Wie funktioniert eine Market Order? – Erklärung für Anfänger

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Bevor Anleger in den Aktienmarkt einsteigen, sollten sie sich mit den verschiedenen Orderarten auskennen. Eine Market Order ist die simpelste Art von Orders, aber es gibt auch andere, die für bestimmte Situationen besser geeignet sind. 

Eine Market Order ist somit die einfachste Art und Weise, Aktien zu kaufen oder zu verkaufen. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, wie eine Market Order funktioniert und was Sie dabei beachten müssen!

Market Order: Definition 

Die Market-Order stellt einen Auftrag zum schnellstmöglichen Kauf oder Verkauf von Wertpapieren wie Aktien, Anleihen, Optionen oder anderen Finanzprodukten dar. Eine Market-Order wird durchgeführt, sobald das Produkt zum aktuellen Kurs in der verlangten Menge gehandelt werden kann. Dabei ist es unerheblich, ob ein fest definierter Preis am Markt erreicht wurde oder nicht.

Der entsprechende Preis am Markt wird hierbei nicht berücksichtigt, sodass die Order sofort ausgeführt werden kann. In der Regel ist es bei liquiden Märkten möglich, den Ask-Kurs (Kauf-Kurs) oder Bid-Kurs (Verkaufs-Kurs) Kurs zu realisieren. Allerdings kann die Market-Order grundsätzlich zu jedem Preis durchgeführt werden.

Eine Market Order kann auf zwei unterschiedliche Arten ausgeführt werden, entweder als bestens oder billigst.

  • Bestens: Gilt für eine Verkaufsorder, die zum bestmöglichen Preis am Markt ausgeführt werden soll.
  • Billigst: Ist eine Kauforder, die zum günstigsten Preis am Markt ausgeführt werden soll.

Das Prinzip und die Funktionsweise einer Market Order

Wie bereits erwähnt, ist eine Market Order die einfachste, schnellste und häufigste Art von Ordern. Eine Market Order ist eine Order, die sofort zum aktuellen Kurs ausgeführt wird. Mit anderen Worten, Sie geben eine Market Order auf, um ein Instrument zum aktuellen Preis zu kaufen oder zu verkaufen.

Kennzeichnend sind somit für eine Market Order:

  • sofortige Orderausführung – direkt 
  • die Order wird mit der höchsten Priorität ausgeführt – vor anderen Ordertypen

Vergleich Market Order zu Limit Order

Um die Funktionsweise einer Market Order zu verstehen, sollte der Vergleich zur Limit Order gezogen werden:

  • Ein Unterschied zwischen einer Market Order und einer Limit Order liegt darin, dass bei letzteren ein Preis festgelegt wird, der maximal bezahlt werden soll, bzw. mindestens erzielt werden soll. Limit Orders sind also preislich limitierte Orders. Bei Market Orders hingegen erfolgt die Ausführung bestmöglich zum nächsten handelbaren Preis am Markt – diese sind preislich unlimitiert.
  • Eine Limit Order, die erteilt wurde, ist für sämtliche Marktteilnehmer im Orderbuch einsehbar. Eine Market Order ist wiederum nicht im Orderbuch sichtbar. Sie ist erst nach der Ausführung zu sehen.
  • Eine Stop Buy Order ist eine Kauforder, die nur ausgeführt wird, wenn der Kurs den fixierten Wert erreicht oder überschritten hat.
  • Die Stop Loss Order ist eine Verkaufsorder, die ausgeführt wird, wenn der festgelegte Kurs erreicht bzw. unterschritten wird.

Im Vergleich zur Market Order, wo der schnelle und einfache Handel im Vordergrund steht, dienen die Ordertypen Limit Order, Stop Buy Order und Stop Loss Order dazu, exakte Vorgaben für eine Ausführung zu machen. Insbesondere mit einer Stop Buy Order sowie einer Stopp Loss Order sind Trader in der Lage, den Handel teilweise zu automatisieren.

Beispiel einer Market Order

Eine Market Order ist der einfachste Auftragstyp und wird zum nächsten erhältlichen Marktpreis ausgeführt. Anleger, die den besten oder günstigsten Preis erzielen möchten, legen keinen „Wunschpreis“ fest, sondern akzeptieren den aktuellen Marktpreis.

Folgendes Beispiel verdeutlicht den Ablauf einer Market Order in der Praxis:

Der Anleger möchte 1.000 XYZ-Aktien zum nächsten verfügbaren Kurs kaufen. Die aktuelle Orderbuchlage sieht folgendermaßen aus:

XYZ Orderbuch
Bid / Geld-KursAsk/ Brief-Kurs
MengePreisMengePreis
3.500136,5 Euro150137 Euro
200135 Euro300138 Euro
4.000134,5 Euro450140 Euro
500132 Euro350141,5 Euro

Wenn die Market Order über 1.000 Aktien der XYZ-Aktie ausgeführt wird, wird der Kurs der Aktie bei 141,5 Euro notieren. Dies entspricht einem Anstieg von ca. 3 Prozent im Kurs, ohne dass es hierzu überhaupt Nachrichten oder Geschäftszahlen gibt – lediglich aufgrund der getätigten Market Order.

Der Händler, der die Aktien zum ursprünglich niedrigsten Preis von 137 Euro kaufen wollte, hätte aufgrund der Marktsituation deutlich höhere Kosten in Kauf nehmen müssen, um seine Order vollständig auszuführen. Genauer gesagt, kam es beim ersten Teil der Ausführung über 150 Aktien bei 137 Euro. Es folgten die weiteren Teile der Ausführung bei 138 Euro für 300 Aktien, bei 140 Euro für 450 Transaktionen und zum Schluss bei 141,5 Euro für 100 Aktien.

Der Kauf von 1.000 XYZ Aktien zum durchschnittlichen Preis von 139,1 Euro ergibt eine Differenz in Höhe von 2,1 Euro pro Aktie gegenüber den anfänglichen 137 Euro oder ca. 1,5 Prozent. Der Anleger hätte somit insgesamt 2.100 Euro mehr gezahlt.

Wann nutzen Trader sinnvollerweise Market Orders? 

Trader greifen häufig auf die Market Order zurück, wenn sie ein Geschäft zum jetzigen Marktpreis abschließen wollen. Oft wählen ebenso einfach ausgerichtete Trader Market Orders, da es keine Regelung zu einem festen Kurs oder einem bestimmten Zeitrahmen gibt. In manchen Fällen ist außerdem die Courtage bei einer Market Order niedriger als bei anderen Handelsarten.

Eine Market-Order ist geeignet bei Aktien, die in großer Menge gehandelt werden, etwa den DAX-Werten. Die Market-Order sollte hingegen vermieden werden, wenn die Kurse stark variieren oder bei kleineren Aktiengesellschaften. Denn schließlich wird jeder Preis für den Handel akzeptiert und das kann zu unangenehmen Überraschungen führen, wenn der Kurs deutlich vom ursprünglich wahrgenommenen und somit „gewünschten“ Kurs abweicht.

Vorteile und Nachteile einer Market Order

Die in dem Beispiel dargestellte Situation tritt oftmals dann auf, wenn es im Orderbuch zu wenig Liquidität gibt oder der zu erwerbende Wert illiquid ist – etwa ein Small Cap oder bei einem Pennystock. Bei Blue Chips beispielsweise sind Preissprünge dieser Art seltener und der Handel erfolgt normalerweise zum getaxten Geld- oder Briefkurs. Anleger sollten besonders bei illiquiden Werten oder Positionen, die einen hohen Bid-Ask-Spread haben, nicht mit Market Orders handeln, sondern sicherheitshalber Limit Orders nutzen.

Wie bereits beschrieben, wird eine Market Order – einer preislich unlimitierten Order – unabhängig davon ausgeführt, ob der Preis für den Anleger lohnenswert ist oder sich eher ungünstig verändert hat. Dies kann, wie im Beispiel, bedeuten, dass der Ausführungskurs deutlich von dem anfangs angezeigten Marktpreis abweicht; was üblich ist in illiquiden Werten und volatilen Marktphasen.

Einer der Hauptvorteile von einer Marktorder im Vergleich zu anderen Orderarten, beispielsweise Stop oder Limit Orders, ist die Tatsache, dass sie immer ausgeführt wird. Zwar kann der Preis dabei abweichen, allerdings bleibt eine Market Order niemals unausgeführt – vorausgesetzt es existiert eine passende Gegenseite im entsprechenden Orderbuch.

Zusammenfassend ergeben sich also folgende Vorteile und Nachteile:

  • Eine Market Order wird fast garantiert ausgeführt (Liquidität vorausgesetzt), es besteht keinerlei Ausführungsrisiko.
  • Es kann zur Ausführung zu einem Kurs kommen, der deutlich von dem zuletzt angezeigten abweicht.

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