Was bedeutet vinkulierte Namensaktien?

Definition

Bei vinkulierten Namensaktien handelt es sich um eine Sonderform der Namensaktie. Der Begriff vinkuliert findet im Lateinischen seinen Ursprung. Das Wort „vinculum“ bedeutet Band oder Fessel. Darunter ist eine Fessel hinsichtlich des Stimmrechts zu verstehen. Der Emittent, das Unternehmen, muss seine Zustimmung geben, damit Wertpapiere an den neuen Besitzer übertragen werden können. Normalerweise wird keine Zustimmung der Aktiengesellschaft benötigt, wenn eine normale Namensaktie veräußert wird. Diese Zustimmung ist sinnvoll, wenn bestimmte Anleger, wie beispielsweise unliebsame Konkurrenten, vom Kauf ausgeschlossen werden sollen. Grundsätzlich ist ein Kauf möglich, doch kann der Käufer kein tatsächlicher Eigentümer mit jeglichen Stimm- und Dividendenrechten werden, wenn die Aktiengesellschaft ihre Genehmigung verweigert. Für Privatanleger hat diese Fessel in der Regel keine Bedeutung, da es in der Regel keinen Grund gibt, einem Privatanleger diese Rechte zu verweigern.

Erklärung

Vinkulierte Namensaktien stellen eine Sonderform der Aktien dar. Beim Kauf oder Verkauf, aber auch bei Verpfändung oder Vererbung ist die Zustimmung der Aktiengesellschaft relevant. Ausschließlich diejenigen, die im Aktienregister eingetragen sind, haben Stimm- und Dividendenrechte. Diese Vinkulation soll das Unternehmen vor der Übernahme durch die Konkurrenz schützen. Ein Unternehmen kann selbst entscheiden, welche Gattungen von Aktien es an seine Aktionäre ausgibt. Die Gattung der Aktien bestimmt die verschiedenen Rechte der Aktionäre. Nennwert- und Stückaktien unterscheiden sich im erworbenen Anteil des Unternehmens. Vorzugs- und Stammaktien hingegen ermöglichen dem Aktionär verschiedene Stimmrechte. Weiterhin werden Aktien nach ihrem Emissionszeitpunkt unterschieden. Sie werden in „junge“ und „alte“ Aktien eingeteilt. 

Im Gegensatz zu Inhaberaktien müssen die Besitzer von Namensaktien mit ihrem Namen, Geburtsdatum sowie Adresse im Börsenregister des Unternehmens erfasst werden. Diese Eintragung hat den Vorteil, dass das Unternehmen darüber im Bilde ist, wer die Aktionäre sind. So kann das Unternehmen ein gezieltes Marketing und gezielte Investor-Relations-Maßnahmen betreiben.

Grundsätzlich müssen Namensaktien nicht vinkuliert sein. Lediglich in Ausnahmefällen ist die Vinkulation kraft Gesetz vorgeschrieben. Die Vinkulation erfolgt freiwillig und der Hauptgrund ist, dass unerwünschte Aktionäre aus dem Unternehmen ausgeschlossen werden sollen. 

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