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Unter Insider Trading (auch Insiderhandel oder Insidergeschäfte genannt) versteht man den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren eines Unternehmens auf Basis von geheimen Informationen, die der Öffentlichkeit vorenthalten sind. Ein Insider ist jemand, der über geheime Informationen über das betreffende Unternehmen verfügt, also zum Beispiel eine Führungskraft oder ein ranghoher Mitarbeiter.

Insider Trading ist illegal, da es auf einem unfairen Vorteil gegenüber anderen Marktteilnehmern basiert und die Markteffizienz beeinträchtigt. Für Insiderhandel werden Freiheitsstrafen oder Geldbußen ausgesprochen. Drohende Strafen sorgen dafür, dass viele Insider Trader vorsichtiger agieren, wie die Studie „Legal Risk and Insider Trading“ von Marcin Kacperczyk und Emiliano S. Pagnotta zeigt, die 2024 in The Journal of Finance veröffentlicht wurde.

Gängige Beispiele für Insidergeschäfte sind Trades von CEOs, Freunden und Familienmitgliedern von hochrangigen Unternehmensmitarbeitern sowie Personen in beratender Funktion (bspw. Rechtsanwälten).

Wir von Trading.de sind Experten für das Tradinggeschäft und vermitteln Anfängern und Fortgeschrittenen praxisnahe Kenntnisse und Strategien für legales Trading.

Im Folgenden erklären wir genau, was Insider Trading ist.

Was ist Insider Trading?

Insider Trading ist das Durchführen von Eigengeschäften durch Führungskräfte eines Unternehmens oder andere Insider unter Einsatz von geheimen Insiderinformationen, die ihnen einen unfairen Vorteil gegenüber anderen Marktteilnehmern gewähren. Insiderhandel ist die illegale Offenlegung von geheimen Informationen, die anschließend zum eigenen Vorteil für Börsengeschäfte genutzt werden.

Insider Trading ist die unrechtmäßige handelstechnische Verwendung von Informationen, die nicht öffentlich zugänglich und daher anderen Marktteilnehmern verborgen sind. Insider Trading wird zum Beispiel von CEOs und Direktoren durchgeführt, weil diese direkten Zugang zu Informationen haben, die der Öffentlichkeit verborgen bleiben.

Manche Insider Trader sind nicht Teil des inneren Kreises eines Unternehmens, sondern fungieren in einer beratenden Rolle und gelangen auf diese Weise an geheime Insiderinformationen (z. B. Rechtsanwälte oder Bankmitarbeiter). In manchen Fällen verschaffen sich Personen auf illegale Art Zugang zu Insiderinformationen, zum Beispiel über das Darkweb.

Typische Insiderinformationen betreffen zum Beispiel Übernahmeangebote für Unternehmen, Insolvenzanträge, Vorstandsveränderungen oder technologische Entwicklungen. Insider nutzen Informationen, um auf die Wertentwicklung der betreffenden Unternehmen zu spekulieren und entsprechend Aktien zu kaufen oder zu verkaufen, während der Öffentlichkeit der Vorteil der geheimen Information vorenthalten bleibt.

Insidergeschäfte bzw. der Kauf und Verkauf von Wertpapieren durch Personen mit Insiderdaten ist in Deutschland und fast allen EU-Staaten eine Straftat, weil die Finanzmärkte durch den Insiderhandel beeinträchtigt werden. Insider Trading ist nur legal, wenn der betreffende Insider eine Mitteilung bei den zuständigen Finanzbehörden einreicht, da die verwendete Information dadurch öffentlich zugänglich wird. Legales Insider Trading wird auch Directors’ Dealings genannt.

Nachfolgend gehen wir genauer darauf ein, warum Insider Trading verboten ist.

Warum ist Insider Trading verboten?

Insider Trading ist verboten, weil es das Vertrauen in die Integrität der Finanzmärkte untergräbt und da es sich um Betrug gegenüber den anderen Marktteilnehmern handelt. Insider nutzen interne Informationen, um sich einen unfairen Vorteil zu verschaffen und sich zu bereichern sowie gleichzeitig anderen Teilnehmern Schaden zuzufügen.

Insider Trading ist nicht zuletzt verboten, weil es die Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte gefährdet. Letzten Endes ist Insiderhandel eine Marktmanipulation, die eine verzerrte Kursbildung und eine geringere Markteffizienz nach sich zieht.

Andre Witzel - Trader und Experte bei Trading.de
Andre Witzel
Trader & Experte

Der Markt wird durch Insidergeschäfte vor allem dahingehend verzerrt, dass andere Marktteilnehmer weniger Anreiz haben, Investments zu tätigen, wenn sie annehmen müssen, dass sie regelmäßig im Wettbewerb mit Personen stehen, die einen unfairen Informationsvorsprung haben.

Im nächsten Abschnitt zeigen wir, welche Strafen drohen, wenn illegales Insider Trading betrieben wird.

Strafe bei Insider Trading 

Die Strafe bei Insider Trading ist in Deutschland entweder eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder eine Geldstrafe. Maximal 5 Jahre Gefängnis drohen bei nicht gewerbsmäßigem Insider Handel.

  • Freiheitsstrafe von maximal 5 Jahren oder Geldstrafe: Eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren gilt laut WpHG für Personen, die Insiderinformationen für den eigenen Handel nutzen, Dritten den Handel empfehlen oder Informationen unrechtmäßig weitergeben.
  • Freiheitsstrafe von maximal 10 Jahren: Eine Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren ist möglich, wenn Insider Trading gewerbsmäßig oder als Teil einer kriminellen Bande stattfindet sowie wenn Insidergeschäfte von jemandem im Rahmen einer Tätigkeit für eine Finanzaufsichtsbehörde, ein Wertpapierdienstleistungsunternehmen, eine Börse oder einen Betreiber eines Handelsplatzes getätigt werden. 

Bestraft werden beim Insider Trading sowohl diejenigen, die Insiderinformationen zu ihrem eigenen Vorteil missbrauchen, als auch diejenigen, die Insiderinformationen weitergeben. Im Jahr 2022 zum Beispiel verurteilte das Landgericht Frankfurt einen Insider Trader zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 8 Monaten, während der Informant mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten auf Bewährung belegt wurde.

Im folgenden Abschnitt besprechen wir einige Beispiele für Insider Trading.

Beispiele für Insider Trading

Übliche Beispiele für Insider Trading sind die Herausgabe und die Nutzung exklusiver Informationen durch CEOs und Führungskräfte, Geschäftspartner, Freunde und Familienmitglieder, Personen in beratender Funktion, Regierungsangestellte sowie politische Berater.

Die bekanntesten Beispiele für Insider Trading haben wir im Folgenden aufgelistet.

  • CEOs und andere Führungskräfte: Viele Fälle von Insider Trading stammen von CEOs und anderen Führungskräften, die direkten Zugang zu geheimen Informationen haben und basierend auf diesen Informationen Börsengeschäfte tätigen. Ein klassisches Beispiel ist, wenn ein Unternehmen insolvent geht und der CEO noch vor der öffentlichen Ankündigung der Insolvenz rasch seine Unternehmensaktien verkauft, da er weiß, dass der Kurs des Unternehmens nach der Ankündigung einbrechen wird. Der frühere CEO des Unternehmens Enron, Jeffrey Skilling, beispielsweise verkaufte einst Unternehmensaktien im Wert von ungefähr 63 Millionen US-Dollar, bevor bekannt wurde, dass sein Unternehmen in großen finanziellen Schwierigkeiten steckte.
  • Geschäftspartner, Freunde und Familienmitglieder: Geschäftspartner, Freunde und Familienmitglieder werden zu Insider Tradern, wenn sie über berufliche oder private Kontakte an Insiderinformationen gelangen und diese nutzen, um sich an der Börse einen Vorteil zu verschaffen. Ein bekanntes Beispiel für Insider Trading ist die Entertainerin Martha Stewart, die im Jahr 2001 3928 Aktien des Unternehmens ImClone Systems verkaufte, nachdem ihr Broker ihr verriet, dass die FDA das neue Krebsmedikament des Unternehmens zurückweisen werde. Stewart vermied durch die Insiderinformation einen Schaden von ungefähr 45.000 US-Dollar und wurde später zu 5 Monaten Gefängnisstrafe verurteilt.
  • Personen in beratender Funktion: In einigen Fällen werden Personen in beratender Funktion zu Insider Tradern, wenn sie durch ihre Rolle als Berater geheime Informationen in Erfahrung bringen und darauf basierend Trades an der Börse durchführen. Personen in beratender Funktion sind zum Beispiel Rechtsanwälte, Finanzberater oder Broker, die für ein Unternehmen arbeiten. Beispielsweise gab der Anwalt Matthew Kluger geheime Informationen über bevorstehende Fusionen und Übernahmen an Komplizen weiter, die über Jahre hinweg basierend auf diesen Informationen an der Börse handelten. Kluger wurde zu 12 Jahren Haft verurteilt.
  • Regierungsangestellte: Manche Regierungsangestellte werden zu Insider Tradern, weil sie in ihrer Tätigkeit für die Regierung an vertrauliche Informationen gelangen und diese für ihre Börsengeschäfte nutzen.
  • Politische Berater: Viele politische Berater arbeiten mit Regierungsangestellten zusammen und erhalten von diesen geheime Informationen, die sie zu ihrem Vorteil an der Börse nutzen.

Zwar kommt Insider Trading immer wieder vor, entsprechende Trades nachzuvollziehen ist jedoch nicht einfach. Im nächsten Abschnitt erklären wir, wie sich Insider Trading nachvollziehen lässt.

Wie kann man Insider Trading nachvollziehen?

Man kann Insider Trading nachvollziehen, indem man nach auffälligen Handelsmustern sucht. In Deutschland ist es Aufgabe der BaFin, Insider Trading nachzuvollziehen. Das Nachvollziehen von Insider Trading ist schwierig, weil die betreffenden Personen immer behaupten können, der verdächtige Trade sei nur Zufall gewesen.

Die BaFin setzt zum Nachvollziehen von Insider Trading spezielle Analyseprogramme ein, um auffällige Trades zu entdecken. Wichtig ist es, nachzuweisen, dass die betreffende Person vor ihrem Trade tatsächlich über eine geheime Information verfügte und sie zum Traden genutzt hat.

Legales Insider Trading, auch Directors’ Dealings genannt, lässt sich nachvollziehen, indem man in öffentlichen Registern der BaFin nachsieht. Directors’ Dealings sind öffentlich nachvollziehbar, da CEOs und andere hochrangige Unternehmensmitglieder ihre Trades der BaFin innerhalb weniger Tage bekanntgeben müssen. Manche Investoren nutzen die Einsicht in Directors’ Dealings, um Tradesignale zu erhalten und ihre Handelsstrategie darauf aufzubauen.

Wenn du wissen möchtest, wie legales Insider Trading funktioniert und wie du es für deine eigenen Handelszwecke nutzen kannst, lohnt sich für dich das Online-Trading-Coaching von Trading.de.

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Andre Witzel
Andre Witzel hat über 10 Jahre Erfahrungen im Trading und ist der Gründer von Trading.de. Als Experte, Coach in der Trading.de Ausbildung und Trader teilt seine Strategien und Methoden mit seinen Lesern. Er weiß genau welche Fehler Anfänger machen und kann ihnen die besten Tipps zum erfolgreichen Handel geben.
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