Orderarten ++ Definition & Erklärung

INHALTSÜBERSICHT

Anleger haben an der Börse verschiedene Möglichkeiten, ihre Order aufzugeben. Die Orderart, die Trader wählen, hängt von den Zielen und Präferenzen ab. Möglicherweise möchten Sie als Anleger eine Aktie sofort kaufen oder verkaufen. In diesem Fall würden Sie eine Market Order verwenden. Wenn Sie jedoch eine Aktie zu einem bestimmten Preis kaufen oder verkaufen möchten, sollten Sie die diversen Möglichkeiten einer Limit Order kennen und einsetzen. 

Die Orderarten wurden entwickelt, um die Bedürfnisse der verschiedenen Trader-Typen zu erfüllen. Die Orderarten an der Börse sind also sehr flexibel und können an die Bedürfnisse jedes einzelnen Traders angepasst werden. In diesem Beitrag werden die verschiedenen Orderarten erklärt, damit Trader die für sie am besten geeignete Order aufgeben können. 

Warum es verschiedene Orderarten gibt


Es gibt Orderarten, die dafür sorgen, dass Sie Ihren Trade so schnell wie möglich ausführen können, und andere, die Ihnen ermöglichen, Ihren Trade zu einem späteren Zeitpunkt auszuführen.

Anleger können bei Kauf- oder Verkaufsorders für Aktien oder andere Wertpapiere zwischen mehreren Möglichkeiten wählen. Dabei legen sie fest, wie und zu welchem Preis die Order ausgeführt werden soll. Mit den verschiedenen Ordertypen erhöhen Anleger ihre Chancen, beim Verkaufen und Kaufen von Aktien und anderen Wertpapieren faire Preise zu erzielen. Außerdem können Sie vielfach große Verluste mit den entsprechenden Orderarten ausschließen. Somit unterstützen spezielle Orderarten den Anleger dabei, seine eigene Strategie optimal umzusetzen.

Nicht alle Handelsplätze und jeder Broker ermöglicht sämtliche Orderarten. Auch die Kosten können für spezielle Ordertypen bei den verschiedenen Brokern unterschiedlich hoch ausfallen. Daher ist es für Trader wichtig, auch diese Optionen bei der Wahl ihres bevorzugten Brokers oder des Handelsplatzes zu berücksichtigen. Schließlich sind die verschiedenen Orderarten ein wesentlicher Bestandteil des Handels an der Börse. Sie ermöglichen es den Tradern, ihre Handelsziele zu erreichen und ihre Risiken zu minimieren.

Die wichtigsten Orderarten

Grundsätzlich ist beim Wertpapierhandel zwischen folgenden Orderarten zu unterscheiden:

  • Market Order (Marktauftrag): Dies ist die häufigste Orderart. Eine Market Order wird zum nächstmöglichen Preis ausgeführt. Anleger können eine Market Order verwenden, wenn sie ein Wertpapier so schnell wie möglich kaufen oder verkaufen möchten.
  • Limit Order: Wer eine Limit Order aufgibt, gibt den maximalen Preis an, den er für eine Aktie oder ein anderes Wertpapier zahlen möchte. Alternativ wird der minimale Preis vorgegeben, zu dem die Position verkauft werden soll. Die Order wird dann nur ausgeführt, wenn sich der Kurs auf dem Markt auf den angegebenen Preis bewegt.

Ein Kaufauftrag oder Verkaufsauftrag kann für einen festen Zeitraum befristet werden. Eine zeitliche Befristung von Wertpapierordern ist dann sinnvoll, wenn man bei Kurssteigerungen einen Gewinn mitnehmen oder bei Kursrückgängen Verluste begrenzen will. Durch die zeitliche Befristung der Order wird sichergestellt, dass die Order nach Ablauf der Frist aus dem Depot entfernt wird und somit keine unerwünschte Ausführung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt. Schließlich kann die Kursentwicklung zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr eingeschätzt werden.

Market Order: Optionen und Einsatzmöglichkeiten

Market-Order

Zunächst ist es wichtig zu wissen, was eine Market-Order überhaupt ist und welchen grundsätzlichen Zweck diese Orderart erfüllt: Eine Market Order ist eine Anweisung an den Broker, eine festgelegte Anzahl von Aktien oder anderen Wertpapieren zu einem aktuellen Preis am Markt zu kaufen oder zu verkaufen. Bei einer Market Order gibt es keine Garantie, dass die Order zu dem angegebenen Preis ausgeführt wird. Trader steigen sofort auf den Kurs ein oder aus, welcher zum Zeitpunkt der Ausführung der Order gilt. Das geschieht in den meisten Fällen sofort, also im Bruchteil von einer Sekunde. Dies kann nachteilig sein, wenn sich der Kurs exakt in dem Moment, in dem der Trader auf den Button zur Ausführung klickt, negativ verändert. Der eindeutige Vorteil einer Market Order ist, in kürzester Zeit in einem Wertpapier einsteigen oder aussteigen zu können.


Es gibt verschiedene Arten von Market Orders, die je nach Bedarf und Situation des Traders verwendet werden können. Sie werden in der Regel durch auswählbare Orderzusätze vorgegeben.Die häufigsten sind:

  • Market Order to Buy: Dies ist die gängige Art von Market Orders beim Kauf von Wertpapieren. Hierbei wird eine Anweisung an den Broker gegeben, eine festgelegte Anzahl von Aktien zu dem aktuellen Marktpreis zu kaufen.
  • Market Order to Sell: Dies ist eine häufige Art von Market Orders beim Verkauf. Hierbei wird eine Anweisung an den Broker gegeben, eine bestimmte Anzahl von Aktien zu dem aktuellen Preis am Markt zu verkaufen.
  • Market on Open Order (MOO): Der Broker oder die Börse erhält dabei den Auftrag, den Trade sofort zu platzieren, sobald der Markt am Eröffnungstag geöffnet ist. Der Kurs, zu dem der Trade abgewickelt wird, hängt von der Bewegung des Marktes ab und kann sich vom aktuellen Kurs unterscheiden. Trader können eine Market on Open Order (MOO) für ein Wertpapier erteilen, wenn sie glauben, dass der Markt bei Eröffnung des Handelstages in eine bestimmte Richtung gehen wird. 
  • Market on Close Order (MOC): Dies ist eine Anweisung, eine Aktie zum Schlusskurs des Tages zu kaufen oder zu verkaufen. Diese Art von Order wird normalerweise von institutionellen Investoren verwendet, um ihre Positionen am Ende des Tages zu verwalten. Die Verwendung einer Market on Close Order kann helfen, den Abgleich von Kursen zu vermeiden und die Kosten für den Handel zu minimieren. 

Sinnvolle Einsatzmöglichkeiten der Market Order

Bei der Market Order handelt es sich um die einfachste Art, Wertpapiere zu kaufen oder zu verkaufen. Dabei wird nicht auf einen bestimmten Preis gewartet, sondern sofort gehandelt. Steht beispielsweise die Volkswagen Aktie gerade bei 148 Euro, dann wird der Kaufpreis in etwa 148 Euro je Aktie betragen und variiert nicht großartig, bis die Order ausgeführt wird. 

Die Market Order wird beim Kauf automatisch mit dem Zusatz „billigst“ und beim Verkauf mit dem Zusatz „bestens“ angewendet. Der als nächstes gehandelte Kurs bestimmt den Preis je Aktie. Wenn am Tag der Ordererteilung kein Handel mehr stattfindet, wird die Ausführung der Market Order auf den nächsten Handelstag verschoben.

Die Market Order ist eine manuelle Art des Handels, bei der Anleger keine Kurssignale oder automatische Auslöser für den Kauf abwarten müssen. Dies ist bei anderen Orderarten hingegen sehr unterschiedlich. Anleger, die mittels Market Order kaufen, können sicher sein, dass ihre Order kurzfristig ausgeführt wird. Langfristig orientierte Anleger nutzen die Market Order bevorzugt, da für sie der exakte Zeitpunkt ihres Kaufs bei ihrer Strategie eine weniger große Rolle spielt. Hier zählt die Performance über einen längeren Zeitraum und nicht, ob es am Kauftag gegebenenfalls einen geringfügig besseren Kurs gegeben hätte.

Die Market Order ist zweifelsfrei die einfachste Art, eine Order aufzugeben, was vor allem unerfahrene Anleger bevorzugen. Dennoch wissen erfahrene Trader, dass mit dieser Orderart nicht immer der optimale Preis zu erzielen ist.
Die Vorteile der Market Order sind:

  • Market Orders haben im Handel die höchste Priorität und dadurch werden sie bevorzugt ausgeführt.
  • Das Ausführungsrisiko ist praktisch nicht vorhanden. Sobald die Order angenommen wurde, wird sie ausgeführt.
  • Offene Positionen können sicher geschlossen werden.


Folgende Risiken müssen Trader beachten:

  • Es gibt bei der Ausführung der Order keine Kontrolle über den Preis. Sie wird grundsätzlich zum nächsten gehandelten Kurs ausgeführt.
  • Der Preis, zu dem die Market Order ausgeführt wird, kann vom angezeigten Preis abweichen (Preisänderung exakt zu Zeitpunkt der Ausführung, auch Slippage Effekt genannt).
  • Durch die schnelle Ausführung ist eine Stornierung in Normalfall nicht mehr möglich.

Limit Order: Optionen und Einsatzmöglichkeiten

Limit-Order

Limit Orders, auch als Pending Orders bekannt, sind elementare Orderarten beim Handel mit Wertpapieren. Die Limit Order ist eine wichtige Orderart, die Anlegern dabei helfen kann, Geld zu sparen und ihr Risiko zu minimieren. Limit Orders sind Anweisungen an einen Broker, ein bestimmtes Wertpapier zu einem vom Trader vorgegeben Kurs zu kaufen oder zu verkaufen. Die Orderart wird angewendet, um den idealen Einstiegs- oder Ausstiegskurs für eine Position zu sichern. Sobald der Kurs des Basiswerts diesem Niveau nahekommt oder es erreicht, wird die Order ausgeführt. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass nicht zu viel bezahlt oder zu wenig verdient wird.

Limit Orders sind auch wichtig, weil sie helfen können, das Risiko zu minimieren. Mit einer Limit Order kann der maximale Preis, den Trader bereit sind zu bezahlen oder der minimale Preis, zu dem sie bereit sind zu verkaufen, festgelegt werden. Auf diese Weise können sie sicherstellen, nicht mehr zu riskieren als unbedingt nötig. Im Gegensatz zum Kauf von Wertpapieren über den Marktpreis (Market Order) erfordert der Kauf mit Limit Orders etwas mehr Voraussicht und Kenntnis über die Bewegungen des jeweiligen Basiswerts sowie anderer Faktoren.

Es gibt verschiedene Arten von Limit Orders, die jeweils für unterschiedliche Situationen und Handelsstrategien geeignet sind.

Buy Stop Order

Die Buy Stop Order ist eine Kauforder, welche sich primär für Investoren eignet, die, steigend Kursen erwarten. Die Order wird vom Anleger oberhalb des aktuellen Kurses platziert und erst dann ausgeführt, wenn der vermutete Aufwärtstrend den entsprechenden Kurs erreicht hat. Sollte dies nicht der Fall sein, findet keine Transaktion statt. 

Ein Beispiel: Die Volkswagen Aktie ist bei Abgabe der Order 148 Euro wert. Aufgrund guter Nachrichten und des vermuteten Aufwärtstrends verwendet man die Buy Stop Order und setzt diese auf 153 Euro. Sobald die Aktie den gewünschten Preis erreicht hat, werden die gewünschte Anzahl an Aktien zu 153 Euro pro Stück gekauft.

Wenn die Order ausgelöst wird, gilt hier – so wie bei einer Market Order – dass mit dem nächsten gehandelten Kurs abgerechnet wird. Die Bezeichnung ist etwas irreführend, weil ein Stop eher assoziiert, dass es sich um eine Verkaufsorder handelt. Angesichts dessen verwenden manche Anbieter und Broker weitere Bezeichnungen für die Buy Stop Order. Die gleiche Bedeutung haben etwa die „Stop Buy Order“ und die „Start Buy Order“. Aus der Bezeichnung „Buy Order“ ist klar ersichtlich, dass es sich hierbei um den Kauf eines Wertpapiers handelt. Dieser Ordertyp wird vorrangig für langfristige Investments genutzt, um dabei den Einstieg beim Aufwärtstrend zu erwischen.

Buy Limit Order

Die Buy Limit Order ist das Pendant zur Buy Stop Order und kann – ähnlich wie diese – auch beim Langzeitinvestment eine Rolle spielen. Anders als die Buy Stop Order wird die Buy Limit Order allerdings unterhalb des gegenwärtigen Kurses platziert und entspricht dem Ausnutzen eines weiteren Kursabschwungs. So kann man beispielsweise, wenn einem ein Wertpapier interessant erscheint, aber der Kurs noch zu hoch ist, über die Limit Order gegebenenfalls einen günstigeren Einstieg erzielen – vorausgesetzt der Wert gibt in entsprechendem Umfang nach. Die Buy Limit Order wird zum nächsten Kurs ausgelöst; dieser bildet die Grundlage für die Wertstellung. Für ihre Analysen nutzen manche Trader das sogenannte Fibonacci Retracement; hierbei kann die Buy Limit Order gut ins Handeln integriert werden.

Sell Stop Order

Im Gegensatz zu den Orderarten für eine langfristige Investition, ist die Sell Stop Order für den Short-Handel gedacht. Mit der Sell Stop Order können Sie ein Wertpapier leerverkaufen und auf dessen Abwärtstrend wetten. Dieses sogenannte Short Selling ist in letzter Zeit beliebter geworden, da sich so mit fallenden Kursen Geld verdienen lässt. 

Bei der Sell Stop Order wird die erteilte Order durch einen Kurs unter dem aktuellen Kursniveau ausgelöst, vergleichbar mit der Buy Limit Order. Unterschreitet der Kurs dann den eingestellten Wert, wird die Order wie bei den oben genannten Orderarten ausgelöst.

Die Sell Stop Order wird oft mit dem Stopp Limit verwechselt, hat aber nicht dieselbe Bedeutung. Während man mit der Sell Stop Order ein Wertpapier oder einen Index shorten will, um so an fallenden Kursen zu verdienen, will man mit der Stop Limit Order seine Verluste begrenzen. Die Sell Stop Order ist von Anlegern zu bevorzugen, die eigentlich short gehen wollen, der aktuelle Kurs jedoch zu hoch ist. Erfahrene Trader setzen den Wert unterhalb technischer Unterstützungslinien. Werden diese Linien durchbrochen, kann es zu einem starken Ausbruch nach unten kommen und es kann dadurch am fallenden Kurs verdient werden.

Die Sell Stop Order ist in dem Fall ein nützliches Instrument, um in den Markt „eingestoppt“ zu werden.

Sell Limit Order

Die Ausführung einer solchen Order erfolgt, sobald der Kurs eine festgelegte Schwelle oberhalb des aktuellen Kurses durchbrochen hat. Diese Art von Order wird typischerweise
bei der Erwartung gesetzt, dass sich der Kurs, nachdem er auf einen bestimmten Stand
gestiegen ist, anschließend wieder fällt.

Stopp Loss Order

Ein Stop Loss Order ist eine Order, welche bei einem bestimmten Kursniveau ausgeführt wird, um einen Verlust zu minimieren. Diese Art von Order wird in der Regel bei Aktien verwendet, aber es gibt auch andere Arten von Finanzinstrumenten, die sie verwenden. Die meisten Menschen, die eine Stopp Loss Order anwenden, tun dies, weil sie denken, dass der Kurs einer Aktie oder eines anderen Finanzinstrumentes fallen wird. Die Order wird dann ausgeführt, um den Verlust zu minimieren.

Beispiel: Für Investoren, die bereits in Volkswagen Aktien investiert haben und diese für 90 Euro pro Stück kaufen konnten, kann ein Stop Loss sinnvoll sein. Angenommen, derzeit notiert die Volkswagen Aktie bei rund 149 Euro – ein deutlicher Anstieg seit dem Einkauf. Dann ist es sinnvoll, den Gewinn zu sichern und einen Stop Loss beispielsweise auf 130 Euro zu setzen. So wird die Order ausgelöst, sobald der Kurs unter 130 Euro fällt, und man steigt mit einem abgesicherten Gewinn aus.


Es ist auch möglich, eine Stop Loss Order sofort nach dem Kauf zu verwenden, um Positionen schnell wieder zu schließen, falls sie sich nicht so entwickeln wie erwartet. Stop Loss wird oft empfohlen, um keine großen Verluste zu riskieren, falls Trader nicht ständig die Möglichkeit haben sollten, manuell auf einen Abstieg zu reagieren. Viele Broker erwähnen daher die Möglichkeit.

Wenn die Kurse und Märkte den oben genannten Schwankungen ausgesetzt sind, ist ein Stop Loss sinnvoll. Jedoch muss man berücksichtigen, dass die Orders immer als „bestens“ ausgeführt werden. Also wird die Order bei dem nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt. Bei rasanten Marktbewegungen könnte dieser Kurs niedriger sein als das gesetzte Limit. Deshalb kann die Order auch zu einem niedrigeren Wert als das Limit ausgeführt werden.

Fazit

Die Orderarten stellen ein wichtiges Mittel zur Umsetzung der eigenen Strategie dar. Insbesondere für Anleger, die auf kurzfristige Kursentwicklungen setzen, ist die Kenntnis der verschiedenen Orderarten von großem Vorteil. Die Orderarten ermöglichen es dem Anleger, seine Positionen glattzustellen und Gewinne zu realisieren. Darüber hinaus können die Orderarten auch dazu genutzt werden, Verluste zu minimieren.

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