Was ist ein Aktienindex? – Definition & Erklärung

Die Aktien-Auswahl, welche innerhalb eines Indexes zusammengefasst werden, geschieht auf der Grundlage verschiedener Entscheidungskriterien. Der Vergleichsindex beziehungsweise Referenzindex deckt einen globalen oder regionalen Markt ab. Er macht es möglich, Fonds untereinander beziehungsweise mit anderweitigen Märkten oder Branchen zu vergleichen (beispielsweise: EURO STOXX 50 oder S&P 500). Nationale sowie regionale Indizes spiegeln Landesentwicklung oder Regionsentwicklung wider. Blue-Chip-Index umfasst große Betriebe eines Landes der Welt oder einer Region (zum Beispiel DAX).

Dividendenindex umfasst die Aktien, die die höchsten Dividenden zahlen (beispielsweise DivDAX). Branchenindizes beziehungsweise Sektorindizes enthalten Aktien, welche hauptsächlich in einem spezifischen Sektor tätig sind (zum Beispiel Banken oder Automobilproduktion). Ein Strategieindex folgt bei der Auswahl der Aktien einer vorgegebenen Strategie (zum Beispiel ShortDAX). In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, was ein Aktienindex ist, wie er funktioniert, welches die bekanntesten Indizes sind und gebe Ihnen ein Handelsbeispiel.

Ein Aktienindex beschreibt einen Indikator für die Kursentwicklung einer Auswahl von Aktien. Dieser dokumentiert die Entwicklung des Teilmarktes der globalen Finanzereignisse repräsentativ. Der Bearbeitungsausgangspunkt für das Berechnen des Aktienindex ist immer ein spezieller Zeitpunkt. Spätere Veränderungen des Aktienindex im Laufe der Zeit spiegeln nun die Entwicklung der Werte (Performance) von Aktien, die innerhalb des hypothetischen Portfolios enthalten sind, wider.

Aktienindizes sind allgemein als nützliches und zugleich einfaches Stimmungsbarometer verwendbar. Dies wird als Börsenbarometer bezeichnet. Sie werden in bestimmten Volkswirtschaften oder Wirtschaftssektoren genutzt. Weiter werden Indizes, welche nicht direkt die Aktienkurse, sondern anderweitige von den Aktienkursen abhängige Finanzderivate abbilden, als Börsenindex bezeichnet. Als Beispiel dafür ist der Volatilitätsindex VDAX aus Deutschland anzusehen.

Erklärung: Wie funktioniert ein Aktienindex?

Ein Aktienindex wird als ein Aktien-Korb angesehen. Welche Art von Aktien sich innerhalb des Korbes befinden können, wird anhand von Kriterien bestimmt, welche der Öffentlichkeit bekannt sind. Über diese Kriterien treffen die Indexanbieter eine Wahl, die ganz einfach Finanzdienstleister darstellen. Als bekannte Indexanbieter gelten die Deutsche Börse STOXX Dow Jones, Nasdaq MSCI und dergleichen. Sie legen Kriterien für die erstellten Indizes fest. Dann kontrollieren sie die regelmäßig. Meist passiert das jedes Quartalsende, also im März, September, Juni sowie Dezember. Die Kontrolle wird als Rebalancing bezeichnet. Erfüllt eine Aktie die vorgegebenen Kriterien nicht mehr, dann wird der Index verlassen. Es kommt zu einem Rutschen des nächsten Werts an ihre Stelle. Zuletzt geschah dies bei der Lufthansa, die vom DAX zum MDAX wechselte. Die Prüfkriterien sind die Region (beispielsweise Deutschland), Themen wie Nachhaltigkeit, Branchen wie Technologiewerte und Marktkapitalisierung. Hier ist beispielsweise an die zehn wertvollsten Werte zu denken. 

Welche sind die bekanntesten Indizes?

Die bekanntesten Indizes heißen:

  • Startzeitpunkt
  • Kursindex und
  • Performanceindex

Startdatum: Viele Indizes beginnen zu einer spezifischen Zeit, zu der es zur Festlegung ihrer Zusammensetzung kam. Bei einigen Indizes kommt es zur Vornahme von Rückrechnungen, die früher projiziert wurden. Auf diese Weise wird der Deutsche Aktienindex DAX seit dem 1. Juli des Jahres 1988 errechnet. Er begann bei 1.163,52 Punkten. Die Basis des Index ist am 31. Dezember 1987 bei 1.000,00 Punkten gelegen. Langfristige Rückrechnungen des Deutschen Aktienindex gehen auf 1948 zurück. 

Kursindex: Der Kursindex wird ebenso als Preisindex bezeichnet. Der Begriff leitet sich aus dem englischen price index ab. Dabei wird der Indexstand nur anhand der Aktienkurse errechnet und in der Regel lediglich um die Erträge von Sonderzahlungen und Bezugsrechten bereinigt. Kapitalveränderungen und Dividendenzahlungen sind innerhalb des Kurses nicht enthalten. Sie führen daher zu einem Rückgang des Kurses. Beim Indexfond kommt es in der Regel zu einer Ausschüttung. Zahlreiche Blue-Chip-Indizes wie Nikkei 225, Dow Jones, FTSE MIB, FTSE 100 und CAC 40) führen keine Berücksichtigung der Dividenden ein. Daher handelt es sich um Kursindizes.

Wenn Sie die Kurse der im Index beinhalteten Aktien zusammenzählen sowie dann durch die Zahl der im Index beinhalteten Aktien teilen, erhalten Sie den Gesamtwert des Index, welcher in Form von Punkten angegeben wird. Aktien mit einem hohen Kurs erhalten somit mehr Gewichtung. Sie haben deshalb einen größeren Einfluss auf die Wertentwicklung des Index. Der preisgewichtete Kursindex hat den Nachteil, dass ein prozentualer Anteil des Index durch die Aktienkurshöhe bestimmt wird und daher einige Aktien nicht in den Index aufnehmbar sind, beispielsweise wenn ein aktueller Aktienkurs zu hoch ausfällt, wodurch das zugrunde liegende System ausgehebelt werden würde.

Ein einzelner Aktienwert könnte z. B. bei mehr als 50 % des Index liegen sowie damit den Index unverhältnismäßig stark beeinflussen. Die Wertpapiere werden deshalb schon von vorneherein aus dem Index ausgeschlossen. Ein Ausschluss zu einer späteren Zeit aus dem Index kann auch aus dem gleichen Grund erfolgen, sobald sich der Kurs eines einzelnen Wertpapiers im Laufe der Zeit unverhältnismäßig stark entwickelt. 

Performance-Index: Der Performance-Index kommt aus dem englischen Total Return Index. Er errechnet sich, als würden sämtliche Dividenden sowie weitere Erträge durch den Aktien-Besitz wie z. B. der Erlös aus Bezugsrechten, zurück in die Aktien investiert werden. Ein Ausschütten hat also keine Auswirkungen für den Kurs. DAX ist der Deutsche Aktienindex. Er und andere Indizes berechnen sich durch den Performanceindex oder Kursindex.

Trading Beispiele

Ein Beispiel für ein Finanzprodukt, mit dem ein Anleger auf indirekte Weise eine Investition in einen Index tätigen kann, ist der Exchange-Traded Funds.  Weitere sind bekannte Beispiele der Indexfonds, Terminkontrakte, Indexzertifikate, Optionsscheine und Optionen. Ebenso wird der Contract for Differences gerne hier erwähnt.  Fondsmanager nutzen den Index als Vergleichsmaßstab, damit sie kontrollieren können, ob ihre Strategie Erfolg hat.

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