Negativsaldoschutz ++ Definition & Erklärung

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Negativsaldoschutz

Vom Handel mit gehebelten Produkten geht ein großer Reiz aus: Mit einem kleinen Einsatz kann eine große Wirkung erzielt werden. Die Palette der möglichen Basisprodukte geht dabei von Aktien über Indizes, Währungen, Rohstoffe bis zu Kryptowährungen.

Doch wo hohe Gewinne winken, müssen ebenso hohe Verluste einkalkuliert werden. Bei gehebelten Produkten können diese höher ausfallen als das ursprünglich eingesetzte Kapital. Dies ist dann der Fall, wenn der Kursverlauf nicht die gewünschte Richtung einschlägt. 

Die deutschen und europäischen Regulierungsbehörden haben daher aufgrund des im Vergleich deutlich erhöhten Risikos spezielle Regelungen zum Schutz der Kleinanleger geschaffen. In dem Zusammenhang wurde auch das Thema der Nachschusspflicht neu geregelt. Dieser Beitrag klärt darüber auf, was dieser Schutz bedeutet.

Negativsaldoschutz – einfach erklärt

Die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) brachte 2018 mit neuen Beschränkungen gravierende Einschnitte für den Wertpapierhandel. Die deutsche BaFin hat 2019 darüber hinaus eine weitere Allgemeinverfügung für die Regulierung des Handels auf nationaler Ebene veröffentlicht.

Zu den wesentlichen Änderungen zählt die Einführung des Negativsaldoschutzes. Das bedeutet für Trader, dass sie nicht mehr Geld verlieren können, als sie ursprünglich auf ihrem Konto eingezahlt haben. Für deutsche Trader war die Einführung 2018 nichts wesentlich Neues. Bereits seit dem 10.08.2017 ist in Deutschland die Nachschusspflicht für Anleger verboten. Weitere Regelungen im Zuge dieser Veränderungen durch die ESMA sind:

  • Initial-Margin-Schutz: Die zulässigen Hebel sind begrenzt. Sie bewegen sich jetzt je nach Basiswert zwischen 2:1 für Kryptowährungen und 30:1 für Währungen.
  • Margin-Glattstellungsschutz: Es gilt eine einheitliche Regel, wann eine Position glattgestellt werden muss. Der Wert wurde auf 50 Prozent der ursprünglich notwendigen Margin festgelegt.
  • Risikowarnungen: Es gelten einheitliche Vorschriften, wie die Risikowarnungen eines CFD-Brokers oder Forex-Brokers gestaltet werden müssen.
  • Verbot von Vorteilen: Damit wird die Werbung für CFDs und Forex deutlich eingeschränkt. Das bedeutet etwa, dass Trader nicht mehr mit Rabatten zum Handel gelockt werden dürfen.

Kann der Kontostand durch den Negativsaldoschutz nicht mehr unter 0 fallen?

Die ESMA hat in der von ihr regulierten Zone alle Anbieter verpflichtet, für jedes Konto einen Negativsaldoschutz anzubieten. Das bedeutet: Sollte der Kontostand unter null fallen, wird der Anbieter den Kontostand schnellstmöglich wieder auf null bringen. Dabei entstehen dem Anleger keine Kosten. Der Schutz gilt grundsätzlich ausschließlich für Kleinanleger. Professionelle Trader gehen mit ihren Trades weiterhin das Risiko der Nachschusspflicht ein.

Höhere Sicherheitsleistungen erforderlich

Trader sollten den Schutz, nicht mehr Geld verlieren zu können, als sie eingezahlt haben, im Kontext mit den übrigen Regelungen sehen. Wegen der niedrigeren Hebel müssen auf den Konten höhere Sicherheitsleistungen hinterlegt werden, um Positionen öffnen zu können. Ferner werden Broker wegen des Margin-Glattstellungsschutzes offene Positionen automatisch schließen, wenn der Kontowert unter die Hälfte des Initial-Margin-Schutzes sinkt.

Finanzinstrumente mit Negativsaldoschutz

Mit dem Negativsaldoschutz werden die möglichen Verluste beim Handel mit

  • CFDs sowie mit
  • Forex

begrenzt. Die Regelung der ESMA war eine Auswirkung hoher Verluste von Kleinanlegern, die sich der Komplexität dieser Finanzinstrumente sowie der damit verbundenen Risiken nicht bewusst waren.

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