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Eine Trading Session bezeichnet den Zeitraum, in dem eine Börse offiziell geöffnet ist und Handelstransaktionen zwischen Käufern und Verkäufern stattfinden. Jede Session hat feste Öffnungs- und Schlusskurse sowie ein charakteristisches Volumenprofil. Die Liquidität innerhalb der Trading Session wirkt sich direkt auf Spreads und Preisbewegungen aus.

Wichtigste Informationen zu Trading-Sessions

  • Eine Trading Session ist der Zeitraum, in dem eine Börse geöffnet ist, mit einem eigenen Volumenprofil, das Spreads und Preisbewegungen direkt beeinflusst.
  • Jede Session unterteilt sich in Vorbörse , Haupthandel und Nachbörse.
  • Die liquideste Phase des Tages ist die Überlappung von London und New York zwischen 15:30 und 17:30 MEZ mit den stärksten Trendimpulsen und engsten Spreads.
  • Die New York Session ist für aktive Daytrader die stärkste Session weltweit mit einem täglichen Volumen von 80 bis 110 Milliarden USD an NYSE und NASDAQ.

Die folgenden Tabellen geben dir einen Überblick über die Handelszeiten an den Börsen und unterscheiden zwischen MEZ (Winterzeit) und MESZ (Sommerzeit). In Deutschland ist dieser Unterschied durch die Zeitumstellung bezüglich der Trading Sessions im Ausland relevant. Der Volumenanteil bezieht sich auf den Forex-Handel.

Trading Sessions in MEZ (Winterzeit, UTC+1):

BörseHandelszeiten (MEZ)VorbörseHauptzeitNachbörseVolumenanteil Forex
Sydney0:00 bis 6:0023:30 bis 0:000:00 bis 6:006:00 bis 6:30ca. 2 %
Tokio 1:00 bis 7:300:30 bis 1:001:00 bis 7:307:30 bis 8:30ca. 8 %
Frankfurt8:00 bis 22:008:00 bis 9:009:00 bis 17:3017:30 bis 22:00ca. 4 %
London9:00 bis 17:308:00 bis 9:009:00 bis 17:3017:30 bis 18:30ca. 38 %
New York15:30 bis 22:0014:30 bis 15:3015:30 bis 22:0022:00 bis 23:00ca. 19 %

Trading Sessions in MESZ (Sommerzeit, UTC+2). Hier sind die Handelszeiten nur an einigen Orten “verschoben”:

BörseHandelszeiten (MEZ)VorbörseHauptzeitNachbörse
Sydney2:00 bis 8:0001:30 bis 2:002:00 bis 8:008:00 bis 8:30
Tokio 2:00 bis 8:301:30 bis 2:002:00 bis 8:308:30 bis 9:30
Hinweise
Die Uhrzeiten in London und New York sind bezogen auf die deutsche Zeit identisch in der Winter- und Sommerzeit, weil beide Märkte mit Deutschland die Uhren umstellen. Sydney hingegen verschiebt sich im Bezug auf deutsche Zeiten um zwei Stunden und Tokio um eine Stunde, da Japan keine Sommerzeit kennt und Australiens Sommer mit dem europäischen Winter zusammenfällt.

In den USA beginnt die Sommerzeit am 2. Sonntag im März (8.–14. März je nach Jahr). Dadurch besteht für rund drei Wochen ein abweichender Zeitunterschied. Statt der üblichen sechs Stunden liegt New York in diesem Zeitraum nur fünf Stunden hinter Deutschland.

Welche Arten von Trading Sessions gibt es?

Die Arten der Trading Sessions lassen sich in drei aufeinanderfolgende Handelsphasen unterteilen:

  1. Vorbörse
  2. Haupthandel
  3. Nachbörse

Vorbörse 

Die Vorbörse ist der Zeitraum vor der offiziellen Börseneröffnung. An der NYSE beginnt sie um 14:30 MEZ und läuft bis zur Eröffnung um 15:30 MEZ. Das Volumen in der Vorbörse liegt typischerweise bei 5 bis 10 % des regulären Tagesvolumens. Die Preisbewegungen entstehen fast ausschließlich durch Reaktionen auf Ereignisse über Nacht, zum Beispiel:

  • Veröffentlichte Unternehmensdaten
  • Quartalszahlen
  • Wirtschaftspolitische Meldungen aus Asien

Im 1. Quartal 2025 zum Beispiel bewegten sich S&P-500-Futures an Earnings-Tagen im Pre-Market durchschnittlich 2 bis 4 %, bevor der reguläre Handel begann. Durch das geringe Volumen entstehen in dieser Phase weite Spreads, was ein Nachteil für präzise Stops ist. Der Hauptnutzen der Vorbörse liegt in der Markteinschätzung, aber nicht im aktiven Trading.

Haupthandel

Der Haupthandel ist die Phase mit dem höchsten Volumen und der engsten Geld-Brief-Spanne. An der NYSE wurden beispielsweise im November 2025 täglich durchschnittlich 1,54 Milliarden Aktien mit einem Umsatz von rund 80,6 Milliarden Dollar gehandelt (Quelle: NYSE, November 2025). Die NYSE Closing Auction ist mit durchschnittlich 18,9 Mrd. USD täglich das größte Single-Liquiditätsereignis des Tages und macht etwa 9–10 % des NYSE-Tagesvolumens aus.

Die höchste Liquidität zeigt sich in den ersten 60 Minuten nach Börseneröffnung um 15:30 MEZ. Institutionelle Marktteilnehmer platzieren in dieser Phase den Großteil ihrer Tagesorder, was enge Spreads erzeugt und Chartmuster technisch verlässlicher macht.

Nachbörse

Die Nachbörse läuft an US-Börsen von 22:00 bis 23:00 MEZ. Das Handelsvolumen fällt in diesem Zeitfenster auf 1 bis 5 % des regulären Tagesvolumens. Bei diesem Volumen reagieren Kurse auf einzelne Meldungen mit überproportionalen Ausschlägen, die am nächsten regulären Handelstag vollständig oder teilweise korrigiert werden.

Ein Beispiel: Im August 2024 verlor der Kurs von Intel in der Nachbörse ca. 26 % nach einer Gewinnwarnung. Für aktive Daytrader ist die Nachbörse wegen der geringen Liquidität und weiten Spreads kein geeignetes Handelsfenster. Bei Trading.de empfehlen wir daher, sich auf die Hauptzeit zu konzentrieren.

Welche Trading Sessions gibt es global?

Global betrachtet gibt es 5 Handelsplätze bzw. Trading Sessions, die zusammen über 70 % des gesamten Handelsvolumen ausmachen.

New York Session

Die New York Session ist die liquideste Aktien-Session der Welt. NYSE und NASDAQ eröffnen täglich um 15:30 MEZ . Das kombinierte Tagesvolumen beider Märkte liegt bei rund 80 bis 110 Milliarden USD (4. Quartal 2025). S&P 500 und NASDAQ 100 sind die am meisten gehandelten Indizes. 

Eine klassische Strategie in dieser Session ist das Opening Range Breakout. Trader zeichnen das Hoch und Tief der ersten 30 Minuten nach Eröffnung (15:30–16:00 MEZ) ein und handeln den Ausbruch in Richtung des übergeordneten Tagestrends mit einem Mindestziel von 1:2 CRV.

London Session

Die London Session ist die umsatzstärkste Forex Session weltweit. Laut BIS Triennial Survey 2025 verarbeitet London rund 38 % des globalen Devisenhandels. Die LSE eröffnet um 09:00 MEZ, der erste aktive Handel entsteht direkt mit dem London Open. EUR/USD und GBP/USD zeigen zu Beginn der Londoner Session die höchste Volatilität des europäischen Handelstages. 

Eine etablierte Strategie ist der London Breakout. Trader messen die Asian Range (00:00–08:00 MEZ) und markieren Hoch und Tief dieser Phase. Anschließend handelst du den Ausbruch nach dem London Open mit einem Stop-Loss von 15 bis 20 Pips unterhalb der Range-Grenze.

Frankfurt Session

Xetra ist mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von rund 9,58 Milliarden Euro (Stand: März 2025, Quelle: Deutsche Börse) der größte Aktienhandelsplatz der Eurozone. Der DAX 40 ist das am meisten gehandelte Leitindex-Instrument. Eine bewährte Strategie ist die DAX Gap-Strategie. Trader messen den Abstand zwischen dem Xetra-Schlusskurs des Vortages und dem Eröffnungskurs, da DAX-Gaps eine historische Schließungsrate von rund 65 % innerhalb des gleichen Handelstages aufweisen.

Sydney Session

Die Australian Securities Exchange (ASX) eröffnet in MEZ (Winterzeit) um 00:00 Uhr. Das tägliche Handelsvolumen der ASX liegt bei rund 5 bis 7 Milliarden AUD. Im Forex-Markt markiert Sydney den offiziellen Auftakt der neuen Handelswoche (Sonntag 22:00 UTC). AUD/USD und NZD/USD zeigen in der Asia Session die höchste Aktivität unter den pazifischen Währungspaaren. 

Eine verbreitete Strategie ist das AUD/USD Range Trading. Da die Sydney Session vergleichsweise niedrige Volatilität zeigt, handeln erfahrene Trader innerhalb definierter Unterstützungs- und Widerstandsbereiche mit Stops von 10 bis 20 Pips.

Tokio Session

Die Tokyo Stock Exchange (TSE) gehört nach NYSE und NASDAQ zu den drei größten Börsen der Welt nach Marktkapitalisierung. In MEZ (Winterzeit) eröffnet sie um 01:00 Uhr und schließt um 07:30 Uhr inklusive einer Mittagspause von 03:30 bis 04:30 MEZ. Das tägliche Handelsvolumen liegt bei rund 3 bis 4 Billionen Japanischen Yen.

Das Forex-Paar USD/JPY zeigt in dieser Session die stärkste Richtungsbewegung unter den JPY-Paaren. Eine klassische Strategie ist die Tokio Session Range. Trader markieren das Hoch und Tief zwischen 01:00 sowie 04:00 MEZ und nutzen diese Niveaus als Referenz für den Londoner Ausbruch am frühen Morgen.

Nicht jedes Währungspaar passt zu jeder Handelszeit. Die Liquidität eines Paares hängt direkt davon ab, welche Zentralbanken und institutionellen Marktteilnehmer gerade aktiv sind. EUR/USD in der Asia Session ist ein anderes Instrument als EUR/USD zur London-New-York-Überlappung. Technisch ist es zwar derselbe Chart, aber es gibt völlig unterschiedliche Volumenprofile und Spreads.

SessionBeste Forex PaareØ Range in Session (Pips)
TokioAUD/JPY, USD/JPYAUD/JPY: 55–85 / USD/JPY: 45–75
SydneyAUD/JPY, USD/JPYAUD/JPY: 40–70 / USD/JPY: 35–60
Frankfurt EUR/USD, EUR/GBP, EUR/CHFEUR/USD: 30–55 / EUR/GBP: 20–40 / EUR/CHF: 15–35
London EUR/USD, GBP/USD, EUR/GBPEUR/USD: 65–100 / GBP/USD: 85–125 / EUR/GBP: 40–70
New YorkEUR/USD, USD/CAD, USD/JPYEUR/USD: 75–115 / USD/CAD: 60–90 / USD/JPY: 55–90

Bei Trading.de empfehlen wir unseren Teilnehmern an der Börse in New York vor allem die Währungspaare EUR/USD oder USD/JPY zu handeln, da die Liquidität am größten ist.

Trading Sessions in Deutschland

Deutschland verfügt über mehrere regulierte Handelsplätze mit unterschiedlichen Handelszeiten und Zielgruppen.

  • Xetra: Xetra (Deutsche Börse Frankfurt) ist das elektronische Handelssystem für institutionelle Teilnehmer. Seit dem 1. Dezember 2025 läuft der erweiterte Xetra Retail Service (für Privatanleger über teilnehmende Broker) von 08:00 bis 22:00 MEZ für Aktien, ETFs und ETPs. Der reguläre Haupthandel bleibt 09:00–17:30 MEZ. Die Eröffnungsauktion startet seitdem um 08:55 MEZ.
  • Tradegate: Tradegate Exchange in Berlin richtet sich an Privatanleger und bietet Handelszeiten von 08:00 bis 22:00 MEZ. Die Plattform ermöglicht den Handel außerhalb der klassischen Börsenzeiten mit fairen Spreads und hoher Ausführungsqualität.
  • Lang & Schwarz Exchange: An dieser Session in Düsseldorf handelst du Aktien und ETFs von 07:30 bis 23:00 MEZ. Sie ist bekannt für außerbörsliche Kurse, die den Preisfindungsprozess vor der offiziellen Börseneröffnung abbilden. Besonders für Privatkunden ist sie relevant, die früh auf US-Bewegungen reagieren wollen.
  • Börse Stuttgart (EUWAX): Es handelt sich um die führende Börse für strukturierte Produkte wie Zertifikate und Optionsscheine in Deutschland. Die Handelszeiten auf EUWAX liegen zwischen 08:00 und 22:00 MEZ. Stuttgart ist für Optionsschein Trader der wichtigste innerdeutsche Handelsplatz.
  • gettex (Bayerische Börse, München): Ein weiterer außerbörslicher Handelsplatz ist gettex mit Zeiten von 07:30 bis 23:00 MEZ, der von Neobroker und Online-Brokern intensiv genutzt wird.

Welchen Einfluss haben Sessions auf den Forex Markt?

Das Volumen am Forex Markt beträgt laut BIS Triennial Survey 2025 ca. 9,6 Billionen USD und verteilt sich ungleich auf den 24-Stunden-Zyklus und genau diese Ungleichverteilung hat einen großen Einfluss auf folgende Faktoren:

  • Wann entstehen Trends?
  • Wann bleiben Kurse in Ranges?
  • Wann weiten sich Spreads aus?

Liquidität und Spreads hängen direkt mit der aktiven Forex Session zusammen. Beim EUR/USD sinkt der Spread in der Überlappungszeit der London Session und der New York Session (15:30–17:30 MEZ) bei den meisten Brokern auf 0,1 bis 0,3 Pips. Außerhalb der europäischen und amerikanischen Handelszeit steigt derselbe Spread auf 0,5 bis 2,0 Pips.

Wirtschaftsdaten werden meistens gezielt auf die jeweiligen Sessions-Öffnungen gelegt. US-Makrodaten erscheinen typischerweise um 14:30 MEZ, also mitten in der Vorbörse der New York Session, bevor das volle Volumen einsetzt. Europäische Daten kommen um 10:00 MEZ in den Kernbereich der Londoner Handelsphase.

Beim Inflationsschock im Juni 2022 beobachteten wir bei Trading.de live, wie EUR/USD in der London Session innerhalb von 45 Minuten nach den US-CPI-Daten 180 Pips verlor, während das Paar in der vorangegangenen Asia Session auf einer Range von gerade einmal 32 Pips verharrt hatte. Es war dieselbe Nachricht, aber es gab je nach Session eine völlig andere Marktreaktion.

Session-Overlaps sind die liquidesten Phasen im Forex-Markt. Die Überlappung von London und New York zwischen 15:30 und 17:30 MEZ erzeugt das höchste kombinierte Volumen des Tages. In diesem Fenster entstehen die stärksten Trendimpulse bei den Währungspaaren EUR/USD, GBP/USD und USD/JPY.

Was ist die beste Trading Session zum Handeln?

Wir von Trading.de halten ganz klar die New York Session für die beste Trading Session für aktive Daytrader. Innerhalb dieser Session ist der S&P 500 aus unserer Sicht das bevorzugte Instrument zum Handeln.

Die New York Session ist für mich die beste Trading Session

Andre Witzel - Trader und Experte bei Trading.de
Andre Witzel
Trader & Experte

In über 10 Jahren als Trader und Coach bei Trading.de sehe ich immer wieder denselben Fehler. Trader eröffnen Positionen zum falschen Zeitpunkt, weil sie die falsche Session handeln. In unserer Ausbildung sehen wir regelmäßig, dass allein das Wechseln auf die New York Session die Ergebnisse unserer Teilnehmer messbar verbessert.

Ich selbst trade ausschließlich die New York Session mit dem S&P 500, weil dort das Volumen und die Klarheit der Bewegungen einfach unschlagbar sind. Wer die richtige Session kennt, hat eine sehr gute Grundlage für profitable Trades.

Der S&P 500 bietet täglich ein Handelsvolumen von rund 30 bis 40 Milliarden USD in S&P-500-Futures (ES-Kontrakt an der CME). Diese Liquidität erzeugt enge Spreads von 0,25 Indexpunkten im ES-Future sowie präzise Chartmuster. Ebenfalls profitierst du von verlässlichen Preisreaktionen auf technische Levels.

Folgende 4 Tipps helfen dir zu den einzelnen Session-Zeiten innerhalb des Handelstages:

  1. Börsenöffnung: Die ersten 90 Minuten nach der Eröffnung der Wallstreet in New York liefern das stärkste Preismomentum des Tages, denn rund 25 bis 35 % des gesamten Tagesvolumens werden in diesem Fenster gehandelt. Setups wie das Opening Range Breakout oder institutionelle Umkehrformationen bieten in dieser Phase die höchste Trefferquote, wenn sie mit dem übergeordneten Tagestrend ausgerichtet sind. 
  2. Mittelteil: Das Volumen sinkt auf 10 bis 15 % des Tagesvolumens. Trends konsolidieren und die Bewegung verlangsamt sich. Erfahrene Trader nutzen diese Phase zur Beobachtung und zur Vorbereitung auf die Schlussphase.
  3. Schließung: In den letzten 90 Minuten vor Handelsschluss steigt das Volumen wieder auf 20 bis 30 % des Tagesvolumens. Institutionelle Akteure schließen oder rollen Positionen, was klare Richtungsbewegungen erzeugt. Die NYSE Closing Auction um 22:00 MEZ allein setzt täglich durchschnittlich 18,9 Milliarden USD um und bietet somit die größte Einzelliquidität des gesamten Handelstages.
  4. Alternative London Open: Das London Open um 09:00 MEZ ist die stärkste Alternative für Trader, die keine Abendstunden handeln wollen. Das Tagesvolumen im EUR/USD steigt mit dem London Open um durchschnittlich 300 bis 400 % gegenüber dem Vorstundenvolumen. Der London Breakout aus der Asian Range liefert in EUR/USD und GBP/USD regelmäßige und klare Setups mit engen Stop-Levels.

Andre Witzel´s Routine zur US Session

„Wenn du den S&P 500 in den ersten 90 Minuten nach der NYSE-Eröffnung handelst, arbeitest du mit dem Volumen und nicht dagegen. Das ist der Unterschied zwischen einem Trade mit Struktur und einem Trade mit Hoffnung“ weiß André Witzel von Trading.de. Meine Vorbereitung auf die US Session beginnt bereits am Morgen und nicht erst um 15:30 MEZ, wenn die NYSE öffnet.

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Schritt 1: Marktanalyse (09:00–10:00 MEZ)

Mein erster Schritt ist die Analyse des Vortagescharts im S&P 500. Relevante Niveaus sind für mich:

  • Vortages-Hoch
  • Vortages-Tief
  • Offene Fair-Value Gaps aus dem Vorabend

Den Economic Calendar checke ich auf US-Daten wie Non-Farm Payrolls und Fed-Reden. Das sind Ereignisse, die meinen Handelsplan direkt beeinflussen

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Schritt 2: Relevante Level markieren (10:00–10:30 MEZ)

Im 4-Stunden-Chart zeichne ich Schlüsselbereiche oberhalb und unterhalb des aktuellen Kurses ein. Dabei geht es um Bereiche, in denen Stop-Orders von Retail-Tradern vermutet werden (Liquiditätszonen). Diese Niveaus bilden die Grundlage für meine Setups der US-Session.

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Schritt 3: Trading Plan erstellen (10:30–11:00 MEZ)

Mein Trading Plan definiert vor dem Handel den Einstiegsbereich und das Kursziel. Das Stop-Loss setze ich auf Basis der Marktstruktur und nicht auf der Grundlage einer festen Pip-Zahl. Trades ohne ein CRV von mindestens 1:2 führe ich dabei nicht durch.

Ein Beispiel aus meiner Praxis: Am 14. März 2024 zeigte der S&P 500 einen klaren Angebotszonentest bei 5.195 Punkten kurz nach der NYSE-Eröffnung. Der Short-Trade lief innerhalb von 38 Minuten mit einem CRV von 1:3,2 in das nächste Liquiditätsziel bei 5.145 Punkten.

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Schritt 4: Aktives Trading (15:30–17:30 MEZ)

Meine aktive Handelsphase konzentriert sich auf die ersten zwei Stunden nach Börseneröffnung. Mehr als zwei offene Trades gleichzeitig sind meiner Meinung nach kontraproduktiv. Der 5-Minuten-Chart liefert mir die Einstiegssignale und der 15-Minuten-Chart den übergeordneten Zusammenhang. Ab 17:00 MEZ beende ich mein Trading oder reduziere es auf die reine Beobachtung meiner Positionen.

Welche Trading Session passt zu deiner Strategie?

Verschiedene Trader Typen profitieren von unterschiedlichen Sessions, denn die Entscheidung für eine Session hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Handelsstil
  • Verfügbare Zeit
  • Persönlicher Lebensrhythmus
  • Scalper & Daytrader: Scalper und Daytrader setzen auf die New York Session, denn das tägliche Volumen von 30 bis 40 Milliarden USD in S&P-500-Futures liefert die Liquidität für schnelle Ein- und Ausstiege. Der Spread im ES-Future von 0,25 Indexpunkten ermöglicht Scalping Strategien mit engen Stops und klaren Ausführungspreisen.
  • Swing Trader & Positionstrader: Diese Trader handeln bevorzugt während der europäischen Handelszeiten. Die Londoner und die Frankfurter Session bieten strukturierte Wochentrends im EUR/USD oder im DAX 40. Swing-Positionen werden in der Regel zu Wochenbeginn eröffnet und über zwei bis fünf Tage gehalten.
  • Nachtaktive Trader: Sie orientieren sich in der Regel an der Asia Session. Die Tokio Session bietet zwischen 01:00 und 07:30 MEZ (Winterzeit) eine geringere Volatilität und eignet sich für das Range-Trading in AUD/USD oder USD/JPY mit engen Stops unter 20 Pips.
  • Nebenberufliche Trader & Nachtschichtarbeiter: Nebenberufliche Trader finden mit einem Vollzeitjob am Nachmittag ab 15:30 MEZ ein klares Zeitfenster für die US Session. Die Handelsphase läuft bis 22:00 MEZ und passt direkt in einen normalen Feierabend-Ablauf, ohne dass Schlaf oder Beruf beeinträchtigt werden. 

Wenn du zum Beispiel von 22 bis 6 Uhr in Nachtschicht arbeitest, passen für dich vor allem die Trading Sessions in Europa sehr gut. Dort stehen dir zum Beispiel die Handelsplätze in London und Frankfurt zur Auswahl, ebenso ab 15:30 Uhr die Börsen in den USA.

Wie lange sollte man eine eigene Trading Session machen?

Wir von Trading.de geben die klare Empfehlung, maximal 1 bis 3 Stunden aktives Trading pro Session zu betreiben. Für die New York Session bedeutet das konkret: 15:30 bis 17:30 MEZ als Kernzeit mit optionaler Verlängerung auf 18:00 MEZ an besonders bewegten Handelstagen.

Aus unseren Auswertungen geht Folgendes hervor: Teilnehmer unserer Ausbildung, die ihre aktive Handelszeit auf maximal zwei Stunden begrenzen, haben eine um durchschnittlich 35 % niedrigere Fehlerquote bei ihren Entscheidungen als Trader, die vier oder mehr Stunden handeln. Die häufigsten Fehler in der verlängerten Phase sind:

  • Übertrading
  • Unterschreiten des eigenen CRV-Minimums
  • Fehlen eines klaren Trade-Plans für Late-Session-Setups

„Trading ist mentale Hochleistungsarbeit“ sagt Andre Witzel von Trading.de. Das Gehirn arbeitet beim aktiven Handeln mit maximaler Konzentration, der mit dem Stresslevel vergleichbar ist, das Notfallmediziner oder Fluglotsen während ihrer aktivsten Arbeitsphasen erleben. Neurowissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die kognitive Entscheidungsqualität bei anhaltender Hochkonzentration nach 90 bis 120 Minuten messbar abnimmt.

Fazit: Trading Sessions beeinflussen maßgeblich die Marktbewegungen

Trading Sessions beeinflussen Marktbewegungen direkt und in Zahlen messbar. Das tägliche Volumen der Märkte verteilt sich nicht gleichmäßig über 24 Stunden, denn es konzentriert sich auf wenige Kernzeiten mit Volumen-Spitzen. Die London Session zum Beispiel verarbeitet ca. 37 % des globalen Devisenhandels. Die New York Session folgt mit 19 %. 

In der Überlappungsphase beider Sessions zwischen 15:30 und 17:30 MEZ entstehen die stärksten Intraday Bewegungen des gesamten Handelstages. Wenn du diese Zeitfenster ignorierst und zu beliebigen Stunden handelst, akzeptierst du niedrige Liquidität und unzuverlässige Chartmuster.

Zwei konkrete Tipps für die Praxis lauten:

  1. Markiere täglich das Hoch und Tief der Vorsession (Asia Session), um Ausbruchsniveaus für die London Session und die New York Session zu definieren. Diese Niveaus funktionieren, weil institutionelle Teilnehmer in Tokio Liquidität aufbauen, die London und New York anschließend als Ausbruchsreferenz nutzen.
  2. Begrenze deine aktive Handelszeit auf maximal zwei bis drei Stunden pro Tag. Mehr Zeit am Chart erhöht nicht die Anzahl guter Setups, es erhöht die Wahrscheinlichkeit, schlechte Setups zu traden.

Wenn du lernen möchtest, wie du unter anderem die EU Session und die US Session systematisch und profitabel tradest, findest du bei Trading.de ein strukturiertes Ausbildungsprogramm. Dies beginnt bei der Chartanalyse und reicht über die Session-Planung bis zur fertigen Handelsstrategie für S&P 500 und die wichtigsten Währungspaare.

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Andre Witzel
Andre Witzel hat über 10 Jahre Erfahrungen im Trading und ist der Gründer von Trading.de. Als Experte, Coach in der Trading.de Ausbildung und Trader teilt seine Strategien und Methoden mit seinen Lesern. Er weiß genau welche Fehler Anfänger machen und kann ihnen die besten Tipps zum erfolgreichen Handel geben.
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