Inflation einfach erklärt – Definition für Anfänger 

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Inflation ist schon seit Längerem in aller Munde. Bereits seit vielen Jahren warnen Wirtschaftswissenschaftler vor einem starken Anstieg. Und jetzt scheint sich zu bewahrheiten, was viele befürchtet haben, die Inflationskurve steigt enorm an. Doch was bedeutet das eigentlich? 

Bei einer Inflation verliert das Geld stark an Wert. Oder anders ausgedrückt steigen die Preise der Güter erheblich an. Um sie zu berechnen, wird ein festgelegter Warenkorb herangezogen. Die Preise der Güter im Warenkorb werden über einen längeren Zeitraum verglichen und dargestellt. Alle Verbraucher merken die Auswirkungen davon unmittelbar beim Geldausgeben. 

Die Preiserhöhungen haben aber auch direkten Einfluss auf die Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main. Die EZB verfolgt das Ziel, die Preise zu stabilisieren. Steigt die Inflation, werden in der Regel die Zinsen angehoben. Das wiederum hat Auswirkungen auf die Aktienmärkte. In den folgenden Abschnitten soll zunächst der Begriff der Inflation definiert werden. Anschließend wird erläutert, wie sie gemessen wird und warum es überhaupt zur Inflation kommt. Welche Vor- und Nachteile sie bietet, wird in den letzten beiden Abschnitten ausgeführt. 

Inflation: Definition

Die Preise von Waren und Dienstleistungen unterliegen in einer Marktwirtschaft Veränderungen. Produkte können dabei sowohl teurer als auch billiger werden. Steigen die Preise von Waren sowie Dienstleistungen allgemein an, also nicht nur die Preise von einzelnen Produkten, wird von einer Inflation gesprochen. Was diese Definition genauer bedeutet, soll im Folgenden noch mal näher erklärt werden. 

Findet eine allgemeine Erhöhung der Güterpreise statt, dann können Verbraucher zum Beispiel mit hundert Euro weniger kaufen, als sie es davor konnten. Damit sinkt durch die Inflation mit der Zeit der Wert der Währung. Wie es zur Inflation kommt, wird weiter unten beschrieben, im nächsten Abschnitt wird zunächst dargestellt, wie sie ermittelt wird.

Tipp: Klicken hier, um zu erfahren, was eine Hyperinflation ist.

Wie wird die Inflation gemessen?

Um die Inflation zu messen, wird ein definierter Warenkorb herangezogen. Durch die Ermittlung der Preise über einen längeren Zeitraum lässt sich feststellen, ob die Preise im Allgemeinen steigen oder sinken. Dabei werden bestimmte Produkte bei der Berechnung stärker gewichtet als andere. Das sind die Produkte, für die mehr Geld ausgegeben wird, wie etwa Strom. Weniger Geld wird etwa für Zucker oder Briefmarken ausgegeben. Da die Menschen ihr Geld teils sehr unterschiedlich verwenden, werden die durchschnittlichen Ausgabengewohnheiten der Haushalte zusammengenommen. Alle Waren sowie Dienstleistungen, die von privaten Haushalten konsumiert werden, müssen für die Rate herangezogen werden, das sind:

  1. Alltagsprodukte wie Lebensmittel, Benzin oder Strom 
  2. Gebrauchsgüter wie Kleidung, Computer oder Waschmaschinen 
  3. Dienstleistungen wie Versicherungen oder Friseurbesuche 

Bei der Berechnung der Rate wird häufig die Frage nach der gefühlten oder der echten Inflation gestellt. Kritiker bemängeln, dass der Warenkorb, der zur Berechnung herangezogen wird, leider nicht die reale Situation in den Haushalten widerspiegelt. Denn aus der Kernrate werden Produkte, die großen Preisschwankungen unterliegen, herausgerechnet. Dazu können auch Lebensmittel und Energiepreise zählen. Daher ist die gefühlte Inflation häufig höher, als die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte. Nach dieser Darstellung zur Berechnung soll als Nächstes erläutert werden, warum es zur Inflation kommt.

Warum kommt es zu einer Inflation?

Die Notenbanken haben in der Vergangenheit damit begonnen, mehr Geld zu drucken. Viele Staaten in Europa und auch die USA sind hoch verschuldet. Wenn ein Land nicht sparen kann, um das Geld zurückzuzahlen, kaufen die Notenbanken immer wieder die Schulden auf. Das tun sie, indem sie den Investoren die Staatsanleihen abkaufen. Die FED, die US-amerikanische Notenbank, verfolgt diese Praxis – frisches Geld gegen marode Papiere in Form von Staatsanleihen – schon seit langer Zeit. In Europa wurde das lange abgelehnt, bis zur Griechenlandkrise. Seither kauft auch die Europäische Zentralbank marode Staatspapiere hoch verschuldeter Euro-Länder. So gibt es auch in Europa frisches Geld gegen unter Umständen wertlose Staatsanleihen. 

Die Folge dieser lockeren Geldpolitik führt dazu, dass die Menge an Waren und Dienstleistungen nicht im gleichen Maße steigt. Durch steigende Preise verliert das Geld dann an Kaufkraft. In Deutschland kam es im Jahr 1923 zu einer Hyperinflation. Die Menschen mussten ihren Lohn mit Schubkarren von den Fabriken abholen und konnten wenig später oft nur noch ein Brot dafür bekommen, da das Geld in kurzer Zeit massiv an Wert verlor. Diese Erfahrung hat bis heute Auswirkung auf die Bevölkerung und die damalige Generation hat ihre Ängste weitervererbt. So etwas wollte niemand mehr erleben. 

Mit einer kleineren Inflation scheinen sich die Menschen auch in Deutschland abzufinden. Wirtschaftswissenschaftler warnen allerdings vor den unkontrollierbaren Folgen. Doch die Notenbanken und Politiker führen die sie nicht unbedingt als erwünscht herbei, sondern kämpfen eher gegen eine noch schlimme wirkende Deflation an. Die könnte zu Massenarbeitslosigkeit und Verarmung der Bevölkerung führen. In den beiden folgenden Abschnitten sollen die Vorteile und die Nachteile, die sich aus der Geldentwertung ergeben, ausgeführt werden.

Vorteile einer Inflation

Die Inflation bringt nicht nur Nachteile mit sich. Für einige kann sie auch Vorteile bedeuten. So zum Beispiel für Schuldner. Während die Geldentwertung Gläubigern, also Kreditgebern, schadet, bedeutet sie für die Schuldner eine geringere Belastung. Denn durch die Entwertung des Geldes schrumpft auch der reale Wert der Geldforderung. Wenn die Rate die Zinsen, zu dem sich der Schuldner das Geld geliehen hat, übersteigt, dann werden die Schulden kleiner. Vorteile hat die Inflation auch für die Banken, die selbst über wenig Eigenkapital verfügen. Diese können sich das Geld bei der EZB leihen und teurer weiterverleihen.

Nachteile einer Inflation

Für die meisten Bürger allerdings bedeutet die Inflation Nachteile, besonders wenn sie unvorbereitet sind. Denn die Kaufkraft ihres Geldes schwindet, wie bereits dargestellt. Geld, das zu einem niedrigen Zins zum Sparen angelegt wurde, fällt ebenfalls der Inflation zum Opfer. Schon bei einer Inflationsrate von 6 Prozent hätte das Geld nach zehn Jahren 43 Prozent seines Wertes verloren. Bei einer Rate von 10 Prozent wären es sogar 75 Prozent. Die Folgen einer auf lange Zeit hohen Rate sind also gravierend. Für die Notenbanken birgt die Inflation ebenfalls große Nachteile, da sie durch den Kauf von Staatsanleihen selbst unmittelbar betroffen ist.

Fazit

Für die meisten Menschen führt die Inflation zu Kaufkraftverlust und finanziellen Einbußen. Nur für Schuldner lassen sich auch Vorteile feststellen. Denn sie zahlen ihre Kredite mit inflationärem Geld zurück. Die Auswirkungen können dabei höchst unterschiedlich sein. Denn die Inflation macht sich in bestimmten Bereichen mehr und in anderen weniger bemerkbar. Sind zum Beispiel die Benzinpreise besonders betroffen und steigen gewaltig an, dann spüren alle, die viel mit dem Auto fahren, stärker die Inflationsrate. Um sein Vermögen vor der Geldentwertung zu schützen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die wirksamste ist wohl das Anlegen in Sachwerte wie:

  • Aktien
  • Immobilien
  • Edelmetalle

Bei Aktien eignen sich allerdings nicht alle Werte als Schutz gegen die Entwertung des Geldes, denn Tech-Werte oder Luxusartikelhersteller leiden meistens erheblich. Geeignet sind dagegen Aktien von Unternehmen des täglichen Lebens, wie:

  • Nahrungsmittelhersteller
  • Versorger
  • Pharmawerte

Als der klassische Inflationsschutz gilt aber Gold. Denn Gold lässt sich im Gegensatz zu Geld nicht vermehren. Wenn das Vertrauen der Menschen in die Währung schwindet, investieren viele Anleger in Gold, was sich auch an dem Goldpreis der vergangenen Jahre deutlich zeigt. Bei Immobilien als Schutz vor der Geldentwertung scheiden sich die Geister. Die meisten empfehlen jedoch den Kauf von Immobilien. Denn es kann regelmäßige Einnahmen sichern. Zudem ist das Haus ein Sachwert, das nicht so schnell an Wert verliert.

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