Die Trefferquote (Win Rate oder auch Hit Rate) im Trading ist eine zentrale Kennzahl in Prozent, die angibt, wie viele Trades mit einem Gewinn abgeschlossen wurden. Die Trefferquote sagt aus, wie häufig Sie mit dem eigenen Handeln erfolgreich gewesen sind. Das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) hat hier eine Bedeutung als Hebel, der die Trefferquote „ausbalanciert“. Wir nutzen diese Metrik in unserer Trading.de-Ausbildung, da sie unseren Tradern erfahrungsgemäß sehr gut hilft, die Effektivität ihrer Strategie zu bewerten.

In diesem Artikel lernen Sie, wie Sie die Trefferquote als gute Grundlage für die Analyse der Gesamtperformance eines Trading-Systems berechnen und wie hoch Ihre Quote idealerweise sein sollte.
Die wichtigsten Informationen zur Trefferquote beim Trading
- Die Trefferquote (Win Rate) gibt an, wie viele Ihrer Trades mit einem Gewinn abgeschlossen werden. Sind beispielsweise sechs Trades bei insgesamt zehn durchgeführten erfolgreich, liegt Ihre Trefferquote bei 60 Prozent.
- Eine hohe Trefferquote bedeutet nicht, dass Sie profitabel sind. Entscheidend ist das Zusammenspiel mit dem Chance-Risiko-Verhältnis (CRV). Bei einem CRV von 2:1 reichen beispielsweise bereits 33,3 % erfolgreiche Trades für einen langfristigen Gewinn.
- Realistische Trefferquoten liegen je nach Handelsstil meist zwischen 40 und 65 %.
- Backtesting, Trading-Journal und konsequentes Risikomanagement helfen dabei, die Trefferquote langfristig zu verbessern.
Wie berechnet man die Trefferquote im Trading?

Die Trefferquote (auch Win Rate) wird mit einer einfachen mathematischen Formel berechnet:
Trefferquote: (Anzahl Gewinntrades / Gesamtanzahl Trades) * 100 = XY %
Zum Verdeutlichen ein Beispiel: Angenommen, Sie haben in einem Monat 100 Trades durchgeführt, davon waren 56 mit Gewinn und 44 mit Verlust. Dann ergibt sich auf Grundlage der Berechnung folgende Trefferquote:
Trefferquote = (56/100) * 100 = 56 Prozent
Die Trefferquote allein sagt allerdings noch nichts darüber aus, ob eine Strategie langfristig profitabel ist. Entscheidend ist immer das Zusammenspiel mit dem Chance-Risiko-Verhältnis (CRV). Je größer Ihre durchschnittlichen Gewinner im Verhältnis zu Ihren Verlusten sind, desto niedriger darf Ihre Trefferquote ausfallen.
Für die Mindest-Trefferquote nehmen wir immer die Formel Mindest-Trefferquote = 1 / (1 + CRV). Natürlich können Sie umgekehrt so auch berechnen, welches Chance-Risiko-Verhältnis Sie bei einer bestimmten Trefferquote mindestens benötigen: CRV = (1 / Trefferquote) − 1
Die folgende Übersicht zeigt typische Kombinationen:
| Chance-Risiko-Verhältnis | Mindest-Trefferquote | 10 Trades | Einordnung unseres Traders JT |
|---|---|---|---|
| 1:1 | 50,0 % | 5 Gewinner, 5 Verlierer | Ausgeglichenes Verhältnis |
| 1:1,5 | 40,0 % | 4 Gewinner, 6 Verlierer | Häufiges Ziel vieler Trader (auch für uns in der Ausbildung) |
| 1:2 | 33,3 % | 4 Gewinner, 7 Verlierer | Sehr gutes Verhältnis |
| 1:3 | 25,0 % | 3 Gewinner, 7 Verlierer | Wenige Gewinner reichen aus, aber schwieriger zu erreichen |
| 1:4 | 20,0 % | 2 Gewinner, 8 Verlierer | Hohe Gewinne, geringe Trefferquote möglich, aber sehr schwer |
In der Praxis sollten Sie außerdem berücksichtigen, dass Gebühren, Spreads und Slippage Ihre tatsächliche Trefferquote beeinflussen. Benötigt Ihre Strategie theoretisch eine Trefferquote von 33 %, kann diese in der Realität etwas höher liegen, da Sie noch ein paar Kosten berücksichtigen müssen. Aus diesem Grund kalkulieren wir in der Trading.de-Ausbildung sämtliche Strategien grundsätzlich inklusive Handelskosten.
Trefferquoten-Rechner für Ihr Trading
Nutzen Sie unseren Trading.de Trefferquoten-Rechner für die einfache Berechnung der Win Rate. Geben Sie zuerst die totale Anzahl der abgeschlossenen Trades ein und danach die Anzahl der Trades, die gewonnen wurden. Danach klicken Sie auf den Button und berechnen die Trefferquote.
Trefferquoten tracken mit Trading-Journal
Reicht es Ihnen nicht aus, Ihre Trefferquoten zu berechnen? Wenn Sie die Win Rate tracken möchten, empfehlen wir Ihnen ein Trading-Journal – das ist grundsätzlich aus unserer Sicht im Trading immer ein Muss. Nutzen Sie dazu gerne unsere simple Vorlage:
Wie wichtig ist die Trefferquote für Trader?
Die Trefferquote ist für Trader zwar wichtig, jedoch nicht die einzige entscheidende Größe im Trading. Sie sagt Ihnen, wie oft Sie mit Ihren Trades richtig liegen, aber nicht, wie viel Sie insgesamt gewinnen oder verlieren. Hier kommt das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) ins Spiel, das zusammen mit der Trefferquote Ihre langfristige Profitabilität bestimmt.
Um Ihren Trading Erfolg richtig zu bewerten, brauchen Sie zwei zentrale Kennzahlen:
- Trefferquote (Win Rate)
- CRV (Chance-Risiko-Verhältnis)
Eine hohe Trefferquote kompensiert ein schlechtes CRV und umgekehrt. In der folgenden Tabelle finden Sie einige Beispiele, wie die Win Rate und das CRV zusammenhängen. Den Berechnungen liegt die folgende Formel zugrunde:
Erwartungswert = (Gewinnhöhe × Trefferquote) − (Verlusthöhe × (1−Trefferquote))
Der Einsatz pro Trade liegt jeweils bei 100 Euro.
| CRV: | Trefferquote: | Gewinn je Trade: |
|---|---|---|
| 2 zu 1 | 40 Prozent | 20 Euro |
| 3 zu 1 | 50 Prozent | 100 Euro |
| 1 zu 1 | 60 Prozent | 20 Euro |
Im ersten Beispiel gewinnen Sie im Durchschnitt 20 Euro pro Trade, obwohl Sie nur bei 40 Prozent der Fälle richtig lagen. Das zeigt, dass eine geringe Trefferquote durch ein gutes CRV überkompensiert werden kann.
Welchen Einfluss hat das CRV auf die Trefferquote?
Je höher das Chance-Risiko-Verhältnis, desto niedriger muss die Trefferquote sein, damit Sie profitabel traden. Andersherum muss die Trefferquote höher sein je niedriger das CRV ist, um langfristig gewinnbringend zu traden. Das Chance-Risiko Verhältnis-hat insoweit Einfluss beim Betrachten der Trefferquote, als dass es diese „ausbalancieren“ kann. Es beschreibt das Verhältnis zwischen dem möglichen Gewinn und dem eingegangenen Risiko pro Trade.
Wenn wir mit unseren Tradern in der Trading.de-Ausbildung etwa ein CRV von 2:1 anvisieren, sollten diese 100 Euro riskieren, um 200 Euro zu gewinnen. Je besser das CRV, desto niedriger darf Ihre Trefferquote sein, um langfristig profitabel zu handeln.
Die folgende Tabelle zeigt, ab welchem CRV und welcher Trefferquote der Handel noch profitabel ist:
| CRV/Trefferquote | 20 Prozent | 30 Prozent | 40 Prozent | 50 Prozent | 60 Prozent |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 zu 1 | Nicht profitabel | Nicht profitabel | Nicht profitabel | Break Even | Profitabel |
| 2 zu 1 | Nicht profitabel | Nicht Profitabel | Profitabel | Profitabel | Profitabel |
| 3 zu 1 | Nicht Profitabel | Profitabel | Profitabel | Profitabel | Profitabel |
| 4 zu 1 | Break Even | Profitabel | Profitabel | Profitabel | Profitabel |
| 5 zu 1 | Profitabel | Profitabel | Profitabel | Profitabel | Profitabel |
Was ist die Breakeven Win-Rate?
Die Breakeven Win-Rate beschreibt die Rate an gewonnen Trades, die Sie benötigen, um keinen Profit oder Gewinn zu machen, sprich Breakeven zu sein. Die Trefferquote muss für einen Gewinn im Trading höher als die Break-Even Winrate sein. Haben Sie beispielsweise eine Breakeven Win-Rate von 33 %, muss die Trefferquote mindestens 34 % für einen Gewinn hoch sein.
Mit unserem Breakeven Win-Rate Rechner können Sie die Rate ganz einfach ausrechnen. Geben Sie dazu Risiko ein Einheiten und den Gewinn in Einheiten im Bezug auf den Trade ein.
Was ist eine realistische Trefferquote?

Eine realistische Trefferquote ist auch abhängig von der Art des Tradings und bewegt sich oftmals zwischen 40 und 65 Prozent. Es gibt jedoch keine pauschale Trefferquote, die für alle Trader oder Strategien gilt. Dennoch haben wir über die Jahre und in der Trading.de-Ausbildung Erfahrungswerte zur Win Rate gesammelt, die wir auf Basis unterschiedlicher Strategien gerne mit Ihnen teilen:
- Scalping: 60 bis 80 Prozent
- Daytrading (Intraday): 50 bis 65 Prozent
- Swing Trading (mehrtägige Trades): 40 bis 60 Prozent
- Reversal Trading: 60 bis 70 Prozent
- Trendfolge Strategie: 50 bis 70 Prozent
- Breakout Strategie: 50 bis 70 Prozent
Spannend ist der Blick auf eine Studie der Investmentfirma Elm Wealth, die im Juni 2026 veröffentlicht wurde: Hier traten Profi-Trader gegen KI im Trading an. Die Profis erreichten eine Trefferquote von 63 Prozent und erzielten durchschnittlich 130 Prozent Rendite. Die KI und weitere weniger professionelle menschliche Trader erreichten zwar auch eine Win Rate von rund 60 Prozent, waren aber längst nicht so profitabel. Das unterstreicht aus unserer Sicht nochmals perfekt, dass eine hohe Trefferquote allein nicht Erfolg bringt.
Grundsätzlich hängen die durchschnittlichen Trefferquoten stark davon ab, wie strikt Sie Ihre Strategie umsetzen, wie diszipliniert Sie Ihr Risiko managen und wie Sie mit Emotionen wie Gier oder Angst umgehen.
5 Maßnahmen, um die Trefferquote im Trading zu erhöhen

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Trade „klappt“ liegt oft zwischen 40 bis 65 Prozent. Sie hängt davon ab, wie klar Ihre Setups definiert sind, wie gut Sie analysieren und wie diszipliniert Sie diese umsetzen. Die Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Trade können Sie durch folgende Maßnahmen erhöhen:
- Backtesting der Strategien: Prüfen Sie die Setups an historischen Daten (mindestens 100 Trades)
- Statistik führen: Tracken Sie Trades im Journal und analysieren Sie die häufigsten Fehlerquellen
- Risikomanagement: Begrenzen Sie Verluste, lassen Sie Gewinne laufen
- Psychologie kontrollieren: Vermeiden Sie emotionale Entscheidungen
- News & Volatilität berücksichtigen: Vermeiden Sie Trades in unberechenbaren Marktphasen
Wenn Sie zum Beispiel bemerken, dass Ihre Trades besser laufen, wenn sie mit dem übergeordneten Trend gehen, dann ist das ein Hinweis auf ein strukturelles Merkmal Ihre Strategie – und somit eine Möglichkeit zur Verbesserung Ihrer Trefferquote.
Unsere Erfahrungen mit der Trefferquote: Warum Sie am Anfang nicht wichtig ist
Wir bekommen im Rahmen unserer Ausbildung immer wieder die Rückmeldung, dass die Trefferquote doch mit das Wichtigste im Trading sei. Das ist mitnichten der Fall. Zwar ist die Trefferquote als Kennzahl wichtig, aber immer nur in Kombination mit dem CRV. Nur mit hoher Trefferquote allein sind Sie nicht automatisch profitabel.
Erfahrungen: „Nicht so wichtig, wie ich dachte“

In meiner Anfangszeit als Trader habe ich der Trefferquote viel zu viel Bedeutung beigemessen. Ich dachte: „Je mehr Trades ich gewinne, desto besser.“ Aber das führte dazu, dass ich zum Beispiel Gewinne zu früh mitnahm, Verluste aussitzen wollte und Trades veränderte, um häufiger „richtig“ zu liegen. Das Ergebnis: Ich hatte zwar eine hohe Trefferquote von teilweise 70 Prozent und mehr, aber war trotzdem nicht profitabel, weil meine Verluste größer waren als meine Gewinne.
Unsere klare Empfehlung: Optimieren Sie eher Ihr CRV, um an Ihrer Profitabilität zu schrauben. Auf Basis der Erfahrungen – allen voran der von Andre Witzel – wissen wir, dass die Trefferquote ein optischer und an vielen Stellen als wichtig angepriesener Wert ist, der trotz seiner Prominenz abere keinen Erfolg im Trading garantiert. Hier sind eine Reihe weiterer Faktoren ausschlaggebend, etwa eine gute Strategie, Wissen, Erfahrungen und eben ein optimiertes CRV.
Wir empfehlen Ihnen an dieser Stelle das Video mit unseren Erfahrungen, warum eine hohe Trefferquote allein nicht wichtig ist:
Warum ist das Gewinn/Verlust-Ratio wichtig im Trading?
Das Gewinn-Verlust-Ratio ist wichtig im Trading, weil es ein gesundes Verhältnis zwischen Risiko und möglichem Ertrag feststellt. Das wiederum ist eine wichtige Säule für erfolgreiches Trading. Das Gewinn-Verlust-Verhältnis sagt aus, wie viel Sie bei einem Gewinn verdienen und wie viel Sie bei einem Verlust verlieren.
In der Trading.de-Ausbildung hatten wir erst kürzlich zwei Fälle, die das sehr gut veranschaulichen:
- Joshua hatte ein Setup, bei dem er pro Trade 100 € riskiert hatte und Gewinne schon bei 80 € mitnimmt. Obwohl er 7 von 10 Trades gewonnen hatte, lagen die Gewinntrades zwar bei 560 €, er hat aber insgesamt 300 € durch seine drei Verlusttrades verloren – der Gesamtgewinn fiel mit 260 € deutlich geringer aus, als er zunächst dachte.
- Bei Tom hatten wir ebenfalls 100 € pro Trade als Risiko. Er hat aber seine Gewinner bis 300 € laufen lassen. Obwohl er nur 4 von 10 Trades gewonnen hatte, hat er 1.200 € Gewinn bei 600 € Verlust gemacht. Deutlich besserer Gesamtgewinn (600 €) also als Joshua im direkten Vergleich.
Diese Beispiele der beiden Jungs zeigen die Wichtigkeit, sich nicht nur auf die Trefferquote zu fokussieren, sondern auch auf ein gesundes Verhältnis zwischen Risiko und möglichem Ertrag. Erfolgreiche Trader finden eine Balance zwischen Trefferquote und Gewinn/Verlust-Ratio, die zu ihrem Stil passt.
Fazit: Welche Trading Strategie hat eine hohe Trefferquote?
Strategien mit hoher Trefferquote sind zum Beispiel die Trendfolge Strategie oder auch das Scalping. Sie zeichnen sich oft dadurch aus, dass sie kleinere Gewinne bei hoher Eintrittswahrscheinlichkeit realisieren. Ein klassisches Beispiel ist das Scalping. Diese Strategie basiert auf vielen kleinen Trades mit minimalem Kursziel.
Trader versuchen, kleine Kursbewegungen auszunutzen, oft innerhalb weniger Minuten. Die Trefferquote kann hier bei 70 bis 80 Prozent liegen, da die Kursziele sehr eng gesteckt sind. Allerdings sind die Einzelgewinne klein und ein verlustreicher Trade kann mehrere erfolgreiche Trades zunichtemachen, wenn das Risikomanagement nicht konsequent ist.
Weitere Strategien mit hoher Trefferquote sind:
- Range Trading: Hier wird in klar definierten Seitwärtsmärkten gekauft am unteren Rand der Range und verkauft am oberen respektive umgekehrt.
- Reversal Trading: Diese Strategien gehen davon aus, dass der Kurs nach einer Übertreibung zu einem Mittelwert zurückkehrt – wir achten hier zum Beispiel auf eine Mean Reversion mit Bollinger Bändern.
Wichtig zum Abschluss: Hohe Trefferquoten einer Trading Strategie bedeuten nicht automatisch hohe Gewinne! Ohne gute Positionsgrößenkontrolle und ein durchdachtes Risiko-Management können auch sie in den Verlust führen. In unserer Trading.de-Ausbildung vermitteln wir Ihnen genau diese nötige Balance zwischen erfolgreichen Trades und einem sinnvollen CRV.