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Einfach erklärt ist der Emissionshandel ein marktwirtschaftliches Instrument mit dem Ziel, CO2 Emissionen über den Kauf und Verkauf von Emissionszertifikaten zu reduzieren.

Emissionen sind im Allgemeinen alle Störfaktoren, die durch menschliche Aktivitäten in die Umwelt gelangen. CO2 Emissionen bezeichnen den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid und Treibhausgasen.

Das Gesamtvolumen des nationalen Emissionshandels (nEHS) in Deutschland umfasst 2026 192.085.240 nationale Emissionszertifikate (nEZ). Die Zertifikate werden über die European Energy Exchange (EEX) gehandelt und unterliegen derzeit (2026) einem fixen CO2 Preiskorridor von 55–65 Euro pro Tonne.

Der Emissionshandel funktioniert auf Basis des Cap and Trade Prinzip. Die EU legt eine Obergrenze an CO2 Emissionen fest, für die CO2 Zertifikate ausgestellt werden. Jedes Zertifikat berechtigt zum Ausstoß von einer Tonne CO2. Diese Zertifikate werden von Unternehmen gehandelt. Privatanleger haben die Möglichkeit, am Markt über CO2 Zertifikat ETCs teilzuhaben.

Auf dieser Seite erklären wir dir, was der Emissionshandel bzw. Emissions Trading ist, wie er funktioniert und welche Vor- und Nachteile er bietet. Außerdem gehen wir auf unser Coaching Angebot im Bereich Emissions Trading ein.

Was ist der Emissionshandel?

Der Emissionshandel (ETS) ist eine marktwirtschaftliche Maßnahme, die seit 2005 als zentrales Klimaschutzinstrument in der EU eingesetzt wird. 

Der Emissionshandel umfasst den Kauf und Verkauf von europäischen EUAs (European Union Allowances) und nationalen CO2 Zertifikaten (nEZ). Jedes Zertifikat berechtigt zur Emission von je einer Tonne CO2.

Das Emissionshandelssystem unterscheidet zwischen dem europäischen Markt (EU-ETS) und dem nationalen Markt (nEHS). In Deutschland greift der nationale Emissionshandel für die Sektoren Wärme und Verkehr in Ergänzung zum EU-ETS. Der EU-ETS ist der europäische Emissionshandel. Er erstreckt sich auf die Betreiber von energieintensiven Industrieanlagen, Kraftwerken und innereuropäischen Luft- und Seeverkehr. 

Der Emissionshandel ist nicht nur für Unternehmen relevant, sondern mittlerweile auch für den Finanzmarkt für Privatanleger geöffnet worden. Privatanleger haben die Möglichkeit, CO2 Zertifikate über ETCs zu handeln. CO2-Zertifikate-ETCs sind börsengehandelte Finanzprodukte (Exchange Traded Commodities) und bieten Anlegern direkten Zugang zu europäischen Kohlenstoffdioxid-Emissionszertifikaten. Die ETCs ermöglichen es, von der Preisentwicklung von CO2 Zertifikaten ohne direkte Teilnahme am Emissionshandel zu profitieren.

Die wirtschaftliche Dimension des Emissionshandels ist enorm. Laut Umweltbundesamt erreichten Deutschlands Einnahmen aus dem Verkauf von CO2 Zertifikaten (EU-ETS und nationales nEHS) einen Rekordwert von 21,4 Milliarden Euro. 2025 sanken die Emissionen um rund 3 %.

Wie funktioniert der Emissionshandel?

Der Emissionshandel funktioniert nach Cap und Trade Prinzip und schafft einen Anreiz für Unternehmen, ihren Treibhausgasausstoß zu senken.

Der europäische Emissionshandel (EU-ETS 1) deckt rund 40 % der gesamten Treibhausgasemissionen der EU ab. Die teilnehmenden Sektoren umfassen Kraftwerke, Energieanlagen, energieintensive Industrie, innereuropäischen Luftverkehr und Seeverkehr. Ab 2028 startet das neue EU-ETS 2. EU-ETS 2 deckt den Gebäude- und Verkehrssektor europaweit ab.

Der Emissionshandel basiert auf dem Cap & Trade Prinzip. Dieser Mechanismus basiert auf einer Obergrenze (Cap) und dem Handel (Trade) der Emissionen. 

Politische Akteure legen eine Obergrenze für Treibhausgase fest, die sich auf einen bestimmten Zeitraum bezieht. Für diese festgelegte Emissionsmenge werden Emissionszertifikate ausgegeben. Ein Emissionszertifikat berechtigt zum Ausstoß von einer Tonne CO2. Die Obergrenze wird jedes Jahr schrittweise verringert, um die Klimaziele zu erreichen.

Für jede Tonne CO2, die ein Unternehmen freisetzt, ist ein gültiges Zertifikat am Jahresende notwendig. Reduziert ein Unternehmen seinen Ausstoß, braucht es weniger Zertifikate. Bei Überschuss an Zertifikaten hat das Unternehmen die Möglichkeit, die überschüssigen Zertifikate an Energiebörsen an andere Unternehmen zu verkaufen. 

Privatanleger haben die Möglichkeit, CO2 Zertifikate über ETCs (Exchange Traded Commodities) zu handeln. Emissions Trading über ETCs funktioniert prinzipiell wie der Aktienhandel. Man eröffnet ein Depot bei einem Broker oder einer Bank, wählt den gewünschten CO2 ETC aus und gibt die Kauforder auf.

Vorteile und Risiken von Emissions Trading 

Die Vorteile und Risiken von Emissions Trading sind die Erreichung von Umweltzielen und ökonomische Effizienz auf der einen Seite und Carbon Leakage sowie hohe Preisschwankungen auf der anderen. 

In der folgenden Tabelle werden die wichtigsten Vorteile und Risiken von Emissions Trading auf einen Blick dargestellt.

Vorteile von Emissions Trading

  • Erreichung von Umweltzielen
  • Ökonomische Effizienz
  • Diversifikation und Portfolioabsicherung

Risiken von Emissions Trading

  • Carbon Leakage
  • Preisschwankungen
  • Hohe Kosten für Endverbraucher

Vorteile von Emissionshandel

Die Vorteile von Emissionshandel sind die messbare Erreichung von Umweltzielen, ökonomische Effizienz und Diversifikation und Portfolioabsicherung für Investoren.

Emissionshandel hilft dabei, die festgesetzten Klimaziele zu erreichen. Anders als bei der CO2 Steuer, bei der die Emissionsmenge nicht begrenzt wird, setzt Emissions Trading eine harte Obergrenze.

Emissionshandel bietet eine hohe volkswirtschaftliche Kosteneffizienz. Unternehmen, für die eine technologische Umrüstung sehr teuer wäre, kaufen CO2 Zertifikate. Unternehmen, die die Möglichkeit haben, günstig CO2 einzusparen, tun dies und verkaufen ihre überschüssigen Zertifikate mit Gewinn.

Privatanleger und institutionelle Investoren haben die Möglichkeit, über CO2-ETCs oder Futures direkt an der Preisentwicklung zu partizipieren. CO2 Zertifikate eignen sich hervorragend zur Diversifikation. Viele institutionelle Investoren nutzen sie als Absicherung (Hedge) gegen Klimarisiken im eigenen Portfolio. Die EU verknappt die Menge der Zertifikate, weshalb viele Analysten von steigenden Preisen ausgehen. Der kontinuierlich sinkende Cap Wert sorgt für steigende CO2 Preise. Steigende CO2 Preise schaffen finanzielle Anreize für Unternehmen, in Forschung und grüne Technologien zu investieren.

Risiken von Emissionshandel

Ein hohes Risiko von Emissionshandel ist Carbon Leakage. Carbon Leakage bezeichnet die Verlagerung von CO2 Emissionen. Steigen die CO2 Preise in der EU zu stark an, verlagern energieintensive Industrien ihre Produktion gegebenenfalls in Nicht-EU Länder. Die EU versucht diesen Effekt mit dem neuen CO2 Grenzausgleich (CBAM) für Importe abzumildern.

Die Preisvolatilität beim Emissionshandel ist sehr hoch. Der Preis für CO2 Zertifikate schwankt stark. Er hängt von Rahmenbedingungen der Wind- und Solarstromerzeugung ab sowie von Gaspreisen und Konjunkturdaten. Die stark schwankenden Preise erschweren es Unternehmen und Anlegern, langfristig zu planen.

Für Investoren und Anleger ist das größte Risiko beim Emissionshandel das politische Risiko. Der Emissionsmarkt ist stark von politischen Entscheidungen abhängig. Werden mehr Zertifikate freigegeben oder Regierungen in die Preisbildung eingreifen, bricht der Wert von CO2 Investments schlimmstenfalls über Nacht ein. Die Abhängigkeit von extrem volatilen Rohstoffmärkten (wie Erdgas) sorgt kurzfristig für sehr starke Kursschwankungen.

Wie kann man Emissionshandel lernen?

Man kann Emissionshandel lernen, indem man sich mit den Grundlagen zum Cap and Trade Prinzip, dem EU-ETS und dem nEHS auseinandersetzt.

  1. Grundlagen des Emissionshandels verstehen: Um zu lernen, wie man erfolgreich im Trading mit Emissionen ist, braucht es ein solides Verständnis der Grundlagen des Emissionshandels. Dazu ist es notwendig, die politischen Ziele der EU (zum Beispiel Fit for 55) zu kennen, Unterschiede zwischen dem europäischen Industriemarkt (EU-ETS) und dem nationalen Emissionshandel (nEHS) zu kennen. Offizielle Publikationen der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) liefern hier eine gute Basis.
  2. Einflussfaktoren für den CO2 Preis analysieren: Für ein tieferes Verstehen des Emissionshandels ist es wichtig, zu verstehen, was den CO2 Preis beeinflusst. Zu den größten Einflussfaktoren auf den CO2 Preis zählen Wetterdaten (für die Erzeugung von Wind- und Solarstrom), Entwicklung der Gas- und Ölpreise und politische Eingriffe.
  3. Verfügbare Finanzinstrumente wie ETCs verstehen: Damit man im Emissionshandel als Privatanleger Gewinne erwirtschaftet, empfiehlt es sich, sich mit den verfügbaren Finanzinstrumenten wie ETCs detailliert auseinanderzusetzen. Privatanleger handeln keine physischen EUAs an Börsen, sondern mit Finanzderivaten. Daher ist es nötig zu wissen, wie CO2 ETCs und Futures funktionieren, wie sie auf Broker Plattformen gehandelt werden und welche spezifischen Risiken für sie existieren.

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Emissionshandel Coaching bei Trading.de schützt dich vor verhängnisvollen Anfängerfehlern und vermittelt praxisnahes Training für das Emissions Trading.

Wir bringen dir essenzielle Skills für das Traden mit Emissionen bei. Dazu zählen beispielsweise spezifische Marktanalysen, Charttechnik und Risikomanagement. Gerne unterstützen wir dich bei der Einrichtung deines Depots, der Auswahl des richtigen Brokers für ETCs und der Orderausführung.

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Wo kann man Emissionen traden?

Emissionen kann man in Form von CO2 Zertifikat ETCs an jeder Börse traden, an der sie gelistet sind (beispielsweise Xetra, Börse Frankfurt oder Börse Stuttgart).

Der Kauf von CO2 Zertifikat ETCs erfolgt für Privatanleger wie bei Aktien über eine Bank oder einen Online Broker. Über diese lässt sich ein ETC Sparplan einrichten. Die Auswahl an ETCs variiert je nach Anbieter. Vor dem Kauf von ETCs ist es notwendig, ein Wertpapierdepot zu eröffnen.

Industrieunternehmen, Kraftwerksbetreiber und Fluggesellschaften, die am europäischen Emissionshandel (EU-ETS) teilnehmen, handeln die Emissionsrechte direkt und nicht über klassische Wertpapierbörsen im Gegensatz zu Privatanlegern. Der zentrale Handelsplatz in Europa ist die European Energy Exchange (EEX) in Leipzig. Dort finden regelmäßig staatliche Auktionen statt, bei denen neue CO2 Zertifikate ausgegeben werden.

An der EEX und anderen Plattformen (wie der ICE Endex) handeln Unternehmen untereinander mit CO2 Zertifikaten. Überschüssige EUAs werden an Firmen verkauft, die ihr CO2 Limit überschritten haben.

Kosten beim Emissionshandel

Die Kosten beim Emissionshandel sind abhängig vom Zertifikatspreis pro Tonne CO2 und ob es sich um den europäischen Industriemarkt (EU-ETS) oder den nationalen Markt für Gebäude und Verkehr (nEHS) handelt.

Das europäische Emissionshandelssystem (EU-ETS 1) betrifft Kraftwerke, energieintensive Industrien sowie den innereuropäischen Luft- und Seeverkehr. Der Preis für EU ETS Zertifikate bildet sich frei an der Börse durch Angebot und Nachfrage. Durch die Verknappung der Zertifikate steigen die Preise tendenziell.

Der nationale Emissionshandel (nEHS) in Deutschland bezieht sich auf die Bereiche Wärmeerzeugung (Heizöl, Erdgas, Kohle) und Verkehr (Benzin, Diesel). Händler reichen die Kosten für die Zertifikate an die Endverbraucher weiter. Bis 2025 gab es im nEHS einen gesetzlich festgelegten Festpreis von 55 Euro. Ab 2026 gilt ein Preiskorridor zwischen 55 und 65 Euro pro Zertifikat. Ab 2027 ist vorgesehen, dass die Preisbildung vollständig marktbasiert ohne Preisdeckel erfolgt.

Andre Witzel
Andre Witzel hat über 10 Jahre Erfahrungen im Trading und ist der Gründer von Trading.de. Als Experte, Coach in der Trading.de Ausbildung und Trader teilt seine Strategien und Methoden mit seinen Lesern. Er weiß genau welche Fehler Anfänger machen und kann ihnen die besten Tipps zum erfolgreichen Handel geben.
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