SNB – Die Schweizerische Nationalbank: Bedeutung für Trader

In der Schweiz wird die Geld-und Währungspolitik der Schweizerischen Eidgenossenschaft von der Schweizerischen Nationalbank, kurz SNB, geführt. Die Verfassung in der Schweiz legt dabei fest, dass die Leitung der Nationalbank im Gesamtinteresse des Volkes steht. Dabei konzentriert sie sich hauptsächlich auf die Preisstabilität im Land unter Berücksichtigung der Konjunktur. Somit ist die SNB maßgeblich an der Entwicklung des Landes beteiligt. Neben den Sitzen in Bern und Zürich ist die SNB auch in Singapur ansässig. Zusätzlich dazu gibt es noch sechs Vertretungen beispielsweise in St. Gallen oder Basel. 

Schweizerische Nationalbank: Vorstellung & Definition

Die SNB ist eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft und wird unter Mitwirkungen des Bundes nach den Vorschriften des Nationalbankgesetzes geführt. An der Börse kotiert werden die Aktien als Namenaktien geführt, dabei beträgt das Aktienkapital 25 Millionen Franken. Dieses Kapital liegt zu 55 % im Besitz der öffentlichen Hand. Die restlichen Aktien werden zum größten Teil von Privatpersonen gehalten. Der Bund selbst hält davon keine Aktien. 

Wichtige Fakten der SNB kurz zusammengefasst:

  • Gegründet im Jahr 1906
  • Unabhängige Zentralbank
  • Führt die Geld- und Währungspolitik der Schweizerischen Eidgenossenschaft
  • Hauptsitze in Bern und Zürich
  • Hauptaufgaben: Gewährleistung der Preisstabilität und Bargeldversorgung, Überwachung der Finanzsystem-Stabilität, sowie Beratung des Bundes in allen Fragen zur Währungspolitik

Welche Aufgaben hat die SNB?

Neben der Gewährleistung von Preisstabilität und der Bargeldversorgung hat die Schweizerische Nationalbank noch weitere wichtige Aufgaben. So steht sie dem Bund beispielsweise in allen Fragen der Währungspolitik als wichtiger Berater zur Verfügung. Weiterhin ist sie für den bargeldlosen Zahlungsverkehr in der Schweiz verantwortlich und überwacht dabei stets die Finanzsystem-Stabilität. Da sie gemäß dem Gesetz und der schweizerischen Verfassung dem Interesse des Volkes unterstellt ist, muss sie sich auch von dessen Interesse leiten lassen. Sie ist somit grundlegend bei der Entwicklung der Wirtschaft in der Schweiz beteiligt. 

Schauen wir uns nun die wichtigsten Aufgaben der SNB im Detail an:

  • Preisstabilität: Damit die Wirtschaft wachsen kann und die Entwicklung positiv verläuft, ist eine Preisstabilität besonders wichtig. Die Nationalbank hat als vorrangiges Ziel die Gewährleistung der Preisstabilität sicherzustellen. 
  • Geldpolitik: Die Führung der Geld- und Währungspolitik obliegt in der Schweiz der SNB. Beispielsweise legt sie den Leitzins fest oder ist auch am Devisenmarkt tätig, um die finanziellen Bedingungen zu beeinflussen. 
  • Bargeldversorgung und Bargeldloser Zahlungsverkehr: Je nach Bedarf versorgt die SNB die schweizerische Wirtschaft mit Bargeld. Sie gibt vor, wie viele Bargeldbestände an Scheinen gedruckt und an Münzen geprägt werden. Zusätzlich dazu ist sie für den kompletten bargeldlosen Zahlungsverkehr zuständig. 
  • Finanzsystem-Stabilität: Damit die Stabilität des Finanzsystems in der Schweiz jederzeit gewährleistet ist, analysiert die SNB mögliche Gefahrenquellen und zeigt etwaigen Handlungsbedarf auf. 
  • Verwaltung der Währungsreserven: Die SNB ist weiterhin für die Währungsreserven des Landes verantwortlich. Diese werden benötigt, um jederzeit Handlungsspielraum zu haben. Die Höhe der Währungsreserven ist eng an der umgesetzten Geldpolitik geknüpft. 

Wie hat sich die SNB entwickelt?

Auf Grundlage des Bundesgesetztes wurde die SNB am 16. Januar 1906 gegründet. Der eigentliche Geschäftsantrieb begann am 20. Juni 1907. Seit ihrer Gründung ist die SNB maßgeblich an der Wirtschaftspolitik der Schweiz beteiligt. Beispielsweise war sie während des zweiten Weltkriegs der wichtigste Handelsplatz für Gold und ab 1942 kaufte nur die SNB in der Schweiz Goldbestände des Dritten Reichs an. 

Zum 100-jährigen Bestehen der SNB im Jahr 2007 wurde von der Schweizerischen Post der Druck zweier Sondermarken im Wert von 85 Rappen und 1 Franken in Auftrag gegeben. Dabei gleicht die Briefmarke im Wert von 1 Franken einer 100 Franken Banknote. Zusätzlich zu den Briefmarken wurde auch eine Gedenkmünze herausgegeben. Am 20. Dezember 2017 übernahm die SNB 90 % des Sicherheitspapierherstellers Landqart. Der Hersteller ist der Lieferant des Papiers für die Schweizer Franken Banknoten. 

Wie ist das Verhältnis der SNB zum Bund?

Laut Verfassungsgesetz ist die SNB unabhängig. Diese Unabhängigkeit gestaltet sich so, dass die Nationalbank und ihre Organe keine Aufgaben und Weisungen durch die Bundesversammlung, den Bundesrat oder andere Stellen entgegennehmen dürfen. Der Nationalbank obliegt die komplette Budgetautonomie, sie darf jedoch keine Kredite an den Bund gewähren. Dadurch hat der Staat keinen Zugriff auf die Geldmenge des Staates. 

Wie wird die personelle Unabhängigkeit der Nationalbank sichergestellt?

Damit auch die personelle Unabhängigkeit der Nationalbank gewährleistet werden kann, dürfen die Mitglieder der Direktion und ihrer Stellvertreter nur dann vorzeitig ihres Amtes entzogen werden, wenn sie die Voraussetzung ihres Amtes nicht mehr erfüllen können oder ein schwerwiegender Vorfall aufgetreten ist. 

Wie ist die SNB aufgebaut?

Schauen wir uns noch kurz an, wie die SNB aufgebaut ist:

  • Äußere Organisation: Sitze in Bern und Zürich sowie eine Niederlassung in Singapur. Sechs Vertretungen unter anderem in Lausanne, Luzern, Basel und Genf. Hinzu kommen noch 13 Agenturen, geführt von Kantonalbanken.
  • Generalversammlung: Tritt einmal jährlich zusammen. In der Regel findet die Versammlung im April statt. 
  • Bankrat: Kontrolliert die Geschäftsleitung bzw. die Direktion. Besteht aus elf Mitgliedern, 6 Mitglieder werden vom Bundesrat gewählt und 5 Mitglieder von der Generalversammlung.
  • Geschäftsleitung: Besteht aus drei Mitgliedern des Direktoriums und drei Stellvertretern.
  • Innere Organisation: Unterteilung in drei Departments. Das erste Department umfasst beispielsweise Rechtsdienste und die Internationale Währungskooperation. Das zweite Department umfasst z.B. Finanzen und die Finanzstabilität. Das dritte Department umfasst das Operative Bankgeschäft und den Geldmarkt sowie den Devisenhandel.

Fazit

In der Schweiz ist die Schweizerische Nationalbank, kurz SNB, ein wichtiger Bestandteil der Geld- und Währungspolitik. Ihr obliegt die vollständige Kontrolle und Durchführung aller geldpolitischen Belange. Neben der Preisstabilität kümmert sich die SNB unter anderem auch um die Bargeldversorgung des Landes.

Ebenfalls liegt der bargeldlose Zahlungsverkehr im Aufgabengebiet der SNB. Damit die Stabilität des Finanzsystems in der Schweiz jederzeit gewährleistet ist, analysiert die SNB mögliche Gefahrenquellen und zeigt etwaigen Handlungsbedarf auf. Die SNB ist weiterhin für die Währungsreserven des Landes verantwortlich. Diese werden benötigt, um jederzeit Handlungsspielraum zu haben. Die Höhe der Währungsreserven ist eng an der umgesetzten Geldpolitik geknüpft. 

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