Marktwert von Unternehmen – einfach erklärt

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Die Bewertung eines Unternehmens ist ein wesentlicher Faktor, der den Aktienhandel beeinflussen kann. Professionelle Anleger legen großen Wert auf die Unternehmensbewertung, da sie ein wichtiges Kriterium für die Investitionsentscheidung ist. Doch den Marktwert von Unternehmen im Aktienhandel zu kennen, ist wichtig für jeden Trader. Denn je besser die Börsenmechanismen verstanden werden, desto erfolgreicher ist der Börsenhandel!

In diesem Artikel erklären wir Ihnen, was genau den Marktwert von Unternehmen im Aktienhandel ausmacht und welche Faktoren ihn beeinflussen. 

Marktwert: Definition und Erklärung

Der Marktwert gibt an, wie viel ein Wirtschaftsobjekt auf dem Markt wert ist, und wird häufig in Bezug auf die Marktkapitalisierung eines börsengehandelten Unternehmens verwendet. Synonyme für den Begriff Marktwert sind Market Value oder Open Market Valuation (OMV).

Ein Marktwert bezieht sich im Aktienhandel auf den aktuellen Preis einer Aktie, die auf einem bestimmten Markt gehandelt wird. Der Marktwert einer Aktie kann sich allerdings jederzeit ändern, je nachdem, wie viele Käufer und Verkäufer am Markt sind und wie groß die Nachfrage nach der Aktie ist. Marktwerte von Aktien können auch durch andere Faktoren beeinflusst werden, zum Beispiel durch die allgemeine Marktentwicklung, die Wirtschaftslage oder Nachrichten über die Unternehmen, welche die Aktien herausgeben.

In folgenden Situationen wird besonderes Augenmerk auf den Marktwert eines Unternehmens gelegt:

  • Verkauf eines Unternehmens
  • Verkauf einzelner Unternehmensteile
  • Ermittlung von Steuern bei Unternehmensübernahmen
  • Erbschaften oder Schenkungen
  • Ermittlung von Abfindungsansprüchen ausscheidender Gesellschafter
  • Aktienhandel

Wenn Sie in Aktien investieren wollen, sollten Sie den Marktwert einer Aktie immer im Auge behalten. Denn der Marktwert einer Aktie kann sich jederzeit ändern und Sie können somit ebenso schnell entweder Gewinne oder Verluste machen.

Berechnung des Marktwerts eines Unternehmens

Die häufigste Methode zur Ermittlung des Marktwerts eines Unternehmens ist die Multiplikation der ausstehenden Aktien (alle Aktien, die gegenwärtig von den Anteilseignern eines Unternehmens gehalten werden) mit dem gegenwärtigen Marktpreis. 

Die Formel zur Bestimmung des Marktwerts lautet also:

Marktwert = aktueller Aktienpreis Anzahl der ausstehenden Aktien

Beispiel 

Nehmen wir an, die Unternehmen X und Y haben beide jeweils 20 Millionen Aktien im Umlauf. Aufgrund der Wachstumsdynamik notiert Aktie X bei 100 Euro, während Aktie Y bei 40 Euro steht. Werden die Marktpreise (Aktienkurse) mit den ausstehenden Aktien multipliziert, ergibt sich für Unternehmen X ein Marktwert von zwei Milliarden Euro und für Unternehmen Y ein Marktwert von 800 Millionen Euro. 

Marktwert und Buchwert eines Unternehmens

Der Marktwert eines Unternehmens ist der aktuelle Börsenwert seiner Aktien. Der Buchwert hingegen ist der Wert, den das Unternehmen auf seinen Bilanzen ausweist. Beide Werte können stark voneinander abweichen und sind daher wichtige Kriterien bei der Bewertung eines Unternehmens.

Buchwert

Der Buchwert eines Unternehmens entspricht dem Wert, den das Unternehmen auf seinen Bilanzen ausweist. Dieser Wert setzt sich in der Regel aus dem Eigenkapital und den Vermögenswerten, abzüglich der Verbindlichkeiten, des Unternehmens zusammen. Der Buchwert eines Unternehmens kann daher vom tatsächlichen Wert des Unternehmens abweichen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn das Unternehmen Vermögenswerte besitzt, die nicht zu den bilanziellen Werten hinzugerechnet werden.

Marktwert

Der Marktwert eines Unternehmens ist der aktuelle Börsenwert seiner Aktien. Dieser Wert kann stark vom Buchwert des Unternehmens abweichen und ist daher ein wichtiges Kriterium bei der Bewertung eines Unternehmens. Der Marktwert eines Unternehmens wird in der Regel durch die Nachfrage nach seinen Aktien an den Börsen bestimmt. Ein hoher Marktwert bedeutet in der Regel, dass die Investoren das Unternehmen als wertvoll erachten und bereit sind, mehr für seine Aktien zu zahlen.

Wann ist ein Unternehmen an der Börse unterbewertet oder überbewertet?

Aktien gelten gemäß der Theorie als unterbewertet, wenn ihr Marktwert stark unterhalb des Buchwertes ist. In der Praxis ist es allerdings nicht einfach, diese Schlussfolgerung zu ziehen. So können etwa eine massive Schuldenlast oder ein düsterer Ausblick auf die kommenden Jahre dazu führen, dass diese scheinbare Unterbewertung entstanden ist. 

Das bedeutet auch, dass es nicht automatisch stimmt, dass eine Aktie, die am Markt zu einem höheren Preis als ihr innerer Wert (Buchwert) gehandelt wird, überbewertet ist. Um diese Frage zu beantworten, müssen unterschiedliche Vergleiche angestellt werden, wie dem Mitbewerber- und Branchenvergleich. Eine Aktie, die über dem Buchwert notiert, kann also immer noch ein gutes Angebot sein.

Der Marktwert als Kennziffer im Aktienhandel: Vorteile und Nachteile

Der Marktwert ist eine sehr aussagekräftige Kennzahl im Aktienhandel, da er Aufschluss über die Attraktivität eines Unternehmens als Anlageobjekt gibt. Allerdings ist der Marktwert keine perfekte Kennzahl und hat sowohl Vor- als auch Nachteile.

Vorteile des Marktwerts

Der große Vorteil des Marktwerts ist, dass er Aufschluss darüber gibt, wie attraktiv ein Unternehmen für Investoren ist. Zudem lässt sich der Marktwert relativ leicht berechnen.

Der Marktwert ist ein Anzeichen dafür, ob Aktien überbewertet oder unterbewertet sind. Dies hängt vom Unterschied zwischen Marktwert und Buchwert des Unternehmens ab. Viele Händler und Anleger treffen die Entscheidung, zu kaufen oder zu verkaufen, basierend auf diesen Ergebnissen. 

Nachteile des Marktwerts

Der größte Nachteil des Marktwerts ist, dass er stark von kurzfristigen Schwankungen am Aktienmarkt beeinflusst wird. Dadurch kann es vorkommen, dass der Marktwert eines Unternehmens zu hoch oder zu niedrig bewertet wird. Zudem kann der Marktwert keine Aussagen über die zukünftige Entwicklung eines Unternehmens machen.

Zur besseren Einordnung müssten historische Daten berücksichtigt werden. Ohne Vergleichszahlen ist der Marktwert kein verlässlicher Indikator für eine Kaufentscheidung. Daher eignet sich die Kennzahl für den Vergleich von Unternehmen nur, wenn sie in der gleichen Branche tätig sind.

Fazit

Der Marktwert ist keine perfekte Kennziffer. Er hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Zum einen kann er stark von den aktuellen Geschehnissen (wie einer Krise) beeinflusst werden und ist daher nicht immer repräsentativ für den tatsächlichen Wert des Unternehmens. Zum anderen spiegelt er nur den Preis wider, den bereitwillige Käufer und Verkäufer für die Aktie zum jeweiligen Zeitpunkt zahlen – nicht unbedingt den inneren Wert des Unternehmens. 

Trotz dieser Einschränkungen gilt der Marktwert jedoch als die beste verfügbare Kennziffer, um den aktuellen Wert eines Unternehmens einzuschätzen und sich als Trader davor zu schützen, in bereits überbewertete Titel zu investieren.

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