Transaktionskosten – Definition & Erklärung

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Transaktionskosten beschreiben die Kosten, welche durch das Nutzen des Marktes entstehen können, z. B. bei Verfügungsrechte-Transaktionen wie den Verkauf, Kauf und der Miete.

Wissenswert:

  • Die Transaktionskostentheorie beschreibt einen elementaren Bestandteil der Neuen Institutionenökonomik und besagt, dass für alle Transaktionen Transaktionskosten anfallen.
  • Die Transaktionskostenhöhe verhindert gegebenenfalls das Zustandekommen diverser Transaktionen, sofern anfängliche Informationskosten für einen potenziellen Käufer derart hoch ausfallen, dass es zu einer prohibitiv teureren Transaktion kommt.
  • Ebenso verhindert das Existieren von Transaktionskosten, dass Verkäufer und Käufer das für sie billigste Angebot herausfinden, weil die mit dem Suchen ansteigenden Transaktionskosten mögliche Vorteile weiterer Angebote überwiegen – Stichwort: abnehmender Grenzbetrag.
  • Transaktionskosten werden auch als Anbahnungs-, Such-, Informations-, Verhandlungs-, Zurechnungs-, Vereinbarungs-, Entscheidungs-, Absicherungs- und Abwicklungskosten bezeichnet.
  • Transaktionskosten ergeben sich zum Beispiel, wenn es zwischen den Beteiligten an einer Transaktion zu einem Bedarf an einer Kommunikation oder zu Verständigungsproblemen, Konflikten und Missverständnissen kommt. 

Transaktionskosten und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft

Die Transaktionskosten erfahren eine Interpretation als Marktnutzungskosten. So lässt sich erklären, wieso spezielle Wirtschaftsakteure eine Transaktion durch den Markt ausführen und auf alternative Markttransaktionen verzichten sowie eine Arbeit, die ihrem Unternehmen entspricht, verlagern. Folglich sind für Coase die Transaktionskosten die Ursache für die Existenz von Unternehmen. Die Sichtweise unterscheidet sich von jener von Oliver E. Williamson, wonach die Kosten aus einer eingeschränkten Akteure-Rationalität in Verbindung mit Opportunismus, der Komplexität des Umfelds sowie der Investitionen-Spezifität entstehen.

Transaktionskosten bilden auch einen zentralen Baustein in Douglass Norths Studien zur Entwicklungsökonomie. Beim Analysieren der Entwicklung sowie des Nationen-Wohlstands berücksichtigt North jedoch alle Kosten, welche aus dem Schaffen von Märkten auf der institutionellen Ebene resultieren. Die Kosten differenzieren sich stark von den Transaktionskosten, welche Coase als Marktnutzungskosten bezeichnet. Bei Norths Transaktionskosten handelt es sich um Anschaffungskosten des Marktes, d. h. um Meta-Transaktionskosten im klassischen Sinne. In diesem Zusammenhang existieren nach North transaktionskostenerhöhende sowie transaktionskostensenkende Institutionen.

Die Unzulänglichkeit zahlreicher Gemeinschaften, wirksame Institutionen oder Regeln zu erstellen, sodass das Erfüllen von Verträgen nicht der Vertragsabschluss mit niedrigen Kosten abgesichert ist, gilt für ihn als bedeutendste Ursache für ein fehlendes Wachstum der Wirtschaft, wirtschaftliches Stagnieren sowie eine Unterentwicklung. Die Transaktionskosten hängen von der Form der Koordination, also von der Institutionenökonomie, ab, unter welcher es zu einer Transaktion kommt. Dementsprechend findet der Güteraustausch je nach Transaktionskosten-Höhe horizontal, also marktbasiert beziehungsweise vertikal, also innerhalb eines Unternehmens, statt. Das Grundprinzip besagt, dass wirtschaftliche Fragen als Vertragsproblem ausformuliert werden.

Transaktionskosten Beispiele

  • Extante Transaktionskosten: Kosten, die vor der Transaktionsausführung anfallen. 
  • Anbahnungskosten, beispielsweise für die Kontaktaufnahme
  • Informationsbeschaffungskosten, zum Beispiel für die Informationssuche über mögliche Transaktionspartner
  • Vereinbarungskosten, beispielsweise bei Verhandlungen, Einigung und Vertragsformulierung. Die Kosten gelten laut dem deutschen Einkommensteuergesetz als Werbungskosten.

Ex post – Kosten, die nach der Transaktionsausführung anfallen 

Abwicklungskosten, zum Beispiel Transportkosten oder Maklerkosten.

  • Anpassungs- und Änderungskosten, beispielsweise Preisänderungen, Terminänderungen und Mengenänderungen
  • Kontrollkosten, zum Beispiel das Einhalten von Terminen, Qualitäts- und Preisabsprachen. 

Die Transaktionskostenhöhe ist abhängig von:

  • Transaktionshäufigkeit
  • Transaktionsspezifität
  • strategischen Bedeutung
  • Transaktionsatmosphäre
  • Transaktionsunsicherheit
  • Transaktionskosten

Zu den Letzteren zählen die Mess- sowie Allokationskosten. Diese können die Existenz diverser Märkte für bestimmte Güter abhalten. Neuartige Formen der Information können die Transaktionskosten senken. Es werden Versuche unternommen, das Transaktionsmodell auf die Politik zu übertragen. Moderne Demokratien sind davon besonders betroffen. In der Praxis wird die Prinzipal-Agenten-Theorie in Verbundenheit mit den Prinzipien der Delegation sowie Repräsentation angewandt.

Ausgewählte Repräsentanten vertreten die Prinzipal-Agenten, also die Vertreter der Wählerschaft. Die Überprüfung, inwiefern sie das durch eine Wahl bzw. durch eine Volksabstimmung erhaltene Mandat erfüllen, indem diese ein Wahlversprechen einhalten, ist äußerst schwierig und für die Wählerschaft mit hohen Kosten verbunden.

Zum Zweiten basiert der politische Ansatz von Transaktionskosten auf der These, dass Märkte politischer Natur, auf denen z. B. Parteien Koalitionen bilden, weit weniger effizient sind als die üblicherweise existierenden Gütermärkte, weil die auszutauschenden Güter schwer quantifizierbar sind und weil es sich als schwierig herausstellt, die Leistungsversprechen der Tauschpartner vertraglich zu bestimmen. Der Aufwand für die Aushandlung und Überprüfung von Verträgen gilt als entsprechend hoch.

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