Börsenmantel – Definition & Erklärung

Der Begriff „Börsenmantel“ bezeichnet eine Firma, die an der Börse notiert ist, aber nicht über einen operativen Geschäftsbetrieb verfügt. Man kann somit Aktien von einem Unternehmen handeln, dass beispielsweise durch eine Insolvenz oder aus einem anderen Grund den Betrieb eingestellt hat. Diese Unternehmen scheinen auf den ersten Blick wertlos, sie haben allerdings einen besonderen Vorteil zu bieten, sie sind noch an der Börse notiert. Da eine Börsennotierung mit enormem Kosten- und Zeitaufwand verbunden ist, führt der Kauf eines Börsenmantels viel einfacher und leichter zu einer Börsennotierung. Eben das macht den Börsenmantel für andere Unternehmen auch so lukrativ.

Mit dem Begriff „Börsenmantel“ werden auch Aktien betitelt, die niemals hinter einem aktiven Geschäftsbetrieb gestanden haben. Diese kennt man auch unter dem Begriff Blind Pools. Diese Art von Börsenmantel wird hauptsächlich von Unternehmen genutzt, die dadurch eine rasche Notierung an der Börse erhalten möchten. 

Welche Unternehmen stehen hinter einem Börsenmantel?

  • AG Bad Salzschlirf 
  • WCM AG
  • Ziegelwerk Ludwigsburg
  • Brauhaus Amberg
  • InfoGenia AG
  • Tegernsee-Bahn

Was ist ein Reverse Takeover bzw. ein Reverse Merger?

„Reverse Merger“ und „Reverse Takeover“ bezeichnen beide den Kauf eines Börsenmantels (Stichwort: indirekten Börsengang). Bei dem Kauf handelt es sich um eine Betriebsübernahme, bei der Anteile getauscht werden, in der Regel Aktien. Der Käufer erhält nach erfolgreichem Abschluss die Mehrheit der Anteile am Unternehmen. Übrigens, wenn bei diesem Kauf nur das gekaufte Unternehmen an der Börse notiert ist, spricht man in diesem Fall von einem „Reverse IPO“.

Welche Vorteile bietet einem Unternehmen der Kauf eines Börsenmantels?

Ein Börsenmantel ist für solche Firmen von Vorteil, die bisher noch nicht an der Börse notiert sind. Sie können mit dem Kauf eines Börsenmantels immense Kosten und vor allem Zeit sparen, da der zeitintensive Börsengangprozess mit einem Börsenmantel vermieden werden kann. Der Käufer kann sofort agieren, die Kosten für Werbung, der Rechtsberatung oder sonstigen Verwaltungsaufwand entfallen komplett. Allerdings sollte der Kauf eines Börsenmantels dennoch gut durchdacht und analysiert werden. Denn wenn das Unternehmen, dessen Börsenmantel man kaufen möchte, beispielsweise durch eine Insolvenz gegangen ist, kann es noch Gläubiger geben, die finanzielle Forderungen stellen. Diese müssten dann im Falle eines Kaufs beglichen werden. Ob der Kauf des Börsenmantels dann immer noch so lukrativ wäre, bleibt fraglich.

Über welche Händler kann man einen Börsenmantel beziehen?

  • CFO AG
  • Instant IPO Holding AG (früher bekannt als Carthago Capital AG)
  • advantec Beteiligungskapital KGaA

Was ist eine Mantelspekulation und wie funktioniert sie?

Unter einer Mantelspekulation versteht man am Börsenmarkt die Erwartung, dass die Aktien einer an der Börse notierten Firma ohne operativen Geschäftsbetrieb von einer anderen Firma aufgekauft werden, damit diese Firma dann die Börsennotierung erhält. Bei dieser Spekulation handelt es sich aber, wie der Name bereits erwähnt, nur um eine Erwartung. Ob der Börsenmantel tatsächlich von einer Firma aufgekauft wird, ist fraglich. Ein Börsenmantel kann so auch mehrere Monate oder Jahre bestehen, ohne dass er aufgekauft wird. Trader spekulieren bei dem Börsenmantel anhand des Pennystocks-Indizes. Dieser zeigt auf, welcher Börsenmantel so lukrativ ist, dass er demnächst aufgekauft werden könnte.

Was bedeutet der Begriff „Pennystocks“?

  • Der Begriff Pennystocks bezeichnet Aktien, die nur einen geringen Wert am Markt haben.
  • Pennystocks kommt aus dem Englischen, man betitelt damit Aktien, die nur wenige Pennys wert sind. 
  • In Deutschland kennt man Pennystock-Aktien auch als sogenannte Ramschaktien.
  • Der Schwellenwert für Pennystocks liegt in Deutschland unter einem Euro.

Schreibe einen Kommentar