Die Börse: Definition & Erklärung

Die Börse ist ein organisierter Marktplatz auf den Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Derivate und weitere Finanzinstrumente gehandelt werden. An der Börse sind die gehandelten Werte physisch nicht vorhanden. Der Handel findet elektronisch statt und wird beim Käufer in seinem Depot sichtbar.

Wissenswert:

  • Die Börse sorgt für eine effiziente und zugleich geordnete Möglichkeit des Kaufens und Verkaufens.
  • Wesentlich beim Börsengeschäft ist, dass der Handel nicht direkt zwischen Käufer und Verkäufer stattfindet, sondern von einer Bank oder einem Broker abgewickelt wird.

Die ersten Börsen entstanden im Mittelalter

Das Handeln von Waren und Wertpapieren auf öffentlichen Plätzen begann bereits im 12. Jahrhundert. Im Laufe der Jahre stiegen das Volumen und die Anzahl der Teilnehmer. Das führte zur Einführung fester Regeln und später zur Nutzung spezieller Handelsgebäude.

In der belgischen Stadt Brügge trafen sich Händler 1409 bei der Familie „van der Beurse“, um ihre Geschäfte abzuwickeln. Daraus entstand der Name Börse. Es folgten Börsen in Amsterdam, Antwerpen und London. In dieser Zeit entstanden ebenso die ersten Börsengesetze.

Vom Handel mit Waren und Schuldscheinen zur Aktie

Zunächst wurde an den Börsen lange Zeit mit Waren und Schuldscheinen gehandelt. Ebenso fand ein reger Handel mit Wechseln statt. Der Drang zum globalen Handel und die dazu notwendigen hohen Investitionen in neue Schiffe ließ die Idee der Aktie entstehen. Die Vereinigte Ostindische Handelskompagnie zählte zu den ersten Herausgebern von Aktien. Erstmalig konnten sich somit Personen an das Unternehmen, die Aktiengesellschaft, beteiligen. Als später die Anteile weiterverkauft werden konnten, war der Aktienhandel geboren.

An der Börse gehandelte Finanzprodukte

Für Trader sind die Finanzbörsen die Märkte, auf denen ihre Produkte gehandelt werden. Dazu zählen von allem:

  • Aktien
  • Anleihen
  • Obligationen
  • Fonds
  • ETFs
  • Zertifikate
  • Derivate
  • Rohstoffe
  • Edelmetalle

Die Börsen lassen sich nach den gehandelten Finanzprodukten in verschiedene Börsenarten aufteilen. 

Wertpapierbörsen  Wertpapierbörsen sind wohl die bekanntesten Finanzbörsen. Es wird sowohl vor Ort als auch online über IT-Systeme gehandelt. Die Wertpapiere sind beispielsweise Aktien, Anleihen oder Fonds. Weltweit existieren über 100 Wertpapierbörsen. Die bekanntesten sind die Wall Street in New York sowie die Börsen in Tokio, London und Frankfurt.  
Devisenbörsen  An den Börsen für fremde Währungen dominieren die Währungen US-Dollar, Euro, britisches Pfund, Schweizer Franken sowie der japanische Yen. Der Handel findet ausschließlich online statt.  
Terminbörse  An Terminbörsen werden vor allem Derivate gehandelt. Dies sind hauptsächlich Optionen und Futures. Der Handel mit Derivaten ist äußerst spekulativ.  
Warenbörsen  Diese Börsen sind oft nur Experten bekannt. Hier wird beispielsweise mit Edelmetallen gehandelt. Ebenso werden Getreide, Holz, Pflanzen, Kaffee und weitere Produkte mit spekulativem Hintergrund gehandelt.

Präsenzbörse vs. Computerbörse

Lange Zeit wurde der Handel ausschließlich in einem Gebäude abgewickelt – der Börse. Die Marktteilnehmer versammelten sich in einem Handelssaal und Makler brachten Angebot und Nachfrage zusammen. 

Heute ist die Frankfurter Wertpapierbörse vorwiegend ein Repräsentationsraum. Die Medien nutzen die Kulisse gerne als Hintergrund für die Berichterstattung über das Geschehen an den Märkten. Der Computerhandel hat längst den weitaus größten Teil des Handels übernommen.

Die größten und ebenso bekanntesten Börsenplätze der Welt sind heute:

  • New York (New York Stock Exchange, NASDAQ)
  • London (London Stock Exchange, London Metal Exchange)
  • Japan (Tokyo Stock Exchange)
  • China (Börsen in Schanghai und Shenzhen)

Unter den Betreibern der Börsen fanden in den letzten Jahren einige Fusionen statt. So entstand etwa die NYSE Euronext, welche die europäischen Börsen in Amsterdam, Paris, Lissabon und Brüssel vereint hat.

Die Frankfurter Wertpapierbörse ist die größte deutsche Börse. Deutschland verfügt darüber hinaus über Börsenplätze in Stuttgart, München, Berlin und Düsseldorf. Hinzu kommen die Gemeinschaftsbörse Hamburg-Hannover sowie die Strombörse EEX in Leipzig.

Börsen: die Vor- und Nachteile

Börsen sind in hohem Maße reguliert, was zu einer transparenten Kursbildung führt. Sie stehen in der Verantwortung, die optimale Ausführung sicherzustellen. In Deutschland ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für die Überwachung der Börsen verantwortlich. Fazit: Alle Teilnehmer werden gleichbehandelt und die Orders werden zum bestmöglichen Preis ausgeführt.

Die Nachteile des Handels an der Börse sind vor allem die höheren Gebühren im Vergleich zum außerbörslichen Handel. Schließlich kommt zum Broker und dem Makler noch die Börse selbst, die an den Transaktionen verdient. Daneben sind die Handelszeiten kürzer als die im außerbörslichen Handel. Zudem erfolgt die Ausführung der Orders oft langsamer.

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