Der Auktionsmarkt im Börsenhandel: Definition, Arten und Ablauf

Mit dem Auktionsmarkt wird das Kaufen und Verkaufen vereinfacht. Wesentlicher Zweck dabei: Es wird Liquidität gebündelt. Dazu treffen Käufer mit ihren maximalen Kaufangeboten und Verkäufer mit ihren niedrigsten Verkaufsangeboten zusammen. „Auktionatoren“, die Experten einer Börse, vermitteln die Transaktionen zwischen Käufer und Verkäufer. Über das elektronische Handelssystem Xetra können ebenfalls die Kurse nach dem Auktionsprinzip festgestellt werden. Es wird ein Service angeboten, bei dem die Handelsmodelle „Auktion“, „Fortlaufender Handel“ sowie „Trade-at-Close“ kombiniert werden.

Auktionen: Erklärung der verschiedenen Arten

Der Auktionsmarkt kennt die Eröffnungsauktion, die Schlussauktion sowie mögliche Auktionen während des Handelstages.

Eröffnungsauktion

Mit dieser Auktion beginnt der Handel. Um Liquidität zu bündeln, wird der Eröffnungspreis aus so viel wie möglichen Orders ermittelt. Nach Feststellung des Preises durch die Nachfrage wird der fortlaufende Handel wieder aufgenommen.

Untertägige Auktionen

Wenn die Aktie es ermöglicht, wird im Laufe des Tages versucht, die Liquidität nochmals zu bündeln. Dies geschieht in den meisten Fällen zur Mittagszeit. Sofern ausführbar, werden alle Orders der Eröffnungsauktion, sowie aus gegebenenfalls weiteren Auktionen des Tages, ausgeführt. Es kommt dadurch zu keinen preislichen Überschneidungen von Geldangebot und Briefangebot. Orders, bei denen keine Ausführung möglich war, werden in den fortlaufenden Handel übernommen.

Schlussauktion

Die Liquidität wird zum Börsenschluss ein letztes Mal gebündelt, womit der Schlusspreis des Tages ermittelt wird. Wegen der Bündelung von Liquidität kann von einem marktnahen Preis gesprochen werden. Daher findet dieser Preis vielfache Anwendung bei der Bewertung von Vermögensanlagen, wie etwa Depots.

Xetra Trade-at-Close (TaC): Definition und Bedeutung

Dem Wunsch, nach Auktionsende handeln zu können, kommt die elektronische Handelsplattform Xetra seit November 2020 nach. Am sogenannten TaC nehmen Aufträge teil, die nicht ausgeführt werden konnten sowie neue Aufträge. Voraussetzung, um am TaC teilnehmen zu können, ist eine Kennzeichnung der Aufträge. Die Aufträge werden zum Preis der Schlussauktion ausgeführt. Es kann für einen Zeitraum von etwa zehn Minuten gehandelt werden.

Preisfindung am Auktionsmarkt: Erklärung des Ablaufs

Eine Auktion verläuft in drei Phasen:

  1. Aufrufphase: Während dieser Phase ist das Orderbuch zum Teil geschlossen. Orders werden eingegeben oder bestehende Orders geändert. Das Ende der Aufrufphase ist immer zufällig, womit Manipulationen verhindert werden. In einem zentralen Orderbuch werden die Kauforders und Verkaufsorders geführt. Diese Bündelung der Liquidität bildet die Basis für die daran anschließende Preisfeststellung.
  2. Preisermittlungsphase: Nach dem Meistausführungsprinzip wird aus den vorliegenden Orders der Auktionspreis festgestellt. Hierzu werden die Gebote nach Höhe sortiert. Der Preis ergibt sich aus der Feststellung, mit welchem Preis (angefangen vom Höchsten) alle Gebote eine Zuteilung erhalten und das Volumen komplett verteilt ist.
  3. Marktausgleichsphase: Sofern nach Preisermittlung Überhänge bestehen, werden diese anschließend dem Markt zum Auktionspreis angeboten.

Beispiel für die Preisfindung

Hier ein Beispiel zum praktischen Ablauf:

Folgende Verkaufsaufträge liegen für die Auktion vor:

  • 800 Stück mit Limit 394 Euro
  • 400 Stück mit Limit 396Euro
  • 200 Stück mit Limit400 Euro

Die Kaufaufträge sind:

  • 600 Stück mit Limit 400 Euro
  • 400 Stück mit Limit 402 Euro
  • 400 Stück mit Limit 404 Euro

Das höchste Volumen kommt mit einem Auktionspreis von 400 Euro zustande und es besteht kein Überhang.

Im Beispiel können folgende Orders ausgeführt werden:

  • Kauforders: 600, 400 und 400 Stück zu jeweils 400 Euro
  • Verkaufsorders: 800, 400 und 200 Stück zu jeweils 400 Euro

Wenn auch in der Praxis die Aufteilung nicht immer so glatt aufgeht, so bleibt doch die Regel: Am Auktionsmarkt entspricht der festgelegte Auktionspreis immer dem Kurs, mit dem der höchstmögliche Handel stattfindet sowie der geringste Überhang verbleibt.

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