Short Trading ist der Handel mit Finanzinstrumenten wie CFDs, Futures oder Optionen, bei dem Trader auf fallende Kurse setzen. Ein Gewinn wird im Short Trading erzielt, wenn der Kurs nach dem Einstieg sinkt.

Erfahre in diesem Beitrag, was Short Trading bedeutet und wie ein Short Trade Schritt für Schritt abläuft. Wir erklären, welche Finanzprodukte sich shorten lassen, welche Kosten entstehen und wie Anfänger den Handel auf fallende Kurse lernen können.
Was ist Short Trading?
Short Trading bezeichnet den Handel auf fallende Kurse. Ein Trader eröffnet mit einem Short Trade eine Short-Position auf ein Finanzinstrument. Eine Short-Position ist eine Handelsposition, mit der ein Trader einen Gewinn erzielt, wenn der Kurs des zugrunde liegenden Wertes fällt. Steigt der Kurs, entwickelt sich die Position bei einem Short Trade in die entgegengesetzte Richtung.
Short Trading lässt sich von verwandten Begriffen klar abgrenzen, welche die folgende Tabelle zeigt.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Short Trading | Überbegriff für den Handel auf fallende Kurse. |
| Short-Position | Konkrete Handelsposition, die von einem fallenden Kurs profitiert. |
| Short gehen | Das Eröffnen einer Short-Position. |
| Aktien shorten | Auf einen fallenden Kurs einer bestimmten Aktie setzen. |
| Leerverkauf | Eine konkrete Form des Short Tradings mit geliehenen Wertpapieren. |
| Short Selling | Englische Bezeichnung für Leerverkäufe. |
| Short Seller | Trader oder Anleger, der eine Short-Position eingeht. |
| Long Trading | Gegenposition zum Short Trading, bei der auf steigende Kurse gesetzt wird. |
Trader nutzen Short Trading für Spekulation und Absicherung. Bei der Spekulation setzen Short Trader gezielt auf einen erwarteten Kursrückgang, um daraus einen Gewinn zu erzielen.
Als Absicherungsstrategie (Hedging) schützt eine Short-Position bestehende Long-Positionen gegen fallende Kurse. Fällt der Aktienmarkt, gleicht eine Short-Position auf den entsprechenden Index Verluste eines Aktienportfolios aus.
Short Selling übernimmt unter anderem eine Funktion bei der Preisbildung. Eine Studie aus dem Jahr 2024 zeigt, dass Aktienkurse bei höherer Short-Selling-Aktivität schneller auf neue öffentliche Informationen reagierten.
Wie funktioniert ein Short Trade?
Short Trading funktioniert, indem ein Trader eine Position eröffnet, die bei einem fallenden Kurs des Basiswerts einen Gewinn erzielt. Wie Short Trading technisch funktioniert, hängt vom gehandelten Finanzinstrument ab. Bei einem klassischen Leerverkauf von Aktien verkauft der Short Trader Wertpapiere, die er nicht selbst besitzt, sondern über den Broker leiht. Bei Derivaten wie CFDs besitzt der Short Trader den Basiswert nicht. Der Short Trader handelt einen Vertrag, dessen Wertentwicklung sich auf den zugrunde liegenden Basiswert bezieht.
Wie Short Trading in der Praxis funktioniert, zeigt dir Trading.de Gründer Andre Witzel in unserem Video zum Short Selling:
Die folgende 8-Schritte-Anleitung zeigt, wie Short Trading funktioniert:
- Markt analysieren und Short-Signal bestimmen: Der Short Trader analysiert einen Basiswert und prüft, ob die eigene Short-Trading-Strategie für einen fallenden Kurs spricht.
- Finanzinstrument für Short Trading auswählen: Der Short Trader legt fest, mit welchem Finanzinstrument die erwartete Abwärtsbewegung gehandelt werden soll.
- Hebel für den Short Trade festlegen: Der Short Trader legt bei gehebelten Short Trades die Höhe des Hebels fest. Mit einem Trading Hebel bewegt der Short Trader mit einem kleineren Kapitaleinsatz eine größere Short-Position.
- Short Trade planen: Der Short Trader bestimmt für den Short Trade den Einstiegskurs, die Positionsgröße, den Stop Loss und das Kursziel.
- Short-Position eröffnen: Der Short Trader eröffnet die Short-Position über den Broker beziehungsweise die Trading-Plattform. Bei einem Short Trade mit CFDs wählt der Trader beispielsweise „Verkaufen“ beziehungsweise „Sell“ aus.
- Short-Position überwachen: Der Short Trader verfolgt die Kursentwicklung der geöffneten Short-Position. Bei einem fallenden Kurs entwickelt sich die Short-Position des Traders in die gewünschte Richtung. Steigt der Kurs einer Short-Position bis zum festgelegten Stop Loss, wird der Short Trade mit Verlust beendet.
- Short-Position schließen: Der Short Trader schließt eine Short-Position mit der Gegenposition zur ursprünglichen Order. Bei einem Short Trade mit CFDs wird eine zuvor eröffnete Sell-Position beispielsweise durch eine entsprechende Kauforder geschlossen.
- Ergebnis des Short Trades auswerten: Wir werten abgeschlossene Short Trades aus und prüfen, ob Einstieg, Risikomanagement und Ausstieg der festgelegten Short-Trading-Strategie entsprochen haben.
Experten-Tipp von Profi Trader Andre Witzel zum Short Trading:

Für Short Trades nutze ich gerne den 200er EMA, Unterstützungs- und Widerstandszonen sowie den RSI. Bricht der Kurs beispielsweise unter eine wichtige Unterstützung und handelt gleichzeitig unter dem 200er EMA, schaue ich genauer nach einem Short-Einstieg. Bei Bitcoin und anderen volatilen Märkten achte ich besonders auf die Positionsgröße. Vor wichtigen News wie Zinsentscheidungen oder US-Arbeitsmarktdaten eröffne ich nicht einfach einen Short Trade, weil schnelle Gegenbewegungen den Stop Loss auslösen können.
Welche Finanzprodukte kann man shorten?
Für Short Trading eignen sich vor allem CFDs, Aktien, Futures, Optionen, Forex und Kryptowährungen. Die folgende Liste zeigt, wie ein Short Trade pro Finanzprodukt erfolgt, ob die Nutzung eines Hebels möglich ist und welcher Risikograd mit dem Short Trade verbunden ist.
| Finanzprodukt | Short erfolgt über | Hebel | Risikograd |
|---|---|---|---|
| CFDs | Sell-Position beim CFD-Broker | Ja | Hoch |
| Aktien | Leerverkauf geliehener Aktien | Teilweise | Hoch |
| Futures | Verkauf eines Terminkontrakts | Ja | Sehr hoch |
| Optionen | Kauf einer Put-Option | Indirekt | Mittel bis hoch |
| Forex | Verkauf einer Währung gegen eine andere | Ja | Hoch |
| Kryptowährungen | Futures oder Perpetual Futures | Ja | Sehr hoch |
In der folgenden Übersicht erklären wir die Funktionsweise von Short Trades nach Finanzinstrumenten.
CFDs
Beim Short Trading mit CFDs eröffnet der Trader eine Verkaufsposition auf einen Basiswert, ohne diesen selbst zu besitzen. Fällt der Kurs des gehandelten CFD-Wertes, gewinnt die Short-Position an Wert. CFDs ermöglichen den direkten Handel auf fallende Kurse, ohne dass beispielsweise Aktien für einen Leerverkauf geliehen werden müssen.
Die folgende Liste zeigt die Spezifikationen eines CFD Trades im Short Trading.
- Short möglich auf: Aktien, Indizes, Forex, Rohstoffe und Kryptowährungen
- Handelsplatz: außerbörslich über CFD-Broker
- Hebel: ja
- Besonderheit: Basiswert wird nicht selbst gekauft oder geliehen
Für das CFD Short Trading empfehlen wir die CFD Broker FP Trading, Capital.com und BlackBull Markets.
- 4x regulierter Broker
- Niedrigste Spreads ab 0,0 Pips
- Geringe Kommissionen im Forex
- MT4/MT5/TradingView/cTrader
- 24/7 Support
- 1M Versicherung
- Sehr nutzerfreundliche Plattform
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- TradingView, cTrader, MT4/MT5
- Regulierung durch FMA (Neuseeland)
- Über 26.000 Märkte
Aktien
Aktien lassen sich über einen klassischen Leerverkauf shorten. Für das Short Traden werden Aktien über den Broker geliehen und anschließend verkauft. Die Short-Position wird durch den späteren Rückkauf geschlossen. Voraussetzung für das Short Trading von Aktien ist, dass die gewünschte Aktie für einen Leerverkauf verfügbar ist.
Die folgende Liste zeigt die Spezifikationen eines Aktien Trades im Short Trading.
- Short möglich auf: einzelne Aktien
- Handel: über Broker mit Wertpapierleihe und Short-Selling-Angebot
- Hebel: je nach Broker und Kontomodell
- Besonderheit: Verfügbarkeit und Leihkosten unterscheiden sich je nach Aktie
Futures
Beim Short Trading mit Futures verkauft der Trader einen standardisierten Terminkontrakt. Entwickelt sich der Futures-Kurs nach dem Kauf nach unten, profitiert die Short-Position. Futures beziehen sich auf einen festgelegten Basiswert und besitzen eine definierte Kontraktgröße.
Die folgende Liste zeigt die Spezifikationen eines Future Trades im Short Trading.
- Short möglich auf: Indizes, Rohstoffe, Währungen, Anleihen und Kryptowährungen
- Handelsplatz: Terminbörsen wie Eurex oder CME
- Hebel: ja, durch den Handel auf Margin
- Besonderheit: Standardisierte Kontrakte mit festgelegten Bedingungen
Optionen
Mit Put-Optionen öffnen Trader eine Position auf fallende Kurse. Der Käufer eines Puts erhält das Recht, den Basiswert zu einem festgelegten Preis zu verkaufen. Sinkt der Kurs des Basiswerts, steigt der Wert des Puts unter sonst gleichen Bedingungen.
Die folgende Liste zeigt die Spezifikationen einer Option im Short Trading.
- Short möglich auf: unter anderem Aktien, Indizes, ETFs und Futures
- Handelsplatz: Options- und Terminbörsen über entsprechende Broker
- Hebelwirkung: ja
- Besonderheit: Beim Kauf eines Puts ist der maximale Verlust auf die gezahlte Optionsprämie begrenzt
Forex
Beim Forex Short Trading werden zwei Währungen gegeneinander gehandelt. Wer beispielsweise EUR/USD shortet, setzt auf einen fallenden Euro gegenüber dem US-Dollar, die erste Währung des Paares wird also verkauft und die zweite parallel gekauft.
Die folgende Liste zeigt die Spezifikationen eines Forex Trades im Short Trading.
- Short möglich auf: Währungspaare wie EUR/USD, GBP/USD oder USD/JPY
- Handel: über Forex- und CFD-Broker
- Hebel: ja
- Besonderheit: Short Trading ist fester Bestandteil des Handels mit Währungspaaren
Kryptowährungen
Bitcoin, Ethereum und andere Kryptowährungen lassen sich über Krypto-Derivate shorten. Trader eröffnen für den Short-Handel von Kryptowährungen eine Short-Position über Futures oder Perpetual Futures und setzen damit auf einen fallenden Kurs der jeweiligen Kryptowährung.
Andre Witzel erklärt im folgenden Video anhand einer Live-Analyse das Short Trading bei fallenden Bitcoin-Kursen:
Die folgende Liste zeigt die Spezifikationen von Kryptowährungen im Short Trading.
- Short möglich auf: Bitcoin, Ethereum und weitere angebotene Kryptowährungen
- Handel: über Anbieter von Krypto-Derivaten
- Hebel: je nach Produkt und Anbieter
- Besonderheit: Hohe Kursschwankungen erhöhen bei gehebelten Short-Positionen das Verlustrisiko.
Vorteile und Risiken von Short Trading
Den größten Vorteil von Short Trading sehen wir darin, auch bei fallenden Kursen Gewinne erzielen und bestehende Long-Positionen absichern zu können. Die größten Risiken im Short Trading sind für uns stark steigende Kurse, da Verluste bei klassischen Leerverkäufen theoretisch unbegrenzt sind. Bei gehebelten Short-Produkten verstärken sich Kursbewegungen zusätzlich.
Das sind Vorteile und Risiken von Short Trading kompakt dargestellt.
Vorteile von Short Trading
- Gewinne bei fallenden Kursen möglich
- Absicherung von Long-Positionen
- Handel in steigenden und fallenden Marktphasen
- Nutzung über verschiedene Finanzprodukte
- Gezielter Handel überbewerteter Märkte
Nachteile von Short Trading
- Hohe Verluste bei steigenden Kursen
- Beim Leerverkauf theoretisch unbegrenzter Verlust
- Hebel verstärkt Verluste
- Short Squeeze kann schnelle Kursanstiege auslösen
- Zusätzliche Kosten, etwa für Wertpapierleihe oder Finanzierung
Ein konkretes Risiko von Short Trading zeigt eine 2025 im Journal of Accounting Research veröffentlichte Studie zu Short Squeezes. Die Forschenden untersuchten sogenannte Short-Selling-Attacken und schätzten, dass es bei 15 % der untersuchten Fälle zu einem Short Squeeze kam. Short-Selling-Attacken gehen mit steigenden Kursen und verstärktem Short Covering einher und können Short Trader dazu zwingen, ihre Position zu höheren Kursen zu schließen.
Wie lerne ich Short Trading?
Short Trading lernst du, indem du zunächst die Funktionsweise und Risiken verstehst, eine feste Short-Strategie entwickelst und diese per Backtesting und im Demokonto testest.
Das sind unsere Trading.de-Tipps für Anfänger im Short Trading, die Short Trading lernen möchten.
- Funktionsweise von Short Trades verstehen: Lerne, wie sich eine Short-Position bei steigenden und fallenden Kursen entwickelt. Für Short Trader sollten Begriffe wie Hebel, Margin, Stop Loss und Short Squeeze vor dem ersten Trade klar sein.
- Mit einem Finanzinstrument beginnen: Für Short Trading stehen beispielsweise CFDs, Futures, Optionen oder klassische Leerverkäufe zur Verfügung. Als Anfänger im Short Trading solltest du dich mit einem Instrument beschäftigen und dessen Kosten, Hebelwirkung und Risiken verstehen.
- Klare Short-Signale definieren: Lege für deine Short Trades fest, unter welchen Bedingungen ein Einstieg erfolgt. Für Short-Signale lassen sich beispielsweise Unterstützungen und Widerstände, der 200er EMA oder der RSI nutzen.
- Short-Trading-Strategie mit Backtesting prüfen: Teste die Regeln deiner Short-Trading-Strategie anhand vergangener Kursdaten.
- Short Trades im Demokonto üben: Setze deine Short-Trading-Strategie unter aktuellen Marktbedingungen im Demokonto um. Bei jedem Short Trade sollten Einstieg, Stop Loss und Kursziel bereits vor der Order feststehen. Für das Üben von Short Trades kannst du gern unseren Trading.de-Simulator nutzen.
- Risiko pro Short Trade begrenzen: Bei gehebelten Short Trades gehört der Stop Loss für uns in jeden Trading-Plan. Die Positionsgröße eines Short Trades berechnest du anhand des festgelegten Risikos.
- Short Trading mit kleinem Kapital starten: Nach dem Üben von Short Trades im Demokonto folgt der Einstieg in den Echtgeldhandel mit kleinem Kapital. In unserer Trading.de Ausbildung empfehlen wir Anfängern, Short Trading mit maximal 500 Euro zu beginnen. Jeden Short Trade solltest du auswerten, um die Umsetzung deiner Strategie zu überprüfen.
Short Trading Coaching bei Trading.de
In der Trading.de Ausbildung bringen wir dir bei, Short Trades sowie weitere Trades im Daytrading selbstständig zu analysieren, vorzubereiten und umzusetzen. Während der Ausbildungszeit erhältst du von unseren Trading.de Coaches Jia Tian Rong und Andre Witzel direkte Hilfestellung und Feedback zu deinen Trades und tauschst dich in der Trading.de-Community mit weiteren Tradern aus.
Das erwartet dich in der Trading.de Ausbildung:
- 6 Ausbildungslevel: Du arbeitest dich von den Grundlagen bis zum eigenständigen Trading vor.
- Short-Setups selbst erkennen: Du lernst, Marktdruck und Price Action zu analysieren und daraus konkrete Einstiege abzuleiten.
- Trades selbst planen: Du lernst, Positionsgröße, Stop Loss und Take Profit passend zu deinem Trade festzulegen.
- Im Demokonto üben: Du setzt das Gelernte zunächst mit virtuellem Kapital um und sammelst Erfahrung, bevor du mit Echtgeld handelst.
- 3 bis 4 Live-Webinare pro Woche: Du besprichst aktuelle Märkte, Strategien und eigene Trades mit unseren Trading.de Coaches und erhältst direktes Feedback.
- Begleitung durch erfahrene Trader: Du wirst von unseren Trading.de Coaches Andre Witzel und Jia Tian Rong begleitet. Sie beantworten deine Fragen zu Strategie, Analyse und eigenen Trades.
Kosten beim Short Trading
Beim Short Trading hängen die Kosten davon ab, mit welchem Finanzinstrument die Short-Position eröffnet wird und wie lange sie offen bleibt. Neben den direkten Handelskosten entstehen beim Halten einer Short-Position mitunter weitere Gebühren.
Die folgende Tabelle gibt dir einen Überblick, welche Kosten im Short Trading anfallen.
| Kostenart | Wann fällt sie an? | Beispiel |
|---|---|---|
| Spread | Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, vor allem bei CFDs und Forex | Z. B. ab 0,5 Pips |
| Kommission | Gebühr des Brokers für die Ausführung einer Order | Z. B. fester Betrag oder Prozentsatz des Handelsvolumens |
| Finanzierungskosten | Bei gehebelten Positionen, die über Nacht gehalten werden | Abhängig von Broker, Basiswert und Haltedauer |
| Wertpapierleihe | Beim klassischen Leerverkauf von Aktien | Abhängig von Aktie, Verfügbarkeit und Leihdauer |
| Futures-Gebühren | Beim Kauf und Verkauf von Futures-Kontrakten | Börsen- und Brokergebühren pro Kontrakt |
| Optionsprämie | Beim Kauf einer Put-Option | Preis der jeweiligen Option |
Wie teuer das Short Trading am Ende ist, hängt damit von Basiswert, Finanzinstrument, Positionsgröße und Haltedauer ab.