Bund-Future

Begriff und Definition

Unter einem Bund-Future versteht man einen standardisierten Terminkontrakt auf idealtypische Bundesanleihen. Die Bundesanleihen sind vom Bund emittierte festverzinsliche Wertpapiere. Dem liegt ein sogenannter Kupon bei einer Nominalverzinsung von 6 Prozent und einer Laufzeit von 10 Jahren zu Grunde. 

Der Nominalwert eines Kontraktes beträgt 100.000 Euro. Der Betrag ist fest. Nach Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit ist der Verkäufer eines Futures verpflichtet, Schuldverschreibungen zum Nominalwert bzw. Festwert des Kontraktes zu liefern. Zur Lieferung können dabei Bundesanleihen mit einer variablen Restlaufzeit von mindestens 8,5 Jahren und maximal 10,5 Jahren ausgewählt werden. Das Mindestemissionsvolumen beträgt hier 5 Milliarden Euro. Der Käufer verpflichtet sich dabei, den Kaufpreis zu zahlen. Der Bund-Future gilt ebenfalls als ein wichtiger Indikator für die künftige Zinsentwicklung am Markt. 

Bei einem sinkendem Bund-Future-Kurs steigt wie auch bei Rentenpapieren die Rendite oder der Zinssatz, während die Rendite beziehungsweise der Zinssatz bei steigendem Kurs niedriger ausfällt. Entsprechend dieser Entwicklung ist auch die Erwartungshaltung der Investoren am Markt. Steigende Kurse weisen so auf sinkende Marktzinsen hin. Fallende Kurse indes lassen auf steigende Zinsen am Markt hoffen.

Die Anlagedauer beträgt 3 bis 9 Monate und ist bindend. Dabei sind die Fälligkeiten zum 10. des Quartals, also jeweils im März, Juni, September und Dezember. 

Beim Erwerb des Futures fallen dem Käufer Kosten an, und zwar die Zahlung einer Sicherheitsleistung, oder Einschusszahlung in Form einer Anzahlung zwischen 5 % und 15 % des Vertragswertes. Diese Sicherheitsleistung nennt man auch Marge. 

Bei so einem Geschäft können natürlich ebenfalls die Risiken nicht ausgeschlossen werden. Denn wer an einer Börse spekuliert, läuft dem Gefahr, dass eine Blase innerhalb des Rohrstoffmarktes entsteht, was wiederum für die globale Situation auf dem Wirtschaftsmarkt fatal wäre. 

Futures sind Hebelinstrumente, da Anleger sie lediglich auf Marge erwerben und anfangs nur wenig Geld zum Investieren benötigen. So besteht jedoch stets die Gefahr, dass nur geringe Liquidität investiert wird, im Verlustfall durch die anfallenden Nachschusspflichten aber mehr Liquidität abfließt, als der Privatanleger verkraften kann. Sie sollten sich also im Vorfeld der Investition darüber im Klaren sein, wieviel Geld sie eventuell verlieren könnten und ob ihre finanzielle Situation dies zulässt.

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