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Die sogenannten Bollinger Bänder gehören mit zu den bekanntesten Indikatoren überhaupt, die im englischen Fachbereich meistens als Bollinger Bands bezeichnet werden. Es handelt sich um einen Indikator, der vor allen Dingen misst, ob ein Basiswert momentan überkauft oder überverkauft ist, sowie dessen Volatilität.

In unserem Beitrag gehen wir darauf ein, warum es sich bei den Bollinger Bändern handelt und wie diese funktionieren. Sie erfahren ferner etwas zu den Vor- und Nachteilen, zur Berechnung, wie Sie die Aussagen der Bollinger Bands interpretieren und welche Anwendungsmöglichkeiten es beim Trading gibt. Wir gehen darüber hinaus darauf ein, ob Divergenzen existieren, wie Sie die Bollinger Bänder mit Indikatoren sinnvoll kombinieren und welche Alternativen Indikatoren es am Markt gibt.

Alles Wichtige zu den Bollinger Bändern

  • Gibt insbesondere Rückschlüsse über unter- oder überkaufte Märkte
  • Anwendbar in verschiedenen Märkten und Zeitrahmen
  • Am zuverlässigsten ist der Indikator in sogenannten Trendmärkten
  • Sollte stets mit anderen Indikatoren kombiniert werden

Definition: Was sind die Bollinger Bänder?

Die wesentliche Aufgabe der Bollinger Bänder als Indikator besteht darin, eine möglichst zuverlässige Aussage zur Volatilität des Basiswertes zu treffen. Anhand der Bänder lässt sich feststellen, ob ein Markt momentan überkauft oder überverkauft ist.

Darüber hinaus ist es möglich, anhand der Bollinger Bands eventuelle Trendänderungen schneller vorauszusagen. Entwickelt wurde der Indikator in den 80er-Jahren vom Namensgebervisionen John Bollinger. Dabei handelt es sich um einen unabhängigen Börsenhändler aus den USA.

Fachlich korrekt ausgedrückt zeigen die Bollinger Bänder die Standardabweichung der Volatilität eines Basiswertes. Dabei ist die grundlegende Basis für den Indikator die sogenannte „Häufung in der Mitte“. Damit ist gemeint, dass in normalen Marktverhältnissen die Kurswerte nur in einem bestimmten Rahmen vom Mittelwert abweichen.

Anders ausgedrückt: Abgesehen von einigen Kursausreißern befinden sich die Kurse des Basiswertes in der Regel innerhalb einer vergleichsweise engen Spanne, welche durch die Bollinger Bänder gekennzeichnet ist. Ausbrüche sind dann ein starkes Anzeichen, auf das Trader reagieren.

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Aufbau: Wie liest man Bollinger Bänder?

Um die Bollinger Bänder mit deren Aussagen interpretieren zu können, müssen Trader etwas zum Aufbau wissen. Grundlage ist, dass die Bollinger Bands exakt aus drei Bändern bzw. im Chart dargestellten Linien bestehen. Diese Linien liegen in einem bestimmten Abstand zueinander und kennzeichnen sich durch folgende Merkmale:

  • Oberes Band: Zwei Standardabweichungen oberhalb des Moving Average
  • Mittelband: Es handelt sich um einen gleitenden Durchschnitt
  • Unteres Band: Zwei Standardabweichungen unterhalb des Moving Average

Beim mittleren Band handelt es sich um einen einfachen, gleitenden Durchschnitt (SMA). Das Band hat die Aufgabe, die Bereiche für eine Unterstützung oder einen Widerstand des Kurses zu signalisieren. Die Berechnung des Simple Moving Average findet normalerweise mit einer Periode von 20 Tagen statt.

Das untere Bollinger Band ermittelt sich aus dem einfachen gleitenden Durchschnitt, von dem zwei Standardabweichungen subtrahiert werden. Demgegenüber beinhaltet das obere der Bollinger Bänder ebenfalls den Simple Moving Average, dem jedoch zwei Standardabweichungen hinzuaddiert werden.

Durch den Aufbau der Bollinger Bänder ist dieser Indikator dazu in der Lage, eine Reihe von Aussagen zum Verhalten des Basiswertes zu treffen. Neben der Aussage, ob der Markt momentan überkauft oder überverkauft ist, sind das folgende Hinweise für Trader:

  • Messung der Volatilität
  • Aussagen zur Trendfortsetzung oder -umkehr
  • Signalisieren zukünftiger, größerer Ausbrüche in der Volatilität
  • Anzeige von Perioden der Marktkonsolidierung
  • Eventuelle Höchst- und Tiefstpunkte am Markt

Welche Vor- und Nachteile haben die Bollinger Bänder?

Die Bollinger Bands zeichnen sich dadurch aus, dass der Indikator eine Reihe von Vorteilen beinhaltet, von denen Trader profitieren. Dem gegenüber dürfen allerdings auch nicht die Nachteile außer Acht gelassen werden. Zu den wichtigsten Vorzügen und Nachteilen der Bollinger Bänder zählen:

Vorteile

  • Liefert nützliche Informationen zu einem Trend
  • Macht überkaufte und überverkaufte Marktbedingungen im Chart deutlich
  • Gibt Hinweise auf Ein- und Ausstiegspunkte beim Handel
  • Misst die Volatilität des Basiswertes
  • Macht Trendrichtung erkennbar
  • Benutzerfreundliche Darstellung im Chart
  • In vielen Märkten anwendbar

Nachteile

  • Indikator sollte nicht alleine zur Entscheidungsfindung genutzt werden
  • Fehlsignale möglich
  • Bollinger Bands eignen sich nicht für sämtliche Marktphasen
  • Keine Berücksichtigung der Gewichtung von Kursdaten
  • Nachlaufender Indikator

Die Bollinger Bänder haben unter anderem den Vorteil, dass Sie eine Reihe von Aussagen treffen und sich nicht nur auf einen Bereich konzentrieren, wie es bei manch anderen Indikatoren der Fall ist. Vor allem die Volatilität lässt sich sehr gut messen und Trader können überkaufte oder überverkaufte Märkte erkennen. Darüber hinaus können Sie die Bollinger Bänder Länder kombinieren, und zwar mit vielen weiteren Indikatoren.

Ein Nachteil vieler Indikatoren zeigt sich dem gegenüber auch bei den Bollinger Bändern, nämlich, dass es sich um einen nachlaufenden Indikator handelt. Das ist darauf zurückzuführen, dass die Bänder insbesondere mit Moving Average auf historischen Kursdaten basieren. Darüber hinaus kann es vor allen Dingen durch lediglich vorübergehende Kursschwankungen oder unerwartete Ereignisse am Markt zu Fehlsignalen kommen.

Ebenfalls ein Nachteil der Bollinger Bänder ist, dass diese nicht in sämtlichen Marktbedingungen gut funktionieren. Am zuverlässigsten ist der Indikator in sogenannten Trendmärkten oder wenn zumindest eine eindeutige Richtung des Kurses zu erkennen ist. Demgegenüber zeigen die Bollinger Bands ihre Schwäche in Seitwärtsmärkten, was allerdings ebenfalls bei vielen Indikatoren ähnlich ist.

Da eine Grundlage für die Berechnung der Bollinger Bänder einfachen gleitende Durchschnitte sind, führt dies zu einer weiteren Schwäche. Das ergibt sich daraus, dass ältere Kursdaten die gleiche Gewichtung wie neuere Kurse haben. Damit findet grundsätzlich eine Verwässerung der Kurse statt.

Dafür gibt es allerdings immerhin eine Lösung, nämlich dass für die Berechnung nicht der übliche SMA genutzt wird, sondern stattdessen ein Exponential Moving Average. Dort werden neuere Basiswerte höher gewichtet als die älteren.

Wie funktionieren Bollinger Bänder? Die Formel zur Berechnung des Indikators

Wie es bei jedem Indikator der Fall ist, so hängt die Funktionsweise der Bollinger Bänder vorrangig von der Berechnung ab. Diese basiert auf dem Simple Moving Average und den Standardabweichungen. Häufiger findet man zwar die Aussage, es gäbe doppelte Bollinger Bänder. Dabei wird allerdings das mittlere Band außen vor gelassen, da vor allem die oberen und unteren Bänder die relevante Standardabweichung des Kurses von der Mitte zeigen.

Die Bollinger Bänder laufen zusammen oder verengen sich, was dann durch die entsprechende Rechnung zu erkennen ist. Was nun die Berechnung der Bollinger Bands angeht, so findet diese zunächst auf Grundlage der Schlusskurse statt. Diese werden für die Anzahl der Tage herangezogen, für welche die Berechnung des SMA stattfinden soll.

Anschließend wird nach der Addition sämtlicher Schlusskurse das Ergebnis durch die Anzahl der Tage dividiert. Nach der somit einfachen Berechnung des Moving Average geht es um das Ermitteln des oberen und unteren Bandes, wofür die zwei folgenden Formeln genutzt werden:

  • Oberes Band = 20-tägiger Simple Moving Average + (20-Tage-Standardabweichung * 2)
  • Unteres Band = 20-tägiger Simple Moving Average – (20-Tage-Standardabweichung * 2)

Die Berechnung müssen Sie natürlich nicht selbst vornehmen, sondern in nahezu jeder Trading Plattform geschieht das automatisch, sodass Ihnen die Linien der Bollinger Bänder sofort im entsprechenden Chart angezeigt werden. Auch bei der Berechnung müssen Sie somit die Bollinger Bänder kombinieren.

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Interpretation & Trading Signale

Die Bollinger Bänder werden nicht ohne Grund häufig von Tradern eingesetzt. Meistens soll im ersten Schritt die Volatilität des Marktes analysiert werden. Darauf basiert die weitere Interpretation, die vor allem lautet, dass die entsprechenden Kanäle Maßgaben zu Hoch- und Tiefpunkten sind. In dem Zusammenhang sollten Sie folgende drei Aspekte achten:

  • Oberes Band zeigt ein höheres Niveau an
  • Unteres Band zeigt ein niedriges Niveau an
  • Spannbreite der Bollinger Bänder zeigt eine Korrelation mit der Marktvolatilität

Der Grund besteht darin, dass die Standardabweichung ansteigt, sollten sich die Spannen der Kurse vergrößern. Demgegenüber sinkt die Standardabweichung ab, sollten sich die entsprechenden Spannen verengen, also verkleinern. Das wiederum heißt im Rahmen der Interpretation, dass sich in relativ volatilen Märkten ein Verbreitern der Bollinger Bands zeigt, während die Bänder in wenig volatilen Märkten eine Verengung darstellen.

Eine Interpretation der Bollinger Bänder besteht darin, dass sich eine bevorstehende Kursbewegung andeutet, sollten sich die Bänder dem SMA nähern. Grundsätzlich lässt sich jedoch noch nichts dazu sagen, ob sich die Kurse aufwärts oder abwärts bewegen werden. Der sich so verengende Kanal zeigt eine relativ geringe Volatilität und man spricht auch von Squeeze, wenn diese Verengung bezeichnet wird.

Ein weiterer Teil der Interpretation bezieht sich darauf, ob der Markt momentan überkauft oder überverkauft ist. Sollte zum Beispiel das untere der Bollinger Bänder über dem Kurs liegen, ist das ein Zeichen für einen zu niedrigen Kurs. Im Hinblick auf einen überkauften oder überverkauften Basiswert ergeben sich durch die Interpretation folgende Regeln:

  • Kurs erreicht das obere Band → überkaufter Bereich → Kurs fällt
  • Kurs erreicht das untere Band → überverkaufter Bereich → Kurs steigt an

Aus dieser Annahme ergeben sich dann automatisch Handelssignale. Erreicht der Kurs des Basiswertes zum Beispiel das untere der drei Bollinger Bänder, spricht das für einen überverkauften Markt und Trader würden dann eine Long-Position eröffnen. Oftmals steigt der Kurs des Basiswertes tatsächlich an, in der Regel bis zum mittleren der Bänder.

Was ist ein Bollinger Ausbruch? Anwendungsmöglichkeiten & Trading mit dem Indikator

Die meisten Anwendungsmöglichkeiten beim Trading mit den Bollinger Bändern basieren unter anderem darauf, dass es einen möglichen Bollinger Bänder Ausbruch gibt. Damit ist in der Regel gemeint, dass der Kurs des Basiswertes aus dem Kanal ausbricht, also entweder das untere der Bollinger Bänder durchbricht oder das obere Band. Allerdings gibt es noch weitere Anwendungsmöglichkeiten, ohne dass es einen Ausbruch nach oben oder nach unten gibt.

Was sind geeignete Märkte für die Bollinger Bands?

Die Bollinger Bänder sind zwar für sämtliche Märkte geeignet, nicht jedoch für alle Marktbedingungen. Sie können die Bollinger Bands zum Beispiel an den folgenden Märkten für eventuelle Trading Signale nutzen:

  • Aktien
  • Devisen
  • CFDs
  • Kryptowährungen

An diesen Märkten gibt es häufiger Trends und die Volatilität schwankt, natürlich abhängig vom jeweiligen Basiswert. Nicht besonders gut geeignet sind die Bollinger Bänder allerdings in Marktbedingungen, die sich durch Seitwärtsbewegungen charakterisieren. Bestens funktionieren die Bollinger Bänder hingegen in Trendmärkten, in denen eventuell zusätzlich noch eine starke Volatilität vorhanden ist.

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Bollinger Bänder Strategie am Beispiel erklärt

Es gibt eine Reihe von Strategien, in welche die Bollinger Bänder als Indikatoren einbezogen werden können. Zwei beispielhafte Strategien möchten wir kurz vorstellen, nämlich:

  • Bollinger Squeeze Strategie
  • Breakout Strategie

Die Bollinger Squeeze Strategie basiert auf der Volatilität, die sich durch die Bollinger Bänder messen lässt. Hier liegt die Annahme zugrunde, dass nach einer Phase geringer Volatilität ein Ausbruch erfolgen könnte, sodass Trader im optimalen Fall vorher eine Position am Markt eröffnen. Das Squeeze ist dementsprechend der Ausbruch des Kurses.

Ganz ähnlich verhält es sich bei der Breakout Strategie, denn auch in dem Fall sollen Trading Signale durch Ausbrüche generiert werden. Es stehen die zwei äußeren Bänder im Fokus. Sollte der Kurs des Basiswertes durch eines dieser zwei Bänder (oberes oder unteres Band) brechen, handelt es sich meistens um ein gutes Signal.

Für die Analyse wird in aller Regel ein Candlestick Chart in Anspruch genommen. Schließt dann eine Kerze über den Bollinger Bändern, wäre das innerhalb der Strategie ein Kaufsignal. Ist das Schließen der Kerze hingegen unterhalb der Bänder angesiedelt, gilt das als Verkaufssignal.

Parameter & Einstellungsmöglichkeiten

Bei den Bollinger Bändern gibt es zwei wesentliche Einstellungsmöglichkeiten, nämlich zum einen die Periodenanzahl und zum anderen die Standardabweichung. Meistens beinhalten die Standardeinstellungen des Indikators 20 Perioden bzw. 20 Candlesticks. Sollten Sie sich als Trader für eine geringere Anzahl an Perioden entscheiden, wird sich das so auswirken, dass der Indikator stärker reagiert. Gleichzeitig haben sowohl die oberen als auch die unteren Bollinger Bänder einen ungleichmäßigeren Verlauf.

Bollinger Bands - Parameter
Bollinger Bands – Parameter

Eine weitere Auswirkung ist, dass der Kurs des Basiswertes die Bänder öfter durchbricht. Nutzen Sie stattdessen eine größere Anzahl von Perioden, beispielsweise 30 statt 20, reagiert der Indikator weniger stark und die Bollinger Bänder werden geglätteter. Das wiederum führt dazu, dass der Kurs seltener die Bänder durchbrechen wird.

Ebenfalls zu den Parametern gehört die Standardabweichung, die normalerweise 2 beträgt. Damit ist gemeint, wie viele Kursdaten aus der Normalverteilung des SMA in die Bänder einbezogen werden. Erhöhen Sie diese Standardabweichung, erhöht sich gleichzeitig der Abstand der unteren und oberen Bänder vom mittleren Band. Das wiederum hat die Auswirkung, dass eine geringere Prozentzahl der Kurse innerhalb der Bänder liegen wird.

Trendbestimmung mit den Bollinger Bändern

Bei den Bollinger Bändern geht es in erster Linie darum, die Volatilität zu messen und darüber hinaus überkaufte oder überkaufte Bereiche darzustellen. Darüber hinaus schauen Trader auf mögliche Ausbrüche der Kurse durch die entsprechenden Bollinger Bands. Vor diesem Hintergrund lassen sich zur Trendbestimmung folgende Aussagen treffen:

  • Trendbestätigung
  • Trendrichtung
  • Eventuelle Trendumkehr (auch Divergenzen)
Achtung!
Keine Aussage treffen können die Bollinger Bänder hingegen zur Trendstärke. Eine mögliche Trendumkehr lässt sich auch an einem überkauften oder überverkauften Bereich erkennen sowie anhand der Divergenzen, auf die wir im Beitrag noch eingehen werden.

Bollinger Bänder in die Software einfügen

Da die Bollinger Bänder zu den sehr bekannten Indikatoren zählen, sind sie in vielen Handelssoftwares ohnehin integriert. Wenn Sie nun den Indikator einfügen möchten, müssen Sie – je nach Handelsplattform – nur wenige Schritte absolvieren. Nehmen wir zum Beispiel an, dass Sie die Bollinger Bands gerne in den Chart innerhalb des  Charting Tools TradingView einbinden möchten. Sie gehen dann wie folgt vor:

  1. Basiswert auswählen (zum Beispiel Gold)
  2. Reiter „Indikatoren“ auswählen (Menüleiste)
  3. „Bollinger Bands“ oben in die Suche eingeben
  4. Auswählen der Bollinger Bänder → automatisches Einfügen in den Chart

Die Standardeinstellung können Sie entweder so belassen oder – wie zuvor erläutert – zum einen die Anzahl der Perioden und zum anderen die Standardabweichung verändern.

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Gibt es Divergenzen bei den Bollinger Bändern?

Eine Divergenz kennzeichnet sich dadurch, dass Kurse und ein bestimmter Indikator auseinanderlaufen. Wenn es nun um eine Divergenz bei den Bollinger Bändern geht, dann würde diese wie folgt aussehen:

  • Kurs erreicht neues Hoch im Aufwärtstrend, aber oberes Band ist Widerstand → mögliche Trendumkehr →  Verkaufssignal (bärische Divergenz)
  • Kurs erreicht neues Tief im Abwärtstrend, aber unteres Band ist Unterstützung → mögliche Trendumkehr → Kaufsignal (bullische Divergenz)

Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Indikatoren

Einer der Vorteile der Bollinger Bänder besteht darin, dass sich der Indikator sehr gut mit mehreren anderen Indikatoren kombinieren lässt. Dabei trifft jeder Trader individuell seine Wahl, mit welchem Indikator er die Bollinger Bands kombinieren möchte. Das hängt unter anderem von der Strategie ab, die Sie grundsätzlich beim Handel einsetzen.

Ein wichtiger Teil vieler Strategien besteht darin, dass sich mögliche Umkehrpunkte erkennen lassen. Bei den Bollinger Bändern funktioniert das vor allem durch die Anzeige überkaufter und überverkaufter Märkte. Demzufolge ist eine Kombination mit Indikatoren sinnvoll, aus denen sich ebenfalls solche Punkte erkennen lassen, wie zum Beispiel:

  • Stochastik Oszillator
  • MACD
  • RSI
  • ADX

Weitere Alternativen zu den Bollinger Bändern

Im Hinblick auf die Bollinger Bands als Indikator gibt es nicht nur andere Indikatoren, die sinnvoll kombiniert werden können. Darüber hinaus stehen Tradern mehrere Alternativen zur Verfügung, die zum Teil sehr ähnlich wie die Bollinger Bänder funktionieren. Eine mögliche Alternative ist unter anderem der Williams Percent Range Indikator.

Dabei handelt es sich um einen Oszillator, mit dem – wie bei den Bollinger Bändern – ebenfalls sowohl überkaufte als auch überverkaufte Märkte angezeigt werden können. Ebenfalls identisch ist, dass sich auch der Williams Percent Range Indikator innerhalb einer bestimmten Spanne. Der Williams Indikator trifft klare Aussagen durch seine Werte, nämlich:

  • Wert über -20 bedeutet überkauft
  • Wert unter -80 bedeutet überverkauft

Fazit: Trading mit den Bollinger Bändern

Die Bollinger Bänder zählen schon seit vielen Jahren zu den beliebtesten Indikatoren. Sie geben den Tradern Aufschluss darüber, wie stark die Volatilität eines Basiswertes ist und ob dieser momentan überkauft oder überverkauft sein könnte. Grundsätzlich eignen sich die Bollinger Bands sowohl zur Messung der Volatilität als auch zur Bestimmung der Trendrichtung.

Bollinger Bänder sind Grundlage für eine Reihe von Trading Strategien. Vorteilhaft ist unter anderem, dass der Indikator in sämtlichen Märkten einsetzbar ist und sich mit weiteren Indikatoren kombinieren lässt. Zudem ist die Interpretation relativ einfach, zum Beispiel bei einem Durchbruch des Kurses des oberen oder unteren Bandes.

Trotz der Vorteile sollte man auch die Nachteile bei den Bollinger Bändern nicht vergessen. Diese bestehen vor allem darin, dass es sich um einen nachlaufenden Indikator handelt und dieser nicht alleine zur Entscheidungsfindung genutzt werden sollte. Zudem kann es insbesondere in Seitwärtsmärkten häufiger zu Fehlsignalen kommen, was ebenfalls bei plötzlichen Ereignissen an den Märkten gilt.

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FAQ: Meist gestellte Fragen zu den Bollinger Bändern

Was bedeutet ein Bollinger Bänder Ausbruch nach oben oder unten?

Sollte der Kurs des Basiswertes aus den Bollinger Bändern ausbrechen, also entweder das untere Band unterschreiten oder das obere Band überschreiten, lässt das noch keine einheitliche Interpretation zu. Maßgebend ist nämlich, wie sich der entsprechende Trend entwickelt und zudem, ob die Bollinger Bänder nahe beieinander oder weit auseinanderliegen

Was zeigen die Bollinger Bänder an?

Die wesentliche Anzeige der Bollinger Bänder besteht darin, die Volatilität des Marktes darzustellen. Diese wird insbesondere anhand der Standardabweichung gemessen, sodass eine Aussage zu abnehmender oder zunehmender Volatilität getroffen werden kann. Zusätzlich lässt sich ableiten, ob der entsprechende Basiswert überkauft oder überverkauft ist.

Für welche Trader sind Bollinger Bänder zur Analyse geeignet?

Ein Vorteil der Bollinger Bänder besteht darin, dass es sich um relativ einfach zu interpretierende und leicht verständlich Indikatoren handelt. Ferner benötigen Trader kein größeres Vorwissen, auch nicht zur Berechnung des Indikators, die ohnehin nicht manuell durchgeführt werden muss. Daher eignen sich die Bollinger Bands sowohl für Anfänger als auch Profis sowie im Prinzip für sämtliche Märkte.

Wie können Trader die Bollinger Bänder berechnen?

Auch wenn es normalerweise nicht notwendig ist, eine manuelle Berechnung durchzuführen, können Sie die Bollinger Bands natürlich auch selbst ermitteln. Die Grundlage dafür ist, dass Sie zur Berechnung des oberen Bandes das mittlere Band als Basis nehmen und zu diesem Wert das Doppelte der Standardabweichung am Tag addieren. Dementsprechend berechnen Sie das untere Band auf Grundlage des mittleren Bandes, ziehen dann jedoch das Zweifache der täglichen Standardabweichung ab.

Können die Bollinger Bänder für unterschiedliche Perioden genutzt werden?

Ein Vorteil der Bollinger Bänder besteht darin, dass sie auf verschiedene Perioden angewendet werden können. Das bedeutet, sie können zum Beispiel in der Analyse sowohl bei kurzfristigen Charts, wie zum Beispiel 5-Minuten-Charts, als auch in langfristigen Charts von mehreren Tagen oder Wochen eingesetzt werden.

Welche Vorteile haben die Bollinger Bands?

Die Bollinger Bänder sind mit einigen Vorteilen ausgestattet, wie zum Beispiel, dass sich die Volatilität des Basiswertes sehr gut messen lässt. Zudem sind sie einfach verständlich und können an sämtlichen Märkten eingesetzt werden. Darüber hinaus lässt sich eine Kombination mit anderen Indikatoren vornehmen und aufgrund der eindeutigen Aussagekraft ist der Indikator auch für Anfänger bestens geeignet.

Was sind die Schwächen der Bollinger Bänder?

Eine Schwäche der Bollinger Bänder besteht darin, dass diese gerade in Seitwärtsmärkten häufiger Fehlsignale liefern. Darüber hinaus sollte immer ein zweiter Indikator genutzt werden, um die Aussage zu verifizieren. Da es sich bei den Bollinger Bands um einen nachlaufenden Indikator handelt, verpassen Trader manchmal die besten Ein- oder Ausstiegszeitpunkte.

Oliver Schoch
Oliver Schoch ist gelernter Bankkaufmann und er hat sich 2008 als Finanz-Journalist selbstständig gemacht. Seitdem verfasst er in Vollzeit als Freiberufler nahezu ausnahmslos Beiträge zu Finanz- und Wirtschaftsthemen wie Börse, Trading, Geldanlage, Vermögensaufbau, Versicherungen und Finanzierungen. Zu seinem Repertoire zählen u.a. Ratgeber, Fachtexte, News, Blogbeiträge und eBooks auf Trading.de.
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