Verbilligung im Trading – Definition & Erklärung

Als Trader kauft oder verkauft man Werte mit der Absicht, Gewinn daraus zu erzielen. Oft funktioniert das, manchmal trotz ausgeklügelter Strategie und eindeutigen Trends eben nicht. Lösungen wären, die Werte zu halten, in der Hoffnung entstandene Verluste wieder durch Abwarten reinzuholen oder schnellstmöglich verkaufen, um entstandene Verluste möglichst zu minimieren. Dennoch gibt es eine dritte Möglichkeit. Trotz des gesunkenen Kurses nachzukaufen.

Was ist Verbilligung im Trading?

Verliert ein von einem Händler bereits gekaufter Vermögenswert, wie beispielsweise eine Aktie, direkt nach dem Kauf an Wert und wird dennoch von dem Händler nachgekauft, nennt man dies Verbilligung. Die Verbilligung gilt als Strategie und ist unter Tradern umstritten.

  • Die Durchschnittskosten des Wertes oder Finanzinstrumentes werden durch die Verbilligung ebenso verringert wie der Punkt, an dem ein Trade profitabel ist. 
  • Wird durch den Nachkauf eine Kurssteigerung erzielt, hat sich der durchschnittliche Einstiegskurs verringert und die Rentabilität des ursprünglichen Handels gesteigert.
  • Fällt der Kurs der Position jedoch weiter, vergrößert sich auch der Verlust des ursprünglichen Trades.

Chancen & Gefahren einer Verbilligung

Der Trader versucht mit hohen Nachkaufmengen den Einstandspreis nachzuziehen. Bei einsetzender Gegenbewegung kann er dann eventuell mit Plus/Minus Null aussteigen oder sogar einen kleinen Gewinn erzielen. Der Durchschnittspreis kann so nahe an den aktuellen Kurs gebracht werden. Somit bietet die Verbilligung eine Chance, Verluste zu minimieren oder sogar wieder in die Gewinnzone zu bringen.

Umgekehrt birgt diese Chance natürlich auch ein großes Risiko. Man muss erkennen, wann ein Abwärtstrend so fortgeschritten ist, dass ein weiterer Nachkauf nicht mehr lohnt und dann die entstandenen Verluste hinnehmen. So mancher Trader hat mit dem Nachkauf sein gesamtes Kapital eingesetzt und konnte somit keine weiteren Verbilligungen mehr finanzieren. Eine Gegenstrategie, mit dem Kauf von aufsteigenden Werten den Verlust abzufangen war somit auch nicht mehr möglich. Wie bereits erwähnt, ist die Strategie der Verbilligung aus diesen Gründen unter Tradern sehr umstritten.

Verbilligung Beispiel

Im Vorfeld der Corona-Pandemie gab es viele Möglichkeiten, Rücksetzer zu kaufen. Der Dax war innerhalb weniger Wochen nahezu beim Stand von 2015. Aggressiv agierende Trader haben hier schnell ihr „Pulver“ verschossen und mussten massive Verluste verschmerzen.

So begannen die Kurse im Februar / März 2020 zu fallen. Hier prognostizierten Trader für sich, nachdem die Kurse ein paar Tage im Auf und Ab im Durchschnitt blieben eine Chance auf Kurssteigerungen. Dennoch fielen die Kurse weiter. Die Händler dachten, es könne sich noch um Korrekturen handeln und kauften nach. Wiederum einige Zeit danach erste Resignation bei weiterem Verfall. Nach dem Motto „Der Dax kann nicht weiter fallen“ erfolgten weitere Nachkäufe. Nach weiterem Kursverfall dann die Erkenntnis, keine Mittel für Nachkäufe mehr zu haben.

Gerade als die Börse ihren Tiefpunkt erreicht hat, stiegen viele aus und verkauften, um wenigstens noch etwas Kapital zu retten. Die Verkäufe haben sich zwar dann auch auf das Preisniveau zusätzlich negativ ausgewirkt, aber der Dax stieg wieder. Sehr zum Nachsehen der aggressiven Trader.

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