Volatilität an der Börse – Definition & Erklärung

An Börsen gehandelte Kurse zeichnen sich durch ein ständiges Auf und Ab aus. Dies gilt beispielsweise für Aktien, Obligationen, Derivate, Edelmetalle, Rohstoffe oder Devisen. Preisschwankungen sind von der Art des zugehörigen Instruments oder Rohstoffs, dem Markt und spezifischen Faktoren im Zusammenhang mit einzelnen Wertpapieren abhängig. Aktienkurse sind in der Regel volatiler als Anleihenkurse und Versorgeraktien neigen dazu, weniger volatil zu sein als Technologieaktien.

In diesem Artikel möchte ich Ihnen genauer erklären, was Volatilität bedeutet, wie sie gemessen wird, wie sie entsteht und was der Unterschied zwischen einer niedrigen und einer hohen Volatilität ist.

Was ist Volatilität? – Definition

Der Grad der Volatilität oder die Stärke der Volatilität wird Volatilität genannt. Der Begriff leitet sich vom lateinischen volatilitis, was vorübergehend und kurzlebig bedeutet, ab. Eine wichtige Rolle dabei spielen historische Schwankungen. Hier ist die Rede von der historischen Volatilität. Sie beschreibt die Volatilität, die auf der Grundlage der Zeitreihen der historischen Wertänderungen berechnet wird.

Die historische Volatilität wird verwendet als Schätzung der zukünftigen Volatilität in einem Value-at-Risk-Modell, das das Marktpreisrisiko misst. Die historische Volatilität wird als nachlaufender Indikator klassifiziert. Daneben gibt es die implizite Volatilität. Im Gegensatz zur historischen Volatilität basiert die implizite Volatilität keineswegs auf Zeitreihen historischer Art. Stattdessen  ist hier der Marktpreis der Option bedeutend. Die implizite Volatilität stellt die Volatilität des Basiswerts einer Option dar. Bei Verwendung in einem Optionspreismodell (wie dem Black-Scholes-Modell) generiert sie genau den beobachteten Marktpreis der Option. Für den Standard-Aktienindex wird der Volatilitätsindex ausgegeben, der die implizite Volatilität des Basiswerts misst.

Wofür ist Volatilität ein Indikator?

Die Volatilität misst die Stärke eines Wertpapierpreises oder Index, der um seinen Durchschnittswert schwankt. In der Statistik beschreibt Volatilität im Wesentlichen die Volatilität oder Streuung von Zeitreihen wie zum Beispiel von Aktienkursrenditen. Für den Aktienmarkt stellt die Volatilität ein wichtiges Risikomaß dar. Sie gibt an, inwieweit sich die Marktpreise – unabhängig vom Trend – um einen definierten Durchschnitt (historische Volatilität) oder erwartete (implizite Volatilität) streuen. Beide Formen sind wichtig im Kontext der Kapitalmärkte. Volatilität gilt als Risikoindikator. Sie bringt manchen Menschen Unsicherheit und anderen Chancen. Gerade für die Sparmentalität der Deutschen gilt Volatilität als Risikomaß und ihre Ungeduld ist als einer der Gründe für die lokale Aktienaversion anzusehen.

Was sagt die Volatilität genau aus?

Professionelle Anleger nutzen Absicherungen, um mit höheren Kursschwankungen umzugehen. Der Schmerz des einen ist hierbei das Glück des anderen. Volatilität treibt die Marktbewegung an. Kurzfristige Trader können nur durch Volatilität in beide Richtungen Gelegenheiten erhalten. Je höher die Volatilität ist, desto größer fällt die Abweichung aus. Der Aktienkurs basiert auf einem Durchschnittswert. Die historische Volatilität bezieht sich auf den Grad der Volatilität in der Vergangenheit, während die implizite Volatilität den Grad der erwarteten Volatilität in der Zukunft misst. Wichtig sind in diesem Zusammenhang der VDax und VDax-New-Volatility-Index deutscher Aktien. Gemäß der Optionspreistheorie als implizite Volatilität ist der VDax – der Volatilitätsindex des Dax-Wertes – bis zum 29. Juli 2016 berechnet worden. Dann kam es zu einer Ersetzung durch VDax-Neu.

Betrachten Sie den VDAX:

Er basiert auf Dax-Optionen, die an der Börse EUREX gehandelt werden und verwendet ein etwas anderes Verfahren als der VDax (es handelt sich um 45 Tage), um die implizite Volatilität für die kommenden 30 Tage zu bestimmen. Ein hoher VDax-Wert weist auf einen nicht stabilen Markt hin, niedriger VDax-Wert hingegen auf geringe Schwankungen. Zur Kursrichtung gibt es wenig zu sagen. Viele Menschen träumen davon, durch den Handel an der Börse ein passives Einkommen zu erzielen. Aber schmale Renditen machen Investmentfonds nicht immer attraktiv. Hier wird der Umgang mit Volatilität interessant. Anleger können Geld verdienen, indem sie Kursschwankungen genau beobachten und analysieren. Die Formel lautet: Fluktuation erkennen – Fluktuationen nutzen!

Wie lässt sich Volatilität handeln?

Intelligente Privatanleger werden wahrscheinlich profitieren und den Markt übertreffen. Dies wird gelingen, wenn der von den Anlegern erwirtschaftete Kapitalanteil höher ist als das Wachstum des Finanzmarktes selbst. Hier kommt die Volatilität ins Spiel. Die tägliche Schwankungsbreite des Marktes kann durch kurzfristige Transaktionen sehr vorteilhafte Momente bieten. Der Finanzmarkt wird oft mit dem Meer und den Anlegern verglichen: Es gibt Surfer: Da die Wellen turbulent sind, also schwanken, steigen die Chancen auf riesige Gewinne. Es gibt prognostizierte Wechselkursschwankungen. Anleger können Kursschwankungen vorhersehen. Kapitalmärkte werden sich voraussichtlich verändern, insbesondere in Zeiten politischer oder gesellschaftlicher Unruhen.

Smart-Chart-Analysten achten genau auf solche Entwicklungen und deren Auswirkungen auf den Markt und beobachten das Verhalten anderer Anleger. Der Chart ist die Erklärung der Preisbildung und die Entscheidungsgrundlage für Preisänderungen.

Wenn Anleger den Chart genau beobachten, haben sie die Möglichkeit, Kursschwankungen auszunutzen. Allerdings ist in diesem Fall eine langfristige und garantierte Anlagedauer nicht die Grundlage, da das Verhalten des Händlers kurzfristig ist und Marktineffizienzen ausnutzt. Daher empfiehlt es sich, die Grundkenntnisse der sogenannten Technischen Analyse zu beherrschen, um aus vorhandenen Grafiken richtige Schlüsse ziehen zu können. Trading ist keine kurzfristig erlernbare Handlungsstrategie. Wer diese Fähigkeiten erlernen möchte, braucht Geduld und Akribie. Die einfache Formel lautet: hohe Volatilität = hohes Risiko. Allerdings sind sogenannte Low-Volatility-Aktien weniger riskant. Die Berechnung der „normalen“ Volatilität hängt vom Zeitraum ab. Die Volatilität des deutschen Aktienmarktes lag zum Beispiel in den letzten Jahren meist unter 20 %.

Entwicklung der Volatilität des europäischen Marktes

In den letzten Jahrzehnten lag die Volatilität des europäischen Marktes zwischen 20 % und 30 %. Der Wert der Vereinigten Staaten lag in der gleichen Zeit zwischen 15 % und 25 %. Die Volatilität wird als Standardabweichung der Rendite eines Wertpapiers innerhalb einer vorgegebenen Anzahl von Tagen klassifiziert und daher als Risikomaß verwendet. Auch die monatliche Volatilität kann berechnet werden. Auf diese Weise können Anleger einen Durchschnittswert der Anlageentwicklung über einen Zeitraum von einem Monat bilden. Dann wird standardmäßig die Unregelmäßigkeit des Wertes gemessen.

Sie zeigt an, wie weit der Fonds innerhalb eines Monats vom Durchschnitt abweicht. Volatilitätsindizes werden in der Regel innerhalb von 30 bis 45 Tagen gemeldet. In der Regel ist zu erkennen, dass ein hoher Wert auf eine veränderliche Marktsituation hinweist. Ein niedriger Wert deutet auf eine stabile Entwicklung, im Extremfall jedoch auf eine Seitwärtsbewegung, hin.

Wie misst man die Volatilität?

Die sogenannte Standardabweichung ist die Schwankung des wahren Wertes um den berechneten gleitenden Durchschnitt, die durch eine Kurve oder eine Gerade dargestellt werden kann und für die historische Volatilität geeignet ist. Technische Indikatoren basieren auf historischer Volatilität. Gleichzeitig hat sich im Markt eine implizite Volatilität etabliert. Er basiert auf dem Preis von Optionen am Terminmarkt und spiegelt die vorherrschenden Erwartungen am Markt wider. Erwartete Preisschwankungen in allen wichtigen Märkten werden in Indexform angezeigt. VDAX-New zeigt beispielsweise die implizite Volatilität von DAX-Aktien innerhalb von 30 Tagen, den VSTOXX des Euro Stoxx 50 Index und den VIX des S&P 500 Index, an. Die Volatilität wird in Prozent ausgedrückt. Ein VDAX-New-Wert von 20 % bedeutet, dass die Marktteilnehmer in den kommenden vier Wochen voraussichtlich um 20 % des DAX-Durchschnitts schwanken werden.

Schauen Sie sich den aktuellen Kurs des DAX an:

Standardabweichung als Maß für die Volatilität

Das am häufigsten verwendete Maß ist die Varianz oder Standardabweichung. Beide Messgrößen bestimmen die durchschnittliche Abweichung der Preise vom Durchschnitt über einen Zeitraum. Die Varianz wird hin und wieder auch Streuquadrat genannt. Bei ihr herrscht die Quadratform vor, bei der Standardabweichung die einfache Form (durch Ziehen der Wurzel von der Varianz). Je höher die Varianz oder Standardabweichung ist, desto größer fällt das Risiko aus. Ein weiteres Risikomaß ist der maximale Verlust (maximaler Drawdown).

Die Differenz zwischen dem höchsten und niedrigsten Niveau während des Beobachtungszeitraums wird in Prozent ausgedrückt. Der Verlust ist dann am größten und das Risiko steigt. Es gibt andere Volatilitätsindikatoren, die bei Chartanalysen und kurzfristigen Spekulationen eine Rolle spielen. Beispiele hierfür sind die Average True Range und Bollinger-Bänder.

Chartanalyse mit den Bollinger Bändern

Bei Bollinger-Bändern werden eine Obergrenze und eine Untergrenze um den gleitenden Durchschnitt des Preises gelegt und der Wert wird anhand der Formel des gleitenden Durchschnittes und der Standardabweichung berechnet. Das Band zeigt die Bandbreite möglicher Kursschwankungen. Die Average True Range beschreibt einen Indikator zur Messung der Volatilitätsentwicklung und wird durch die Höchst- und Tiefststände während des Betrachtungszeitraums und den abschließende Kurs der Vorperiode bestimmt. Neulinge an der Börse respektieren normalerweise die Volatilität. Schließlich umfasst die Volatilitätsspanne auch die Situation, in der der Kurs des Anlagewertes fällt. Für Anleger bedeutet dies immer einen Verlust. Dabei vergessen Anleger jedoch oft, dass die Volatilitätsspanne ein Instrument ist, das Anlageentscheidungen ermöglicht. Wenn der Preis nicht ständig schwankt, gibt es keinen Einstiegspunkt für Anleger. 

Daher ist es unmöglich, den Basiswert zu einem niedrigen Preis zu kaufen und ihn nach einem Preisanstieg wieder zu verkaufen. Deshalb erweist es sich als unmöglich, Aktien in der bekannten Form online zu kaufen und zu handeln. Eine gewisse Schwankungsbreite ist erforderlich. Je größer diese ist, desto größer ist das Risiko, in entsprechende Finanzprodukte zu investieren. Gleichzeitig gehen große Schwankungen mit höheren Ertragserwartungen einher. Anleger können die Volatilität verschiedener Zeiträume berechnen.

Wenn Sie die Volatilität innerhalb einer Handelsstrategie berechnen möchten, ermitteln Sie bitte im ersten Schritt den Messwert. Dieser stellt den Durchschnitt aller Preisniveaus während des Analysezeitraums dar. Zur Berechnung der Abweichung vom Messwert können Sie dann folgende Volatilitätsformel verwenden:

Die Variable z repräsentiert den Durchschnittswert. X und y repräsentieren zwei separate Preisniveaus während des Betrachtungszeitraums und n stellt ihre Länge dar.

Wie entsteht Volatilität an der Börse?

Die Volatilität resultiert neben der langfristigen Preisentwicklung auch aus selektiven Effekten. Die wichtigsten treibenden Faktoren sind Veränderungen in den Meinungen von Händlern, Anlegern und Anlegern. Alle Teilnehmer reagieren nach ihren eigenen Erwartungen auf die oben genannten Unsicherheiten oder unerwarteten Ereignisse und ergreifen direkt Maßnahmen oder passen Limits und Kursziele an.

Es lässt sich also festhalten:

  • Votalität entsteht durch langfristige Preisentwicklung
  • Votalität entsteht durch selektive Effekte
  • Votalität entsteht durch Meinungsänderungen

Was bedeutet hohe oder niedrige Volatilität?

Welche Volatilität als „normal“ gilt, ist ein rein arithmetischer Wert und hängt stark vom Zeitraum ab. Während die Volatilität des deutschen Aktienmarktes in den letzten Jahren meist unter 20 % lag, befand sich der VDAX-New zu Beginn des Jahres 2019 bei 24 %. Hohe Volatilität bedeutet, dass der Wert stark um den Mittelwert schwankt, während niedrige Volatilität meint, dass die Datenpunkte näher beieinander liegen. Daher wird die Volatilität in der Regel in den Zeitreihen von Wertpapierrenditen oder grundlegenden Unternehmensdaten berücksichtigt. Die Kernfrage lautet beispielsweise: Wie stark schwankt der Aktienkurs?

Low-Vola-Fonds sind Investmentfonds mit einer niedrigen Votalität. Viele Fondsgesellschaften bieten mittlerweile sogenannte Low-Volatility-Fonds an. Die Aktien dieser Fonds werden gezielt ausgewählt, da sie weniger volatil und damit weniger risikoreich sind als der Gesamtmarkt. Wenn die Volatilität von Aktien berechnet wird und der Kurs des Wertes in kurzer Zeit stark schwankt, spricht man von hoher Volatilität. Wenn der Wertpreis jedoch über einen längeren Zeitraum langsamer schwankt und dadurch stabiler erscheint, handelt es sich um eine geringe Volatilität. Hohe Volatilität und niedrige Volatilität haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Niedrige Volatilität bedeutet, dass die Anlage relativ stabil ist. Das heißt, die Volatilität ist gering. Daher fällt das Risiko recht klein aus. Eine hohe Volatilität bietet Chancen für hohe kurzfristige Renditen, jedoch ist auch das Verlustrisiko hoch.

Wie wird der Wert der Volatilität bestimmt?

Sie können den Wert der Volatilität durch retrospektive (historische oder explizite Volatilität) oder statistische Berechnungen (implizite Volatilität) bestimmen. Aber niemand kann die Zukunft vorhersehen. Daher ist die Volatilität nur eine statistische Erwartung, keine Garantie. Es hilft Ihnen jedoch, Chancen und Risiken verschiedener Anlagen abzuwägen. Dies gilt für einzelne Aktien- oder Anleihenüberlegungen sowie für ETF-Vergleiche. Finanzanlagen, die mit Robo Advice getätigt werden, weisen auch ein gewisses Maß an Volatilität-Investitionswert-Schwankungen auf.

Aber beachten Sie bitte folgendes: Das Konzept des Digital Asset Managements basiert darauf, die Anlagen für die Kunden möglichst breit zu diversifizieren. Die Idee existiert, dass die Volatilität erheblich reduziert wird, damit der Kunde durch seine vielen ETFs potenzielle Renditen erzielen kann. Deshalb ist es gut, auf eine Anlagestrategie bis zu 5.000 Aktien aus über 40 Ländern zu setzen.

Fazit

Neben den Renditen ist auch die Volatilität ein wesentlicher Faktor für die Bewertung börsengehandelter Finanzinstrumente. Sie spiegelt das Risiko des entsprechenden Tools wider. Sie können mathematische Statistiken verwenden, um die Volatilität zu messen. Dafür wurden verschiedene Größen entwickelt. Die Volatilität von Finanzprodukten ist wie ein Stimmungsbarometer am Markt. Jeder Mensch, der die Zukunftsprognosen von Rohstoffen kennt, weiß ohnehin, was passiert, wenn er zu diesem Wert handelt. Bedenken Sie jedoch immer, dass Schwankungen die Prognosegrenzen überschreiten können. Dies kann sich als hohe Gewinne, aber auch als schwere Verluste manifestieren. Darüber hinaus sollten Sie Börsennachrichten immer sorgfältig prüfen, um mögliche Auswirkungen auf die Kursentwicklung zu ermitteln. Denn auch bei einer eigentlich ruhigen Entwicklung der Kurse ist ein Rückgang nicht auszuschließen.

Abschließend sage ich Ihnen: Wenn Sie Einsteiger sind, kann ich Ihnen nur raten, dass Sie sich am Anfang mit volatilen Märkten befassen. Sie werden sehen, dass sich dies für Sie lohnt.

Schreibe einen Kommentar