Dark Pool Trading ist das Kaufen und Verkaufen extrem großer Mengen an Wertpapieren fernab der offiziellen Märkte. Ein Dark Pool ist ein privates Netzwerk, in dem institutionelle Anleger und Großbanken anonym ohne Vorab-Transparenz mit Wertpapieren handeln.

Dark Pool Trading ist keine wirtschaftliche Nebenerscheinung. Dark Pools haben laut Angaben der Deutschen Börse einen Anteil von bis zu 10 % am europäischen Aktienhandel. Das bedeutet: Jede zehnte Aktie wird in diesem alternativen Handelssystem (ATS) gehandelt.
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Der Handel in Dark Pools richtet sich ausschließlich an institutionelle Anleger, Hedgefonds und Großbanken. Dark Pool Trading findet verdeckt und anonym statt, da Aufträge vor dem Handel nicht im Orderbuch auftauchen. Erst nach Abwicklung des Block Trades erfolgt die Meldung an die verantwortliche Finanzaufsichtsbehörde wie die ESMA in der EU oder die FINRA in den USA.

In diesem Artikel erklären wir dir ausführlich, was ein Dark Pool ist, wie Dark Pool Trading funktioniert und welche Vorteile und Risiken es bietet.
Was ist ein Dark Pool?
Ein Dark Pool ist ein privater Handelsplatz für den Austausch von Finanzinstrumenten ohne Vorab-Transparenz, wie eine Privatbörse oder ein Forum außerhalb öffentlich zugänglicher Handelssysteme.

Ein Dark Pool ist ein alternatives Handelssystem oder ATS (Alternative Trading System), das von Investmentbanken wie Goldman Sachs und JPMorgan betrieben wird. Es gibt kein öffentliches Orderbuch. Bei einer regulären Börse sieht jeder Marktteilnehmer, wer viele Aktien zu welchem Preis kaufen oder verkaufen möchte. Im Dark Pool bleiben die Preisinformationen bis zur tatsächlichen Trade Ausführung völlig unsichtbar.
Dark Pool Trading bezieht sich auf den Handel sogenannter Block Trades. Ein Block Trade bezeichnet den außerbörslichen Handel mit einer größeren Menge von Wertpapieren. Oft handelt es sich dabei um zehntausende Aktien und Werte über 10.000.000 USD. Ein Dark Pool bringt Käufer und Verkäufer als Handelsplatz für Block Trades zusammen.
Eine Studie des CFA Institutes und Daten der US Börsenaufsicht SEC zeigen, dass über 40 % des gesamten Aktienhandelsvolumens zeitweise außerbörslich über OTC (Over-the-Counter) und über Dark Pools abgewickelt werden. Die europäische Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA reagierte 2018 mit der Einführung der MiFID-II-Richtlinien darauf. Die MiFID-II-Richtlinien sehen ein Double Volume Cap vor. Das Double Volume Cap ist eine gesetzliche Obergrenze, die den Handel einer einzelnen Aktie in europäischen Dark Pools auf maximal 8 % des gesamten europäischen Handelsvolumens beschränkt. Da es beim Dark Pool Trading um den Kauf- und Verkauf riesiger Orders geht, wird es ausschließlich von großen, institutionellen Investoren betrieben, nicht von Privatanlegern.
Privatanleger haben keinen direkten Zugang zu Dark Pools. Der Begriff „Dark Pool” bezieht sich auf ein geschlossenes Netzwerk, das primär für institutionelle Investoren, Hedgefonds und Großbanken konzipiert wurde.

Der Hauptzweck eines Dark Pools ist die Vermeidung der Marktbeeinflussung. Würde beispielsweise ein institutioneller Fonds ein massives Aktienpaket und Block Trades an der öffentlichen Börse ausgeben, würde dies den Aktienkurs einbrechen lassen. Andere Hochfrequenzhändler würden diesen Schritt vorhersehen und ihre eigenen Preise anpassen. Der Dark Pool ermöglicht es Großinvestoren, große Transaktionen ohne drastische Kursverzerrungen abzuwickeln. Wie das Dark Pool Trading genau funktioniert, erfährst du im nächsten Abschnitt.
Wie funktioniert Dark Pool Trading?
Dark Pool Trading funktioniert über spezialisierte Broker, die es institutionellen Tradern, Banken und Fonds ermöglichen, große Volumen zu handeln.

In den folgenden Abschnitten beschreiben wir genau, wie Trading in Dark Pools abläuft.
1. Wahl des Brokers und Zugang zum Markt
Dark Pool Trading funktioniert über spezielle Broker, die institutionellen Anlegern Zugang zum Markt gewähren, wie zum Beispiel Goldman Sachs Sigma X oder Liquidnet.
Privatanleger haben keinen Zugang zu einem Dark Pool. Der Zugang erfolgt ausschließlich über registrierte Broker, die alternative Handelssysteme anbieten oder an Broker-interne Netzwerke angebunden sind. Der Broker leitet Kunden Orders nicht an die öffentliche Börse, sondern an spezialisierte Market Maker. Die Market Maker wickeln die Trades intern in ihren eigenen Systemen ab.
Die Eröffnung eines Kontos beim Broker erfolgt durch einen ausführlichen KYC Prozess zur Identitätsprüfung.
2. Einzahlung des Handelskapitals
Nach der Wahl des Brokers wird das Handelskapital auf das Konto beim Broker eingezahlt.
Die Einzahlung erfolgt über SEPA Banküberweisung oder Kreditkarte. Das eingezahlte Kapital wird vom Broker auf einem separaten Treuhandkonto verwahrt. Dark Pool Trading beinhaltet Block Trades in Milliardenhöhe. Bei institutionellen Tradern erfolgt daher eine nahtlose Liquiditätsprüfung durch Prime Broker.
3. Anonyme Order Platzierung und Matching
Der Dark Pool Trader platziert eine Kauf- oder Verkaufsorder über seine Handelsplattform. Der Broker routet die Order in den Dark Pool.
Das System gleicht Kauf- und Verkaufsaufträge in einem Matching Prozess völlig anonym und computergestützt ab. Beim Dark Pool Trading besteht keine Pre Trade Transparenz. Vor der Trade Ausführung sieht niemand, wie viele Aktien zu welchem Preis gesucht werden. Die fehlende Sichtbarkeit der Trades verhindert, dass Hochfrequenzhändler die Order sehen und den Aktienkurs durch Front Running manipulieren.
4. Order Ausführung und Preisbildung
Nachdem der Trader die Order platziert hat, erfolgt die Orderausführung.
Findet der Algorithmus des Dark Pools einen passenden Gegenpart für die Order, wird der Trade ausgeführt. Die Preisbildung ist bei Dark Pools nicht offen. Der Ausführungspreis orientiert sich am offiziellen Referenzmarkt (also der Hauptbörse). Oft wird durch Mid Point Pricing exakt die Mitte zwischen dem aktuell besten Kauf- und Verkaufspreis gewählt. Erst nach der erfolgreichen Ausführung wird der Trade an die offiziellen Aufsichtsbehörden gemeldet und im Tape veröffentlicht, um Post Trade Transparenz zu gewährleisten.
Dark Pools und alternative Trading Systeme werden derzeit in den USA stark genutzt. Aktuelle Daten der US Finanzaufsicht FINRA (Financial Industry Regulatory Authority) zeigen, dass zwischen 15 und 20 % des gesamten täglichen US Aktienhandelsvolumens rein über verborgene ATS Netzwerke (Alternative Trading Systems) fließen.
5. Clearing und Settlement
Nach der Ausführung des Trades im Dark Pool erfolgt die finanzielle und rechtliche Abwicklung, das sogenannte Clearing und Settlement.
Die gekauften Wertpapiere werden dem Depot gutgeschrieben und der Kaufbetrag wird vom Broker Konto abgezogen. Schließt der Trader seine Position mit Profit, wird der Gewinn auf sein Verrechnungskonto überwiesen. Um eine Position profitabel zu schließen, braucht es feste Trading Strategien, die im Folgenden betrachtet werden.
In unserem Video erklärt dir Andre Witzel ausführlich, was ein Dark Pool ist und wie Dark Pool Trading funktioniert:
Dark Pool Trading Strategien
In der folgenden Liste beschreiben wir die bekanntesten Dark Pool Trading Strategien.
- Pairs Trading: Pairs Trading ist eine marktneutrale Swing Trading Handelsstrategie auf Basis von Trades mit geringem Risiko, bei der der Trader auf die Korrelation von 2 Assets setzt. Beim Pairs Trading werden 2 stark korrelierende Vermögenswerte gehandelt. Der Trader kauft die unterbewertete Aktie (Long Position) und verkauft gleichzeitig die überbewertete Aktie leer (Short Position). Institutionelle Hedgefonds nutzen Pairs Trading in Dark Pools, um beide Transaktionen zeitgleich und ohne Preisschwankungen am öffentlichen Markt abzuwickeln.
- Statistische Arbitrage: Statistische Arbitrage ist eine quantitative Handelsstrategie, die historische und Echtzeitdaten verwendet, um kurzfristige Preisinkongruenzen zu identifizieren und auszunutzen. Da es viele verschiedene Dark Pools und öffentliche Börsen gibt, entstehen für den Bruchteil einer Sekunde minimale Preisunterschiede für ein und dieselbe Aktie. Die Algorithmen erfassen diese Preisunterschiede zwischen dem Dark Pool und dem Lit Market und kaufen die Aktie im Dark Pool günstiger, um sie an der öffentlichen Börse minimal teurer zu verkaufen.
- Print Cluster Support and Resistance: Für professionelle Retail Trader ist die Print Cluster Support and Resistance Strategie die wichtigste Dark Pool Trading Strategie. Ausgeführte Trades werden im Nachhinein an die Aufsichtsbehörden gemeldet. Diese Meldungen erscheinen als Prints auf dem offiziellen Tape. Der Print zeigt Preis, Stückzahl und Zeitpunkt des abgeschlossenen Trades. Haben Institutionen große Kauf- oder Verkaufsblöcke auf demselben Preisniveau platziert, entsteht ein Print Cluster. Trader nutzen die Dark Pool Print Cluster als Support und Resistance Zonen für ihre eigene Charttechnik.
- Midpoint Pegging: Beim Midpoint Pegging wird eine Order exakt in der Mitte zwischen dem aktuell öffentlichen Kaufpreis und Verkaufspreis ausgeführt. Institutionelle Trader nutzen diese Dark Pool Trading Strategie, um den Spread einzusparen. Der Dark Pool bringt Käufer und Verkäufer direkt zusammen, sodass sich beide Parteien den Spread teilen. Bei hohen Transaktionssummen lassen sich durch Midpoint Pegging gewaltige Kosten einsparen.
- Order Slicing und Iceberg Orders: Professionelle Dark Pool Trader nutzen algorithmisches Order Slicing mit Iceberg Orders, um nicht die gesamte Order auf einmal auszugeben. Eine Iceberg Order ist eine limitierte Wertpapierorder, die eine große Order in überschaubare Slices teilt. Das bedeutet, die Order wird in kleine Stücke geteilt und über den Tag verteilt in den Dark Pool geleitet.
- Momentum Ignition: Die Momentum Ignition Strategie ist eine manipulative HFT Strategie, die für das Dark Pool Trading nützlich ist. Hochfrequenzhändler erzeugen künstlich ein rasantes Handelsvolumen auf der öffentlichen Börse, um den Preis einer Aktie in eine bestimmte Richtung zu treiben. Dieser plötzliche Breakout löst bei Großinvestoren im Dark Pool vorprogrammierte Stop Loss Orders oder automatische Kaufalgorithmen aus. Die HFT Trader fangen diese neu entstandene Liquidität im Dark Pool ab und profitieren von der künstlich erzeugten Panik.
- Block Trade Slippage Vermeidung: Die Block Trade Slippage Vermeidung ist die wichtigste Strategie für Großbanken. Durch die gezielte Suche nach einem passenden Käufer im Dark Pool wird der gesamte Block Trade zu einem fixen Preis ausgeführt. Die Order hat somit keinen Einfluss auf den Börsenkurs. Wenn beispielsweise ein Pensionsfonds 5 Millionen Aktien eines Unternehmens an einer öffentlichen Wertpapierbörse verkauft, würde der Kurs rapide fallen, bevor die Order komplett gefüllt ist. Im Folgenden geben wir weitere Beispiele, die verdeutlichen, wie Dark Pool Trading funktioniert.
Dark Pool Trading Beispiele
Im Folgenden beschreiben wir geläufige Beispiele für Dark Pool Trading und wie und von wem es in der Praxis angewandt wird.
Beispiel 1: Investmentbanken
Große Investmentbanken nutzen und betreiben eigene Dark Pools.
Erhält eine Investmentbank beispielsweise einen Kaufauftrag von Kunde 1 und einen großen Verkaufsauftrag von Kunde 2 für dieselbe Aktie, gleicht die Bank diese Orders intern in ihrem eigenen Dark Pool ab. Das interne Abgleichen der Order nennt sich Internalisierung. Die Bank spart die Transaktionsgebühren, die bei einer Weiterleitung an die öffentliche Börse anfallen würden und streicht den Spread als eigenen Gewinn ein. Die Transaktion bleibt für den restlichen Markt komplett unsichtbar.
Ein anderes Beispiel für die Nutzung eines Dark Pools durch Investmentbanken ist der Verkauf großer Wertpapierpakete. Der Verkauf einer großen Aktienmenge über den Dark Pool hat für die Investmentbank den Zweck, den Kurs nicht zu destabilisieren.
Beispiel 2: Hedgefonds
Hedgefonds nutzen Dark Pools für komplexe Trading Strategien wie statistische Arbitrage oder Pairs Trading.
Ein Beispiel für die Nutzung von Darkpools für Hedgefonds ist der Aufbau von Short Positionen in Erwartung schlechter Quartalszahlen. Würde der Hedgefonds Manager Millionen von Aktien an der öffentlichen Börse leerverkaufen, würde das den Markt alarmieren. Über den Dark Pool stückelt er die Order in mehrere Iceberg Orders und baut die Short Position über Wochen hinweg anonym auf, ohne dass die öffentliche Börse oder Hochfrequenzhändler dies mitbekommen.
Beispiel 3: Institutionelle Anleger
Institutionelle Anleger wie Pensionskassen, große Versicherungen oder Betreiber von ETF Portfolios sind einer der Hauptnutzer von Darkpools.
Dark Pool Trading wird beispielsweise von ETF Anbietern genutzt, um ihre Portfolios umzuschichten und eine große Anzahl an Aktien zu verkaufen. Auf dem offenen Markt würde das Orderbuch durch das gewaltige Angebot sofort zusammenbrechen. Der Aktienkurs würde massiv einbrechen. Durch den massiven Einbruch würde der ETF Betreiber für die letzten Millionen Aktien einen extrem schlechten Preis bekommen. Im Dark Pool findet der ETF Anbieter über spezielle Block Trades einen anderen Großinvestor, der genau die von ihm zum Verkauf angebotene Aktienmenge kaufen möchte. Das Geschäft wird zu einem vorab vereinbarten Preis abgewickelt.
Bekannte Dark Pools
Bekannte Dark Pools sind Liquidnet, ITG POSIT, Goldman Sachs Sigma X und UBS MTF.
- Liquidnet: Liquidnet ist ein institutionelles, globales Handelsnetzwerk für Buy Side Kunden wie Fondsgesellschaften und Asset Manager. Die Besonderheit von Liquidnet ist der strikte Ausschluss von aggressiven Hochfrequenzhändlern. So werden gigantische Block Trades vor räuberischen Algorithmen und Frontrunning geschützt.
- ITG POSIT (Portfolio System for Institutional Trading): ITG POSIT ist einer der ältesten Dark Pools. Das System ist darauf spezialisiert, Block Orders exakt zu bestimmten Match Intervallen zum aktuellen Mid Point Preis der Hauptbörse zusammenzuführen. Der Midpoint Preis bezeichnet die exakte Mitte zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Dies garantiert Käufern und Verkäufern eine faire Preisfindung.
- Goldman Sachs Sigma X: Goldman Sachs Sigma X ist ein alternatives Trading System und ein Dark Pool für den außerbörslichen Wertpapierhandel. Goldman Sachs leitet die Orders eigener institutioneller und privater Retail Kunden sowie die Orders externer Broker in das System, um sie intern zu matchen.
- UBS MTF (Multilateral Trading Facility): UBS MTF ist einer der größten Dark Pools in Europa und wird von der Schweizer Großbank betrieben. UBS selbst internalisiert keine Orders. Orders europäischer Aktien werden vollkommen anonymisiert und in den meisten Fällen exakt zum Mid Point Price des primären Referenzmarktes ausgeführt. Die UBS MTF ermöglicht es institutionellen Anlegern, große Handelsvolumen in europäischen Aktien zu bewegen, ohne den Marktpreis zu beeinflussen. Das System zeichnet sich durch die strikte Einhaltung europäischer Vorgaben aus und wird von ESMA reguliert.
Vorteile und Risiken von Dark Pool Trading
Die Vorteile und Risiken von Dark Pool Trading sind hauptsächlich eine geringe Marktstörung und das diskrete Handeln großer Volumina für institutionelle Anleger einerseits und andererseits eine hohe Informationsasymmetrie und Interessenkonflikte.
Die folgende Tabelle bietet dir einen Überblick über die größten Vorteile und Risiken von Dark Pool Trading.
| Vorteile | Risiken |
|---|---|
| Diskretes Handeln großer Volumina ohne Marktaufmerksamkeit | Interessenkonflikte |
| Anonymität | Negative Auswirkung auf Marktpreise und Liquidität |
| Bessere Preise und niedrigere Kosten | Undurchsichtigkeit, Informationsasymmetrie und Misstrauen |
| Motiviert Anleger zur Informationsgewinnung | Erschwerte Risikoidentifizierung |
| Reduzierte Marktvolatilität für Privatanleger | Opportunitätsrisiko |
Vorteile von Dark Pool Trading
Die Vorteile von Dark Pool Trading sind das diskrete Handeln großer Volumina ohne Marktaufmerksamkeit, die absolute Anonymität, bessere Preise und niedrigere Kosten für Transaktionen, eine höhere Motivation zur Informationsgewinnung professioneller Anleger und die reduzierte Marktvolatilität für Privatanleger.
In der folgenden Liste beschreiben wir die Hauptvorteile von Dark Pool Trading im Detail.
- Diskretes Handeln großer Volumina ohne Marktaufmerksamkeit: Der Hauptvorteil von Dark Pool Trading ist das diskrete Handeln großer Volumina ohne Marktaufmerksamkeit. Market Impacts durch riesige Mengen an Aktien an öffentlichen Börsen werden durch Dark Pool Trading verhindert. Im Dark Pool lassen sich große Transaktionen völlig geräuschlos abwickeln, ohne Panik oder eine künstliche Preisverzerrung am Markt auszulösen.
- Anonymität: Ein Hauptvorteil von Dark Pool Trading ist die Anonymität. In alternativen Handelssystemen wie Dark Pools gibt es kein offenes Orderbuch, sodass die Identität der Handelspartner und die Transaktionsgröße bis zur Order Ausführung verdeckt bleiben. Die Anonymität schützt institutionelle Anleger davor, dass ihre strategischen Portfolio Umschichtungen von Wettbewerbern kopiert oder sabotiert werden.
- Bessere Preise und niedrigere Kosten: Wesentliche Vorteile von Dark Pool Trading sind bessere Preise und niedrige Kosten. Trades im Dark Pool werden häufig zum Mid Point Price ausgeführt. Der Mid Point Price bezeichnet genau die Mitte zwischen dem besten öffentlichen Kauf- und Verkaufskurs der Hauptbörse. Der Spread wird eingespart und klassische Börsengebühren entfallen. Das Slippage Risiko wird beim Dark Pool Trading komplett eliminiert.
- Motiviert Anleger zur Informationsgewinnung: Dark Pool Trading unterstützt die Informationsgewinnung und fördert tiefgreifende Marktanalysen. Dies belegt die Studie „The relevance of dark trading for information acquisition in the German stock market” von Deelaka Ekanayake, Lee A. Smales und Yuanji Wen. Die Auswertung der Studie zeigt, dass professionelle Marktteilnehmer eher bereit sind, Zeit und Kapital in die Informationsgewinnung zu investieren, wenn sie wissen, dass sie ihre abgeleiteten Orders geschützt in Dark Pools ausführen, ohne den strategischen Informationsvorteil sofort dem gesamten Markt preiszugeben.
- Reduzierte Marktvolatilität für Privatanleger: Ein großer Vorteil von Dark Pool Trading ist die reduzierter Marktvolatilität für Privatanleger. Es kommt zu massiven, unberechenbaren Kursschwankungen, wenn riesige Aktienpakete an die öffentliche Börse fließen. Die diskrete Abwicklung in Dark Pools verhindert diese Volatilitäts Schocks und sorgt dafür, dass der Kursverlauf am öffentlichen Markt für private Kleinanleger stabiler und berechenbarer bleibt.
Risiken von Dark Pool Trading
Die Risiken von Dark Pool Trading sind das Entstehen von Interessenkonflikten, die negativen Auswirkungen auf Marktpreise und Liquidität, die mangelnde Transparenz, die erschwerte Risikoidentifizierung und das erhöhte Opportunitätsrisiko.
Mit der folgenden Liste geben wir einen Überblick über die wichtigsten Risiken von Dark Pool Trading.
- Interessenkonflikte: Beim Dark Pool Trading entstehen automatisch Interessenkonflikte. Ein Großteil der Dark Pools wird direkt von großen Brokern und Investmentbanken betrieben. Betreiber haben beispielsweise die Möglichkeit, ihren Eigenhandel gegenüber den Orders ihrer Kunden zu bevorzugen.
- Negative Auswirkung auf Marktpreise und Liquidität: Dark Pool Trading wirkt sich negativ auf die Marktpreise aus, wenn sich ein zu großer Teil des Handelsvolumens von den öffentlichen Börsen an die Dark Pools verlagert. Dem Markt wird Liquidität entzogen und fragmentiert. Die finanzwissenschaftliche Studie „The impact of dark trading and visible fragmentation on market quality” (Degryse et al. im Review of Finance) zeigt, dass ein steigendes Handelsvolumen in Dark Pools die Liquidität an den öffentlichen Referenzmärkten austrocknet. Die Marktfragmentierung behindert die faire Preisbildung. Der offizielle Börsenkurs spiegelt nicht mehr das tatsächliche Verhältnis von Angebot und Nachfrage wider, wenn riesige Transaktionen nicht mehr im sichtbaren Orderbuch auftauchen.
- Undurchsichtigkeit, Informationsasymmetrie und Misstrauen: Große Risiken von Dark Pool Trading sind Undurchsichtigkeit, Informationsasymmetrie und Misstrauen zwischen Marktakteuren. Die mangelnde Transparenz vor der Order Ausführung beim Dark Pool Trading benachteiligt den Großteil der Marktteilnehmer. Privatanleger haben keinen Einblick in diese Kapitalströme institutioneller Anleger. Diese Informationsasymmetrie führt zu Misstrauen. HFT Firmen spüren teilweise durch illegales Pinging verborgene Liquidität auf und nutzen ihre technologische Überlegenheit auf Kosten uninformierter Marktteilnehmer aus.
- Erschwerte Risikoidentifizierung: Dark Pool Trading erschwert die Risikoidentifizierung. Transaktionen finden komplett anonym und verdeckt statt und werden erst im Nachhinein den Behörden gemeldet (zum Beispiel der FINRA in den USA oder der ESMA in der EU). Durch die nachträgliche Meldung beim Dark Pool Trading ist es für Regulierungsbehörden und Trader extrem schwierig, Marktrisiken rechtzeitig zu erkennen. Flash Crashs und Liquiditätsengpässe sind nicht erkennbar, da Frühwarnsignale durch ein fehlendes Orderbuch im Dark Pool nicht existieren.
- Opportunitätsrisiko: Beim Dark Pool Trading besteht ein erhöhtes Opportunitätsrisiko im Gegensatz zum transparenten Börsenhandel. In einem Dark Pool gibt es keine Garantie für die Order Ausführung. Da es kein Orderbuch gibt, weiß der Trader vorab nicht, ob es ein passendes Match gibt. Findet das System beispielsweise keinen Käufer für einen Block Trade, bleibt die Order liegen. Dem Investor entstehen hohe Opportunitätskosten, wenn er optimale Marktchancen an der öffentlichen Börse durch die zeitliche Verzögerung verpasst.
Kosten beim Dark Pool Trading
Die Kosten beim Dark Pool Trading setzen sich hauptsächlich aus Transaktionskosten und Zugangsgebühren zusammen. Indirekte Kosten beim Dark Pool Trading entstehen durch Adverse Selection, veraltete Preise und eine schlechtere Ausführungsqualität einzelner Trades.
Die direkten Kosten beim Dark Pool Trading bestehen in erster Linie aus Transaktionskosten, Broker Kommissionen sowie Access Fees. Beim Dark Pool Handel entfallen Börsenentgelte und Maklercourtagen. Dark Pool Betreiber erheben eigene Kommissionen für das Zusammenführen der Orders. Die beiden Handelsparteien sparen beim Dark Pool Trading den Spread ein, da Trades häufig zum sogenannten Mid Point Preis gematcht werden. Die Einsparung des Spreads gleicht die Transaktionsgebühren häufig aus.
Access Fees beim Dark Pool Trading sind Kosten für den Zugang zu alternativen Handelssystemen. Der Zugang zu ATS ist nicht öffentlich. Betreiber erheben Routing Entgelte oder monatliche Zugangsgebühren für die technologische Anbindung an ihr Netzwerk durch spezielle FIX und API Schnittstellen.
Beim Dark Pool Trading ergeben sich indirekte Kosten durch Adverse Selection, veraltete Preise und eine schlechtere Ausführungsqualität bei einzelnen Trades.
Adverse Selection ist der gefährlichste indirekte Kostenfaktor beim Dark Pool Trading. Das Orderbuch ist nicht sichtbar, daher wissen Investoren nie, wer ihre Gegenpartei ist. Oft handelt es sich um spezialisierte Hochfrequenzhändler. Bei einer überraschend schnellen Füllung einer großen Kauforder im Dark Pool weiß der Handelspartner durch einen Informationsvorsprung oft, dass der Aktienkurs in wenigen Millisekunden fallen wird. Der Investor erhält die Ausführung also genau dann, wenn der Markt sich unmittelbar danach gegen ihn wendet.
Veraltete Preise führen zu indirekten Kosten beim Dark Pool Trading. Dark Pools verfügen über keine offene Preisfindung. Die Ausführungskurse leiten sich von den Lit Markets (öffentliche Referenzbörsen) ab. Die Datenübertragung zwischen Börse und Dark Pool Server benötigt wenige Mikrosekunden. Der Preis im Dark Pool hinkt minimal hinterher, wenn sich der Preis an der Hauptbörse ändert. Hochfrequenz Algorithmen erkennen die Latenz und verkaufen dem institutionellen Investor Aktien zu einem veralteten Preis, bevor das Dark Pool System den Kurs aktualisiert.
Eine schlechtere Ausführungsqualität führt zu höheren Opportunitätskosten. Opportunitätskosten sind Alternativkosten, die einen entgangenen Gewinn oder Nutzen bezeichnen. Im Dark Pool gibt es keine Ausführungsgarantie. Die Order wird nur in Teilen oder überhaupt nicht ausgeführt, wenn der Algorithmus keine passenden Käufer für den Block Trade findet. Der Trader verliert dadurch Zeit. Ist er dazu gezwungen, das noch nicht ausgeführte Volumen an die öffentliche Börse zu leiten, hat sich der Marktpreis im schlimmsten Fall zu seinen Ungunsten entwickelt. Die verpasste Gelegenheit und die schlechteren Durchschnittspreise stellen für den Trader massive indirekte Opportunitätskosten dar.
Wo kann man Dark Pool Trading lernen?
Dark Pool Trading kann man auf speziellen Plattformen und durch das Studieren von Chart Skripten lernen.
Dark Pool Trading ist für Privatanleger nicht möglich. Privatanleger haben aber die Möglichkeit, zu lernen, die öffentlichen Dark Pool Prints zu analysieren, um institutionelle Geldströme, sogenanntes Smart Money, nachzuvollziehen.
In professionellen Trading Ausbildungen lernen Trader, Daten aus den Prints zu analysieren. Ballen sich viele Volumen Prints auf einem exakten Preisniveau, signalisiert dies institutionelle Kauf- oder Verkaufszonen. Trader lernen, diese Level als Support und Resistance Zonen für ihre eigene Charttechnik zu nutzen.
Das Auswerten von Daten lernt man am besten über den Umgang mit spezialisierten Orderflow Plattformen (wie zum Beispiel InsiderFinance, FlowAlgo und Cheddar Flow). Diese Tools visualisieren ungewöhnliche institutionelle Block Trades und Options Flows. Das Erlernen des Umgangs mit der Software ist wichtig, um zu sehen, wo sich Großbanken strategisch positionieren.

Ich empfehle, Dark Pool Trading ganzheitlich zu betrachten und nicht einfach auf isolierte Signale zu achten. Ein Print allein gibt keine Richtung vor. Es ist zunächst nicht ersichtlich, ob es sich um einen massiven Kauf oder einen Leerverkauf handelt. Für erfolgreiches Trading muss man lernen, institutionelle Signale mit klassischer Charttechnik, Volumenprofil und aktuellen Fundamentaldaten zu verbinden, um die richtigen Schlüsse für den eigenen Trade zu ziehen.
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Wir beobachten als typischen Anfängerfehler beispielsweise oft das unreflektierte Traden isolierter Dark Pool Signale. Ohne die Berücksichtigung von Fundamentaldaten und der langfristigen Preisentwicklung sind diese Signale nicht aussagekräftig. Wir unterstützen dich dabei, dein Kapital in jeder Marktphase über durchdachtes Risikomanagement zu schützen.
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