Electronic Trading ist der computergestützte Handel mit Wertpapieren und Derivaten über elektronische Handelssysteme. Der Begriff Electronic Trading bedeutet auf Deutsch elektronischer Handel. Eine Handelssoftware nimmt beim Electronic Trading Orders entgegen, leitet sie an einen Handelsplatz weiter und verarbeitet die Ausführung.

Trader nutzen beim Electronic Trading unter anderem Trendfolge- und Breakout-Strategien. Electronic Trading ermöglicht eine schnelle Orderausführung, weil die Software Orders automatisiert verarbeitet. Electronic Trading senkt in vielen Fällen die Kosten gegenüber dem klassischen Parketthandel, weil weniger manuelle Vermittlung erforderlich ist.
Der elektronische Handel setzt technische Kenntnisse voraus, weil die Orderausführung von Plattformen, Datenverbindungen und Systemregeln abhängt. Anfänger benötigen vor dem ersten elektronischen Trade Grundlagenwissen, ein Demokonto und ein festgelegtes Risikomanagement.
Im Jahr 2025 investierten 14,1 Millionen Menschen in Deutschland in Aktien, Aktienfonds oder ETFs, wie das Deutsche Aktieninstitut berichtet. Viele dieser Anleger nutzen den elektronischen Handel, etwa über Xetra oder einen Online-Broker.
Was ist Electronic Trading?
Electronic Trading ist der elektronische Handel mit Finanzinstrumenten über computergestützte Handelssysteme. Eine Handelsplattform nimmt die Order beim Electronic Trading auf und ein Handelssystem führt das Matching von Kauf- sowie Verkaufsorders durch. Eine Depotbank verbucht die Wertpapiere und den Geldbetrag beim elektronischen Handel nach der Abwicklung.
Electronic Trading zielt auf eine schnelle und standardisierte Orderausführung. Banken und institutionelle Investoren verwenden elektronische Handelssysteme für große Handelsvolumen. Privatanleger nutzen Electronic Trading über Online-Broker und Handels-Apps. Elektronische Handelsplätze ermöglichen den Handel mit Aktien, Devisen, Rohstoffen und Derivaten.
Die Geschichte des Electronic Trading in Deutschland begann mit der Deutschen Terminbörse im Jahr 1990. Die Deutsche Börse startete Xetra im Jahr 1997 als vollelektronischen Aktienhandelsplatz und Xetra ersetzte das damalige Parkettsystem im Frankfurter Aktienhandel. Die Deutsche Börse bezeichnet Xetra als zentralen Handelsplatz für deutsche Aktien.
Wie funktioniert Electronic Trading?
Electronic Trading verarbeitet eine Order in sieben aufeinanderfolgenden Schritten, die von der Kontoeröffnung bis zur Verbuchung der Transaktion reichen.
- Kontoeröffnung beim Broker: Du eröffnest beim Electronic Trading im ersten Schritt ein Handelskonto bei einem regulierten Broker. Der Online-Broker prüft die Identität des Kunden nach den geltenden Vorgaben. Nach der Freischaltung kann der Trader Geld einzahlen und Orders erteilen.
- Nutzung der Handelsplattform: Der Broker stellt im zweiten Schritt eine Handelsplattform oder eine App zur Nutzung für das Electronic Trading bereit. Die Trading-Plattform zeigt Kurse, Charts und Orderfunktionen an. Du legst auf der Handelsplattform unter anderem Watchlists und Chartansichten nach deinem Analysebedarf an.
- Marktanalyse: Im dritten Schritt untersuchst du beim Electronic Trading im Zuge der Marktanalyse Kursverläufe, Unternehmensdaten oder volkswirtschaftliche Kennzahlen. Technische Indikatoren liefern Hinweise auf Trends und mögliche Einstiegs- oder Ausstiegspunkte.
- Ordereingabe: Du wählst im vierten Schritt für die Ordereingabe das Finanzinstrument, die Stückzahl und den Ordertyp zum elektronischen Handel aus. Eine Limitorder enthält einen maximalen Kaufpreis oder einen minimalen Verkaufspreis. Die Handelsplattform übermittelt die vollständige Order an den vorgesehenen Handelsplatz.
- Matching im Orderbuch: Das elektronische Orderbuch sammelt im fünften Schritt Kauf- und Verkaufsorders aus dem elektronischen Handel zum Matching. Der Matching-Algorithmus des Orderbuchs verbindet passende Orders nach den Regeln des Handelsplatzes. Der Ausführungspreis eines Auftrags entsteht aus dem verfügbaren Angebot und der verfügbaren Nachfrage.
- Ausführung und Bestätigung: Im sechsten Schritt führt das Handelssystem beim Electronic Trading eine passende Order aus. Der Broker sendet dem Trader eine Bestätigung der Ausführung mit Wertpapier, Stückzahl, Ausführungspreis und Ausführungszeitpunkt als Nachweis der Transaktion.
- Abwicklung und Verbuchung: Die beteiligten Finanzinstitute nehmen beim Electronic Trading die Abwicklung vor und übertragen Geld sowie Wertpapiere. Die Depotbank verbucht die gekauften Wertpapiere im Depot.
Electronic Trading erfordert ein Verständnis der technischen Abläufe, weil eine falsche Orderart oder eine fehlerhafte Eingabe zu einem unerwünschten Ausführungspreis führen kann. Der Hochfrequenzhandel ist eine spezielle Form des algorithmischen Handels. Die ESMA untersuchte den Anteil des Hochfrequenzhandels an europäischen Aktienmärkten und bezifferte ihn je nach Markt und Messmethode mit 24 bis 43 % des gehandelten Wertes.
Beispiele für Electronic Trading
Das Electronic Trading umfasst mehrere Anwendungsfälle. Die folgenden vier Beispiele zeigen, wie elektronische Handelssysteme Orders annehmen, verarbeiten und ausführen.
Algorithmischer Aktienhandel: Eine Investmentbank zerlegt eine große Aktienorder beim Electronic Trading in kleinere Teilorders. Ein Algorithmus verteilt die Teilorders über den Handelstag. Die Aufteilung der Orders soll die Auswirkung der Gesamtorder auf den Marktpreis begrenzen.
Devisenhandel über elektronische Plattformen: Ein Unternehmen benötigt US-Dollar für eine Lieferantenzahlung und nutzt den elektronischen Handel. Die Finanzabteilung des Unternehmens gibt eine Devisenorder über die elektronische Plattform der Hausbank ein. Die elektronische Plattform vergleicht verfügbare Wechselkurse und bestätigt die ausgeführte Transaktion.
Private Aktienorder über einen Neobroker: Ein Privatanleger gibt über eine Broker-App eine Marktorder für 20 Aktien des DAX-Unternehmens Telekom für den elektronischen Handel auf Xetra ein. Die App des Brokers leitet die Order des Kunden an den ausgewählten Handelsplatz weiter und der Broker übermittelt nach der Ausführung den Preis und die Stückzahl.
Hochfrequenzhandel an internationalen Börsen: Eine spezialisierte Handelsfirma verwendet automatische Handelssysteme für eine große Zahl kurzfristiger Orders beim elektronischen Handel. Die Firma nutzt geringe Preisunterschiede zwischen Handelsplätzen für ihre Arbitragegeschäfte. Server in der Nähe der Börsentechnik verkürzen beim Electronic Trading die Übertragungszeit.
Vorteile und Nachteile von Electronic Trading
Der größte Vorteil ist beim Electronic Trading die sehr hohe Geschwindigkeit der Orderausführung. Ein zweiter großer Vorteil beim elektronischen Handel sind die niedrigen Handelskosten gegenüber dem klassischen Parketthandel. Der größte Nachteil des Electronic Trading ist die technische Abhängigkeit von Handelsplattformen und Internetverbindung.
Ein großer Nachteil beim Electronic Trading ist ebenso das Risiko überstürzter Entscheidungen durch die hohe Ausführungsgeschwindigkeit. Laut BaFin führt eine hohe Zahl von Auftragsänderungen in kurzer Zeit mitunter zur Überlastung von elektronischen Handelssystemen. Algorithmen reagieren auf Marktereignisse und lösen einander aus, sodass ein Kaskadeneffekt die Kursvolatilität erhöht.
Die wichtigsten Vorteile und Nachteile des Electronic Trading werden in der folgenden Tabelle dargestellt.
Vorteile Electronic Trading
- Hohe Geschwindigkeit
- Niedrige Handelskosten
- Große Markttransparenz
- Globale Marktzugänglichkeit
- Automatisierte Strategieumsetzung
- Lückenlose Dokumentation
Nachteile Electronic Trading
- Technikabhängigkeit
- Überforderung von Einsteigern
- Erhöhte Kursvolatilität
- Wettbewerbsnachteil gegenüber Institutionellen
- Hohe Komplexität der Systeme
- Fehleranfälligkeit von Algorithmen
Was sind die Vorteile von Electronic Trading?
Die folgende Liste zeigt die wichtigsten Vorteile des Electronic Trading.
- Geschwindigkeit: Orders werden innerhalb von Millisekunden ausgeführt.
- Kosteneffizienz: Elektronische Systeme senken Transaktionskosten gegenüber dem Parketthandel deutlich.
- Transparenz: Orderbücher zeigen Kurse und Volumina in Echtzeit an.
- Zugänglichkeit: Private Trader erreichen globale Märkte über eine einzige Plattform.
- Automatisierung: Handelsstrategien lassen sich ohne ständige manuelle Kontrolle umsetzen.
- Liquidität: Elektronische Handelsplätze bündeln Kauf- und Verkaufsinteressen vieler Marktteilnehmer.
- Dokumentation: Jede Order wird lückenlos und digital nachvollziehbar erfasst.
Was sind die Nachteile von Electronic Trading?
Die folgende Auflistung zeigt die wichtigsten Nachteile des Electronic Trading.
- Technikabhängigkeit: Systemausfälle oder Internetprobleme verhindern die Orderausführung.
- Überforderung: Die hohe Geschwindigkeit verleitet Einsteiger zu unüberlegten Entscheidungen.
- Volatilität: Automatisierte Kaskadeneffekte verstärken Kursschwankungen in kurzer Zeit.
- Wettbewerbsnachteil: Institutionelle Akteure verfügen über schnellere Infrastruktur als Privatanleger.
- Komplexität: Handelsplattformen erfordern Einarbeitungszeit und technisches Verständnis.
- Fehleranfälligkeit: Programmierfehler in Algorithmen verursachen mitunter erhebliche Verluste.
- Emotionale Distanz: Die Automatisierung verringert das Gefühl für reale Marktrisiken.
Wie kann man Electronic Trading lernen?
Anfänger lernen Electronic Trading am sichersten in sieben aufeinanderfolgenden Schritten. Die Lernschritte verbinden zum Lernen des elektronischen Handels Marktgrundlagen, Strategieentwicklung und Risikomanagement.
- Grundlagen der Finanzmärkte verstehen: Lerne für das Electronic Trading im ersten Schritt die Grundlagen der Finanzmärkte und Broker zu verstehen. Ordne zur Erweiterung deines Wissens Aktien, Anleihen, Devisen, Rohstoffe und Derivate nach ihren Eigenschaften ein. Das Wissen zu den Finanzmärkten erklärt, welche Risiken ein Finanzinstrument enthält.
- Handelsplattform im Demokonto nutzen: Nutze im zweiten Schritt zum Erlernen des Electronic Trading ein Demokonto auf der Handelsplattform, um Markt-, Limit- und Stop-Orders ohne reales Kapital zu erteilen. Prüfe bei jeder Übung auf dem Testkonto den Ordertyp, die Stückzahl und ein Limit.
- Technische Analyse einüben: Für das Electronic Trading ist im dritten Schritt die technische Analyse einzuüben. Untersuche zur Analyse Kursverläufe mit einem festen Regelwerk und verwende beispielsweise gleitende Durchschnitte oder den Relative-Stärke-Index.
- Risikomanagement festlegen: Lege im vierten Schritt für das Erlernen des elektronischen Handels dein Risikomanagement fest. Vor jedem Trade berechnest du den maximal akzeptierten Verlust. Leite aus dem Maximalverlustbetrag die Positionsgröße und den möglichen Stop-Loss ab. Eine feste Verlustgrenze schützt das Handelskapital vor einzelnen Fehlentscheidungen.
- Handelsstrategie schriftlich formulieren: Formuliere im fünften Schritt vor dem ersten elektronischen Trade deine Handelsstrategie schriftlich. Eine Strategie zum Handel beinhaltet Einstiegsbedingungen, Ausstiegsbedingungen und Ausschlusskriterien. Eine schriftliche Handelsstrategie begrenzt spontane Entscheidungen.
- Handelstagebuch führen: Führe im sechsten Schritt ein Handelstagebuch und erfasse darin bei jeder Order den Grund für Einstieg, Positionsgröße und das Ergebnis. Die Auswertung im Handelsjournal zeigt beim Electronic Trading, ob Regelverstöße oder bestimmte Marktbedingungen die Ergebnisse beeinflussen.
- Strukturierte Ausbildung nutzen: Eine strukturierte Ausbildung zu nutzen ordnet im siebten Schritt Grundlagen, Strategie und Risikomanagement in Lernmodule ein. Trading.de bietet praxisnahe Lerninhalte und Coaching zum Electronic Trading an. Prüfe vor der Buchung eines Coachings den Inhalt, die Kosten und die Qualifikation der Lehrenden.
Electronic Trading Coaching bei Trading.de
Das Electronic Trading Coaching von Trading.de vermittelt Lerninhalte zu Handelsstrategien und Risikomanagement sehr praxisnah. Teilnehmer bearbeiten in der Ausbildung von Trading.de Übungsaufgaben und erhalten ein individuelles Feedback zu ihren Trades. Das Coaching von Trading.de überzeugt durch eine optimale Mischung zwischen Theorie mit informativen Lerninhalten und Praxisübungen.
Kosten beim Electronic Trading
Die Kosten beim Electronic Trading bestehen aus Ordergebühren, Spreads, Börsenentgelten und Finanzierungskosten. Die tatsächlichen Kosten des elektronischen Handels hängen vom Broker, dem Handelsplatz, dem Finanzinstrument und dem Ordervolumen ab.
Eine Order über Xetra kann beim elektronischen Handel je nach Broker zwischen 0 und 15 € kosten. Einige Broker berechnen eine feste Ordergebühr, andere erhalten ihre Vergütung über einen Spread-Aufschlag oder weitere Entgelte. Aktive Trader zahlen bei häufigen Orders mehr Gebühren als Anleger mit wenigen langfristigen Transaktionen.
Echtzeitkurse für das Electronic Trading können bei bestimmten Plattformen eine zusätzliche Datengebühr verursachen. Vor dem ersten Echtgeldtrade prüfe das Preis- und Leistungsverzeichnis des Brokers. Die Prüfung des Brokerangebots zeigt, welche Trading Kosten bei Kauf und Verkauf, Depotführung sowie der Datenversorgung entstehen. Electronic Trading ist nur dann sinnvoll planbar, wenn Trader die Handelskosten in ihre Strategie einbeziehen.