VDAX

In der Praxis wird zwischen dem VDAX und dem VDAX-New unterschieden. Dieser Artikel erklärt Ihnen, was unter VDAX zu verstehen ist und zeigt Unterschiede VDAX-New auf.

Definition und unterschiede VDAX und VDAX New

Der VDAX-NEW wird als ein Volatilitätsindex bezeichnet, der vonseiten der Deutschen Börse AG berechnet sowie veröffentlicht wird. Dabei wird die implizite Volatilität des deutschen Leitindex DAX gemessen, d.h. seine erwartete Breite von Schwankungen für die kommenden 30 Tage. Die Angabe geschieht nicht in annualisierter Form. Das Berechnen basiert auf den an EUREX, der Terminbörse, vorhandenen Optionen „out-of-the-money“ und „at-the-money“ sowie DAX. Wenn ein hoher VDAX-NEW-Wert vorhanden ist, deutet dies einen turbulenten Markt an, während kleine Werte auf ein Sich-Entwickeln ohne eine starke Schwankung von Kursen hindeuten. Daher wird der VDAX-NEW ebenso „Angstbarometer“ genannt. Er gibt grundsätzlich keine Auskunft über die Veränderungsrichtung, d. h. eine ansteigende beziehungsweise fallende Kurse, aber die geschichtlichen Höchststände wurden in komplexen Phasen des Marktes erzielt. Seinen bisher größten Wert erreichte der VDAX-NEW Mitte März 2020 durch einen  Indexstand in Höhe von 93,3 im Laufe der Corona-Pandemie. Damals erzielte dieser auch seinen geschichtlich größten Kurs des Tagesabschlusses in Höhe von 86,01 Punkten. Im Gegensatz zum VDAX Vorgänger kann der VDAX-NEW durch ein Optionen-Portfolio auf den DAX, das tatsächlich am Terminmarkt gehandelt wird, als Wert der Basis, nachgebildet werden. Hierdurch eignet er sich im Grunde für ein Investment. Die Volatilität ist als eigenständige Anlageklasse handelbar. Die Berechnung des VDAX-NEW erfolgt seit  April des Jahres 2005 börsentäglich in der Zeit zwischen 9:15 und 17:30 Uhr jede Minute. Bei einer rückwirkenden Berechnung gilt die Deutsche Börse als VDAX-NEW als historische Zeitreihe. Eurex stellte im Juli des Jahres 2009 das Handeln mit Futures-Kontrakten auf den VDAX-NEW ein. Damit gibt es keinerlei Zertifikate mehr auf den VDAX-NEW. Die Berechnung erfolgt seither lediglich noch vonseiten einer Deutschen Börse. Die Berechnungsmethode des VDAX-NEW ist von der Deutschen Börse in Zusammenarbeit mit Goldman Sachs, der Investmentbank, hergestellt worden. Die gleiche Methode zur Berechnung wird für den VSTOXX sowie den VSMI verwendet. Ziel ist es, dass der VDAX-NEW mittelfristig den VDAX, der sich in Berechnungsmethode und Laufzeit unterscheidet, ersetzt. Zusätzlich zum Hauptindex gibt es für den VDAX-NEW insgesamt acht Subindizes. Diese werden für Laufzeiten von Optionen zwischen einem Monat und zwei Jahre veröffentlicht. Die Berechnung der Sub-Indizes erfolgt durch die Varianz eines extra entwickelten Portfolios an Optionen, das nur durch Schwankungen eines Basiswertes, eine Reaktion zeigt. VDAX-New, der Hauptindex erfährt eine Interpolierung aus den nächsten zwei Teilindizes auf 30 Tage. Die Ableitung der Verfallstage der den Sub-Indizes zugrunde liegenden Optionen ist aus dem je vorhandenen Indexkürzel ableitbar. Hierbei wird der Verfallsmonat bezeichnet. Dieser beginnt mit A, was für Januar steht, und endet mit L, welches den Dezember kennzeichnet. Mit J wird die letzte Ziffer des Verfallsjahres benannt. Von der Deutschen Börse werden auch Subindizes veröffentlicht, die eine Bindung an eine feste Laufzeit erfahren. Die je vorhandenen Optionen mit einem festen Verfallsdatum verändern die Subindexzugehörigkeit gemäß ihrer Restlaufzeit zum je vorhandenen Datum.

Im Vergleich zum VDAX hat der VDAX-NEW ein paar Differenzen. Diese sind:

  • Der VDAX-NEW erfährt eine Interpolierung aus den nächsten beiden Teilindizes auf eine Dauer von 30 Tagen 
  • Der VDAX basiert auf einer 45-tägigen Optionslaufzeit 
  • Der VDAX hat nicht wirklich gehandelte Optionen zur Basis. Vielmehr sind fiktiven Optionspreise entscheidend. 
  • Für das Berechnen des VDAX ist ein in der Theorie vorhandenes Optionspreismodell erforderlich 
  • VDAX-NEW wird durch die Varianz eines spezifischen Optionsportfolios ermittelt. 
  • Das Berechnen des VDAX basiert nur auf Optionen von „at-the-money“. 

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass der VDAX ein an den Deutschen Aktienindex gekoppelter Index ist. Dieser zeigt die Volatilität der 30 größten Betriebe in Deutschland auf. Weil sämtliche 30 Betriebe im DAX beinhaltet sind, gilt der VDAX als ein Subindex des DAX. Der VDAX wird börsentäglich in der Zeit von 09:00 bis 17:30 Uhr in der Echtzeit berechnet. Der VDAX New gilt als VDAX-Nachfolgeindex, der letztmalig Ende Juli des Jahres 2016 berechnet worden ist. Die Berechnung des VDAX NEW erfolgt durch Indexoptionen an EUREX, der Terminbörse. 

Der Volatilitätsindex ist zur Bewertung der impliziten DAX-Volatilität heranziehbar. Dieser berechnet daher die Intensität von künftigen Schwankungen. Wichtig ist die Zeit von 30 Tagen. Die Extrapolierung erfolgt auf ein Jahr.

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