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Einfach erklärt ist der Energiehandel (Power Trading) der Kauf und Verkauf von Energie wie Strom und Gas oder von Finanzderivaten und Emissionszertifikaten.

Der Energiehandel hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert, da neue Marktteilnehmer hinzugekommen sind und sich deswegen neue Potenziale ergeben. Bereits 2023 stieg laut Umweltbundesamt der Anteil an erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch in Deutschland von 46,2 auf 51,8 % an.

Im Energiehandel werden beispielsweise Strom, Gas, Öl, Kohle, Biomasse, Wind, Solar und Wasserstoff gehandelt.

Power Trading für Privatanleger erfolgt in der Regel über ETFs, Aktien, CFDs und andere Finanzderivate. Der physische Energiehandel für Energieerzeuger und Industrien findet auf Spot-, Termin- und OTC Märkten statt.

Trading.de hilft dir dabei, langfristig im Energiehandel erfolgreich zu sein. Wir stellen dir in unseren Coaching Kursen einen persönlichen Mentor zur Seite, der dich bei all deinen Trades berät. Du erlernst praktische Trading Strategien, die speziell auf die Volatilität von Energiemärkten zugeschnitten sind. 

Auf dieser Seite erklären wir genau, was der Energiehandel ist, wie Power Trading funktioniert und gehen auf die größten Vorteile und Risiken ein, die es zu beachten gibt.

Was ist der Energiehandel?

Der Energiehandel ist der Handel mit unterschiedlichen Arten der Energie auf dem Energiemarkt wie Strom, Gas, Öl, Kohle, Biomasse oder Emissionszertifikate.

Es gibt grundlegend 2 Arten des Energiehandels: den physischen Energiehandel im Großhandel und in der Versorgung und den Energiehandel mit Finanzprodukten für Trader.

Der physische Energiehandel bezieht sich auf den Kauf und Verkauf von Energie zwischen Übertragungsnetzbetreibern, Stadtwerken und Energieerzeugern. Ziel des physischen Energiehandels ist es, die Energieversorgung sicherzustellen und Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen. Der physische Handel mit Energie findet auf Terminmärkten, Spotmärkten und OTC (Over-the-Counter) Märkten statt.

Der Terminmarkt für den Energiehandel ist der Marktplatz zur langfristigen Planung. Auf dem Terminmarkt werden Energielieferungen als Futures gehandelt. Energie Futures sind standardisierte Finanzverträge, mit denen beispielsweise Strom, Gas und Öl für kommende Monate oder Jahre im Voraus zu einem festen Preis gehandelt werden. So schützen sich Versorger vor plötzlichen Preissprüngen.

Der Spotmarkt für Energie ist der Marktplatz für kurzfristige Energielieferungen. Dabei unterscheidet man zwischen Day-Ahead-Handel (Lieferung am nächsten Tag) und Intraday Handel, bei dem Strom bis zu 5 Minuten vor der tatsächlichen physischen Erfüllung gehandelt wird, um kurzfristige Wetterveränderungen auszugleichen.

Der Energiehandel mit Finanzprodukten für Trader ist relevant für Privatanleger, Hedgefonds und Daytrader. Finanzielles Power Trading bedeutet, dass mit Finanzderivaten gehandelt wird und keine echten Energiemengen gekauft werden, die physisch geliefert werden. Mit Finanzderivaten wie CFDs und Optionen spekuliert man auf die Preisentwicklung der jeweiligen Energierohstoffe.

Die Volatilität des Energiemarktes bietet für private Trader hohe Chancen und Risiken. Laut Berichten der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft stieg der allgemeine Rohstoffpreisindex im Jahresdurchschnitt 2025 um knapp 5 % im Vergleich zum Vorjahr. 

Im Energiehandel lassen sich verschiedene Arten von Energie handeln, auf die wir im nächsten Abschnitt eingehen.

Welche Energiearten kann man handeln?

Man kann die Energiearten Strom, Holz, Braunkohle, Steinkohle, Erdöl, Erdgas, Fernwärme, Wind, Solar und Wasserstoff handeln.

Strom

Strom ist ein sekundärer Energieträger und entsteht durch die Bewegung von Elektronen in einem geschlossenen Stromkreis.

Der Strompreis am Großhandelsmarkt bildet sich nach dem Merit-Order-Prinzip. Die Kraftwerke werden von günstig nach teuer nach ihren Erzeugungskosten sortiert. Das teuerste Kraftwerk, das zur Deckung der aktuellen Stromnachfrage zugeschaltet wird, bestimmt den Preis für den gesamten Markt. Die Wetterbedingungen sorgen für eine extrem hohe Volatilität.

Strom wird physisch an Strombörsen wie der EEX oder der EPEX SPOT gehandelt. Unternehmen nutzen kurzfristige Spotmärkte wie Day-Ahead und Intraday Märkte sowie Terminkontrakte zur Preisabsicherung. Privatanleger handeln keinen physischen Strom, sondern spekulieren mittels ETFs, Futures oder CFDs über Online Broker.

Holz

Holz ist ein erneuerbarer, nachwachsender Rohstoff und ein wichtiger Bioenergieträger. Im Energiehandel mit Holz handelt man standardisierte Formen wie Holzpellets, Holzhackschnitzel und Brennholz zur Wärmeerzeugung in Haushalten und Biomassekraftwerken.

Die Preisbildung für Holz ist stark regional und saisonal bedingt. Im Winter ist der Holzpreis beispielsweise höher als im Sommer. Der Holzpreis hängt von den Kosten in der Forstwirtschaft, den Transportwegen und der Nachfrage nach anderen Heizmethoden wie Öl und Gas ab.

Holz ist ein klassischer OTC Markt (Over-the-Counter). Beim OTC Holzmarkt schließen Großhändler, Waldbesitzer und Endverbraucher direkte physische Lieferverträge. Für Privatanleger sind keine direkten Derivate für Brennholz verfügbar. Spekulationen auf Preisentwicklungen sind für private Anleger indirekt über Aktien von Forst- und Pellet Unternehmen möglich.

Braunkohle

Braunkohle ist ein Sedimentgestein und ein fossiler Brennstoff mit relativ geringem Heizwert und hohem Wassergehalt.

Der Preis für Braunkohle hängt stark von den Förderkosten im Tagebau ab. Ein Preistreiber für Braunkohlestrom sind CO2 Zertifikate (EUA). Kraftwerksbetreiber sind dazu verpflichtet, CO2 Zertifikate zu kaufen, um die Emissionen auszugleichen.

Braunkohle ist nicht auf freien Märkten handelbar. Der Transport von Braunkohle ist durch ihr hohes Gewicht und ihr Wassergehalt wirtschaftlich sehr aufwendig. Der Rohstoff wird direkt in Kraftwerken verfeuert, die unmittelbar neben dem Tagebau stehen. Für Trader gibt es keine speziellen Braunkohle Finanzprodukte.

Steinkohle

Steinkohle ist ein schwarzes Sedimentgestein und ein fossiler Brennstoff mit hoher Energiedichte.

Die Preise für Steinkohle bilden sich durch Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt. In Europa sind wichtige Benchmarks Indizes wie der API2. Die Preisbildung für Steinkohle hängt neben Angebot und Nachfrage vom globalen Wirtschaftswachstum, Frachtraten, geopolitischen Krisen und den Preisen für alternative Energien wie Gas.

Steinkohle wird physisch gehandelt. Institutionelle Akteure wie Kraftwerke handeln Steinkohle Futures an Börsen wie der ICE (Intercontinental Exchange) zur Absicherung. Es ist für Privatanleger möglich, in Steinkohle zu investieren. Zum Trading von Steinkohle für Privatanleger werden in der Regel Aktien von Minen- und Bergbaukonzernen verwendet.

Erdöl

Erdöl oder Crude Oil ist der wichtigste und meistgehandelte fossile Rohstoff der modernen Industriegesellschaft. Der flüssige Brennstoff ist ein primärer Energieträger für Treibstoffe wie Benzin und Diesel und liefert den Grundstoff für eine Vielzahl an Industrien.

Der Ölpreis ist vorrangig geopolitisch getrieben. Andere maßgebliche Faktoren sind das globale Wirtschaftswachstum, die Förderquoten der OPEC, US-Fracking-Zahlen und Lagerbestände.

Erdöl wird an Terminbörsen wie der NYMEX und der ICE gehandelt. Die wichtigsten Referenzen für den Erdölpreis sind Brent (Nordsee) und WTI (US-Öl). Für Privatanleger lässt sich Erdöl über Broker durch CFDs, Futures, Optionen und ETCs (Exchange Traded Commodities) traden.

Erdgas

Erdgas oder Natural Gas ist ein brennbares natürliches Gas, das zur Stromerzeugung, als Industriestandard und zum Heizen genutzt wird. 

Der Erdgaspreis in Europa wird erheblich vom Wetter, geopolitischen Spannungen und Füllständen der Gasspeicher bestimmt.

Gas wird physisch über Pipelines oder LNG Terminals gehandelt. Für private Trader ist Erdgas sehr beliebt für Daytrading mit CFDs und Futures, da der Rohstoff sich durch extreme Preissprünge auszeichnet.

Fernwärme

Fernwärme ist Energieversorgung im Verbund und umfasst die Versorgung von Gebäuden mit Heizwärme und Warmwasser. Fernwärme wird über ein isoliertes Rohrleitungsnetz direkt zu den Endverbrauchern transportiert.

Der Preis für Fernwärme bildet sich durch die Vorgaben vom lokalen Versorger und wird staatlich reguliert.Verträge enthalten Preisgleitklauseln, bei denen sich der Preis anhand offizieller Indizes nach einer festgelegten Formel regelmäßig anpasst.

Der Handel mit Fernwärme ist nicht frei. Verbraucher sind an das Netz in ihrer Straße gebunden und sind dazu gezwungen, den Anbieter vor Ort zu akzeptieren. Es gibt keinen Spot- oder Terminmarkt für Fernwärme. Aus diesem Grund gibt es auch keine Finanzderivate oder Handelsmöglichkeiten für Anleger oder Trader.

Wind

Wind ist eine erneuerbare Energie aus bewegten Luftmassen und wird in elektrische Energie durch Windkraftanlagen umgewandelt.

Der Preis für Windenergie bildet sich vorrangig nach dem Merit-Order-Prinzip am Großhandelsmarkt für Strom. Die Windkraftanlagen drücken hohe Strommengen ins Netz, wenn viel Wind weht. Durch das Merit-Order-Prinzip senkt dies die Preise am Spotmarkt erheblich, sogar bis in den negativen Bereich.

Windenergie wird von Anlagenbetreibern am Strom Spotmarkt über Direktvermarkter und langfristige PPAs (Power Purchase Agreements) gehandelt. Privatanleger haben die Möglichkeit, sich über Aktien am Markt für Windenergie zu beteiligen. Sie investieren beispielsweise in Aktien von Windturbinenherstellern, Clean Energy ETFs oder direkt in Strompreis Derivate.

Solar

Solar ist eine erneuerbare Energie, die die Energie der Sonnenstrahlung nutzt und durch Photovoltaik (PV) Anlagen oder Solarthermie in elektrischen Strom oder Wärme umgewandelt wird.

Die Preisbildung für Solarenergie erfolgt an der Strombörse. Solaranlagen speisen mittags bei starker Sonneneinstrahlung alle gleichzeitig ihre Höchstleistung ins Netz, weshalb die Strompreise zu diesen Spitzenzeiten am Spotmarkt fallen.

Der physische Handel mit Solarstrom findet an Intraday und Day-Ahead-Märkten statt. Für private Trader ist es möglich, in Aktien von PV Herstellern, Wechselrichter Produzenten und erneuerbare Energien Fonds zu investieren.

Wasserstoff

Wasserstoff (Hydrogen) ist ein gasförmiger Sekundärenergieträger. Wird er mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien durch Elektrolyse gewonnen, wird dies als „grüner Wasserstoff“ bezeichnet.

Die Preisbildung für Wasserstoff ist sehr variabel. Bei grünem Wasserstoff hängen die Preise maßgeblich von den Erzeugungskosten für erneuerbaren Strom und den Anschaffungskosten der Elektrolyse ab. Grauer Wasserstoff aus Erdgas hängt stark vom Erdgaspreis und den Kosten für die CO2 Zertifikate ab. An europäischen Börsen etablieren sich mit der Zeit Preisindizes wie der HYDRIX, um transparente Marktpreise abzubilden.

Der Handel mit Wasserstoff findet vorrangig im OTC Markt statt. Dabei schließen Produzenten und Unternehmen der Großindustrie langfristige Abnahmeverträge. Private Trader investieren über Wasserstoff Aktien und darauf zugeschnittene ETFs, um in diese Art von erneuerbare Energie zu investieren.

Wie funktioniert der Energiehandel?

Der Energiehandel funktioniert über den Kauf und Verkauf von Energie auf einem virtuellen Marktplatz oder einer klassischen Energiebörse.

Privatanleger handeln nicht mit physischem Strom oder Gas, sondern partizipieren über Finanzderivate wie CFDs, Futures und ETFs am Energiemarkt. Beim Energiehandel mit Finanzderivaten wird auf die Preisentwicklung von Rohstoffen wie Erdöl, Erdgas und Strom spekuliert.

1. Wähle den passenden Broker aus

Wähle den passenden Broker aus, um am Energiehandel teilzunehmen. 

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Bei der Broker Auswahl sollte man auf eine Regulierung durch die BaFin oder ESMA, transparente Gebührenstrukturen sowie das Angebot an handelbaren Energiewerten achten.

Vorteilhafte Gebührenstrukturen bei Brokern zeichnen sich durch enge Spreads und geringe Kommissionen aus. Einige Broker werben damit, dass sie keine Kommissionen erheben. Stattdessen schlagen sie die Gebühr auf die Spreads. Ein Vergleich der Spreads zwischen verschiedenen Brokern lohnt sich, um die eingesetzte Investitionssumme zu minimieren. 

Ab dem 01.07.2026 gilt in Deutschland das PFOF Verbot (Payment for Order Flow). Das PFOF Verbot untersagt es Brokern EU-weit, Provisionen für die Weiterleitung von Kundenaufträgen an bestimmte Handelsplätze oder Market Maker anzunehmen. Das Verbot von Payments for Order Flow hat einen direkten Einfluss auf die Gebühren.

Broker im Energiehandel handeln verschiedene Energiewerte. Diese umfassen beispielsweise WTI-Öl, Natural Gas oder spezielle Clean Energy ETFs. Ein breites Angebot an Energiewerten sorgt für eine höhere Flexibilität beim Trading.

Nach Auswahl des Brokers erfolgt das Registrieren auf seiner Plattform. Bei der Registrierung verifiziert der Nutzer seine Identität (KYC Prozess). Nach dem Verifizieren wird das Handelskonto freigeschaltet.

2. Zahle Kapital auf dein Handelskonto ein

Zahle das Kapital auf dein Handelskonto ein. 

Die Einzahlung erfolgt je nach Anbieter über sichere Zahlungsmethoden wie SEPA Banküberweisung, Kreditkarte oder E-Wallets wie PayPal oder Apple Pay. Seriöse Broker verwahren die eingezahlten Kundengelder auf separaten Treuhandkonten und getrennt vom eigenen Firmenvermögen.

3. Platziere deine Trading Order

Platziere deine Trading Order über die Handelsplattform des Brokers. Privatanleger im Power Trading handeln bei Brokern in der Regel mit Finanzderivaten.

Der Vorteil beim Trading mit Derivaten besteht darin, dass es Tradern ermöglicht wird, mit Long Positionen auf steigende Kurse und mit Short Positionen auf fallende Kurse zu setzen. Energiepreise reagieren sehr sensibel auf geopolitische Spannungen, Wetterveränderungen und politische Entscheidungen. Die Volatilität des Energiemarktes ist aufgrund der starken externen Faktoren sehr hoch. Viele Energie Trader nutzen Hebel, um mit einer verhältnismäßig geringen Sicherheitsleistung (Margin) größere Marktbewegungen abzubilden.

Der Energiemarkt ist extrem liquide. Laut einer Statistik der europäischen Strombörse EEX lag das Handelsvolumen allein am europäischen Strom Terminmarkt der EEX im Jahr 2023 bei 5.185,3 Terawattstunden (TWh). Die hohe Liquidität von Großkonzernen und Institutionen ermöglicht starke Kursbewegungen, von denen private Trader profitieren.

4. Lasse dir die Gewinne auszahlen

Nach Schließung einer Trading Position wird der erzielte Gewinn auf dein Guthaben auf dem Broker Konto gutgeschrieben. 

Der Trader fordert im internen Kundenbereich des Brokers eine Auszahlung an. Aufgrund rechtlicher Vorgaben zur Geldwäscheprävention erfolgt die Auszahlung nach Closed Loop Prinzip über exakt denselben Weg wie die Einzahlung. Je nach gewählter Zahlungsmethode und den internen Bearbeitungszeiten des Brokers nimmt der Auszahlungsvorgang wenige Stunden bis zu 3 Tage in Anspruch.

Vorteile und Risiken von Power Trading 

Die Vorteile und Risiken von Power Trading sind unter anderem Preisvorteile, hohe Arbitragemöglichkeiten und Hedging auf der einen Seite, und auf der anderen Verlust-, Bilanzkreis- und Kontrahentenrisiken.

In der folgenden Tabelle sind die größten Vorteile und Risiken von Power Trading auf einen Blick dargestellt.

Vorteile von Power Trading

  • Preisvorteile optimal durch Hebelprodukte nutzbar
  • Hohe Arbitragemöglichkeiten
  • Hedging gegen langfristige Preisschwankungen am Terminmarkt
  • Erschließung neuer Erlöse durch Batteriespeicher und Flexibilitätsvermarktung

Risiken von Power Trading

  • Verlustrisiko
  • Bilanzkreisrisiko
  • Kontrahentenrisiko
  • Rollverluste durch Contango Effekt bei Derivaten und ETFs

Vorteile von Energiehandel

Die Vorteile von Energiehandel sind Preisvorteile, die sich optimal durch Hebelprodukte nutzen lassen, hohe Arbitragemöglichkeiten, Hedging gegen langfristige Preisschwankungen am Terminmarkt und die mögliche Erschließung neuer Erlöse durch Batteriespeicher und Flexibilitätsvermarktung.

In der folgenden Liste beschreiben wir die wichtigsten Vorteile von Power Trading.

  • Optimal durch Hebelprodukte nutzbare Preisvorteile: Preisvorteile lassen sich im Energiehandel optimal durch Hebelprodukte ausnutzen. Derivate wie CFDs und Futures ermöglichen es, auf steigende und fallende Preise zu setzen. Dabei vervielfacht die Hebelwirkung das eingesetzte Kapital und die potenziellen Renditen.
  • Hohe Arbitragemöglichkeiten: Beim Energiehandel bestehen hohe Arbitragemöglichkeiten. Die Möglichkeiten für Arbitragegewinne ergeben sich im kurzfristigen Spot und Intraday Markt. Ein Arbitragegewinn ist der Gewinn aus dem günstigen Kauf an einem bestimmten Markt und dem teuren Verkauf an einem anderen Markt. Das bedeutet, man nutzt den Preisunterschied aus, indem der Energiewert an einem Markt zu einem niedrigen Preis gekauft wird und dasselbe Produkt wenig später an einem anderen Markt zu einem höheren Preis verkauft wird. Eine Datenauswertung des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) verzeichnete zum Beispiel einen historischen Rekordwert von 301 Stunden mit negativen Strompreisen am Day Ahead Markt im Jahr 2023. 
  • Hedging gegen langfristige Preisschwankungen am Terminmarkt: Der Energiehandel erlaubt Hedging gegen langfristige Preisschwankungen am Terminmarkt. Handelsgeschäfte an Strombörsen wie der EEX dienen Institutionen und Konzernen häufig der Absicherung. Über Terminkontrakte oder langfristige PPA Lieferverträge (Power Purchase Agreements) sichern sich Unternehmen gegen unvorhersehbare Preisspitzen in der Zukunft ab.
  • Erschließung neuer Erlöse durch Batteriespeicher und Flexibilitätsvermarktung: Beim Power Trading lassen sich neue Erlöse durch Batteriespeicher und Flexibilitätsvermarktung erschließen. Betreiber von Batteriespeichern nutzen Preisschwankungen über spezialisiertes Flex Trading automatisiert aus. Sie speichern Strom günstig und verkaufen ihn gewinnbringend während teurer Spitzenlastzeiten wieder.

Risiken von Energiehandel

Die Risiken von Energiehandel sind hauptsächlich das Verlustrisiko, das Bilanzkreisrisiko und das Kontrahentenrisiko.

Die folgende Liste beschreibt die wesentlichen Risiken im Energiehandel eingehend.

  • Verlustrisiko: Im Energiehandel besteht ein relevantes Verlustrisiko für Privatanleger. Energiemärkte sind sehr volatil und werden schlagartig durch Wetterextreme, geopolitische Konflikte und regulatorische Entscheidungen getrieben. Insbesondere in Kombination mit Finanzhebeln führt dies gegebenenfalls zu hohen Verlusten, wenn die eigene Marktprognose falsch ausfällt.
  • Bilanzkreisrisiko: Das Bilanzkreisrisiko ist eine der größten Hürden im physischen Stromhandel. Jeder Marktakteur ist gesetzlich verpflichtet, sicherzustellen, dass die ins Netz eingespeiste und entnommene Strommenge im Bilanzkreis exakt im Gleichgewicht steht. Prognosefehler führen zu Netzungleichgewichten. Netzungleichgewichte erfordern den Einsatz von teurer Regelenergie, der Strafzahlungen nach sich zieht. In der Direktvermarktung von erneuerbaren Energien übernehmen spezialisierte Händler gegen eine Prämie das Ausgleichsenergierisiko sowie teilweise das Marktwertrisiko für die Anlagenbetreiber.
  • Kontrahentenrisiko: Im Energiehandel besteht ein Kontrahentenrisiko, das unbedingt einzukalkulieren ist. Im bilateralen, außerbörslichen OTC Handel (Over-the-Counter) fehlt die Börse als absichernde Instanz. Daher tragen die Marktteilnehmer das Ausfallrisiko ihres direkten Handelspartners.
  • Rollverluste durch Contango-Effekt: Ein wesentliches Risiko beim Energiehandel für Privatanleger sind Rollverluste durch Contango-Effekt. Energieprodukte werden meist über Futures oder ETFs gehandelt. Auslaufende Verträge sind daher regelmäßig auszutauschen. Ist der neue Kontrakt teurer als der alte, entstehen dem Trader allein durch das Halten der Position fortlaufend Verluste, die potenzielle Kursgewinne auffressen.

Wie kann man Energiehandel lernen?

Man kann Energiehandel lernen, indem man Einsteiger-Kurse in die Energiewirtschaft besucht und an Online Coaching Kursen teilnimmt.

  1. Einsteiger Kurse in die Energiewirtschaft und Online Coaching Kurse: Man kann Energiehandel über Einsteiger Kurse in die Energiewirtschaft und Online Coaching Kurse lernen. Einsteiger Kurse werden häufig von Industrie- und Handelskammern, Energie-Akademien oder als Universitätszertifikate angeboten. In Einsteigerkursen lernst du beispielsweise, wie Bilanzkreise funktionieren, welche Akteure das Stromnetz stabilisieren und wie das Regelwerk der Energiebörsen aufgebaut ist. Spezielle Online Coaching Kurse für den Energiehandel vermitteln praktisches Wissen für das private Trading auf Grundlage des theoretischen Wissens zur Energiewirtschaft. 
  2. Die Grundlagen der Energiewirtschaft verstehen: Um den Energiehandel zu lernen, ist es wichtig, die Grundlagen der Energiewirtschaft zu verstehen. Relevante Lernfelder sind Marktmechanismen, Preisbildung und Fundamentaldaten. Dabei lernt man grundlegende Prinzipien kennen, wie zum Beispiel das Merit-Order-Prinzip und den Unterschied zwischen dem kurzfristigen Spotmarkt (Day-Ahead und Intraday) und dem langfristigen Terminmarkt (Futures). Bei der Analyse von Fundamentaldaten werden im Energiehandel beispielsweise Wetterdaten, geopolitische Ereignisse, CO2 Zertifikate und Speicherfüllstände berücksichtigt, welche die Preise für Strom, Gas und Öl beeinflussen.
  3. Praktische Erfahrung über Demokonten sammeln: Man lernt Energiehandel am besten durch praktische Erfahrung über Demokonten. Privatanleger handeln meist nicht mit physischem Strom, sondern nutzen Derivate wie CFDs (Contracts for Difference), um auf die Kursentwicklungen von WTI Öl, Erdgas und Energieindizes zu spekulieren. Die meisten Broker bieten kostenlose Demokonten auf ihrer Plattform an. Mit dem Demokonto ist es möglich, den Umgang mit Leverage und Margin sowie technischer Chartanalyse mit virtuellem Geld unter realen Bedingungen zu üben. Durch das Aneignen von Kenntnissen der technischen Chartanalyse lassen sich Ein- und Ausstiegspunkte in volatile Energiemärkte identifizieren.

Energiehandel Coaching bei Trading.de

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Unser gezieltes Energiehandel Coaching verbindet die komplexe Theorie der Energiewirtschaft mit der harten Praxis des aktiven Tradings. Wir bieten dir strukturierte Strategien, bringen dir effektives Risikomanagement bei und stehen dir mit individuellem Mentoring zur Seite.

Mit unserem Coaching ist es nicht notwendig, dass du dich mühsam durch unzählige kostenlose Artikel klickst. Du erlernst erprobte Setup-Strategien, die speziell auf den Handel mit Energie ausgelegt sind. Der direkte Austausch mit deinem persönlichen Mentor hilft dir dabei, eigene Trading Fehler frühzeitig zu erkennen, die Trading Psychologie zu festigen und theoretisches Wissen über Energiemärkte profitabel umzusetzen. 

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Kosten beim Energiehandel

Die Kosten beim Energiehandel sind neben dem Großhandelspreis hauptsächlich Transaktions- und Abwicklungskosten, Umlagen, Steuern und Netzentgelte.

Die Grundlage für die Großhandelskosten sind die Erzeugungskosten. Die Preisbildung an Strombörsen erfolgt beispielsweise durch das Merit-Order-Prinzip. Kraftwerke werden nach ihren Erzeugungskosten aufsteigend sortiert. Das teuerste Kraftwerk, das zugeschaltet wird, um die aktuelle Stromnachfrage zu decken, determiniert den Preis für alle. Günstige erneuerbare Energien wie Wind und Solar senken den Preis. Teure Gas- und Kohlekraftwerke (inklusive Kosten für CO2 Zertifikate) treiben den Großhandelspreis nach oben.

Die Transaktions- und Abwicklungskosten fallen beim Kauf und Verkauf von Energie an. Dabei ist zwischen dem physischen Großhandel und dem finanziellen Trading für Privatanleger zu unterscheiden. Im physischen Großhandel zahlen Akteure beispielsweise Börsengebühren und Clearing Gebühren. Im finanziellen Trading für Privatanleger fallen keine Börsengebühren im klassischen Sinne an. Die Abwicklungskosten bestehen aus dem Spread (also der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis), Kommissionen und Swap Gebühren. Swap Gebühren werden nur wirksam, wenn gehebelte Positionen über Nacht gehalten werden.

Bei der physischen Lieferung von Strom und Gas an Endverbraucher und Unternehmen fallen Netzentgelte, Steuern und Umlagen an. Diese sind für das reine Finanz Trading, wie zum Beispiel beim Handel mit Öl CFDs, irrelevant.

In der Direktvermarktung gibt es spezifische Kosten wie das Dienstleistungsentgelt und Bilanzkreiskosten für Betreiber von Wind- und Solaranlagen. Das Dienstleistungsentgelt ist die Bezahlung für den Vermarkter, der den Marktzugang stellt und den Strom börsentäglich verkauft. Die Bilanzkreiskosten sind Ausgleichsenergiekosten. Produziert beispielsweise eine Solaranlage wegen unerwarteter Wolken weniger Strom als am Vortag prognostiziert, fehlt dieser Strom im Netz. Damit der Strombedarf gedeckt ist, wird eine entsprechende Strommenge als Ausgleichsenergie nachgekauft. Die Kosten für solche Prognosefehler sind im physischen Energiehandel ein wesentlicher Faktor.

Andre Witzel
Andre Witzel hat über 10 Jahre Erfahrungen im Trading und ist der Gründer von Trading.de. Als Experte, Coach in der Trading.de Ausbildung und Trader teilt seine Strategien und Methoden mit seinen Lesern. Er weiß genau welche Fehler Anfänger machen und kann ihnen die besten Tipps zum erfolgreichen Handel geben.
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