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Open Outcry

Open Outcry (bedeutet aus dem Englischen übersetzt „Aufschrei“) ist der Begriff für eine Methode, die von Börsenhändlern zur Kommunikation bei Kauf- oder Verkaufsaufträgen für Finanzinstrumente auf einem Handelsparkett verwendet wird. Synonym werden die Begriffe Zurufhandel oder Rufhandel verwendet. Die Händler verwenden eine Mischung aus Handzeichen und lauten Rufen, um ihre Absichten deutlich zu machen. 

Obwohl diese Methode im Zeitalter des elektronischen Handels etwas veraltet erscheinen mag, wird sie immer noch auf einigen der weltweit größten Börsen verwendet. Sie spielt somit weiterhin eine wichtige Rolle bei der Preisbildung. Die spezielle Form der Handelskommunikation hat eine lange und faszinierende Geschichte. Sie hat sich lange Zeit als effektiv erwiesen, um eine große Anzahl von Aufträgen in kurzer Zeit abzuwickeln. Der Open Outcry war dabei besonders nützlich in Zeiten hoher Marktvolatilität, wenn eine schnelle Reaktion auf sich schnell ändernde Marktbedingungen erforderlich ist.

Open Outcry ist dabei nicht nur eine Methode, sondern auch eine Kultur. Es ist eine Welt, die von starkem Wettbewerb, schnellen Entscheidungen und hohem Risiko geprägt ist. 

Geschichte des Open Outcry

Die Praxis des Open Outcry hat ihren Ursprung im 17. Jahrhundert in der Kaffeehäuserkultur von London. Händler und Broker trafen sich in diesen Kaffeehäusern, um Geschäfte abzuwickeln. Die lauten Rufe und Handzeichen, die wir heute mit dem Open Outcry assoziieren, entwickelten sich als Mittel, um in der lauten und geschäftigen Atmosphäre dieser Kaffeehäuser gehört zu werden.

Im Laufe der Zeit wurde der Open Outcry zu einer etablierten Methode für den Handel mit Aktien, Anleihen und anderen Finanzinstrumenten. Mit der Einführung von geregelten Börsen im 19. Jahrhundert wurde der Open Outcry zur standardisierten Methode für den Handel auf diesen Börsen.

Trotz der Einführung des elektronischen Handels in den späten 1980er und frühen 1990er-Jahren hat der Open Outcry seinen Platz in der Handelswelt behauptet. Viele Händler schätzten die Geschwindigkeit und Effizienz, die das Open Outcry-System bietet. Sie argumentieren, dass es eine unvergleichliche Transparenz in Bezug auf Preis und Volumen bietet.

Wie funktioniert Open Outcry?

Der Open Outcry funktioniert durch eine Kombination aus verbalen Ausrufen und Handzeichen. Ein Händler, der einen Kauf- oder Verkaufsauftrag platzieren möchte, ruft den Namen des Instruments, den Preis und die Anzahl der Einheiten, die er kaufen oder verkaufen möchte. Gleichzeitig verwendet er Handzeichen, um seine Absichten weiter zu verdeutlichen.

Wie funktioniert Open Outcry
Wie funktioniert Open Outcry?

Die Handzeichen sind eine Art „Geheimsprache“, die von den Händlern auf dem Parkett verstanden wird. Sie können Informationen über den Preis, die Menge und die Art des Handels (Kauf oder Verkauf) darstellen. Diese Handzeichen sind oft sehr spezifisch und können von Börse zu Börse variieren.

Es ist ein hektisches und oft chaotisches System, aber es ist auch bemerkenswert effizient. Die Händler auf dem Parkett sind in der Lage, eine große Anzahl von Aufträgen in kurzer Zeit abzuwickeln. Ferner bietet das System eine hohe Transparenz in Bezug auf Preis und Volumen.

Der Börsenjargon

Im Zusammenhang mit Open Outcry hat sich unter den Händlern eine spezielle Sprache entwickelt, in der notwendige Begriffe in Kurzform genannt werden.

Beispiele sind etwa:

  • „Ich bin Geld in Siemens“: Damit gibt ein Händler das Signal, am Kauf von Siemens Aktien interessiert zu sein.
  • „Ich bin 137,10 Geld in Siemens: Ein Händler mit Kaufinteresse an Siemens Aktien nennt sein Limit von maximal 137,10.
  • „Ich bin Brief 138“: Dieser Händler steht zum Verkauf bereits, allerdings erwartet er einen Kurs von mindestens 138.
  • „An Dich oder von Dir“: Mit diesen Kurzbegriffen wird der Abschluss des Handels verdeutlicht und besiegelt.

Das schrittweise Ende von Open Outcry 

Open Outcry, eine früher weitverbreitete Kommunikationsmethode auf Handelsbörsen, erlebt einen stetigen Rückgang. Die Zeiten, in denen Händler durch Rufen und Handzeichen Informationen über Kauf- und Verkaufsorder übermittelten, sind größtenteils vorbei. Mit der Entwicklung elektronischer Handelssysteme in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Open Outcry in den meisten Börsen durch effizientere elektronische Handelssysteme ersetzt. 

Trotz des Widerstands einiger Händler, welche die Vorteile von Open Outcry schätzen, wie die Möglichkeit, über die Absichten von Käufern und Verkäufern zu spekulieren, ist dieser Rückgang aufgrund der Vorteile des elektronischen Handels – Kostenreduzierung, Verbesserung der Handelsgeschwindigkeit und eine weniger manipulierbare Umgebung – unaufhaltsam. Es bleibt abzuwarten, ob einige Börsen weiterhin den traditionellen Bodenhandel beibehalten werden. Dennoch ist die allgemeine Tendenz klar: Das Zeitalter von Open Outcry neigt sich dem Ende zu.

Beispiel

Ein konkretes Beispiel für die Ablösung von Open Outcry durch elektronische Handelssysteme ist die Chicago Mercantile Exchange (CME). Die CME war bekannt für ihre Open Outcry-Handelsmethoden, bei denen Händler auf dem Parkett miteinander kommunizierten.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts führte die CME das elektronische Handelssystem Globex ein, das 1992 gestartet wurde. Globex ermöglichte den elektronischen Handel von Derivaten, darunter Futures und Optionen, rund um die Uhr. Mit der Zeit gewann Globex an Bedeutung und wurde zu einem der wichtigsten elektronischen Handelssysteme weltweit.

Die Märkte reagieren heute noch auf Open Outcry

Trotz der Vorherrschaft des elektronischen Handels in der heutigen Welt hat der Open Outcry immer noch einen Einfluss auf die Märkte. Viele Händler und Broker schätzen die Transparenz und Geschwindigkeit, die das Open Outcry-System bietet, und argumentieren, dass es immer noch einen Platz in der modernen Handelslandschaft hat.

New York Stock Exchange
New York Stock Exchange

Einige der größten und liquidesten Märkte der Welt, darunter die Chicago Mercantile Exchange und die New York Stock Exchange, verwenden immer noch Formen des Open Outcry. Auch wenn der Großteil des Handels auf diesen Börsen elektronisch abgewickelt wird, wird der Open Outcry immer noch für bestimmte Arten von Transaktionen und in Zeiten hoher Marktvolatilität verwendet.

Der Open Outcry stellt eine faszinierende und wichtige Methode des Handels dar, die trotz der technologischen Fortschritte in speziellen Segmenten immer noch relevant ist. Es ist ein lebendiger und dynamischer Teil der Handelskultur, der viel über die Art und Weise lehren kann, wie die Finanzmärkte funktionieren.

Niklas Mueller
Niklas Mueller ist ein Content-Manager und Autor, der sich auf den Finanzbereich spezialisiert hat. Während seines BWL-Studiums an der Universität zu Köln entwickelte er eine Leidenschaft für Trading und verfügt nun über fundiertes Wissen über Forex, CFDs, Aktien und technische Analyse. Niklas verfasst hochwertige Beiträge, einschließlich Broker Reviews, um den Lesern die besten Angebote zu präsentieren. Sein Ziel ist es, das Trading Verständnis zu erhöhen und den Lesern zu helfen bessere Trading Entscheidungen zu fällen.
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