Buchwert – Definition & Erklärung

INHALTSÜBERSICHT

In der Rechnungslegung gilt der Buchwert als jener Wert, mit dem ein Vermögensgegenstand am Stichtag der Bilanz innerhalb der Bilanz eine Ausweisung erfährt bzw. als Verbindlichkeit erfasst wird.

Beim Buchwert handelt es sich daher keineswegs notwendigerweise um den Wert, welcher beim Verkaufen eines Vermögenswertes erzielt werden würde. Dann würde er mit dem Liquidationswert verwechselt werden. Im Handelsrecht stehen einige Wertkonventionen. Dabei handelt es sich um Wertzahlen, welche gemäß speziellen Regeln auf objektive Weise ermittelt werden müssen. Die Regeln erfahren eine Ableitung durch das Handelsgesetzbuch sowie andere Rechnungslegungsstandards. Die Wertansätze beinhalten unter anderem Kosten bezüglich der Anschaffung sowie der Herstellung, die Zeitwerte wie den Börsen- und Marktwert, den Verkehrswert oder den Buchwert.

Manche Wertansätze erfahren eine Erläuterung durch eine gesetzliche Definition. Der Buchwert wird nur dann genannt und vorausgesetzt als bekannt. Innerhalb des Steuerrechts werden der Teilwert, der gemeine Wert und der einheitliche Wert als Wertvereinbarungen bezeichnet. Im Umgründungssteuergesetz gilt der Buchwert als die niedrigmöglichste Bewertung; Zulässig sind dabei der gemeine und der Zwischenwert.

Die wichtigsten Punkte zum Buchwert sind:

  • Der Buchwert ist der Wert, mit dem ein Vermögensgegenstand am Stichtag der Bilanz ausgewiesen wird
  • Der Buchwert ist nicht unbedingt der Wert, der beim Vermögenswertverkauf erzielt wird
  • Ausgegangen wird beim Buchwert von den Herstellungskosten sowie Anschaffungskosten.
Berechnung des Buchwerts

Berechnung des Buchwerts

Die Kosten für die Anschaffung sowie Herstellung der Vermögenswerte sind der ausgehende Wert für das Bestimmen eines Buchwertes. Die Kosten für die Anschaffung und die Herstellung sind aufgrund von Maßnahmen der Bewertung zum nächsten Stichtag der Bilanz zu verändern. Im Allgemeinen setzen sich die Bewertungsmaßnahmen für Anlage- sowie Umlaufvermögen zusammen aus den Wertminderungen oder Abschreibungen. Die Abschreibung führt zum niedrigeren Buchwert, bei der Amortisation gibt es einen höheren Buchwert verglichen mit den Kosten für die Herstellung und Anschaffung davor.

Weil die Maßnahmen der Bewertung mehr oder weniger mit dem Prinzip der geringsten Kosten beziehungsweise des geringsten Marktes eine Begrenzung erfahren, erfährt der Buchwert eine Beeinflussung durch das Prinzip der geringsten Kosten oder des geringsten Marktes. Der Buchwert entsteht durch die Rechnung: Addition von Zuschreibungen und vorheriger Buchwert abzüglich den Abschreibungen. Der Buchwert entspricht manchmal dem beizulegenden Zeitwert. Das passiert, sobald eine Abschreibung der realen Entwicklung eines Wertes entspricht. 

Das Buchwert-Konzept hat keine reine Beschränkung auf Vermögenswerte. Bei Verbindlichkeiten z. B. aus Lieferungen und Leistungen, ist der Buchwert gleich hoch wie der Betrag, der retour bezahlt wird oder wie bei einer Rückstellung nach dem Erfüllungsbetrag, welcher nach einer vernünftigen kaufmännischen Beurteilung ermittelt wird. Der Buchwert ist gleich hoch wie die voraussichtliche betriebliche Inanspruchnahme infolge Dritter in Höhe des Betrages, der bei einer vernünftigen Betrachtung von allen Umständen zu erwarten ist.

Buchwert – Beispiel

Beispiel für den Buchwert

Eine stille Reserve entwickelt sich stets, sobald der Vermögensgegenstandswert höher als sein Bilanzwert ist. Nach dem Handelsgesetzbuch sind beispielsweise Grundstücke mit ihren Kosten für die Anschaffung zu aktivieren. Hierzu gehören zum Beispiel der Preis für den Kauf, die Notargebühren sowie die Vorarbeiten. Nach diesem Grundsatz gelten lediglich nicht ordentliche Abschreibungen wegen unerwarteter Minderungen des Wertes als möglich. Wertverluste können aber nicht rückgängig gemacht werden. Das gilt auch, wenn sich der Wert eines Grundstücks nach einer Zeit von fünf Jahren verdoppelt. Dann kann eine Bewertung nur mit seinem vorher vorhandenen Wert erfolgen. Erst beim Verkaufen der Immobilie erfahren stille Reserven eine Aufdeckung, denn dann erhält der Betrieb in Wahrheit den doppelten Betrag an Einnahmen. In den Betrieben Deutschlands gelten stille Reserven wegen dem HGB-Vorsorgeprinzip als öfter vorkommend als zum Beispiel bei IFRS. Dort lässt der Fair-Value-Ansatz nicht so einen großen Spielraum, was Diskrepanzen betrifft. Eine stille Reserve sowie Aufwendungen verändern immer den Buchwert oder mindern seine Kennzahl-Aussagekraft.

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