Was bedeutet Bullenmarkt? 

Die Schaukämpfe von Bullen und Bären im 17. Jahrhundert sollen dazu geführt haben, dass die gewaltigen Tiere ihren festen Platz in der Börsenwelt erhielten und diesen bis heute behalten haben. Waren es nun die vor der Londoner Börse ausgetragenen Kämpfe? Oder ist der historische Ursprung auf die Erinnerung eines spanischen Schriftstellers an seine Heimat zurückzuführen, als er die Vorgänge an der niederländischen Börse beobachtete? Wenn auch diese Frage ungeklärt bleibt: Einigkeit herrscht darüber, dass der Bulle für steigende und der Bär für fallende Kurse steht

Bullenmarkt

Nicht nur Börsianer wissen: Der kämpfende Stier stößt mit seinen großen Hörnern die Kurse nach oben und triumphiert. Im Vergleich dazu vermeidet der Bär den Kampf, sucht den Weg in die Flucht und schlägt mit seiner Pranke von oben nach unten.

Der Bullenmarkt: Definition & Erklärung

Nachhaltiger wirtschaftlicher Aufschwung in einer Region oder in einer Branche führt meistens zu einem Bullenmarkt (Synonym: Hausse). Börsianer bewerten die Börse als „bullish“ und meinen damit die Phase der Hochkonjunktur.

Bullenmärkte sind von Optimismus gekennzeichnet. Dazu zählt die Erwartung der Anleger, dass die positiven Trends an der Börse über längere Zeit anhalten. Eine spezifische Definition von Kursbewegungen, die den Bullenmarkt identifizieren, gibt es nicht. Dennoch hat sich in Fachkreisen eine Definition durchgesetzt, nach der bei einem nachhaltigen Anstieg der Kurse um 20 Prozent von einem Bullenmarkt gesprochen wird.

Bullenmärkte sind meistens mit folgenden Marktentwicklungen verbunden:

Da das Vertrauen der Anleger in die Märkte steigt, nimmt die Nachfrage nach Aktien zu. Während Faktoren wie Gewinne und Arbeitslosenzahlen quantifizierbar sind, ist die Stimmung an der Börse kaum in Zahlen messbar. Grundsätzlich sind jedoch in einer Hausse Anleger eher bereit, sich am Aktienmarkt zu engagieren.

Marktentwicklungen im Bullenmarkt – Grafik

Was ist unter Bullenmarktrallye zu verstehen?

Eine Bullenmarktrallye ist die Marktrallye schlechthin. Die Preise steigen und es herrscht ein Optimismus, dass dieser Trend noch lange anhält. Eine Rallye ist oft rein spekulativ. Trader erkennen Trends und setzen mit ihren Orders auf einen Aufwärtstrend. Wenn dabei die Kurse kaum noch auf fundamentale Daten basieren, wird von einer spekulativen Blase gesprochen. In den 90er-Jahren war dies bei der bekannten Dotcom-Blase der Fall.

Trader sollten bei ihren Entscheidungen die unterschiedlichen historischen Zeiträume von Bullenmärkten und Bärenmärkten beachten. So eignen sich Bullenmärkte dazu, mehr Long-Positionen zu eröffnen und somit ein höheres Risiko einzugehen.

Bullenmarktrallye – Grafik

Was sind Bullenfallen?

In die Bullenfalle tappen Anleger, die eine Kurssteigerung als Bullenmarkt interpretieren, welche sich jedoch lediglich als kurzfristige Bewegung herausstellt. Wenn in Folge die Kurse stagnieren und anschließend fallen, schnappt die Falle zu. Ein Verkauf wäre eine längere Zeit nur mit Verlust möglich.

Durch die Verunsicherung weiterer Anleger und die Angst vor weiteren Verlusten verkaufen immer mehr Anleger ihre Aktien. Die so ausgelöste Kettenreaktion lässt die Kurse weiter fallen und hält die Anleger weiter in der Bullenfalle gefangen. Die falsche Interpretation kommt nicht selten durch mangelnde Informationen zustande. Oft basieren diese auf eine rein technische Chartanalyse, ohne die fundamentalen Daten hinreichend zu würdigen.

Bullenfalle

Als Anleger vom Bullenmarkt profitieren

Wer die Anzeichen rechtzeitig erkennt, kann vom Bullenmarkt ordentlich profitieren. Eine wichtige Regel ist: Hält der Bullenmarkt bereits über einen längeren Zeitraum an, sind Entscheidungen besonders kritisch zu prüfen. Schließlich hält kein Bullenmarkt ewig.

Um vom bullishen Markt zu profitieren, müssen Anleger die Phase rechtzeitig erkennen und gezielt entsprechende Werte kaufen. Oberstes Gebot ist dazu, sich umfassend über Nachrichten von der Börse und der Wirtschaft zu informieren. Wer in ein Unternehmen investiert, muss über dessen Geschäftsmodell sowie seine Stellung im Markt Bescheid wissen.

Ein häufiger Fehler von unerfahrenen Anlegern: Das falsche Timing für Kauf und Verkauf. Während der Anfänger dazu neigt, seine Aktien beim ersten Kursanstieg wieder zu verkaufen, beobachtet der Profi weiter den Markt. Der optimale Zeitpunkt für einen Verkauf ist oft dann, wenn die Kurse stagnieren. Wenn sie dann anschließend wieder nachhaltig sinken, ist der Bullenmarkt offensichtlich zu Ende.

Beispiele von Bullenmärkten in der Vergangenheit

Die Langfristbetrachtung zeigt eindeutig, dass Aktien bisher für Wertsteigung gestanden haben. Einer der Gründe ist, dass Bullenmärkte immer länger andauern als Bärenmärkte, dem Synonym für fallende Kurse.

Die Beispiele der jüngsten Vergangenheit bestätigen dieses Bild:

  • Einer der längsten Bullenmärkte: Das World Wide Web erobert in den 90er-Jahren die Welt. Der S&P 500, ein Leitindex in den USA, stieg von 1987 bis 1999 um über 700 Prozent. Zahlreiche Technologieunternehmen drängten an die Börsen. Erst als übertriebene Erwartungen zu stark bewertet wurden und viele Unternehmen ohne ein nachhaltiges Geschäftsmodell in den Markt drängten, platzte die Blase.
  • Die Finanzkrise im Jahr 2007 zählt zur schwersten seiner Art innerhalb von 70 Jahren. Massive Einbrüche an den weltweiten Märkten waren die Folge. Es folgten Rettungspakete für Banken in Milliardenhöhe und die Wirtschaft wurde mit allen Mitteln der Geldpolitik wieder angekurbelt. Dann das Phänomen: Ein Jahr später startete ein Bullenmarkt, der sich bis ins Frühjahr 2020 hielt.
  • Das jüngste Beispiel ist der Ausbruch der Pandemie im Frühjahr 2020. Die Börsen brachen weltweit ein und die Kurse stürzten in die Tiefe. Bereits nach drei Monaten begannen sich die Märkte zu erholen und am Jahresende zeigte der DAX gegenüber dem Vorjahr ein Plus von über drei Prozent.

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