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Der MDAX (Mid-Cap-DAX) ist ein deutscher Aktienindex, der aus den 50 mittel größten Unternehmen besteht, die nach Marktkapitalisierung und Umsatz auf die 40 im DAX gelisteten Unternehmen folgen. Als Teil der DAX-Familie wurde er im Jahr 1996 eingeführt.

MDAX kurz und knapp

  • Performance- und Kursindex aus Deutschland
  • Eingeführt im Jahr 1996 als Teil der DAX-Familie
  • Listet die 50 größten Unternehmen, die nach den Unternehmen des DAX40 folgen
  • Wird minütlich zur Börsenzeit berechnet
  • Auswahl der gelisteten Unternehmen erfolgt zweimal im Jahr

Berechnung und Zusammensetzung des MDAX

Der MDAX wird analog zum DAX minütlich zur Börsenzeit berechnet. Dabei ist der MDAX ein Performance- und Kursindex. Die Auswahl der gelisteten Unternehmen erfolgt zweimal im Jahr durch den Vorstand der Deutschen Börse AG.

Wie alle Indizes der DAX-Gruppe wird der Kurs des MDAX auf Grundlage des Handelssystems Xetra ermittelt. Dabei wird der Kurs wochentags täglich in der Zeit von 09:00 Uhr bis 17:30 Uhr zur mitteleuropäischen Zeit berechnet. Der Late-Index wird anschließend nach Börsenschluss zwischen 17:45 Uhr und 20:00 Uhr zur mitteleuropäischen Zeit ermittelt. Dieser Late-Index basiert auf den an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelten Kursen des Parketthandels.

Schauen wir uns nun einmal an, welche Unternehmen im MDAX gelistet sind. Wir haben eine Übersicht vorbereitet, diese gibt den Namen des Unternehmens und die jeweilige Branche wider:

  • Aixtron – Halbleitertechnologie
  • Aroundtown – Immobilien
  • Aurubis – Metallverarbeitung (Kupfer)
  • Bechtle – IT-Dienstleistungen
  • Befesa – Umwelttechnologie (Recycling)
  • Bilfinger – Industriedienstleistungen
  • Carl Zeiss Meditec – Medizintechnik
  • CTS Eventim – Veranstaltungsticketing und Live-Entertainment
  • Delivery Hero – Essenslieferdienste
  • Encavis – Erneuerbare Energien
  • Evonik Industries – Chemie
  • Evotec – Biotechnologie
  • Fraport – Flughafenbetrieb
  • Freenet – Telekommunikation
  • Fresenius Medical Care – Gesundheitswesen (Dialyse)
  • Fuchs Petrolub Vz – Schmierstoffe
  • GEA Group – Maschinenbau
  • Gerresheimer – Verpackung (Glas und Kunststoff)
  • Hella – Automobilzulieferer (Beleuchtungstechnik)
  • HelloFresh – Lebensmittellieferdienste
  • Hensoldt – Verteidigungselektronik
  • Hochtief – Bau und Infrastruktur
  • Hugo Boss – Mode und Bekleidung
  • Jenoptik – Optoelektronik
  • Jungheinrich Vz – Intralogistik (Gabelstapler und Lagertechnik)
  • K+S – Rohstoffgewinnung (Salz und Düngemittel)
  • Kion Group – Intralogistik (Gabelstapler und Lagertechnik)
  • Knorr-Bremse – Automobilzulieferer (Bremssysteme)
  • Krones – Maschinenbau (Abfüll- und Verpackungstechnik)
  • Lanxess – Chemie
  • LEG Immobilien – Immobilien
  • Lufthansa – Luftfahrt
  • Nemetschek – Software (Bau- und Architektursoftware)
  • Nordex – Erneuerbare Energien (Windkraftanlagen)
  • Puma – Sportartikel
  • Rational – Küchentechnik
  • Redcare Pharmacy (ex Shop Apotheke) – Online-Apotheke
  • RTL – Medien und Unterhaltung
  • Scout24 – Online-Marktplätze (Immobilien, Autos)
  • Siltronic – Halbleitertechnologie
  • Stabilus – Maschinenbau (Gasfedern und Dämpfer)
  • Ströer – Außenwerbung und Online-Werbung
  • TAG Immobilien – Immobilien
  • Talanx – Versicherungen
  • TeamViewer – Software (Fernzugriffs- und Fernwartungssoftware)
  • ThyssenKrupp – Mischkonzern (Stahl, Industrie, Dienstleistungen)
  • Traton – Nutzfahrzeuge (Lkw und Busse)
  • TUI – Tourismus
  • United Internet – Internetdienste
  • Wacker Chemie – Chemie
Grafik zeigt fünf im MDAX gelistete Unternehmen: Bechtle AG, Commerzbank AG, Evonik, Freenet und Thyssenkrupp.
Einige der im MDAX gelistete Unternehmen

Welche Anforderungen müssen Unternehmen erfüllen, um im MDAX gelistet zu werden?

Die im MDAX gelisteten 50 großen Unternehmen stammen, wie wir bereits feststellen konnten, aus vielen verschiedenen Bereichen. Diese Unternehmen folgen nach Marktkapitalisierung ihres Streubesitzes und nach ihrem Umsatz an der Börse direkt nach den 40 gelisteten Unternehmen im DAX. Damit diese Unternehmen eine Listung im MDAX erhalten, müssen sie dem Prime Standard zugehörig sein und dessen Transparenzanforderungen erfüllen. Diese sind: Rechnungslegung nach internationalen Standards, kontinuierliche Veröffentlichung von Finanzberichten jeweils in deutscher und englischer Sprache, sowie einmal jährlich Durchführung eine Analystenkonferenz.

Geschichte des MDAX

Um einen besseren Überblick über die Geschichte des MDAX zu erhalten, fassen wir die wichtigsten Meilensteine hier kurz zusammen:

  • 19. Januar 1996: Einführung des MDAX
  • 30. Dezember 1997: Normierter Indexstand von 1.000 Punkten
  • 29. Januar 1999: MDAX erreicht seinen bisherigen Tiefstwert von 914,47 Punkten
  • 2. November 2000: MDAX überschreitet das erste Mal die 5.000-Punkte-Marke
  • 8. Februar 2007: MDAX überschreitet das erste Mal die 10.000 Punkten
  • 27. Februar 2015: Die 20.000-Punkte-Marke wird das erste Mal erreicht

Wie kann man den MDAX traden?

Nachdem wir inzwischen viel über den MDAX erfahren haben, stellt sich selbstverständlich auch die Frage, wie man in den MDAX investieren kann. Dafür hat der Anleger verschiedene Möglichkeiten. Wenn er nicht alle Aktien der verschiedenen Unternehmen einzeln kaufen möchte, kann er einen MDAX-ETF, einen MDAX-CFD oder auch einen gemanagten Fonds wählen. Schauen wir uns nun einmal diese drei Investitionsformen genauer an:

MDAX-ETF

Ein ETF, Exchange Traded Fund, ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung der Marktindizes genau abbildet. Bei den MDAX-ETFs eignet sich besonders der iShares MDAX UCITS ETF, er ist der größte ETF im MDAX. Dieser ETF bildet den MDAX nach, allerdings ist er mit einer Gesamtkostenquote von 0,51 % auch der teuerste ETF im MDAX. Eine günstigere Variante wäre hierbei der Lyxor MDAX (DR) ETF. Seine Gesamtkostenquote liegt bei 0,30 %.

Wertentwicklung des iShares MDAX UCITS ETF
Wertentwicklung des iShares MDAX UCITS ETF (justETF.com)

MDAX-CFD

Bei CFDs handelt es sich um Finanzderivate, die hochspekulativ sind. Sie bringen dem Anleger hohe Chancen, haben jedoch auch ein hohes Risiko. Aus diesem Grund werden MDAX-CFDs hauptsächlich von Anlegern gehandelt, die bereit sind, ein hohes Risiko einzugehen.

Gemanagter Fonds

Ein gemanagter Fonds ist vergleichbar mit einem ETF, der den Markt passiv abbildet. Dieser Fond wird aktiv von einem Manager verwaltet. Für Anleger ist die Investition in einen gemanagten Fonds jedoch wenig sinnvoll. Während bei einem MDAX-ETF die Kosten noch überschaubar sind, können diese bei einem gemanagten Fond sehr schnell bei 1,5 % p.a. liegen. Diese Kosten führen zu einer Senkung der Performance.

Sollte der Anleger in den MDAX investieren?

Investieren in MDAX statt DAX. Warum? Ganz einfach, dies liegt daran, dass die Werte, der im MDAX gelisteten Unternehmen meist deutlich weniger unter der Schuldenkrise in Europa leiden, als es die Werte der stark bewerteten Unternehmen im DAX tun. Zusätzlich dazu sind die im MDAX gelisteten Unternehmen mittlerweile auch international tätig und können so von der internationalen Nachfrage profitieren.

MDAX oder DAX? Welcher Index ist für den Anleger besser geeignet?

Anleger, die sich mit dem Finanzmarkt beschäftigen und die Performance von MDAX und DAX verfolgen, werden sehr schnell feststellen, dass der MDAX den DAX deutlich abhängt. So hat der MDAX den besonderen Vorteil, dass die gelisteten Unternehmen mittlerweile oftmals Weltmarktführer in verschiedenen kleinen Nischen sind. Ihre Produkte sind dadurch unentbehrlich für den Markt und dies stärkt wiederum die Position des Unternehmens im MDAX. Auch im DAX sind viele Firmen enthalten, die einzigartige Produkte herstellen, leider sind dort aber auch einige sogenannte Sorgenkinder vertreten. Beispiele für diese Sorgenkinder sind unter anderem die Aktien des Energieversorgers E.ON oder der Deutschen Bank.

Fazit

Der MDAX, Teil der DAX-Familie, listet die 50 größten Unternehmen nach dem DAX und wird minütlich während der Börsenzeit auf Basis des Handelssystems Xetra berechnet. Die Auswahl der MDAX-Unternehmen erfolgt halbjährlich durch die Deutsche Börse AG, basierend auf Marktkapitalisierung und Zugehörigkeit zum Prime Standard.

Die Berechnung des MDAX erfolgt von 09:00 bis 17:30 Uhr MEZ, ergänzt durch einen Late-Index von 17:45 bis 20:00 Uhr MEZ, basierend auf den Kursen der Frankfurter Wertpapierbörse. Anleger können durch ETFs, CFDs oder gemanagte Fonds in den MDAX investieren.

In Krisenzeiten, wie der Finanzkrise oder der Corona-Pandemie, bevorzugen viele Anleger den MDAX gegenüber dem DAX. Die im MDAX gelisteten Unternehmen sind oft weniger von Schuldenkrisen betroffen. Ob eine Investition in den MDAX sinnvoll ist, sollte jeder Anleger individuell entscheiden.

Niklas Mueller
Niklas Mueller ist ein Content-Manager und Autor, der sich auf den Finanzbereich spezialisiert hat. Während seines BWL-Studiums an der Universität zu Köln entwickelte er eine Leidenschaft für Trading und verfügt nun über fundiertes Wissen über Forex, CFDs, Aktien und technische Analyse. Niklas verfasst hochwertige Beiträge, einschließlich Broker Reviews, um den Lesern die besten Angebote zu präsentieren. Sein Ziel ist es, das Trading Verständnis zu erhöhen und den Lesern zu helfen bessere Trading Entscheidungen zu fällen.
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