den Verkauf des Papiers EUR 20.500 eingenommen. Somit wurden die Investitionskosten der Maschine innerhalb eines Jahres amortisiert.  
Amortisation – Symbolbild

Was versteht man unter einer Amortisationsrechnung?

Eine Amortisationsrechnung (Synonym: Kapitalrückflussrechnung) wird in der Regel vor der Investition aufgestellt. Hierbei wird die Amortisationsdauer der einzelnen Investitionen miteinander verglichen, um zu entscheiden, welche Investition ihre Ausgaben am schnellsten erwirtschaftet. Die Durchführung der Kapitalrückflussrechnung ist für Unternehmer bei Anschaffungen immer ratsam, da sich dadurch die Dauer der Kapitalbindung reduzieren und das Risiko einer etwaig eintretenden Ausfallszahlung dezimieren lässt. Durch eine gute Amortisationsrechnung können somit die Sicherheit sowie die Liquidität der Investition erhöht werden. 

Amortisationsrechnung

Wie lässt sich die Amortisationsdauer berechnen?

Die Amortisationsdauer kann mittels zweier Verfahren errechnet werden, die Kumulationsmethode und die Durchschnittsmethode.

Kumulationsmethode

Man betrachtet bei dieser Methode verschiedene Jahresüberschüsse und sucht den Zeitpunkt, an dem die kumulierten, eingezahlten Überschüsse die Investitionskosten übersteigen.

Durchschnittsmethode

Diese Methode wird nur bei gleichbleibenden Jahresüberschüssen angewendet. Man teilt die Jahresüberschüsse dabei durch die Nutzungsdauer und erhält somit einen Durchschnittswert des Jahresüberschusses.

Wann lohnt sich eine Amortisation?

Die Entscheidung, ob es sich lohnt zu amortisieren, hängt von verschiedenen Aspekten ab. Zum einen sollte man sich darüber bewusst sein, dass das durch die Amortisation gesammelte Kapital später nicht für die alten Tage zum Ausgeben zur Verfügung steht. Es gilt daher, vor der Amortisation die jeweiligen steuerlichen Auswirkungen zu berechnen und vor allem alternative Möglichkeiten zu finden, inwieweit das Geld angelegt werden könnte, um höhere Renditen zu gewinnen. Entscheidende Faktoren sind unter anderem der persönliche Grenzsteuersatz und die Höhe der Hypothekenzinsen. Wer nicht amortisiert, sollte dann eine Anlageform finden, bei der das anlegte Kapital mehr Rendite bringt, als es bei einer Amortisation der Fall wäre. 

Was ist der Unterschied zwischen einer direkten und indirekten Amortisation bei einer Hypothek?

Schauen wir uns nun einmal die Unterschiede bei einer direkten und einer indirekten Amortisation einer Hypothek an:

Direkte Amortisation

  • Die Hypothek wird in regelmäßigen Beträgen abbezahlt.
  • Durch jede Rückzahlung wird die Hypothek reduziert und die Zinskosten verringert.
  • In der Steuererklärung kann jede Amortisation als Schuldzinsabzug angegeben werden. 

Indirekte Amortisation

  • Bei einer indirekten Amortisation wird nur die Hypothek zurückgezahlt, die Bank verlangt keine Amortisation. 
  • Allerdings muss entweder auf ein Depot oder ein separates Konto ein gewisser Betrag angezahlt werden. Das sogenannte 3a Säulenmodell.
  • Dieses angelegte Geld gilt als zusätzliche Sicherheit.

Wie sehen die Vor- und die Nachteile bei der direkten und indirekten Amortisation einer Hypothek aus?

Sowohl die direkte als auch die indirekte Amortisation haben Vor- aber auch Nachteile. Für den besseren Überblick schauen wir uns zuerst die Vorteile beider Amortisationsvarianten an. 

Vorteile 

Bei der direkten Amortisation sinkt sowohl die eigentliche Schuld der Hypothek als auch die Zinsbelastung. Die Liegenschaft gilt als sichere Anlage. Bei der indirekten Amortisation sind die Zinsen der Hypothek vollständig in der Einkommensteuer absetzbar. Durch das Einzahlen in ein separates Konto oder Depot (3a Säulenmodell) profitieren die Schuldner von dem zusätzlichen Steuervorteil. Weiterhin gibt diese zusätzliche Sicherheit meist noch gute Zinskonditionen her.

Nachteile

Bei der direkten Amortisation nehmen die Schuldzinsen in der Steuererklärung ab, die Steuerlast nimmt im Laufe der Zeit jedoch immer mehr zu. In das 3a Säulenmodell kann dann nur noch der einzahlen, der sich dies neben der Hypothek leisten kann. Bei der indirekten Amortisation verändert sich die Hypothekenschuld nicht und bleibt dauerhaft gleich. Das gleiche gilt für die Zinsbelastung. Je nach entsprechender Anlage kann es im 3a Säulenmodell zu Kursschwankungen kommen.

Fazit

Unter einer Amortisation versteht man unter anderem entweder die Tilgung einer Schuld nach einem festgeschriebenen Tilgungsplan oder die Deckung der Investitionskosten durch den erwirtschafteten Ertrag des Investitionsgutes. Die Investition finanziert sich somit durch ihre Erträge selbst, sobald diese höher sind als die Kosten ihrer Anschaffung. Eine Amortisationsrechnung wird meist vor der Investition mittels einer Kapitalrückflussrechnung aufgestellt. Dies geschieht, in dem man die Amortisationsdauer der einzelnen Investitionen vergleicht und dann entscheidet, welche Investition ihre Ausgaben am schnellsten erwirtschaftet.

Die Amortisationsdauer kann mittels zweier Verfahren errechnet werden. Mithilfe der Kumulationsmethode, mit der verschiedene Jahresüberschüsse betrachtet werden und dann der Zeitpunkt ausgesucht wird, an dem die kumulierten, eingezahlten Überschüsse die Investitionskosten übersteigen. Außerdem kann die Durchschnittsmethode verwendet werden. Diese Methode wird nur bei gleichbleibenden Jahresüberschüssen angewendet. Man teilt die Jahresüberschüsse dabei durch die Nutzungsdauer und erhält somit einen Durchschnittswert des Jahresüberschusses. Ob es sich lohnt, zu amortisieren sollte man selbst bestimmen. Entscheidende Faktoren sind unter anderem der persönliche Grenzsteuersatz und die Höhe der Hypothekenzinsen.

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