Was ist ein Forward-Kontrakt? – Definition & Erklärung für Trader

INHALTSÜBERSICHT

Für den Abschluss eines Forward-Kontrakts gibt es verschiedene Gründe. Meistens wird er im Rahmen des Risikomanagements genutzt, um zukünftige Handelspositionen abzusichern. In der Regel einigen sich die beteiligten Seiten auf einen Preis, der an ihren Erwartungen an die zukünftige Preisentwicklung gebunden ist. Da man die Zukunft nicht vorhersagen kann, kann es am Lieferzeitpunkt sowohl zu Gewinn- als auch Verlustsituationen für Verkäufer und Käufer kommen. Doch wie funktioniert ein Forward-Kontrakt in der Praxis und wo wird das Instrument eingesetzt?

Forward-Kontrakt – Definition und Erklärung

Ein Forward-Kontrakt ist ein Vertrag, in dem sich zwei Parteien auf einen späteren Zeitpunkt für den Kauf oder Verkauf einer bestimmten Menge eines Assets verständigen. Der Käufer zahlt einen festgelegten Preis für das Asset zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Der Verkäufer hat das Recht, das Asset zum vereinbarten Preis an den Käufer zu verkaufen. Ein Forward-Kontrakt ist also eine Vereinbarung zwischen zwei Parteien über den Kauf oder Verkauf einer bestimmten Menge eines Assets zu einem späteren Zeitpunkt. Die Parteien einigen sich auch über den Preis für das Asset. 

Der Forward Preis kann sowohl über als auch unter dem aktuellen Kurs liegen. Wenn er höher ist, handelt es sich um eine Forward-Prämie. Liegt er darunter, spricht man von einem Forward Discount. Ein Forward Kontrakt beinhaltet folgende Elemente:

  • Käufer 
  • Verkäufer
  • Basiswert (unter anderem Wertpapiere, Rohstoffe oder Währungspaare)
  • Menge und Nominalbetrag (etwa 250 Stück Aktien oder 15 Tonnen Kaffee)
  • Forward Preis (delivery price)
  • Laufzeit bzw. Lieferzeitpunkt (expiry)

Forward-Geschäfte werden im Over-the-Counter-Handel abgeschlossen, was bedeutet, dass sie nicht über eine Börse abgewickelt werden. Der Forward-Kontrakt ist ein Derivat, welches außerbörslich gehandelt wird. Folglich können die Vertragsparteien den Forward an ihre Erfordernisse anpassen. Die wesentlichen Arten von Forward-Kontrakten dienen der Absicherung folgender Risiken:

  • Zinsrisiko
  • Fremdwährungsrisiko
  • Aktienkursrisiko
  • Rohstoffpreisrisiko

Wie funktioniert ein Forward-Kontrakt?

Der Ablauf eines Forward-Kontrakts (Beispiel Devisen) erfolgt in diesen Schritten:

  • Ein Käufer eines Forward-Kontrakts erwirbt das Recht, zu einem späteren Zeitpunkt einen bestimmten Betrag in einer bestimmten Währung zu kaufen.
  • Der Verkäufer des Forward-Kontrakts verpflichtet sich, diesen Betrag zu einem vorher festgelegten Preis zu liefern.
  • Eine Laufzeit des Forward-Kontrakts wird von den Vertragsparteien festgelegt bzw. der Zeitpunkt wird definiert, wann der Handel stattfinden soll.
  • Die Parteien können sich am Fälligkeitstag, alternativ zum Handel, für eine Barauszahlung entscheiden.

Die Erfüllungsbeträge stellen die Differenzen zwischen den vereinbarten Preisen und den aktuellen Kursen dar. Wenn der Preis des festgelegten Guts fällt, bezahlt der Käufer den Verkäufer. Steigt der Preis des Vermögenswerts, muss wiederum der Verkäufer den Käufer auszahlen. Das Ziel beim Forward-Kontrakt ist es, Sicherheit zu schaffen. Vor allem Banken reduzieren mit diesem Vertrag das Risiko stark steigender Kurse und vereinbaren den Kauf oder Verkauf von Menge A zum Kurs B.

Wenn der Kurs stark steigt, hat man sich abgesichert. Denn man hat einen fixen Preis vereinbart, der zu zahlen ist, auch wenn der Kurs weiter ansteigt. Wurden 20 Dollar vereinbart und der Kurs steigt am vereinbarten Datum auf 30 Dollar an, hat der Käufer tatsächlich nur 20 Dollar gezahlt und spart 10 Dollar. In dem Fall ein echter Gewinn. Wenn der Kurs auf 10 Dollar sinkt, müssen trotzdem 20 Dollar gezahlt werden und es entsteht ein Verlust durch die Vereinbarung.

Forward-Kontrakte werden häufig zwischen Banken gehandelt

Forward-Geschäfte werden meistens zwischen zwei Finanzinstituten getätigt; manchmal ist auch ein Kunde des zweiten Finanzinstitutes beteiligt. Großanleger zeigen reges Interesse an diesen Derivaten. Es geht dabei häufig um hohe Beträge und großvolumige Geschäfte.

Mit dem Forward-Kontrakt verpflichtet sich der Käufer, eine sogenannte Long-Position einzunehmen und das Gut zum verbindlich vereinbarten Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis zu kaufen. Der andere Partner nimmt die Verkaufsposition, auch Short-Position genannt, ein und garantiert, dass er das Gut genau zu diesem Zeitpunkt an den Käufer verkauft. 

Forward-Kontrakte oft bei Devisen eingesetzt

Forwards werden oftmals zur Absicherung von Währungsrisiken eingesetzt. Dies bedeutet, dass man im Vorfeld zur Absicherung von höheren Beträgen Forward-Kontrakte abschließen kann. So besteht die Möglichkeit, zum Zeitpunkt der Zahlung vom Kursgewinn zu profitieren und eine weitere finanzielle Absicherung zu besitzen. Die Kursdifferenz ist das Ergebnis des Derivats, da keine weiteren Gebühren zu berücksichtigen sind. Das Ergebnis kann natürlich positiv und ebenso negativ ausfallen.

Beispiele

Die Vereinbarungen über einen Forward-Kontrakt werden heute oft per Chat oder Telefon besprochen. Die Gespräche mit den Handelspartnern von Banken werden aufgezeichnet, um im Streitfall Beweismaterial zur Verfügung zu haben. Verträge, die telefonisch oder via Chat geschlossen worden sind, erhalten oft erst nach Tagen ihre Unterschrift und werden dann ausgetauscht.

Ein Beispiel für ein Chat-Protokoll oder Telefonat in EUR/USD:

  • „Guten Tag, wir kaufen auf Termin in neun Monaten 200 Millionen US-Dollar gegen Euro.“
  • „Kasse bei 1,1275 zzgl. 80,15 für den Termin, somit 1,135515.“
  • „Danke, erledigt.“

Mit diesem knappen Gespräch tritt das Unternehmen A in einen Forward-Kontrakt mit der Bank B ein. In diesem Beispiel verpflichtet sich der Käufer, nach neun Monaten 200 Millionen US-Dollar zum Wechselkurs von 1,135515 zu kaufen.

Ein Beispiel aus dem Bereich Rohstoffe:

Verkäufer A möchte in 90 Tagen 200 Tonnen Mais an Großhändler B in den USA zum Preis von 160 US-Dollar pro Tonne verkaufen. 

Nach Ablauf von 90 Tagen muss Verkäufer A dem Großhändler B 200 Tonnen Mais liefern. Käufer B, der amerikanische Großhändler, ist seinerseits verpflichtet, den vereinbarten Preis von 32.000 US-Dollar für die Lieferung der 200 Tonnen Mais zu bezahlen.

Die Vertragsparteien können sich zum Fälligkeitstermin, wie oben beschrieben, alternativ auf die Zahlung einer Barauszahlung einigen, falls die Lieferung nicht stattfinden soll.

Vorteile

Zunächst ist die Funktionsweise äußerst einfach zu verstehen. Die Parteien können einen Forward-Kontrakt auch ohne Ausführungsrisiko abschließen. Das heißt, der Käufer zahlt dem Verkäufer den vereinbarten Preis, auch wenn er das Instrument nicht tatsächlich kauft. Außerdem ist es möglich, den Forward-Kontrakt auf einen bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft abzuschließen. Dadurch kann man sich gegen Wechselkursschwankungen absichern. Bei einem Kauf von Fremdwährungen ist dies besonders wichtig.

Forward-Kontrakte bieten eine hohe Flexibilität und lassen sich an die individuellen Bedürfnisse anpassen. Selbst bei festgelegten Verfallsterminen bedeutet das nicht, dass es einer Bindung bis zu deren Ablauf gibt. Die meisten Forward-Kontrakte lassen sich bereits vor dem Ende der Laufzeit schließen, um somit Gewinne mitzunehmen oder mögliche Verluste einzuschränken.

Nachteile

Auch wenn es beim Forward-Kontrakt häufig um Risikobegrenzung geht, sollten sich beide Parteien des Risikos bei einem Forward-Kontrakt bewusst sein. 

Insbesondere gibt es keine Gewähr auf die Qualität des Produkts, da Forward-Kontrakte OTC und nicht On Exchange gehandelt werden. Zudem ist keine Regulierung zu Vermögenswertschwankungen vorgesehen. Sollten Trader sich entscheiden, ihr Geld bar auszahlen zu lassen (statt Annahme des Vermögenswerts), würde das keinen Einfluss auf den Austausch haben.

Auch bei Forward-Kontrakten besteht immer das Risiko, dass eine der Vertragsparteien nicht mehr liefern kann. Bei einem erhöhten Wert des Kontrakts für den einen hat dieses natürlich große Interesse, die Vereinbarung auch tatsächlich umzusetzen. Für den anderen Vertragspartner bedeutet dies allerdings zusätzliche Verpflichtungen – es gibt also hierbei auch Gegenpartei-Risiken.

Fazit

Forward-Verträge sind absolut bindende, nicht börsengehandelte Termingeschäfte. Sie zählen zu den Derivaten. Ein Forward-Kontrakt ist eine Vereinbarung zwischen den Vertragsparteien, eine bestimmte Menge an einem speziellen Gut bei festgelegten Bedingungen heute oder in der Zukunft kaufen oder verkaufen zu können. Die Parteien legen die Konditionen des Kontrakts selbst fest.

Die Abwicklung von Forwards erfolgt nicht über eine Börse, sondern im OTC-Handel. Werte, die häufig per Forward gehandelt werden, sind Rohstoffe, Finanzwerte oder Aktien. Ein zum fairen Terminkurs abgeschlossener Forward-Kontrakt hat am Abschlussdatum den Wert null.

Weiterhin ist zu beachten: Gewöhnlich werden Forward-Kontrakte aufgrund von Geld-Brief-Spannen oder einem Nachfrage- oder Angebotsüberhang am Terminmarkt oft nicht zum fairen Terminkurs abgeschlossen. Dieser verändert sich außerdem im Laufe der Zeit.

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