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After Hours Trading ist der Handel mit Aktien und anderen Finanzinstrumenten nach dem Ende der regulären Börsenöffnungszeiten. Im Deutschen wird After Hours Trading als nachbörslicher Handel bezeichnet. Der nachbörsliche Handel findet über elektronische Handelssysteme, außerbörsliche Handelsplätze oder entsprechende Angebote von Brokern statt.

Lerne in diesem Beitrag, wie der nachbörsliche Handel funktioniert, welche Vorteile und Nachteile entstehen und was du über Handelszeiten, Kosten und Risiken wissen solltest. Wir zeigen dir, wie du After Hours Trading als Anfänger lernst und erste Trades außerhalb der regulären Börsenzeiten ausführst. 

Was ist After Hours Trading?

After Hours Trading ist im Börsenkontext ein Begriff dafür, dass Wertpapiere nach dem offiziellen Ende einer regulären Handelssitzung weiter gehandelt werden. After Hours Trading ermöglicht es Tradern, nach dem offiziellen Börsenschluss auf neue Informationen zu reagieren. Neue Informationen nach Börsenschluss sind zum Beispiel Quartalszahlen, Gewinnprognosen und Unternehmensmeldungen.

Wie schnell Informationen nach Börsenschluss eingepreist werden, zeigt eine 2025 im Journal of Financial Economics veröffentlichte Untersuchung. Die Forschenden werteten für 50 Aktien über zwölf Jahre fast 90 Milliarden Kursstellungen und rund 8 Milliarden Transaktionen außerhalb der regulären Handelszeit aus. Deutliche Kursreaktionen zeigten sich unmittelbar in den Kursreaktionen, die nach Börsenschluss von After-Hours-Tradern bewirkt wurden.

In welchem Zeitraum findet After Hours Trading statt?

After Hours Trading findet an amerikanischen Börsenplätzen zwischen 16:00 und 20:00 Uhr ET für US-Aktien statt. Weltweit ist der Zeitraum für After Hours Trading nicht einheitlich festgelegt. Jede Börse beziehungsweise jeder Handelsplatz hat eigene reguläre Handelszeiten. 

Die folgende Liste zeigt die wichtigsten After-Hours-Trading-Zeiten weltweit. 

  • USA: After Hours meist von 16:00 bis 20:00 Uhr ET.
  • Deutschland: Erweiterter Handel je nach Handelsplatz bis 22:00 oder 23:00 Uhr.
  • Großbritannien: Regulärer Handel an der London Stock Exchange bis 16:30 Uhr britischer Zeit; erweiterter Handel ist abhängig vom Broker und Handelsplatz.

Einen direkten Überblick zu den weltweiten Handelszeiten pro Region inklusive After-Hours-Handelszeit zeigt die untenstehende Tabelle.

RegionHandelsplatzFrühhandel / Pre-MarketRegulärer HandelNachbörslicher / erweiterter Handel
USANYSE & Nasdaq4:00–9:30 Uhr ET9:30–16:00 Uhr ET16:00–20:00 Uhr ET
USA, deutsche Zeit*NYSE & Nasdaq10:00–15:30 Uhr15:30–22:00 Uhr22:00–02:00 Uhr
DeutschlandXetra8:00–9:00 Uhr Early Trading9:00–17:30 Uhr17:30–22:00 Uhr Late Trading
DeutschlandBörse Frankfurt–8:00–22:00 Uhr–
DeutschlandTradegate Exchange–7:30–22:00 Uhr–
Deutschlandgettex–7:30–23:00 Uhr–
DeutschlandLS Exchange–7:30–23:00 Uhr–
FuturesCME Globex, z. B. E-mini S&P 500–nahezu 23 Stunden pro Handelstag–

Wie funktioniert After Hours Trading?

After Hours Trading funktioniert, indem Trader nach Ende der regulären Börsensitzung weiterhin Kauf- oder Verkaufsorders über einen Broker aufgeben. Orders werden im After Hours Trading über elektronische Handelssysteme mit den verfügbaren Gegenorders anderer Marktteilnehmer zusammengeführt.

Die nächsten 6 Schritte erklären dir, wie After Hours Trading funktioniert. 

  1. Handelszeit und Verfügbarkeit prüfen: Zunächst prüft der Trader, ob der Broker für das gewünschte Finanzinstrument After Hours Trading anbietet. Nicht jede Aktie ist über jeden Broker nach Börsenschluss handelbar. Wir prüfen im After Hours Trading immer zuerst die konkreten Handelszeiten des Brokers und des jeweiligen Marktes.
  2. Kurs und Spread kontrollieren: Vor dem Einstieg in den nachbörslichen Handel werden Geldkurs, Briefkurs und aktueller Spread geprüft. Im After Hours Trading ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs häufig größer als während der regulären Sitzung.
  3. Trade festlegen: Der After-Hours-Trader entscheidet anhand seiner Analyse über Kauf oder Verkauf. Häufiger Anlass für After Hours Trades sind Quartalszahlen, Prognosen oder Unternehmensmeldungen, die erst nach dem regulären Börsenschluss veröffentlicht werden.
  4. Orderart auswählen: Mit der Wahl der Orderart legt der After-Hours-Trader vorab fest, welchen Preis er maximal beim Kauf zahlt beziehungsweise mindestens beim Verkauf erhalten möchte. 
  5. Order platzieren und Ausführung prüfen: Der Broker leitet die Order für den After-Hours-Trade an den verfügbaren Handelsplatz weiter. Eine Ausführung nach Börsenschluss erfolgt nur, wenn eine passende Gegenorder vorhanden ist. Limit Orders lassen sich nachbörslich nur teilweise oder gar nicht ausführen.
  6. Position und offene Orders überwachen: Nach dem Einstieg in den After-Hours-Trade verfolgt der Trader die Kursentwicklung und kontrolliert seine offenen Orders.

Tipp von Profi Trader Andre Witzel zur After-Hours-Trading-Strategie

Andre Witzel - Trader und Experte bei Trading.de
Andre Witzel
Trader & Experte

Mein Tipp für die After-Hours-Trading-Strategie ist, dass ich den Einstieg ins After Hours Trading durch liquide Large Caps mit aktuellen Unternehmensmeldungen gegenüber wenig gehandelten Nebenwerten bevorzuge. Die ersten Kursreaktionen auf Earnings sind für mich immer ein Signal, weil der Markt neue Zahlen unmittelbar einpreist. Dabei trade ich nicht jedem ersten Kurssprung hinterher, sondern warte, bis sich eine klare Richtung zeigt. Den Stop Loss plane ich schon vor dem Einstieg und passe die Positionsgröße an die stärkeren nachbörslichen Schwankungen an.

Vorteile und Nachteile von After Hours Trading

Der größte Vorteil von After Hours Trading ist die Möglichkeit, direkt auf neue Informationen nach Börsenschluss zu reagieren. Veröffentlicht ein Unternehmen beispielsweise Quartalszahlen, eine Gewinnwarnung oder eine neue Prognose, müssen After-Hours-Trader nicht bis zur nächsten regulären Sitzung warten. Kursbewegungen lassen sich im nachbörslichen Handel unmittelbar handeln, wodurch sich After-Hours-Trading beispielsweise für Earnings- und Breakout-Strategien eignet. 

Den Vorteilen des After-Hours-Tradings steht ein höheres Handelsrisiko gegenüber. Außerhalb der regulären Handelszeit sind meist weniger Marktteilnehmer aktiv und es liegen weniger Orders im Markt. Aus unserer Erfahrung bei Trading.de ist es möglich, dass eine Aktie unmittelbar nach den Zahlen zunächst deutlich steigt und wenige Minuten später wieder in die Gegenrichtung dreht.

In der Tabelle siehst du Vorteile und Nachteile des After Hours Tradings.

Vorteile von After Hours Trading

  • Direkte Reaktion auf Earnings und News
  • Handel vor der nächsten Hauptsession
  • Längere Handelszeiten
  • Earnings- und Breakout-Setups
  • Bestehende Positionen früher anpassen

Nachteile von After Hours Trading

  • Geringere Liquidität
  • Größere Spreads
  • Schwierigere Orderausführung
  • Stärkere Kursschwankungen
  • Schnelle Richtungswechsel

In unserer Trading.de Ausbildung sehen wir bei Anfängern häufig, dass sie den Schlusskurs der regulären Sitzung als Orientierung für ihren After-Hours-Trade verwenden. Unserer Meinung nach sollten Positionsgröße, Stop Loss und Einstieg nicht auf Grundlage des alten Schlusskurses geplant werden, da die tatsächliche Distanz zwischen Einstieg und Stop Loss und damit das Verlustrisiko des Trades falsch berechnet werden kann. Wir arbeiten beim After Hours Trading mit den aktuellen nachbörslichen Kursen und berücksichtigen den aktuellen Spread.

Wie lernt man After Hours Trading?

After Hours Trading lernt man, indem man zunächst Kursreaktionen nach Börsenschluss beobachtet und einzelne Earnings- oder Breakout-Setups gezielt übt. Der nachbörsliche Handel sollte erst mit Echtgeld erfolgen, wenn Orderausführung, Spreads und die stärkeren Kursbewegungen verstanden wurden.

Unsere Liste zeigt Trading.de Tipps für Anfänger, die After Hours Trading lernen möchten.

  1. Beobachte Aktien direkt nach den Earnings: Suche dir zunächst liquide US-Aktien im nachbörslichen Handel heraus und verfolge, was in den ersten Minuten nach veröffentlichten Quartalszahlen mit Kurs, Spread und Handelsvolumen passiert.
  2. Lerne ein festes After-Hours-Setup: Für den Einstieg ins After Hours Trading reicht beispielsweise eine Earnings- oder Breakout-Strategie. Lege fest, welches Signal einen Einstieg auslöst und wann kein After-Hours-Trade eröffnet wird.
  3. Übe Limit Orders: Im nachbörslichen Handel führt eine Market Order bei geringer Liquidität möglicherweise zu einem deutlich anderen Kurs. Trainiere deshalb, Kauf- und Verkaufspreise im After-Hours-Trade über Limits festzulegen.
  4. Plane jeden Trade mit dem aktuellen Kurs: Bestimme Einstieg, Stop Loss und Positionsgröße anhand des aktuellen After-Hours-Kurses und Spreads. 
  5. Teste dein After-Hours-Setup zunächst ohne großes Risiko: In unserer Trading.de Ausbildung starten Anfänger im Demokonto, denn erst wenn die After-Hour-Strategie dort nachvollziehbar umgesetzt wird, erfolgt der Wechsel zu kleinen Echtgeldpositionen.
  6. Werte deine After-Hours-Trades aus: Halte fest, welche Meldung den After-Hours-Trade ausgelöst hat, wo der Einstieg lag und ob Stop Loss sowie Ausstieg nach Plan ausgeführt wurden. 

After Hours Trading Coaching bei Trading.de

In der Trading.de Ausbildung lernst du Trading von den Grundlagen bis zum eigenständigen Handel und das zu jeder Handelszeit. Ziel ist, dass du Märkte selbst analysierst, eigene Trading-Entscheidungen triffst und jeden Trade anhand deiner Strategie nachvollziehen kannst. 

Die folgenden Inhalte erwarten dich in unserer Trading.de Ausbildung.

  • 6 Ausbildungslevel: Du arbeitest dich Schritt für Schritt von den Trading-Grundlagen bis zum eigenständigen Handel vor.
  • Strategien selbst anwenden: Du lernst, Märkte zu analysieren, Setups zu erkennen und daraus eigene Ein- und Ausstiege abzuleiten.
  • Trades vollständig planen: Einstieg, Positionsgröße, Stop Loss und Take Profit werden vor der Order festgelegt. So kennst du das geplante Risiko jedes Trades.
  • Trading zunächst im Demokonto üben: Anfänger wenden das Gelernte zuerst mit virtuellem Kapital an. Der Wechsel zu Echtgeld erfolgt anschließend mit kleinen Beträgen.
  • 3 bis 4 Live-Webinare pro Woche: Gemeinsam besprechen wir Marktanalysen, Strategien und konkrete Trades. 
  • Persönliche Begleitung: Andre Witzel und Jia Tian Rong begleiten dich während der Ausbildung und zeigen anhand realer Marktsituationen, wie sie selbst bei Analyse und Trade-Planung vorgehen.

Wer kann After Hours Trading durchführen?

After Hours Trading können Privatanleger und professionelle Trader durchführen, sofern ihr Broker den Handel außerhalb der regulären Börsenzeiten anbietet. Ein spezieller Status als professioneller Anleger ist für die Teilnahme am außerbörslichen Handel nicht erforderlich.

Der Broker bestimmt, welche Handelszeiten, Finanzinstrumente und Orderarten für den nachbörslichen Handel zur Verfügung stehen. Privatanleger handeln beispielsweise US-Aktien oder Aktien-CFDs nach dem regulären US-Börsenschluss, wenn diese über ihren Broker verfügbar sind.

Wir von Trading.de empfehlen für den nachbörslichen Handel die Broker Capital.com, BlackBull sowie Pepperstone. Bei Capital.com ist es beispielsweise möglich, Aktien per CFD 24/5 in der Woche zu traden.

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Kosten beim After Hours Trading

Beim After Hours Trading fallen je nach Broker und Finanzinstrument Spreads, Ordergebühren oder Kommissionen sowie mögliche Finanzierungskosten an. Untenstehend siehst du in der Liste mögliche Kosten im After-Hours-Trading. 

  • Beim After-Hours-Handel mit CFDs sind beispielsweise Overnight-Gebühren möglich, wenn eine Position über den täglichen Finanzierungstermin hinaus offen bleibt. 
  • Bei Aktien entstehen im After-Hours-Trading häufig Orderkosten oder volumenabhängige Provisionen. 
  • Slippage entsteht im After-Hours-Trading, wenn eine Order zu einem anderen Kurs als erwartet ausgeführt wird.
Trading.de Tipp
Das Preis- und Leistungsverzeichnis von Brokern zeigt, welche Kosten im After-Hours-Trading konkret anfallen.

Allgemein müssen die Kosten im After Hours Trading nicht höher ausfallen als beim Handel zu anderen Handelszeiten. Allerdings sollten die Kosten transparent dargestellt sein und Teil deiner After-Hours-Trading-Strategie sein.

Andre Witzel
Andre Witzel hat über 10 Jahre Erfahrungen im Trading und ist der Gründer von Trading.de. Als Experte, Coach in der Trading.de Ausbildung und Trader teilt seine Strategien und Methoden mit seinen Lesern. Er weiß genau welche Fehler Anfänger machen und kann ihnen die besten Tipps zum erfolgreichen Handel geben.
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