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Der Optionshandel ist das Kaufen und Verkaufen von Optionen.

Optionen sind standardisierte Finanzverträge zwischen 2 Parteien zum Kauf oder Verkauf eines bestimmten Basiswertes zu einem festen Preis innerhalb einer bestimmten Zeit. Optionsscheine sind im Unterschied zu echten Optionen Inhaberschuldverschreibungen, die von Banken emittiert werden.

Der Optionshandel boomt seit einigen Jahren durch hohe Volatilität und geopolitische Ereignisse. Die Chicago Board Options Exchange (CBOE) verzeichnet in einem Bericht aus dem Jahr 2025 bis zum 3. Quartal historische Rekordwerte von 59 Millionen Kontrakten pro Tag, was einem Anstieg von 22 % im Vergleich zu 2024 entspricht.

Beim Options Trading werden echte Optionen gehandelt. Das bedeutet, du tradest über einen Broker Finanzkontrakte und hast die Möglichkeit, als Käufer und Verkäufer, auch bezeichnet als Stillhalter, aufzutreten. Je nach Bewertung der Marktsituation gibt es verschiedene Call und Put Strategien, wie zum Beispiel den Long Call, den Iron Condor und den Cash Secured Put.

Trading.de bietet dir professionelle Trading Coaching Kurse für Einsteiger und Fortgeschrittene. Unsere erfahrenen Mentoren vermitteln praxisbewährte Strategien und die erforderlichen Kenntnisse für effektives Risikomanagement, die dir eine wertvolle Grundlage für den Optionshandel bieten.

Lies auf dieser Seite, was der Optionshandel ist, wie Options Trading funktioniert und welche Vor- und Nachteile der Kauf und Verkauf von Optionen bietet.

Was ist der Optionshandel?

Der Optionshandel ist der börsliche Kauf und Verkauf von Verträgen in Form von Termingeschäften. 

Der Handel mit echten Optionen unterscheidet sich durch die mögliche Stillhalter Position vom Handel mit Optionsscheinen. Stillhalter sind Optionsverkäufer. Beim echten Options Trading kaufen Trader nicht nur Optionen, sondern verkaufen sie auch wieder. Der Stillhalter verkauft das Optionsrecht an einen anderen Marktteilnehmer und bekommt dafür die Optionsprämie. Der Optionsverkäufer hofft, dass die Option aus dem Geld bleibt und wertlos verfällt, sodass sich die Prämie vollständig einbehalten lässt.

Laut Auswertungen der CME Group, der größten Terminbörse der Welt, zeigt sich regelmäßig, dass ca. 70 bis 80 % aller gehaltenen Optionen wertlos verfallen. Das bedeutet, dass der Käufer der Option seinen Einsatz verliert, während der Verkäufer die eingenommene Prämie als Gewinn verbucht. Aus diesem Grund treten institutionelle Profi Trader fast immer als Verkäufer von Optionen auf. 

Der Kauf einer Option bedeutet, dass das Recht erworben wird, einen bestimmten Basiswert (zum Beispiel eine Aktie, ein Index oder ein Rohstoff) zu einem definierten Datum zu einem festen Preis zu kaufen oder zu verkaufen.

Eine Call Option ist eine Kaufoption, die dem Käufer das Recht gibt, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis zu kaufen. Die Call Option wird eingesetzt, wenn der Trader von steigenden Kursen des Basiswerts ausgeht.

Eine Put-Option ist eine Verkaufsoption und gibt dem Käufer das Recht, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis zu verkaufen. Die Put Option gewinnt an Wert, wenn die Kurse des zugrundeliegenden Basiswertes fallen.

Eine Option aus dem Geld oder Out of the Money ist eine Option, die nur aus einem Zeitwert besteht. Würde die Option verfallen, wäre sie wertlos. Beim Call ist eine Option aus dem Geld, wenn der aktuelle Kurs der Aktie unter dem Basispreis liegt. Beim Put ist eine Option out of the Money, wenn der aktuelle Aktienkurs über dem Basispreis liegt.

Eine Option im Geld oder In the Money ist eine Option, die einen tatsächlichen Wert besitzt und bei der es sich für Käufer theoretisch lohnen würde, das Optionsrecht sofort auszuüben. Beim Call ist die Option im Geld, wenn der aktuelle Börsenkurs der Aktie höher ist als der festgelegte Basispreis (oder Strike). Das bedeutet, es ist möglich, die Option günstiger zu kaufen, als sie am Markt gehandelt wird. Beim Put ist die Option im Geld, wenn der aktuelle Börsenkurs tiefer ist als der Basispreis. Das bedeutet, die Aktie lässt sich teurer verkaufen, als sie aktuell wert ist.

Andre Witzel - Trader und Experte bei Trading.de
Andre Witzel
Trader & Experte

Wir sehen in unseren Coachings oft, dass Anfänger denken, eine Option „im Geld” mit „profitabel” gleichzusetzen ist. Das folgende Zahlenbeispiel verdeutlicht, dass die Annahme „im Geld=profitabel” ein Trugschluss ist. 

Du kaufst eine Call Option mit einem Basispreis von 90 Euro. Die Option ist im Geld, da du das Recht erwirbst, die 100 Euro Aktie für nur 90 Euro zu kaufen. Für die Option fällt eine Optionsprämie von 15 Euro an. Damit du beim Verfall der Option Gewinn erzielst, ist ein Anstieg der Aktie auf 105 Euro erforderlich. Steht die Aktie bei Verfall bei 102 Euro, ist die Option zwar im Geld, aber du hast trotzdem Verlust gemacht.

Wie funktioniert der Optionshandel?

Der Optionshandel funktioniert durch den Kauf und den Verkauf von Verträgen.

Im Folgenden erklären wir dir in einer übersichtlichen Liste, wie der Optionshandel genau funktioniert und was es beim Options Trading zu beachten gibt.

1. Wähle den passenden Options Broker aus

Wähle den passenden Options Broker aus, der dir Marktzugang zu Optionen gewährleistet.

Bei herkömmlichen Hausbanken und Neobrokern wie N26 lassen sich in der Regel keine echten Optionen handeln, sondern standardisierte Optionsscheine (Warrants) von Banken. Echte Optionen werden an Terminbörsen wie der EUREX in Europa oder der CBOE in den USA gehandelt.

Es gibt spezialisierte Broker wie Freedom24, Lynx oder Interactive Brokers, die dir direkten Zugang zu den Terminmärkten geben. Nach der Registrierung auf der Broker Plattformen durchläufst du einen Identifikationsprozess. Bei der Eröffnung ist es in der Regel notwendig, dass du deine finanzielle Erfahrung nachweist, da Optionen zu den komplexen Finanzinstrumenten zählen.

Broker:
Vorteile:
Bewertung:
Das Angebot:
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1. Freedom24
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Vorteile:
  • Sichere Regulierung & NASDAQ gelistete Muttergesellschaft
  • Zugang zu über 10+ Börsenplätzen
  • Einer der niedrigsten Preise für US-Optionen in Europa (NANOS-Optionen schon ab 1 Cent)
  • Breites Angebot an Instrumenten
  • Transparente Gebührenstruktur
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2. CapTrader
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2. Zahle Geld auf dein Handelskonto ein

Nach Registrierung und abgeschlossenem Identifikationsprozess zahlst du Geld auf dein Handelskonto ein.

Die Einzahlung des Startkapitals erfolgt über eine SEPA Banküberweisung oder Echtzeit Zahlungsmethoden. Im Optionshandel benötigst du ein sogenanntes Margin Konto. Das Margin Konto ist ein Kreditkonto beim Broker.

Beim Kauf von Optionen zahlst du die Optionsprämie. Das Risiko ist auf diese Summe begrenzt. Beim Verkauf von Optionen nimmst du die Prämie ein, trägst aber ein höheres Risiko. Der Broker blockiert einen bestimmten Teil deiner Einzahlung als Margin. Fällt der Kontostand unter die Margin, greift der Broker über einen Margin Call ein. Beim Margin Call fordert der Broker den Trader auf, die Halte-Margin zu erhöhen.

3. Starte mit den richtigen Einsteiger Strategien

Starte mit den richtigen Einsteiger Strategien, die dir Sicherheit vermitteln und Risiken minimieren.

Tipp
Versuche nicht sofort, komplexe Strategien wie den Iron Condor anzuwenden. Für den Anfang empfehlen wir 2 konservative Strategien für Anfänger, die sich für den langfristigen Vermögensaufbau integrieren lassen. Dabei handelt es sich zum einen um die Cash Secured Put (CSP) und die Covered Call Strategie. 

Cash Secured Put (CSP) ist eine Optionsstrategie, mit der eine Prämie vereinnahmt werden kann. Du verkaufst eine Put Option auf eine Aktie zu einem günstigen Preis und erhältst sofort die Prämie. Fällt der Kurs, kaufst du die Aktie billiger ein. Steigt der Kurs, behältst du einfach die Prämie.

Der Covered Call ist eine gedeckte Kaufoption und stellt eine einfache und zielführende Optionsstrategie dar. Du besitzt bereits 100 Aktien eines Unternehmens und verkaufst darauf eine Call Option. So generierst du einen regelmäßigen, passiven Cashflow auf dein bestehendes Depot.

4. Platziere deine Trading Order

Die Trading Order wird im Optionshandel platziert, indem du den Basiswert analysierst und die Optionskette (auch Option Chain) in der Handelssoftware des Brokers öffnest. 

In der Handelssoftware wählst du das exakte Verfallsdatum und den gewünschten Basispreis aus. Die Trading Order wird an die Terminbörse geleitet und der Vertrag geschlossen. Der Vorteil am Trading mit echten Optionen ist, dass du die Möglichkeit hast, als Käufer und Verkäufer aufzutreten und auch bei Seitwärtsmärkten oder bei fallenden Kursen Gewinne zu erzielen.

Laut offiziellen Daten der Options Clearing Corporation (OCC) wurden im Jahr 2023 11,8 Milliarden Optionsverträge abgewickelt, was einen Rekordwert darstellt. Das deutet auf eine gewaltige Liquidität des Marktes hin. Die massive Liquidität begünstigt Kauf- und Verkaufsorders zu fairen Spreads.

5. Lasse dir die Gewinne auf dein Konto auszahlen

Für erfolgreich abgeschlossene Options-Trades lässt du dir die Gewinne auf dein Konto einzahlen.

Meistens werden Optionen vor dem Verfallsdatum glattgestellt. Das bedeutet, dass du die gekauften Optionen wieder an den Markt zurückgibst und die Preisdifferenz als Gewinn realisierst. Dieser Gewinn wird deinem Broker Konto der Margin umgehend gutgeschrieben. Damit du diesen Gewinn auf dein privates Girokonto überwiesen bekommst, forderst du im Kundenbereich des Brokers eine Auszahlung an. Aufgrund der Vorschriften zur Geldwäscheprävention wie die AMLR der EU erfolgt die Überweisung der Auszahlung auf dasselbe Bankkonto, über das die Einzahlung getätigt wurde.

Options Trading Beispiele

Um die Dynamik des Options Handels besser zu verstehen, betrachten wir in den nächsten Abschnitten 4 Praxisbeispiele.

Options Trading Beispiel 1: Long Call Strategie

Der Long Call ist eine der Basisstrategien im Optionshandel und bezeichnet den Kauf einer Call Option gegen Zahlung einer Prämie.

Beispielsweise steht die Aktie eines Unternehmens bei 100 Euro. Du als Trader glaubst, dass der Kurs steigen wird aufgrund guter Quartalszahlen. Du kaufst eine Call Option mit einem Basispreis, auch genannt Strike, von 105 Euro und einer Laufzeit von 30 Tagen. Dafür zahlst du eine Optionsprämie von 2 Euro pro Aktie. Das bedeutet, du bezahlst insgesamt 200 Euro, da ein Kontrakt 100 Aktien umfasst.

Steigt die Aktie auf 120 Euro, ist deine Option im Geld. Du hast das Recht, 100 Aktien für 105 Euro zu kaufen, obwohl sie an der Börse derzeit 120 Euro wert sind. Der Gewinn beläuft sich insgesamt auf 1.500 Euro abzüglich der 200 Euro Prämie, entsprechend 1.300 Euro.

Fällt die Aktie oder stagniert bei 100 Euro, verfällt die Option nach 30 Tagen wertlos. Dein Verlust ist nur auf die Prämie begrenzt. Das bedeutet, du verlierst 200 Euro, egal wie tief die Aktie fällt.

Options Trading Beispiel 2: Cash Secured Put Strategie

Die Cash Secured Put Strategie ist eine der beliebtesten Strategien bei professionellen Tradern. Der Trader agiert als Verkäufer (Stillhalter) der Option, um die Prämie einzunehmen und nutzt die Option, um Aktien mit Rabatt zu kaufen.

Zum Beispiel steht die Aktie eines Unternehmens bei 50 Euro. Du wärst aber erst bereit, bei 45 Euro einzusteigen. Du verkaufst eine Put Option mit einem Strike von 45 Euro und einer Laufzeit von 30 Tagen. Der Käufer zahlt die Prämie in Höhe von 1 Euro pro Aktie (insgesamt 100 Euro). Diese Prämie erhältst du direkt. Im Gegenzug verpflichtest du dich, 100 Aktien zu je 45 Euro zu kaufen, falls der Kurs unter diese Marke fällt. Du hinterlegst dafür das notwendige Kapital in Höhe von 4.500 Euro als Sicherheit auf dem Margin Konto.

Bleibt die Aktie über 45 Euro, verfällt die Option wertlos. Du bist nicht dazu verpflichtet, die Aktien zu kaufen. Die 100 Euro der Prämie darfst du vollständig behalten.

Fällt die Aktie auf 40 Euro, wird die Option ausgeübt. Du kaufst 100 Aktien für je 45 Euro. Da du bereits 100 Euro Prämie erhalten hast, liegt dein tatsächlicher Einstiegspreis bei 44 Euro pro Aktie. Das bedeutet, du hast die Aktie effektiv günstiger erworben, als wenn du sofort bei 50 Euro eingestiegen wärst.

Beispiel 3 für Options Trading: Covered Call

Der Covered Call ist eine Strategie für Anleger, die bereits Aktien besitzen und eine zusätzliche Dividende erwirtschaften wollen.

Zum Beispiel hast du 100 Aktien eines bestimmten Unternehmens in deinem Aktiendepot. Der aktuelle Kurs liegt bei 80 Euro. Du planst, die Aktien langfristig zu halten, rechnest aber in den nächsten Wochen mit keiner großen Kursbewegung. Du verkaufst eine Call Option, die durch deine Aktien gedeckt ist, zu einem Basispreis von 90 Euro und einer Laufzeit von 30 Tagen. Dafür erhältst du eine Prämie von 1,50 Euro pro Aktie.

Stagniert die Aktie bei 82 Euro, verfällt die Option wertlos, weil sie den Strike von 90 Euro nicht erreicht hat. Du behältst die 100 Aktien und verbuchst die 150 Euro aus der Prämie als passives Zusatzeinkommen.

Steigt die Aktie auf 100 Euro, übst du als Käufer die Option aus und verpflichtest dich, 100 Aktien für 90 Euro zu verkaufen. Dir entgeht zwar der Gewinn oberhalb der 90 Euro, nimmst aber dennoch den Kursgewinn in Höhe von 10 Euro pro Aktie plus die 150 Euro Prämie mit. Das bedeutet, du hast einen profitablen Trade gemacht, obwohl dein Gewinn gedeckelt war.

Beispiel 4 für Options Trading: Iron Condor

Der Iron Condor ist eine Optionsstrategie für neutrale Markterwartungen und besteht aus einem Bear Call Spread und einem Bull Put Spread.

Beim Iron Condor spannst du einen preislichen Korridor, indem du gleichzeitig einen Bull Put Spread und einen Bear Call Spread eröffnest. 

Zum Beispiel steht die Aktie eines Unternehmens bei 100 Euro. Du erwartest Schwankungen zwischen 90 und 110 Euro.

Beim Bull Put Spread verkaufst du einen Put mit einem Strike von 90 Euro (Einnahme 1,50 Euro) und kaufst zur Absicherung einen Put mit Strike 85 Euro (Ausgabe 0,50 Euro). Daraus ergibt sich eine Netto Einnahme von 1,00 Euro.

Beim Bear Call Spread verkaufst du einen Call mit Strike 110 Euro (Einnahme 1,50 Euro) und kaufst zur Absicherung einen Call mit Strike 115 Euro (Ausgabe 0,50 Euro). Die Netto Einnahme beträgt dann 1,00 Euro.

Durch die zeitgleiche Eröffnung eines Bull Put Spreads und eines Bear Call Spreads erhältst du insgesamt 2,00 Euro pro Aktie als Prämie direkt auf dein Konto.

Bleibt die Aktie im Korridor, das heißt, zum Beispiel, bei 102 Euro verfallen alle 4 Optionen wertlos. Du kaufst die Aktien nicht oder verkaufst und verbuchst die vereinnahmten 200 Euro Prämie als Gewinn.

Bricht die Aktie stark aus, zum Beispiel auf 75 Euro, verfällt die Call Seite wertlos. Auf der Put Seite entsteht Verlust, der durch den gekauften Put in Höhe von 85 Euro begrenzt ist. Der maximale Verlust ergibt sich aus der Breite des Spreads (5,00 Euro) abzüglich der eingenommenen Prämie (2,00 Euro), also 3 Euro pro Aktie. Dein maximaler Verlust ist entsprechend auf 300 Euro gedeckelt, egal, wie tief die Aktie fällt.

Vorteile und Risiken von Options Trading 

Die Vorteile und Risiken von Options Trading sind in der folgenden Tabelle auf einen Blick dargestellt.

Vorteile von Options Trading

  • Absicherung (Hedging) möglich
  • Hohe Hebelkraft (Leverage) bei geringem Kapitaleinsatz
  • Prämieneinnahmen beim Handel von echten Optionen
  • Flexibilität durch mögliche Gewinne in jeder Marktphase

Risiken von Options Trading

  • Begrenzte Laufzeit
  • Wertverlust
  • Nachschusspflicht
  • Emittentenrisiko

Vorteile von Optionshandel

Die Vorteile von Optionshandel sind mögliches Hedging, die Hebelwirkung, Prämieneinnahmen und mögliche Gewinne in jeder Marktphase.

In der folgenden Liste beschreiben wir alle Vorteile von Options Trading genau.

  • Absicherung (Hedging): Der Optionshandel ermöglicht eine effektive Absicherung durch Hedging. Für Aktiendepots fungieren Optionen wie eine Art Versicherungspolice. Erwirbst du beispielsweise Verkaufsoptionen (sogenannte Put Optionen) fangen die Gewinne aus der Option die Verluste der Aktien bei einem Crash ab.
  • Hebelkraft (Leverage) durch geringen Kapitaleinsatz: Optionen haben eine hohe Hebelkraft durch geringen Kapitaleinsatz. Der Handel mit Optionen macht es Anlegern möglich, mit wenig Kapital ein hohes Volumen am Markt zu bewegen. Ein regulärer Optionskontrakt bezieht sich besonders im US Markt standardmäßig auf 100 Aktien. Anstatt beispielsweise 100 teure Aktien direkt für zehntausende Euro zu kaufen, erwirbt der Anleger die Option darauf und zahlt dafür lediglich die Optionsprämie. Bewegt sich der zugrundeliegende Aktienkurs in die erhoffte Richtung, steigt der Wert der Option. Durch die Wertsteigerung der Option erzielt der Anleger prozentual eine höhere Rendite auf das eingesetzte Kapital als beim klassischen Aktienkauf.  
  • Prämieneinnahmen beim Handel von echten Optionen: Ein wichtiger Vorteil vom Options Trading sind die Prämieneinnahmen. Prämieneinnahmen sind nur beim Handel mit echten Optionen möglich, nicht beim Investieren in Optionsscheine von Hausbanken. Beim Trading mit echten Optionen lassen sich nicht nur Verträge kaufen, sondern auch verkaufen. Solange der Kurs nicht das festgelegte Limit erreicht, wird diese Prämie als garantierter Gewinn einbehalten.
  • Flexibilität durch mögliche Gewinne in jeder Marktphase: Der Optionshandel verfügt über eine hohe Flexibilität durch mögliche Gewinne in jeder Marktphase. Klassische Aktien Investoren sind auf steigende Kurse angewiesen. Der Optionshandel erlaubt profitable Strategien für Bullenmärkte und Bärenmärkte.
Unser Tipp für Bullenmärkte
Geläufige Strategien für Bullenmärkte sind beispielsweise der Long Call und der Bull Call Spread. Der Long Call ist der Kauf einer Kaufoption, das heißt, das Recht, eine Aktie in Zukunft zu einem festen Preis zu kaufen. Der Bull Call Spread ist eine Optionsstrategie, um von einem begrenzten Anstieg eines Marktwertes zu profitieren. Ist die Prämie für einen reinen Long Call zu hoch, ist es möglich einen Call zu kaufen und gleichzeitig einen anderen Call mit einem höheren Basispreis auf denselben Basiswert zu verkaufen.
Unser Tipp für Bärenmärkte
Für Bärenmärkte sind der Long Put, also der Kauf einer Verkaufsoption und der Bear Put Spread typische Strategien. Beim Bear Put Spread kauft der Trader einen Put und verkauft zeitgleich einen weiteren Put mit einem niedrigeren Strike.

Risiken von Optionshandel

Die Risiken von Optionshandel sind eine begrenzte Laufzeit, Wertverlust, Nachschusspflicht und das Emittentenrisiko.

Die folgende Liste bietet einen Überblick über die wichtigsten Risiken im Optionshandel.

  • Begrenzte Laufzeit: Der Optionshandel hat eine begrenzte Laufzeit. Optionen haben ein festes Verfallsdatum. Je näher die Option ihrem Verfallsdatum kommt, desto mehr verliert sie an Wert. Diese allmähliche Wertminderung nennt sich Zeitwertverfall oder Theta. Bewegt sich der Kurs nicht mit der erwarteten Geschwindigkeit in die richtige Richtung, läuft die Option wertlos aus.
  • Wertverlust: Der Handel mit Optionen bringt ein Wertverlustrisiko mit sich. Für den Käufer einer Option ist das Ausfallrisiko auf die gezahlte Prämie begrenzt. Für den Verkäufer oder Stillhalter einer Option ist das Ausfallrisiko nicht begrenzt.  
  • Nachschusspflicht: Beim Verkauf von Optionen besteht das Risiko der Nachschusspflicht. Insbesondere bei ungedeckten (naked) Call Optionen ist der Verlust theoretisch komplett unbegrenzt, wenn der Kurs des Basiswertes stark steigt. Reicht das Guthaben auf dem Margin Konto des Traders nicht aus, interveniert der Broker mit einem Margin Call. Bei einem Margin Call fordert der Broker den Trader auf, die Margin mit zusätzlichen Sicherheiten zu erhöhen. Ist der Trader nicht in der Lage dazu, die Margin zu erhöhen, wird die Position zwangsgeschlossen, was gegebenenfalls zu massiven Verlusten führt, die über den ursprünglichen Kontostand hinausgehen.
  • Emittentenrisiko: Beim Handel mit Optionsscheinen besteht ein Emittentenrisiko. Das Emittentenrisiko bezieht sich auf ein unsystematisches Risiko, dass ein Emittent seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommt. Geht beispielsweise die Bank pleite, verliert der Anleger sein Geld. Bei echten Optionen an regulierten Börsen wie der Eurex gibt es kein Emittentenrisiko. Zentrale Clearinghäuser fungieren als garantierende Gegenpartei für jeden Trade und sichern das Ausfallrisiko ab.  

Wo kann man Optionen traden?

Optionen kann man an allen Options- und Terminbörsen, wie der Eurex, der MATIF, der CME, der Euronext und der LIFFE weltweit traden.

Als Privatanleger hast du keinen direkten Zugang zu Options- und Terminbörsen. Um Trading Order an Options- und Terminbörsen zu platzieren, benötigst du einen spezialisierten Options Broker, wie Interactive Brokers, Lynx, CapTrader oder Freedom24. Diese Broker bieten dir Direct Market Access (DMA) und leiten deine Orders direkt an die Terminbörsen weiter. Der Vorteil am Options Trading mit direktem Marktzugang über einen Broker ist, dass die Preisbildung absolut transparent ist. Es ist bei dieser Trading Form des Optionshandels möglich, Optionen zu verkaufen, um Prämien einzunehmen.

Eine weitere Möglichkeit, Optionen zu traden ist der außerbörsliche Direkthandel, auch OTC oder Over the Counter Handel genannt. Der Handelspartner ist in dem Fall nicht der freie Markt, sondern eine Bank Emittent, beispielsweise HSBC, Citi oder Société Générale. Der Nachteil beim Optionshandel über eine Bank ist, dass du ein Bankprodukt handelst und das Emittentenrisiko trägst. Emittentenrisiko bedeutet, dass du dein Geld verlierst, wenn die Bank pleite geht. Die Preise werden vom Emittenten gestellt, was die Transparenz verringert. Bei dieser Handelsform mit Optionen hast du lediglich die Möglichkeit, Optionsscheine zu kaufen, aber nicht wie bei echten Optionen als Stillhalter leerzuverkaufen.

Kosten beim Optionshandel

Kosten beim Optionshandel hängen vom gewählten Finanzinstrument und der Art des Brokers ab. 

Professionelle Broker bieten den Handel mit echten Optionen an globalen Terminbörsen an. Für diese Optionen zahlst du in der Regel eine Transaktionsgebühr pro gehandeltem Kontrakt. Bei US-Optionen liegen diese bei höchstens 2 US-Dollar pro Vertrag. Bei europäischen Optionen liegen die Transaktionskosten zwischen 1,50 und 2,50 Euro pro Kontrakt.

Bei Optionsscheinen (wie zum Beispiel von Hausbanken angeboten) greifen die teureren Ordergebühren für Wertpapiere. Dabei zahlst du eine Grundgebühr plus einen prozentualen Anteil des Ordervolumens. Daher sind Optionsscheine von Banken für aktives Trading eher ungeeignet. Für aktives Trading eignen sich spezialisierte Online Broker, die entweder Festpreismodelle oder Free Buy Aktionen mit 0 Euro Ordergebühren anbieten. Achte in diesem Fall auf enge Spreads.  

Der Spread ist die Differenz zwischen dem Preis, zu dem du kaufst und dem Preis, zu dem du verkaufst. Echte Optionen werden an einer offenen Terminbörse gehandelt. Der Spread wird durch das reine Angebot und die Nachfrage der Marktteilnehmer bestimmt. Bei liquiden Werten ist der Spread minimal. Optionsscheine im OTC Handel werden direkt mit einer Bank gehandelt. Die Bank stellt die Kurse selbst. Oft weiten Banken den Spread aus, um ihre eigene Gewinnmarge zu erhöhen.

Ein weiterer Kostenpunkt für Options Trader sind Margin Zinsen. Die Margin Zinsen betreffen Trader, die echte Optionen verkaufen. Um Optionen leerzuverkaufen, brauchst du ein Margin Konto. Der Broker blockiert einen Teil deines Kapitals als Sicherheitsleistung (Margin). Nutzt du mehr Kapital als auf dem Margin Konto vorhanden ist, stellt der Broker dir dafür Margin Zinsen in Rechnung.

Banken berechnen jährliche oder vierteljährliche Depotführungsgebühren für die Verwahrung von Wertpapieren. Die Kontoführung bei einem spezialisierten Options Broker ist in der Regel vollkommen kostenlos.

Wie kann man Optionshandel lernen?

Man kann Optionshandel lernen, indem man folgende Schritt-für-Schritt Anleitung für Einsteiger befolgt.

1. Die theoretischen Grundlagen des Optionshandels und die Optionsgriechen verstehen

Um Optionshandel zu lernen, ist es erforderlich, die theoretischen Grundlagen des Optionshandels und die Optionsgriechen Delta, Theta und Vega zu verstehen.

Optionsgriechen sind mathematische Sensitivitätskennzahlen zur Analyse von Optionspreisen.

Delta ist eine Kennzahl im Optionshandel, die misst, wie stark sich der Optionspreis ändert, wenn sich der Basiswert um 1 Dollar oder Euro bewegt. Ein Delta von 0 bedeutet, dass keine Korrelation zwischen dem Preis der Option und dem Kurs des Basiswerts besteht. Ein Delta von 1 bedeutet, dass sich die Option identisch mit dem Basiswert verhält. Ein Delta von 0,5 würde heißen, dass die Option um 0,5 steigt, wenn sich der Kurs des Basiswertes um eine Geldeinheit (wie Euro oder US Dollar) ändert.

Theta ist die wichtigste Sensitivitätskennzahl für Stillhalter und gibt an, wie stark der Optionspreis allein durch Zeitablauf sinkt. Theta bezeichnet den sogenannten Zeitwertverlust. Liegt das Theta beispielsweise bei 0,02 und der Wert einer Option bei 6,50 sinkt der Wert der Option nach einem Tag auf 6,48, nach 2 Tagen auf 6,46. Theta ist bei Optionen am Geld am höchsten. 

Vega misst die Sensitivität einer Option gegenüber impliziter Volatilität und wird zur Risikosteuerung im Optionshandel eingesetzt. Die implizite Volatilität (IV) misst die vom Markt erwartete Schwankungsbreite für die verbleibende Laufzeit der Option. Vega gibt an, um wie viel Währungseinheiten der Preis einer Option steigt oder fällt, wenn sich die implizite Volatilität um 1 Prozentpunkt verändert. Die Voraussetzung ist, dass alle anderen Faktoren, wie zum Beispiel der Aktienkurs selbst, gleich bleiben. Je größer die Unsicherheit im Markt ist, desto höher ist die IV. Kaufst du beispielsweise eine Call Option für 2,00 USD und das Vega dieser Option beträgt 0,1, während die implizite Volatilität sprunghaft um 5 Prozentpunkte ansteigt, steigt der Preis der Option um 0,50 USD (5 multipliziert mit 0,1). Die Option ist nun 2,50 USD wert, ohne dass die Aktie gestiegen ist.

Andre Witzel - Trader und Experte bei Trading.de
Andre Witzel
Trader & Experte

Delta: Misst die Änderung des Optionspreises, wenn sie der Basiswert um 1 Dollar oder Euro bewegt

Theta: Misst, wie stark der Optionspreis durch Zeitablauf sinkt

Vega: Misst, wie sensibel eine Option auf Volatilität reagiert

2. Mit einem Demokonto üben

Übe mit einem Demokonto, um risikofreie praktische Erfahrung im Optionshandel zu erlangen.

Der Umgang mit der Optionskette muss funktionieren, um erfolgreich mit Optionen zu handeln. Die Optionskette ist ein tabellarischer Überblick des Brokers, der alle verfügbaren Optionen für einen bestimmten Basiswert anzeigt. Nutze das Demokonto für einige Wochen oder Monate und übe das korrekte Lesen der Optionskette und das Auswählen der richtigen Basispreise (auch Strikes genannt). Beim Trading mit echten Optionen empfiehlt es sich, für jede Option eine Limit-Order vorzusehen. Die Limit-Order definiert einen festgelegten Wert zum maximalen Kaufpreis oder einen minimalen Verkaufspreis.

3. Risikomanagement erlernen

Erlerne Risikomanagement, um profitables Options Trading zu betreiben.

Der Übergang vom Demokonto auf Trading mit echtem Geld ist eine besondere Herausforderung. In der ersten Phase sollten Einsteiger sich an klare Risikoregeln halten.

Das wichtigste Risiko, das Einsteiger im Options Trading im Blick haben sollten, ist das Andienungsrisiko. Handele am Anfang nur auf Aktien, bei denen du wirklich das Kapital hast, um 100 Stück davon zu kaufen, falls die Option ausgeübt wird. Nutze den Margin Kredit zu Beginn nicht aus. Bei einer Option ist der Trader verpflichtet, 100 Aktien zu einem bestimmten Preis zu kaufen, beispielsweise 15.000 Euro. Fällt der Kurs unter den vereinbarten Basispreis und der Käufer übt die Option am Verfallstag aus, bucht der Broker dem Trader 100 Aktien ins Depot und zieht die 15.000 Euro vom Verrechnungskonto ab.

Wähle Optionen mit liquiden Basiswerten, wie zum Beispiel bekannte ETFs und US-Tech-Werte wie den SPY. Für liquide Basiswerte sind die Spreads am engsten und Positionen lassen sich im Notfall jederzeit schnell wieder schließen.

Achte am Anfang darauf, die Positionsgrößen klein zu halten. Als Faustregel empfehlen wir, niemals mehr als 1 bis 2 % des Gesamtkapitals aufzuwenden.   

Optionshandel Coaching bei Trading.de

Unser Coaching bietet dir praxisbewährte Strategien, Live Mentoring und professionelles Risikomanagement für Einsteiger und Fortgeschrittene, was sich auf den Optionshandel problemlos anwenden lässt.

Trading.de bietet gezieltes Live-Mentoring an. Durch den direkten Austausch mit erfahrenen Mentoren vermeidest du teure Anfängerfehler von Anfang an. Wir stehen dir bei der technischen Analyse, der Auswertung von Chart Daten und allen Fragen zur Trading Praxis zur Verfügung.

Mit unserer Hilfe erlernst du effektives Risikomanagement für den Optionshandel. Wir vermitteln dir bewährte Risikomanagement Strategien, damit du datenbasierte Trading Entscheidungen triffst und professionell mit psychologischem Druck und Emotionen wie FOMO (Fear of Missing Out) umgehst.

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Andre Witzel
Andre Witzel hat über 10 Jahre Erfahrungen im Trading und ist der Gründer von Trading.de. Als Experte, Coach in der Trading.de Ausbildung und Trader teilt seine Strategien und Methoden mit seinen Lesern. Er weiß genau welche Fehler Anfänger machen und kann ihnen die besten Tipps zum erfolgreichen Handel geben.
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