Volatility Trading ist der gezielte Handel von Marktvolatilität und damit den Kursbewegungen, die durch eine steigende oder fallende Schwankungsintensität entstehen. Als Trader nutzen Sie volatile Märkte für klassische Long- und Short-Trades oder handeln die Volatilität direkt über Produkte wie den VIX, Optionen oder entsprechende Derivate handeln.
In diesem Artikel lernen Sie Schritt für Schritt, wie Volatility Trading funktioniert, wie Sie Volatilität messen und welche Strategien sich für den Handel eignen. Sie lernen unter anderem den VIX und wichtige Volatilitätsindikatoren kennen, erfahren, welche Märkte sich besonders eignen und wie Sie Chancen und Risiken hoher Volatilität richtig einschätzen.
Wichtigste Informationen zum Volatility Trading
- Volatility Trading nutzt die Schwankungen im Preis eines Wertpapiers oder Indexes
- Zur Messung der Volatilität eignen sich unter anderem VIX, ATR, Bollinger Bänder und Standardabweichung
- Beim VIX gelten Werte unter 15 als ruhig, 15–20 als normal, 20–30 als erhöht und über 30 als sehr hohe Volatilität bzw. Marktunsicherheit
- Optionen sind ein populäres Mittel im Volatility Trading
- Es gibt verschiedene Handelsstrategien für Volatility Trading, darunter Long Put, Short Call, Short Straddle/Strangle, Ratio Write, Iron Condor und Volatility Arbitrage
Volatility Trading lernen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Volatility Trading beginnt aus unserer Sicht immer mit einer zentralen Frage: Wie volatil ist der Markt? Wie verändert sich die Volatilität gerade? Erst danach entscheiden wir, welches Instrument und welche Strategie zum aktuellen Marktumfeld passen und finden die passenden Setups.

Schritt 1: Messen Sie die Volatilität
Prüfen Sie zunächst, ob die Schwankungsintensität tatsächlich zunimmt oder abnimmt. Dafür nutzen wir vor allem drei klassische Indikatoren, viel mehr braucht es unserer Erfahrung nach nicht:
- ATR (14): Zeigt die durchschnittliche Handelsspanne der letzten 14 Perioden. Steigt der ATR beispielsweise deutlich über seinen Schnitt der vergangenen 50 Perioden, nimmt die Volatilität zu.
- Bollinger Bänder: Ziehen sich die Bänder stark zusammen, sprechen wir in unserer Trading.de-Ausbildung vom Bollinger Squeeze. Wenn sie sich danach wieder ausweiten, deutet das unserer Erfahrung nach auf den Beginn von mehr Volatilität im Markt hin.
- Standardabweichung: Damit messen Sie, wie stark die Kurse um ihren Mittelwert schwanken. Hier ist die Interpretation sehr einfach: Steigende Werte zeigen zunehmende Volatilität, fallende Werte ruhigere Marktphasen.
Schritt 2: Ordnen Sie den Markt mit dem VIX ein
Handeln Sie US-Aktien oder den S&P 500, nehmen Sie zusätzlich den VIX hinzu. Was wir immer wieder als Feedback in der Ausbildung bei trading.de bekommen: Der reine VIX-Wert nützt nichts, wenn Sie keine Vergleichswerte kennen. Wir geben dann als grobe Orientierung an die Hand, dass der VIX unter 15 ruhig und uninteressant fürs Trading ist, zwischen 15 und 20 ist er normal und zwischen 20 und 30 erhöht. Steigt der VIX über 30 Punkte, ist meist Unsicherheit oder sogar Panik am Markt.
Wichtig: Diese Schwellen sind keine festen Handelssignale. Ein VIX von 30 bedeutet also nicht automatisch, dass Sie Volatilität verkaufen sollten, genauso wenig wie ein Wert unter 15 automatisch ein Long-Signal darstellt. Die Werte helfen Ihnen vielmehr dabei, das aktuelle Volatilitätsniveau historisch einzuordnen.
| VIX-Wert | Einordnung unseres Traders Andre | Was bedeutet das für Sie als Trader? |
|---|---|---|
| Unter 15 | „Ruhiger Markt, keine besonderen Signale durch die Volatilität erwartbar“ | Geringe erwartete Schwankungen, vergleichsweise niedrige Optionsprämien |
| 15–20 | „Normaler Markt, keine Auffälligkeiten, gut für klassisches Daytrading“ | Typisches Volatilitätsniveau ohne außergewöhnliche Marktangst |
| 20–30 | „Erhöhter VIX, könnte spannend sein für Volatility Trading“ | Mehr Unsicherheit und größere erwartete Kursbewegungen |
| Über 30 | „Sehr hohe Werte, vermutlich viel Panik im Markt und dadurch auch viele Chancen“ | Starke Unsicherheit, hohe Optionsprämien und deutlich höheres Risiko |
Der langfristiger VIX-Durchschnitt ab 1990 liegt bei 19 bis 20 Punkten. Wie außergewöhnlich hohe VIX-Werte sein können, zeigt der Blick auf vergangene Krisen. Als wir während COVID im Frühjahr 2020 Volatilität getradet haben, können wir uns noch gut an einen VIX Intraday bei rund 85 Punkten erinnern. Eine weitere krasse Marke wurden während der globalen Finanzkrise 2008 mit einem Schlussstand von rund 80 Punkten erreicht.
Schritt 3: Vergleichen Sie die historische und implizite Volatilität
Bei Optionen reicht die aktuelle Schwankungsbreite allein nicht aus. Vergleichen Sie die historische Volatilität (HV) mit der impliziten Volatilität (IV):
- IV deutlich über erwarteter/realisierter Vola: Short-Vola-Strategien können interessanter werden.
- IV deutlich unter erwarteter/realisierter Vola: Long-Vola-Strategien können interessanter werden.
Genau dieser Vergleich bildet später beispielsweise die Grundlage der Volatility Arbitrage, falls Sie sich für diese Strategie entscheiden.
Schritt 4: Wählen Sie die passende Strategie aus
Erst jetzt wählen Sie ein Setup für Ihren Vola-Trade. Erwarten Sie steigende Volatilität, kommen beispielsweise Long Options oder Long-VIX-Setups infrage. Erwarten Sie dagegen sinkende oder stabile Volatilität, nehmen wir in der Regel Strategien wie Iron Condor, Short Straddle oder Short Strangle zur Hand. Wir gehen später noch detaillierter auf die einzelnen und verschiedenen Strategie ein.
Schritt 5: Legen Sie einen klaren Exit und das Risiko für den Volatility Trade fest
Gerade Volatilität kann sich extrem schnell verändern. Definieren Sie deshalb vor jedem Trade, das gilt übrigens unabhängig von der gewählten Strategie immer, folgende Parameter:
- maximale Positionsgröße und Verlustgrenze
- Stop- bzw. Exit-Regel
- Ziel für Gewinnmitnahmen
- Margin-Anforderung bei Short Options
- Verhalten bei einem plötzlichen VIX-Spike
Schritt 6: Werten Sie den Trade aus
Dokumentieren Sie nach dem Trade nicht nur Gewinn oder Verlust. Halten Sie zusätzlich VIX, ATR, implizite und historische Volatilität beim Einstieg sowie das verwendete Setup in Ihrem Trading-Journal fest. So erkennen Sie nach 20 bis 50 Trades deutlich besser, in welchen Volatilitätsphasen Ihre Strategie tatsächlich funktioniert.
Diese Fehler sehe ich in meiner Ausbildung am meisten

Ich persönlich handle eher selten direkt die Volatilität. In unserer Trading.de-Ausbildung sehe ich trotzdem immer wieder die gleichen drei Fehler, als wäre es Pflicht, sie mindestens einmal zu machen: Am häufigsten werden Short-Vola-Trades bei einem niedrigen IV Rank von beispielsweise unter 30 platziert – obwohl die vereinnahmten Optionsprämien dann vergleichsweise niedrig sein können. Zudem – und das predige ich immer wieder – fehlt häufig eine klare Exit- und Risikostrategie gegen Spikes beim VIX. Und der letzte Fehler und damit mein Tipp: Handeln Sie Iron Condors, werden die Strikes häufig zu eng gewählt. Lassen Sie dem Kurs lieber etwas mehr Luft.
VIX als maßgeblicher Indikator für die Volatilität
Der VIX-Index misst die erwartete Volatilität des S&P 500. Dabei steigt der VIX in der Regel, wenn die Unsicherheit oder die Angst unter Tradern (bzw. Investoren) zunimmt, und fällt, wenn die Marktstimmung entspannter ist und die Marktteilnehmer eher optimistisch sind. Der S&P500 ist einer der größten Aktienindizes der Welt und hat somit einen spürbaren Einfluss auf Finanzmärkte weltweit.

Genau diese Bewegungen und Marktstimmungen können Sie beim VIX Trading handeln. Dabei setzen Sie nicht direkt auf die Bewegungen eines Aktienindex oder eines anderen Assets, sondern auf die erwartete Volatilität dieses Marktes.
Es gibt verschiedene Wege, auf den VIX zu handeln, darunter:
- Futures
- CFDs
- Optionen
- Exchange Traded Products (ETPs)
Diese Produkte bilden jeweils die Performance des VIX nach. Dann gibt es im Trading in der Regel immer zwei Optionen:
- Ein Anstieg des VIX kann für Trader eine Gelegenheit sein, von erhöhter Unsicherheit und Angst auf dem Markt zu profitieren.
- Ein fallender VIX deutet eher auf eine Rückkehr zur Marktstabilität hin.
Da der VIX oft gegenteilig zu den Märkten reagiert, empfehlen wir das Volatility Trading in unserer Trading.de-Ausbildung eher zur Absicherung des Depots, weniger als eigenständige Trading-Strategie.
Optionen: Der Handel mit der Volatilität
Persönlich arbeiten wir weniger im direkten Volatility Trading, kennen aber sehr viele Trader, die sich in diesem Trading-Feld mit Optionen bewegen. Bei einer Option erwerben Sie das Recht, ein bestimmtes Produkt zu einem fest vereinbarten Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen – etwa den VIX.

Dieser Preis wird grundsätzlich von sieben Faktoren bestimmt:
- aktueller Preis des Basiswerts
- Ausübungspreis
- Art der Option (Call oder Put)
- Zeitraum bis zum Ablauf der Option
- risikofreier Zins
- Dividenden auf den Basiswert
- Volatilität
Von diesen sieben Faktoren ist lediglich die Volatilität unbekannt und gibt somit Raum für Spekulation.
Historische vs. implizite Volatilität: Was ist der Unterschied?
Beim Volatility Trading ist vor allem der Unterschied zwischen historischer und impliziter Volatilität wichtig zu verstehen. Vereinfacht gesagt zeigt die historische Volatilität, wie stark ein Asset tatsächlich geschwankt hat, während die implizite Volatilität ausdrückt, welche Schwankungen der Optionsmarkt für die Zukunft einpreist. Genau diese Differenz bildet bei vielen Volatility-Trading-Strategien die Grundlage für den Trade.
| Historische Volatilität (HV) | Implizite Volatilität (IV) | |
|---|---|---|
| Blickrichtung | Vergangenheit | Zukunftserwartung |
| Grundlage | Tatsächliche Kursbewegungen | Optionspreise |
| Beispiel | Nvidia schwankte in den letzten 10 Tagen mit 20 % Vola | Nvidia Optionen preisen 30 % Vola ein |
| Für Trader wichtig | Referenz für tatsächliche Schwankungen | Zeigt, wie teuer oder günstig Volatilität eingepreist ist |
Die 7 besten Strategien für Volatility Trading
Es gibt aus unserer Sicht sieben primäre Strategien für das Volatility Trading, die wir in unserer Trading.de-Ausbildung vermitteln: Long Put, Short Call, Short Strangle, Short Straddle, Ratio Write, Iron Condor und Volatility Arbitrage.

1. Long Put
Die Long Put Strategie ist eine der einfachsten und am häufigsten verwendeten Volatilitätsstrategien. Bei dieser Strategie kaufen Sie eine Put-Option in der Erwartung, dass die Volatilität des zugrunde liegenden Vermögenswerts weiter steigen wird. Wenn die Volatilität steigt, steigt auch der Wert der Put-Option und Sie machen Profit. Wir empfehlen Ihnen hier erst dann zu handeln, wenn der VIX über 15 liegt.
2. Short Call
Die Short Call Strategie ist eine weitere gängige Volatilitätsstrategie. Bei dieser Strategie verkaufen Sie als Trader eine Call-Option in der Erwartung, dass die Volatilität des zugrunde liegenden Vermögenswerts fallen wird. Wenn die Volatilität fällt, fällt auch der Wert der Call-Option, was Ihnen einen Gewinn bringt.

Machen wir ein praktisches Beispiel: Nvidia steht bei 100 €. Sie verkaufen einen Call mit Strike 110 € für eine Prämie von 3 € je Aktie. Bleibt der Nvidia Kurs bis zum Verfall unter 110 €, beträgt Ihr maximaler Gewinn 3 € je Aktie bzw. 300 € bei einem Standardkontrakt über 100 Aktien.
Wichtig sind dabei vor allem:
- Gewinn: auf die vereinnahmte Prämie begrenzt
- Risiko: bei einem ungedeckten Short Call theoretisch unbegrenzt
- Break-even: im Beispiel bei 113 € (Strike + Prämie)
- Margin: der Broker verlangt bei ungedeckten Calls Sicherheitsleistung, Höhe hängt unter anderem von Basiswert, Kurs und Volatilität ab
- Geeignete Marktphase: eher seitwärts bis fallender Kurs und sinkende implizite Volatilität
Short Calls sind damit keine Einsteigerstrategie aus unserer Sicht: Einer begrenzten Prämieneinnahme steht bei ungedeckten Calls ein theoretisch unbegrenztes Verlustrisiko gegenüber.
Mein VIX-Tipp aus eigener Erfahrung

Zu meiner Trading-Anfangszeit (etwa 2014 bis 2015) habe ich den VIX häufiger gehandelt. Eine Leitlinie, die mir damals bei meiner Strategiefindung und -umsetzung geholfen hat: Bei einem VIX unter 15 und einer erwarteten Marktkorrektur innerhalb der nächsten 30 Tage habe ich nach Long-Setups auf die Volatilität gesucht, beispielsweise über VIX Calls.
3. Short Straddle
Short Straddle ist eine komplexere Volatilitätsstrategie. Bei dieser Strategie verkaufen Sie sowohl eine Put-Option als auch eine Call-Option auf denselben Basiswert mit dem gleichen Ausübungspreis (Strike) und dem gleichen Verfallsdatum.
Mit dieser Strategie können Sie einen Gewinn erzielen, wenn sich der Basiswert nur wenig bewegt. Sie spekulieren also auf einen weitgehend gleichbleibenden Kurs und eine stabile oder sinkende Volatilität. Der maximale Gewinn entspricht den vereinnahmten Optionsprämien.
4. Short Strangle
Im Gegensatz zum Short Straddle verkaufen Sie bei einem Short Strangle eine Call- und eine Put-Option mit unterschiedlichen Strikes, aber demselben Verfallsdatum. Die Strategie zielt darauf ab, von geringer bzw. sinkender Volatilität zu profitieren. Sie ist profitabel, solange sich der Kurs innerhalb eines bestimmten Bereichs bewegt.
5. Ratio Write
Die Ratio Write Strategie ist eine Optionsstrategie, die darin besteht, mehr Optionen zu verkaufen (zu schreiben) als die im Portfolio gehaltenen Aktien abdecken können. Die Strategie zielt darauf ab, die Prämieneinnahmen durch den Verkauf von Optionen zu maximieren, um so die Rendite zu erhöhen.
Ein einfaches Beispiel für einen 2:1 Call Ratio Write:
- 1 Call kaufen mit Strike 100 € für 4 € Prämie
- 2 Calls verkaufen mit Strike 110 € für jeweils 2,50 €
- Netto-Prämie: 5 € Einnahmen − 4 € Kosten = 1 € Credit
- Geeignete Marktphase: eher seitwärts bis moderat steigend (erfahrungsgemäß sollte die Volatilität am besten stabil sein, leicht fallend geht auch)
Diese Strategie birgt ein erhöhtes Risiko, da Sie im Falle eines signifikanten Preisanstiegs der Aktie eine große Anzahl von Aktien zum höheren Marktpreis kaufen müssen, um Ihre Optionspflichten zu erfüllen. Wir empfehlen diese Strategie in unserer Trading.de-Ausbildung auf keinen Fall Anfängern, sondern nur erfahrenen Tradern.
6. Iron Condor
Die Iron Condor Strategie erzielt einen Gewinn, wenn sich der Basiswert innerhalb einer bestimmten Kursspanne bewegt. Iron Condor bedeutet ein gleichzeitiger Verkauf eines Bear Call Spreads sowie eines Bull Put Spreads mit identischem Verfallsdatum.
Wird der Trade eröffnet, erhalten Sie eine Prämie (englisch Credit). Ein Iron Condor besteht aus zwei Credit Spreads, mit dem Ziel, die erhaltene Prämie zu behalten sowie dem wertlosen Verfall aller Optionen zum Verfallstermin.
7. Volatility Arbitrage
Volatility Arbitrage ist eine Handelsstrategie, die darauf abzielt, von Preisunterschieden zwischen implizierter und tatsächlicher Marktvolatilität zu profitieren.
Angenommen, Sie erwarten etwa eine realisierte Volatilität von 30 %, während Optionen nur 20 % implizite Volatilität einpreisen, könnten Sie Optionen kaufen und damit auf die aus Ihrer Sicht zu niedrig bewertete Volatilität setzen. Um möglichst die Volatilität und nicht die Kursrichtung des Basiswerts zu handeln, wird die Optionsposition häufig durch Delta-Hedging mit dem Basiswert abgesichert und regelmäßig angepasst.
Das funktioniert auch in die andere Richtung: Liegt die implizite Volatilität beispielsweise bei 35 %, während Sie für die Laufzeit lediglich 20 % realisierte Volatilität erwarten, können Sie shorten. Wichtig aber zu wissen aus unserer Sicht: Vergessen Sie Transaktionskosten, Gamma, Vega und die laufenden Kosten des Delta-Hedgings nicht – das frisst die Rendite beim Volatility Arbitrage Trading schnell auf.
Praxisbeispiel Volatility Trading: Short Straddle auf Nvidia Aktie
Machen wir ein konkretes Beispiel mit Nvidia. Angenommen, die Nvidia Aktie notiert für unser vereinfachtes Beispiel bei 50 € und Sie erwarten in den kommenden 30 Tagen keine größere Kursbewegung. Sie nutzen daher eine Short Straddle Strategie, um von der erwarteten geringen Volatilität und den Optionsprämien zu profitieren.
Schritte zur Umsetzung der Short-Straddle-Strategie:
- Marktsituation analysieren: Sie erwarten für die nächsten 30 Tage keine größeren Nvidia-News, Quartalszahlen oder andere Ereignisse, die starke Kursbewegungen auslösen könnten.
- Straddle verkaufen: Sie verkaufen einen Nvidia Call und einen Nvidia Put mit demselben Strike von 50 € und demselben Verfallsdatum in 30 Tagen.
- Prämien einnehmen: Angenommen, Sie erhalten für Call und Put jeweils 3 € Prämie. Insgesamt nehmen Sie damit 6 € je Aktie ein. Bei einem Standardkontrakt mit 100 Aktien wären das 600 € Prämie.
Mögliche Szenarien:
- Nvidia bleibt bei 50 €: Beide Optionen verfallen wertlos. Die kompletten 6 € Prämie bleiben als maximaler Gewinn.
- Nvidia bewegt sich moderat: Zwischen 44 und 56 € bleibt der Trade zum Verfall profitabel. Das sind die beiden Break-even-Punkte des Beispiels.
- Nvidia bewegt sich stark: Steigt die Aktie beispielsweise auf 65 €, entsteht auf der Call-Seite ein innerer Wert von 15 €. Abzüglich der erhaltenen 6 € Prämie ergibt sich ein Verlust von 9 € je Aktie bzw. 900 € pro Standardkontrakt. Bei einem starken Kursrückgang entsteht das Risiko entsprechend auf der Put-Seite.
Volatilität handeln in der Trading-Ausbildung lernen
Volatilität zu verstehen und sie für den Handel zu nutzen, ist gar nicht so einfach – gerade viele Anfänger zahlen hier am Anfang Lehrgeld. Daher hilft eine bei den Grundlagen beginnende Trading-Ausbildung, wie sie auf trading.de angeboten wird, die nötigen Fähigkeiten zu erlernen.

Durch die Kurse und innerhalb der Community von trading.de lernen Sie, wie Sie Volatilitätsmuster erkennen, interpretieren und darauf basierend Entscheidungen treffen können. Dabei vermitteln wir Ihnen nicht nur die Theorie, sondern bestimmen anhand vorhandener Chartbewegungen die Volatililtät und suchen auf dieser Basis volatile Bewegungen für gute Trading-Setups, die wir dann gemeinsam umsetzen.
Fazit: Wann sich Volatility Trading unserer Erfahrung nach eignet
Volatility Trading wird für uns vor allem dann interessant, wenn die Schwankungen deutlich vom normalen Marktumfeld abweichen. Wie stark diese Bewegungen ausfallen können, zeigt eine Statistik der Cboe: Seit 1990 war die Standardabweichung des VIX mit rund 6,9 % etwa fünfmal so hoch wie die des S&P 500. Gleichzeitig tendiert Volatilität langfristig zur Mean Reversion, also zurück in Richtung ihres historischen Durchschnitts.
Was wir damit sagen möchten und empfehlen: Handeln Sie nicht jeden VIX Spike einfach blind. Es muss das Setup aus VIX, ATR sowie historischer und impliziter Volatilität stimmen. Gerade als Anfänger gilt für und in der Ausbildung bei uns: lieber wenige nachvollziehbare Vola-Trades mit festem Risiko als auf jede größere Marktbewegung aufzuspringen.
FAQ: Meistgestellte Fragen rund ums Volatility Trading
Was ist Volatility Trading?
Volatility Trading ist eine Trading-Strategie, die auf der Volatilität, also den Preisbewegungen eines Vermögenswertes basiert. Trader nutzen diese Strategie, um unabhängig von der Richtung der Preisbewegungen Gewinne zu erzielen, indem sie auf die Schwankungsbreite des Preises setzen.
Wie wird die Volatilität gemessen?
Die Volatilität wird typischerweise durch die Standardabweichung der Preisänderungen eines Wertpapiers oder durch den VIX-Index (erwartete Volatilität des S&P 500) gemessen. Eine hohe Volatilität bedeutet große Preisbewegungen – und natürlich umgekehrt.
Was ist der VIX-Index?
Der VIX-Index, oft als „Fear and Greed Index“ (im deutschsprachigen Raum auch als „Angstbarometer der Börse“) bezeichnet, misst die erwartete Volatilität des S&P 500. Er steigt, wenn die Unsicherheit oder die Angst unter den Tradern zunimmt und fällt bei einer entspannteren Marktstimmung.
Welche Risiken bestehen beim Volatility Trading?
Wie bei allen Strategien besteht auch beim Volatility Trading das Risiko von Verlusten – das gilt vor allem dann, wenn die Volatilität Sprünge macht. Zudem können komplexe Strategien wie Short Straddle oder Iron Condor bei starken Marktbewegungen zu hohen Verlusten führen. Ein ungedeckter Short Straddle hat zum Beispiel theoretisch ein unbegrenztes Verlustpotenzial. Beim VIX kann sich der Kurs in 48 Stunden verdoppeln, das haben wir 2018 und 2020 gesehen.
Bei welchem Broker kann ich Volatility Trading umsetzen?
Um Volatility Trading zu betreiben, brauchen Sie einen Broker, der den Handel mit Derivaten wie Optionen und Futures ermöglicht. Solche Broker bieten in der Regel Zugang zu verschiedenen Märkten, auf denen Produkte gehandelt werden, die an Volatilitätsindizes wie den VIX gekoppelt sind.
Was ist der Unterschied zwischen historischer und impliziter Volatilität?
Historische Volatilität beschreibt die tatsächlichen Schwankungen eines Wertpapiers in der Vergangenheit und wird oft als Standardabweichung der Renditen eines Wertpapiers über einen bestimmten Zeitraum berechnet. Implizite Volatilität hingegen ist ein Blick in die Zukunft – dabei wird gemessen, welche Schwankungen Trader künftig erwarten. Diese Erwartung wird aus den aktuellen Preisen von Optionen abgeleitet.