Arbitrage Erklärung: Beispiele im Trading

Arbitrage (auf Deutsch: Differenzgeschäft)“ im Trading bedeutet, dass ein Vermögenswert gleichzeitig gekauft und verkauft wird, um von der Preisdifferenz zu profitieren.

Wissenswert:

  • Abhängig davon, wie es zur Preisdifferenz kommt, wird ein Vermögenswert auf dem einem Markt gekauft und auf einem anderen mit einem anderen Finanzprodukt oder in einer anderen Form verkauft.
  • Arbitrage kann für verschiedene Finanzinstrumente umgesetzt werden, wie z. B. Rohstoffe, Optionen, Derivate, Aktien oder Forex.
Arbitrage – die Wortherkunft Arbitrage wird von dem lateinischen Wort „arbitratus“ abgeleitet. Dieser bedeutet übersetzt: freie Wahl bzw. freies Ermessen.

Arbitrage – welche Möglichkeiten gibt es?

Beim An- und Verkauf von Vermögenswerten kann man von verschiedenen Differenzen profitieren, z. B.

  • Preisunterschiede
  • Zinsunterschiede
  • Kursunterschiede

Beispiel Arbitrage

Bei Aktien

Die Aktie xyz ist mindestens an 2 Börsen in zwei verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Währungen gelistet. Durch den Wechselkurs kommt es zu einem Preisunterschied. Kauft also der Trader gleichzeitig an der einen Börse diese Aktie und verkauft sie auf dem anderen Markt, macht er aufgrund des Preisunterschieds Profit.

Ein Händler erwirbt bei der New Yorker Börse Wertpapiere zum Preis von 7,50 €. Gleichzeitig werden genau diese Wertpapiere auf der Frankfurter Wertpapierbörse verkauft. Der Preis dort beträgt derzeit 8,00 €. Dank der Arbitrage-Transaktion erzielt ein Händler einen Gewinn in einer Höhe von 0,50 € je Anteil. Sobald Wertpapiere in einem Wert von 1,5 Millionen € gekauft werden, macht er einen Gewinn in der Höhe von 100 000 €. Zur gleichen Zeit startet die Anpassung der Preise.

Die Nachfrage ist in New York aufgrund von Arbitragegeschäften angestiegen. Der Preis erhöht sich entsprechend, zum Beispiel auf eine Höhe von 7,75 €. Der Preis fällt gleichzeitig in Frankfurt, weil das Angebot auf einmal hoch ausfällt. Ebenso ergibt sich hier ein neuartiger Preis in einer Höhe von 7,75 €. Wenn die Preise sich stabilisiert haben, dann ist eine Arbitrage unmöglich.  

Bei Währungen

Als Beispiel für Arbitrage gilt der Währungskauf an einer speziellen Börse. Nehmen Sie an, eine relativ volatile Währung, zum Beispiel die türkische Lira, kostet 17 Cent in der Wechselstube. Bei einer anderen hingegen kann die Kundschaft 15 € zu 100 türkischen Lira tauschen. Innerhalb der Wechselstube zwei liegt der Preis für eine türkische Lira bei 15 Cent. Der Händler wagt den Versuch, diese Differenz für eine Arbitrage zu nutzen. Er kann daher in der Wechselstube zwei 1.000 Lira für 150 € erwerben sowie sie bei der Wechselstube eins für 170 € tauschen. Daher erzielt er einen Gewinn in Höhe von 20 €. Der Handel sieht allerdings praktisch schwieriger aus. Dreieckstransaktionen gelten als besonders beliebt, da sie eine weitere Währung hinzufügen sowie somit nicht so viele offensichtliche Wechselkursdifferenzen erzeugen können.

Bei Waren

Das Schiedsverfahren ist auch ein Beispiel für den Warenhandel. Es gibt einen Händler, welcher Lebensmittel verkauft. Das Arbitragegeschäft kann dann für ihn wie folgt ausschauen: Ein Händler erwirbt Fleisch von einem Schlachthof in Europa. Weil Fleisch- sowie Wurstwaren in diesem Land zum normalen Speiseplan gehören, sind die Preise je Kilogramm bei 15 €. Im Anschluss kommt es zu einer Verschiffung der Lebensmittel in diverse Schwellenländer. Da ist das Fleisch wertvoll und selten, so dass es möglich ist, einen Preis in Höhe von 30 € je Kilogramm zu verlangen. Daraus ergibt sich ein Bruttogewinn in der Höhe von 15 € je Kilogramm an Fleisch. Verschiedene Kosten für den Transport etc. müssen dann einen Abzug erfahren.

Was ist eine Risiko-Arbitrage?
Hier wird mit Vermögenswerten gehandelt, bei denen davon auszugehen ist, dass eine baldige Preisänderung eintritt. Anders als bei einer gezielten Arbitrage besteht jedoch die Gefahr, dass diese Preisveränderung tatsächlich niemals eintritt. Darum gilt Risiko-Arbitrage als riskantere Trading-Strategie!

Ist Arbitrage verboten oder nicht?

Im Prinzip existiert kein Grund, Arbitragegeschäfte einem Verbot zu unterstellen. Schließlich erfüllt der Arbitrage-Handel eine wesentliche Aufgabe im Markt sowie reguliert ihn. Außerdem haben dadurch viele Wirtschaftsakteure den Vorzug einer Preissicherheit, da Arbitrageure für eine spezielle Stabilität Sorge tragen. Deshalb sind Arbitragegewinne normal erzielbar, ohne dass die Nutzer Konsequenzen rechtlicher Art befürchten müssten.

Allerdings existieren auch Ausnahmen. Makler können eine wichtige Einschränkung darstellen. Daher sollte in den Geschäftsbedingungen deutlich festgelegt werden, dass eine auf Preisunterschieden basierende Handelsstrategie eine Zulässigkeit besitzt. Zahlreiche Market Maker haben hier jedoch einen Ausschluss, so dass die Art des Handels hauptsächlich mit ECN-Brokern durchführbar ist. Wenn trotz des Verbots Arbitragehandel stattfindet, hat der Makler eine Berechtigung dazu, seine Gewinne einzubehalten.

Kosten – ein wichtiger Faktor beim Arbitrage-Handel

Anders als bei anderen Trading-Strategien ist es beim Arbitrage-Geschäften notwendig, auf dem Preis zu achten, um so günstig wie möglich zu handeln. Der Gewinn aus der Preisdifferenz ist schnell dahin, wenn in den Orderdetails plötzlich zu hohe Kosten erscheinen. Genau das ist der Grund, warum Arbitragegeschäfte hauptsächlich von institutionellen Anlegern getätigt werden. Diesen stehen entsprechende Hilfsmittel (z. B. Börsensoftware) zur Verfügung und sie haben in der Regel das notwendige Kapital, um entsprechend große Handelsvolumina abzuwickeln. Bei einem Privatanleger sieht das anders aus. Für Ihn ist Arbitrage-Trading deutlich schwieriger, da er kaum gute Arbitragemöglichkeiten entdecken kann und im Vergleich zu institutionellen Anlegern verhältnismäßig hohe Transaktionsgebühren bezahlen muss.

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