Finanzinstrumente – Definition & Erklärung

INHALTSÜBERSICHT

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, bei dem eine Partei (der Käufer) Eigentümer wird und die andere (der Verkäufer) eine Verpflichtung in Bezug auf ein marktfähiges Wertpapier eingeht. Dies können etwa Aktien, Anleihen oder Derivate sein. Finanzinstrumente sind somit finanzielle Vermögenswerte, die an Finanzmärkten gehandelt werden können.

Es gibt eine breite Palette von Finanzinstrumenten. Meistens sind damit Wertpapiere gemeint, die speziell zum Handel auf Finanzmärkten entwickelt worden sind. Sie dienen damit dem Kauf und Verkauf von Vermögenswerten. Die wichtigsten Finanzinstrumente sind Aktien, Anleihen, Devisen (Forex) und Derivate. Die Definition von Finanzinstrumenten nach KWG lautet:

  • Alle finanziellen Vermögenswerte, die keine Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind.
  • Alle finanziellen Verbindlichkeiten in Form von Geldschulden des Instituts.
  • Alle Derivate, Wertpapiere und andere Finanzinstrumente, die keine Eigenkapitalinstrumente sind.

Der IASB definiert Finanzinstrumente für Unternehmen, die international tätig sind

International Accounting Standards Board (IASB) ist eine internationale Organisation. Der IASB setzt die internationalen Standards für die Wirtschaftsprüfung, Bilanzierung und die Rechnungslegung von multinationalen Unternehmen fest.

Dieser definiert für die internationale Rechnungslegung Finanzinstrumente wie folgt:

  • Finanzinstrumente sind Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, die entweder in der Bilanz angesetzt oder im Anhang angegeben werden.
  • Finanzinstrumente können als Verträge angesehen werden, die dazu führen, dass eine Partei einen Vermögenswert und eine andere Partei eine Verbindlichkeit oder ein Eigenkapitalinstrument hat.
  • Vereinfacht ausgedrückt: Finanzinstrumente kommen typischerweise einer Partei zugute, während sie der anderen eine finanzielle Verbindlichkeit auferlegen.

Die verschiedenen Arten von Finanzinstrumenten

Hinsichtlich der Art der Investition können Finanzinstrumente grob in zwei Kategorien eingeteilt werden: aktiv und passiv.

  • Aktive Investitionen sind solche, bei denen der Investor mehr Kontrolle über die Vermögensverwaltung übernimmt. Der Anleger wählt, worin er investiert und wie hoch das mit der Investition verbundene Risiko ist. Aktive Anlagen haben in der Regel höhere Renditen und höhere Risiken. Zu den aktiven Anlagevehikeln gehören unter anderem Aktien und Investmentfonds.
  • Bei passiven Investitionen wird Geld in ein Finanzprodukt investiert, um eine finanzielle Rendite (etwa Zinsen oder Dividenden) zu erhalten. Passive Anlagen haben normalerweise niedrigere Renditen und geringere Risiken, bieten aber eine einfachere Möglichkeit, Geld anzulegen.

Komplexe und nicht-komplexe Finanzinstrumente

In ihrer generellen Art wird zwischen komplexen und nicht-komplexen Finanzinstrumenten unterschieden. Komplexe Finanzinstrumente erfordern ein tiefes Verständnis, wenn Trader erfolgreich handeln wollen. Dafür bieten sie dem Anleger ein höheres Maß an Kontrolle und Flexibilität, was jedoch mit höheren Risiken verbunden ist. Nicht komplexe Produkte sind in der Regel einfacher zu verstehen und haben ein geringeres Risiko.

MiFID legt fest, dass Finanzinstrumente in zwei Kategorien unterteilt werden: komplexe und nicht-komplexe Produkte. Die Kategorisierung bestimmt, ob ein Wertpapier ohne Beratung angeboten werden kann und gegebenenfalls eine detaillierte Risikobewertung erforderlich ist.

Anleger kaufen Finanzinstrumente in der Erwartung, dass sie einen Gewinn erzielen. Sobald Finanzinstrumente emittiert und verkauft sind, können die Inhaber (Händler und Anleger) sie auf den Finanzmärkten offen handeln. Die dortigen Kurse werden durch Angebot und Nachfrage ermittelt.

Nicht-komplexe Finanzinstrumente

Nicht-komplexe Finanzinstrumente sind Instrumente, bei denen der Anleger die Risiken leicht verstehen und Entscheidungen treffen kann. Sie sind weniger riskant.

Als nicht-komplexe Finanzinstrumente werden Finanzinstrumente in der Regel von Organisationen (meist Regierungen und Unternehmen) zur Kapitalbeschaffung ausgegeben. Die Organisationen werden in diesem Zusammenhang auch als Emittenten bezeichnet. Die Kurse der emittierten Finanzinstrumente werden entweder vom Emittenten festgelegt (die sich zu diesem Zweck von Finanzfachleuten beraten lassen) oder in Verhandlungen zwischen dem Emittenten und dem Anleger erzielt.

Nachfolgend eine Übersicht über die gängigsten Arten von nicht-komplexen Finanzinstrumenten.

  • Aktien: Eine Aktie ist die kleinste Eigentumseinheit an einem Unternehmen. Jede Aktie repräsentiert einen Bruchteil des gesamten Eigenkapitals des Unternehmens.
  • festverzinsliche Wertpapiere: Festverzinsliche Wertpapiere sind Schuldtitel (Anleihen, Schuldverschreibungen oder Schuldverschreibungen), die bis zum Fälligkeitsdatum ein regelmäßiges Einkommen bieten, meistens zu einem festen Zinssatz.
  • bestimmte Investmentfonds: Ein nicht-komplexer Investmentfonds ist eine Art Investmentfonds, der hauptsächlich in Aktien und Anleihen investiert. Einfache Fondsanleger könnten nur in nicht-komplexe Fonds investieren. Einige innovative Lösungen sind nach MiFID II komplex. Dies ist etwa dann der Fall, wenn die Fondsmanager Derivate einsetzen.
  • bestimmte ETFs: Die Abkürzung ETF bedeutet Exchange Traded Funds. Dies bedeutet börsengehandelter Indexfonds. ETFs bilden einen Wertpapierindex möglichst genau ab und vollziehen dessen Entwicklung nach. Als besondere Form des Investmentfonds sind hier ebenso die Regeln nach MiFID II zu beachten, ob der ETF als komplex oder nicht-komplex einzustufen ist.
  • Hypotheken und Kredite: Eine Hypothek oder ein Darlehen sind Finanzprodukte, die von Banken, Kreditgenossenschaften und anderen Finanzinstituten angeboten werden. Sie können etwa durch Wohn- oder Gewerbeimmobilien besichert werden, um den Kauf der Immobilien zu finanzieren. Aus Sicht des Kreditgebers sind Kredite und Anleihen recht ähnlich. Da jedoch weniger Parteien an einem Kreditvertrag beteiligt sind, sind Verhandlung und Dokumentation einfacher und schneller als bei Anleihen.
  • Wandelanleihen: Wandelanleihen sind eine Mischung aus Anleihe und Aktie. Eine Wandelanleihe kann in eine vorher festgelegte Anzahl von Stammaktien umgewandelt werden. Normalerweise, wenn sie ein bestimmtes Fälligkeitsdatum erreicht oder bestimmte Marktbedingungen erfüllt sind.

Der Inhaber einer Wandelschuldverschreibung kann das Recht haben, die Schuldverschreibungen bis zu ihrem Fälligkeitsdatum jederzeit in Stammaktien umzutauschen. Der Umwandlungssatz liegt normalerweise unter dem Marktsatz für die Stammaktien des Unternehmens und häufig zahlt das Unternehmen Zinsen auf die umgewandelten Aktien, bis die Anleihen fällig werden.

  • Wandeldarlehen: Ein Wandeldarlehen ist eine Art Schuldverschreibung, die zu einem festgelegten Zinssatz in Eigenkapital umgewandelt werden kann. Wandeldarlehen ermöglichen Anlegern, sich zu geringeren Kosten an einem Unternehmen zu beteiligen, da ein Teil der Rendite der Investition durch die Umwandlungsfunktion und nicht durch Dividenden oder Zinsen bereitgestellt wird.

Komplexe Finanzinstrumente

Im Rahmen der MiFID sind komplexe Finanzinstrumente alle Derivate, strukturierte Produkte oder sonstige Instrumente, die nicht in den Geltungsbereich eines einfachen Finanzinstruments fallen.

Komplexe Finanzinstrumente sind schwer zu verstehen und mit einem hohen Maß an Risiko verbunden. Es handelt sich dabei oft um sogenannte Derivate. Ein Derivat ist eine komplexe Form eines Finanzinstruments oder Wertpapiers. Das Derivat leitet seinen Wert von einem anderen Basiswert ab und ist daher an dessen Schwankungen gebunden. Wenn die Basiswerte an Wert verlieren, verliert auch das Derivat an Wert.

Nachfolgend eine Übersicht über die gängigsten Arten von komplexen Finanzinstrumenten.

  • Optionen: Sie gehören zur Gruppe der Finanzderivate und räumen dem Inhaber das Recht ein, einen zugrunde liegenden Vermögenswert zu dem vom Verkäufer festgelegten Preis jederzeit bis zum Ablaufdatum zu kaufen oder zu verkaufen. Wenn der Inhaber sein Recht in Anspruch nimmt, übt er seine Option aus.

Wissenswert: Es gibt zwei Arten von Optionen: Call-Optionen und Put-Optionen. Call-Optionen geben dem Inhaber das Recht, von einem Basiswert Anteile zu einem bestimmten Preis bis zum Ablaufdatum zu kaufen, während Put-Optionen dem Inhaber das Recht verleihen, Anteile eines Basiswerts zu einem bestimmten Preis bis zum Ablaufdatum zu verkaufen.

  • Futures: Dies sind mit Optionen vergleichbare Kontrakte, die den Verkauf einer bestimmten Ware zu einem festgelegten Preis und zu einem fixen Zeitpunkt in der Zukunft darstellen. Der Vertrag ist bindend, also sind Käufer und Verkäufer verpflichtet, ihn zu erfüllen. Ein Future wird verwendet, um sich gegen das Risiko explodierender oder fallender Preise abzusichern, indem ein Preis jetzt und nicht später festgeschrieben wird. Futures werden auf Terminbörsen gehandelt.

Wo kann heute mit Finanzinstrumenten getradet werden?

Wer heute mit Finanzprodukten handeln möchte, kann dies an den meisten großen, internationalen Börsen tun. Als Dienstleister führen Broker die Finanztransaktionen im Auftrag der Trader aus. Die meisten Broker bieten Depots und Verrechnungskonten gleichzeitig an. Broker sind das Bindeglied zwischen Anleger und Börse.

Seinen Broker findet der Trader entweder in Form seiner Hausbank vor Ort oder als Onlinebroker. Denn heute können Trader mit Finanzinstrumenten mühelos im Internet handeln, was besonders bei häufigen Transaktionen günstiger ist. Doch nicht jeder Broker bietet alle Finanzinstrumente an. Bei der Investition in Optionen und Futures sollten Trader beispielsweise auf Broker zurückgreifen, die sich auf dieses Segment spezialisiert haben. 

So bieten etwa 

  • Forex-Broker
  • Krypto-Broker

ihre Dienstleistungen an.

Komplexe Finanzprodukte werden häufig an bestimmten Börsen gehandelt. Daher sind die Börsenplätze heute nach ihren Segmenten zu unterteilen.

Diese sind hauptsächlich:

  • Wertpapierbörsen (Aktien, Anleihen, Fonds und weitere Wertpapiere)
  • Devisenbörsen (Währungen)
  • Terminbörsen (Derivate)
  • Warenbörsen (Rohstoffe)

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