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Price-Earnings-Ratio

Die Price-Earnings-Ratio (kurz PER) ist ein bekannter Indikator, die von Investoren verwendet wird, um die fundamentalen Bewertungsmetriken einer Aktie zu untersuchen. Im Deutschen ist die Bezeichnung Kurs-Gewinn-Verhältnis oder abgekürzt KGV gebräuchlich. Viele Anleger nutzen diesen Indikator, um Aktien für ihr Depot auszuwählen

Die PER gibt Aufschluss darüber, wie das Verhältnis von Kurs der Aktie zum erzielten Unternehmensgewinn je Aktie ist. Eine niedrige PER bedeutet, dass der Preis niedrig ist und die Aktie günstig sein könnte. Umgekehrt kann eine hohe Price-Earnings-Ratio ein Zeichen für eine teure Aktie sein. 

Es ist wichtig zu beachten, dass es weitere Faktoren geben kann, die das PER beeinflussen können. Zum Beispiel kann eine schlechte Ertragslage oder schlechtes Management dazu führen, dass eine Aktie eine niedrigere Price-Earnings-Ratio hat als die Aktie der Wettbewerber. Daher sollten Investoren immer den Gesamtkontext berücksichtigen und sicherstellen, dass sie alle relevanten Fakten berücksichtigen, bevor sie eine Investition tätigen.

Wie wird die Price-Earnings-Ratio berechnet?

Die Price-Earnings-Ratio, welche das Verhältnis von Aktienkurs zum Gewinn ausdrückt, wird mittels einer einfachen Formel bestimmt: 

PER Formel
PER Formel

Beträgt die PER einer Aktie beispielsweise 10, dann ist der Kurs des Unternehmens im Vergleich zum Gewinn pro Aktie zehnmal höher. Demzufolge verlangt ein Unternehmen mit einer hohen PER einen relativ hohen Preis für seine Aktien. Umgekehrt sind die Aktien von Unternehmen mit einer niedrigen PER günstig zu bekommen. Daher versuchen viele Anleger, anhand der PER zu untersuchen, ob eine Aktie überbewertet oder unterbewertet ist.

Die ausgewiesene Price-Earnings-Ratio kann variieren: Wurde der Durchschnittskurs für die Berechnung verwendet oder spezielle Tageskurse? Auch die durchschnittlichen Erwartungen zu den Gewinnen von Analysten für die nächsten vier Quartale können als Basis dienen, um etwa eine vorgeschobene PER zu ermitteln.

Des Weiteren gibt es Berechnungen, bei denen der durchschnittliche Gewinn des letzten Jahres herangezogen wird, um die Leistung der Vergangenheit zu bewerten.

Da beim Trading an der Börse Zukunftserwartungen eine große Rolle spielen, ist die Bewertung vorhergesagter Gewinne allerdings von größerer Bedeutung als Nachrichten aus der Vergangenheit.

Price-Earnings-Ratio: Interpretation 

Der PER ist Teil der grundlegenden Analysemethodik und kann ein wirksames Werkzeug sein, um zu bestimmen, ob eine bestimmte Aktie weiterhin Wertsteigerungspotenzial hat oder ob ihr Preis bereits heute übertrieben ist. Aus diesem Grund sollten Investoren die Price-Earnings-Ratio auf jeden Fall in Betracht ziehen und in ihre Analysen integrieren.

Zu beachten ist jedoch, dass die Price-Earnings-Ratio unterschiedliche Bedeutungen haben kann. Eine hohe PER kann bedeuten, dass Anleger hohe Erwartungen an die zukünftigen Gewinne des Unternehmens haben. Andererseits besteht auch die Gefahr, dass die Aktie bereits überbewertet ist.

Deswegen sollte Trader berücksichtigen, dass die PER auch von der speziellen Branche sowie dem Marktumfeld abhängig ist. Informationen hinsichtlich vergleichbarer Unternehmen finden Anleger in den einschlägigen Börsenzeitschriften oder Börsen-Portalen. 

Voraussetzung für eine adäquate Entscheidung ist somit, die Price-Earnings-Ratio im Kontext zu betrachten. Um die PER besser nutzen zu können, wird sie nicht nur für einzelne Aktien errechnet. Sie steht ebenso für bestimmte Branchen oder ganze Märkte zur Verfügung. Zur ersten Orientierung kann das PER für den deutschen Leitindex DAX dienen. Viele Trader nutzen dies als Entscheidungshilfe, ob der Einstieg in den Aktienmarkt aktuell günstig ist.

Unterschiedliche Interpretationen möglich

Für eine fundierte Interpretation des PER müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Dazu zählt etwa eine Einschätzung zu möglicherweise hohen Gewinnen in der Zukunft. Zeigt ein Unternehmen deutlich ein solches Potenzial, kann selbst eine hohe PER noch günstig sein.

Ebenso ist eine kontinuierlich steigende Gewinnspanne in der Bewertung zu berücksichtigen. Tendenziell spiegeln sich solche Unternehmensdaten, im Vergleich zu Unternehmen mit stark schwankenden Gewinnen, in hohen Bewertungen wider. 

Price-Earnings-Ratio: Beispiele von DAX Unternehmen 

Mit der nachstehenden Aufstellung lässt sich das PER besser einordnen. Sie zeigt einige Unternehmen mit einem niedrigen sowie einige mit einem hohen Kurs-Gewinn-Verhältnis. Basis für die Kennzahlen ist 2021.

Nachstehende Unternehmen haben eine PER von unter 10:

  • Mercedes-Benz Group (3,10)
  • BMW (4,70)
  • Porsche Holding SE (5,60)
  • Volkswagen (6,00)
  • Covestro (6,50)
  • HeidelbergCement (6,70)
  • E.O.N. (6,80)
Unternehmen mit einem PER von unter 10
Unternehmen mit einem PER von unter 10

Nachstehende Unternehmen haben eine PER von über 40:

  • Sartorius (127,50)
  • Zalando (78,20)
  • Symrise (47,60)
  • Linde (46,80)
  • Bayer (46,10)
  • MTU Aero Engines (43,00)
  • Infineon Technologies (40,80)
Unternehmen mit einem PER von über 40
Unternehmen mit einem PER von über 40

Das Price-Earnings-Ratio des deutschen Leitindex DAX

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für den DAX fiel im Laufe des Jahres 2022 von 18 auf zehn. Damit hat es das Niveau der Jahre 2003, 2009 und 2020 erreicht, in denen dieses zum Ende eines Bärenmarktes zu sehen war. Im langfristigen Mittel liegt das PER des DAX bei rund 15.

DAX Performance Index
DAX Performance Index
Niklas Mueller
Niklas Mueller ist ein Content-Manager und Autor, der sich auf den Finanzbereich spezialisiert hat. Während seines BWL-Studiums an der Universität zu Köln entwickelte er eine Leidenschaft für Trading und verfügt nun über fundiertes Wissen über Forex, CFDs, Aktien und technische Analyse. Niklas verfasst hochwertige Beiträge, einschließlich Broker Reviews, um den Lesern die besten Angebote zu präsentieren. Sein Ziel ist es, das Trading Verständnis zu erhöhen und den Lesern zu helfen bessere Trading Entscheidungen zu fällen.
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