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Ein Vermögenswert ist ein wirtschaftliches Gut oder eine Ressource, die einen finanziellen Wert hat und von Unternehmen oder Einzelpersonen gehalten wird, um in Zukunft Nutzen oder Einkommen zu erzielen.

Vermögenswerte können materiell sein, wie z. B. Immobilien oder Maschinen, oder immateriell, wie z. B. geistiges Eigentum oder Finanzinstrumente.

Vermögenswert verstehen

Gemäß den International Financial Reporting Standards (IFRS/IAS) sind Vermögenswerte materielle Ressourcen eines Unternehmens, die ökonomischen Nutzen bieten und in der Bilanz erfasst werden. Typische Beispiele sind Immobilien und Maschinen, die einen bestimmten Wert besitzen und potenziell in Bargeld umgewandelt werden können.

Nach dem ESVG 2010 sind Vermögenswerte wie folgt definiert: Ein Wirtschaftsgut ist ein Wertaufbewahrungsmittel und stellt das Einkommen dar, das der wirtschaftliche Eigentümer durch das Halten oder die Nutzung der Einheit über einen bestimmten Zeitraum hinweg erzielt. Es ist ein Mittel zur Übertragung von Werten von einer Rechnungsperiode auf eine andere.

Vermögenswerte sind das Resultat vergangener Ereignisse, wie dem Kauf oder der Produktion von Waren. Sie stehen unter der Kontrolle des Unternehmens und sollen in der Zukunft einen wirtschaftlichen Nutzen bringen. Dies kann in Form von direkten Geldflüssen oder Einsparungen bei den Betriebskosten erfolgen.

Funktion von Vermögenswerten in der Volkswirtschaft

In volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen dienen Vermögenswerte als Wertaufbewahrungsmittel, das den Besitzern über einen bestimmten Zeitraum hinweg Einkommen ermöglicht. Dieses Einkommen kann aus der Nutzung des Vermögenswerts oder aus dessen Veräußerung resultieren, einschließlich potenzieller Wertzuwächse.

Materieller vs. immaterieller Vermögenswert

Materieller Vermögenswert

Ein materieller Vermögenswert ist ein greifbares Gut, das gemessen und erfasst werden kann. Typische Beispiele hierfür sind Maschinen, Anlagen sowie immaterielle Güter wie Softwarelizenzen, die in Unternehmen genutzt werden.

Immaterieller Vermögenswert

Ein immaterieller Vermögenswert ist ein nicht-physischer Vermögensgegenstand, wie beispielsweise eine Marke, ein Firmenwert (Goodwill) oder geistiges Eigentum. Unternehmen können solche Vermögenswerte entweder selbst entwickeln oder durch Kauf erwerben. Ein immaterieller Vermögenswert wie ein Markenname gilt als unbegrenzt nutzbar und hat oft keine festgelegte Nutzungsdauer.

Vermögenswertbewertung

Die Bewertung von Vermögenswerten erfolgt nach ökonomischen Grundsätzen wie dem Sachwertprinzip und dem Prinzip der Fiktion des Käufers. Diese Ansätze bestimmen, ob ein Vermögensgegenstand einen wirtschaftlich verwertbaren Vorteil darstellt und somit in die Bilanz aufgenommen werden kann.

  • Sachwertprinzip: Nach dem Sachwertprinzip geht es um Vermögensgegenstände, wenn die Güter einen ökonomisch verwertbaren Vermögensvorteil für den Betrieb darstellen. Wenn zum Beispiel die Forderung eines Unternehmens uneinbringlich ist, stellt die Forderung keinen Vermögenswert dar, weil sie aufgrund ihrer Uneinbringlichkeit keinen ökonomisch verwertbaren Vermögensvorteil für den Betrieb darstellt, obwohl das Unternehmen einen Rechtsanspruch darauf hat.
  • Prinzip der Fiktion des Käufers: Das Prinzip des fiktiven Käufers geht von der Annahme aus, dass ein Vermögenswert ein Vermögenswert ist, wenn er am fiktiven Markt einem fiktiven Käufer verkauft werden kann. Dieser Grundsatz ist erfüllt, sobald ein Dritter im Rahmen der Ausübung eines Geschäftsbetriebs diesen Vermögenswert bei der Bestimmung des Kaufpreises des Geschäftsbetriebs berücksichtigen würde.

Gemäß § 246 Abs. 1 HGB (Grundsatz der Vollständigkeit) müssen alle wirtschaftlich zurechenbaren Aktiva und Passiva in die Bilanz eines Unternehmens aufgenommen werden, um das Gläubigerschutzprinzip zu wahren. Außerdem soll somit verhindert werden, dass die Verbindlichkeiten sowie Vermögenswerte eines Betriebes in der Bilanz unvollständig ausgewiesen werden. Es gibt jedoch Ausnahmen und Kriterien, die bestimmen, welche Vermögenswerte bilanziert werden sollen.

Herausforderungen bei der Vermögensbewertung

Die realistische Bewertung von Vermögenswerten gilt als große Herausforderung. Anlagen und Maschinen unterliegen einem technischen Verschleiß oder einer Abnutzung und auch Rost sowie ähnliche Faktoren können ihre Nutzungsdauer begrenzen.

Daher kommt es zur Abschreibung von Anlagen und Maschinen von ihrem ursprünglichen Anschaffungspreis über ihre Nutzungsdauer. Es wird also immer ein realistischer Wert ausgewiesen statt des Anschaffungswerts oder des neuen höheren Werts zu Beginn.

Vermögenswerte im Börsenhandel

Auf der Börse entstehen die Preise der gehandelten Werte auf der Grundlage von Angebot und Nachfrage, was zu ständigen Preisänderungen führt. Erfolgreiche Händler versuchen, aus der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis einen Gewinn zu erzielen. Zusätzlich können Zinsen und Dividenden, die auf spezielle Wertpapiere gezahlt werden, die Rendite erhöhen.

Jeder Käufer und Verkäufer sollte sich bewusst sein, dass der Handel finanzielle Verluste mit sich bringen kann, manchmal sogar den Verlust des gesamten investierten Kapitals. Privatanleger sollten deshalb nur Geld für den Handel investieren, das sie nicht für laufende Ausgaben beziehungsweise für größere Reparaturen und Anschaffungen brauchen.

Um an der Börse handeln zu können, muss zunächst ein Wertpapierkonto bei einer Bank eröffnet werden. Die Commerzbank bietet beispielsweise mit ihrem DirektDepot ein kostenloses Depot mit digitaler Depotführung an.

Anfänger können bei bestimmten Anbietern ein Standarddepot eröffnen, um den Handel zu üben. Dort erhalten sie ein fiktives Guthaben, mit dem sie realistische Verluste und Gewinne anhand aktueller Börsenkurse simulieren können. Schnell wird deutlich, dass ein erfolgreiches Handeln ohne ausreichendes Hintergrundwissen nicht möglich ist. Käufer und Verkäufer sollten sich daher mit den Grundlagen des Börsenhandels vertraut machen und die Unterschiede zwischen den verschiedenen Wertpapieren kennen.

Vorteile des Aktienhandels bei niedrigen Zinsen

In Zeiten niedriger Zinsen kann der Handel mit Aktien und alternativen Wertpapieren eine bessere Rendite bringen als die Anlage auf einem Sparkonto, Girokonto oder Festgeld. Dies führt zu einer erhöhten Nachfrage nach dem Aktienhandel, auch bei Kleinanlegern. 

Optionsscheine und ihre Funktionen

Optionsscheine sind Wertpapiere, die eine verbriefte Option darstellen. Der Käufer hat das Recht, eine Option auszuführen und über den Optionsschein an der Börse zu handeln. Jeder Optionsschein ist mit einer Wertpapierkennnummer (WKN) oder einer internationalen Wertpapierkennnummer (ISIN) versehen. Aktien repräsentieren eine Beteiligung am Unternehmen, während ein Optionsschein dem Anleger das Recht gibt, einen Basiswert zu einem bestimmten Preis, in einem festen Verhältnis und zu einem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen.

Die Basiswerte eines Optionsscheins können Anleihen, Aktien, Währungen, Rohstoffe und weitere Vermögenswerte sein. Käufer nutzen die Hebelwirkung eines Optionsscheins, um höhere Gewinne zu erzielen, als beim direkten Handel des Basiswertes. Allerdings besteht beim Handel mit Optionen nicht nur das Risiko des Verlusts des gesamten investierten Kapitals, sondern auch eine Nachschusspflicht, bei der der Käufer zusätzliches Geld hinterlegen muss. Aufgrund des hohen Verlustrisikos eignet sich der Handel mit Optionsscheinen nicht für Anfänger. Daher ist die Nachfrage nach Optionen an der Börse geringer als die nach Aktien.

Terminkontrakte (Futures)

Terminkontrakte (Futures) sind standardisierte Wertpapiere, die an einer Börse gehandelt werden. Käufer und Verkäufer schließen ein Termingeschäft ab, bei dem der Verkäufer verpflichtet ist, dem Käufer eine bestimmte Ware, eine festgelegte Anzahl von Aktien oder einen anderen Vermögenswert zu einem festen Preis an einem bestimmten Datum zu liefern. Gleichzeitig verpflichtet sich der Käufer, die Ware oder die Aktien zu übernehmen und den vereinbarten Preis zu zahlen. Termingeschäfte werden hauptsächlich zur Absicherung gegen Kursschwankungen bei Börsengeschäften eingesetzt.

Zu den Basiswerten von Termingeschäften gehören:

  • Rohstoffe (bei Warentermingeschäften)
  • Aktien
  • Währungen
  • Indizes (bei Finanztermingeschäften)

Fazit

Vermögenswerte spielen für Unternehmen und Einzelpersonen eine wichtige Rolle bei der Erzielung künftiger Einnahmen. Sie können sowohl materiell (z. B. Immobilien und Maschinen) als auch immateriell (z. B. geistiges Eigentum) sein. Vermögenswerte spielen eine entscheidende Rolle in der Wirtschaft durch Einkommensgenerierung und Wertaufbewahrung.

Niklas Mueller
Niklas Mueller ist ein Content-Manager und Autor, der sich auf den Finanzbereich spezialisiert hat. Während seines BWL-Studiums an der Universität zu Köln entwickelte er eine Leidenschaft für Trading und verfügt nun über fundiertes Wissen über Forex, CFDs, Aktien und technische Analyse. Niklas verfasst hochwertige Beiträge, einschließlich Broker Reviews, um den Lesern die besten Angebote zu präsentieren. Sein Ziel ist es, das Trading Verständnis zu erhöhen und den Lesern zu helfen bessere Trading Entscheidungen zu fällen.
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