Aus unserer Sicht gehören der Anchored VWAP, die Moving Averages bzw. gleitenden Durchschnitte und der RSI zu den 13 besten Daytrading Indikatoren im Vergleich. Daneben verwenden wir als Profis natürlich viele weitere Werkzeuge wie Trendindikatoren, Oszillatoren und Volumenbestätigung. In unserem Vergleich zeigen wir Ihnen als Experten, welche Indikatoren für welche Strategie am optimalsten funktionieren und wie man sie sicher einsetzt. Finden Sie jetzt heraus, nach welchen Kriterien man die richtigen Daytrading-Werkzeuge wählt, die technische Analyse durchführt und profitabel handelt. Jetzt die einzelnen Indikatoren vergleichen und lernen, wie man sie richtig verwendet!
Alles Wichtige zu Daytrading Indikatoren
- Anchored VWAP: Volumengewichteter Durchschnittspreis mit individuellem Ankerpunkt – bester Daytrading-Indikator insgesamt & für Seitwärtsphasen
- Moving Averages (SMA + EMA): Anfängerfreundliche Daytrading Indikatoren zur Trendbestimmung und zum Setzen von Support-/Resistance-Leveln
- RSI (Periode 14): Überkauft (>70) / Überverkauft (<30) – bester Indikator für Trendumkehr-Analyse und als Bestätigung des Trends
- VWAP: Volumengewichteter Durchschnittspreis auf dem Intraday – optimal für eine Ganztagesstrategie mit Trendfolge-Fokus
- Volume Profile: Gutes Daytrading-Tool zur Identifizierung von relevanten Preisniveaus
- MACD: Einer der besten Daytrading Indikatoren für Trendwechsel und Momentum-Bestätigung über Crossover
- Bollinger Bänder: Unter den besten Daytrading Indikatoren, um Volatilität zu messen
- Pivot Points: Ideal für Unterstützungs- und Widerstands-Ebenen sowie Stopp-Marken
- Fibonacci Retracements: Daytrading Tool zur rechnerischen Bestimmung von Unterstützung und Widerstand
- Stochastik-Oszillator: Kann Märkte als überkauft oder überverkauft markieren
- ATR: Stop Loss und Take Profit Levels mit diesem Tool bestimmen
- ADX: Exzellenter Daytrading Indikator zur Ermittlung der Trendstärke
- Donchian Channels: Einer der besten Daytrading Indikatoren für Breakout-Analyse und Trendfolge
- Unsere Faustregel: Maximal 2–3 Indikatoren gleichzeitig kombinieren – sonst Signal-Overload; dennoch mehrere Indikatoren und nicht nur einen verwenden
Was sind die 13 besten Daytrading Indikatoren?
In diesem Abschnitt teilen wir die unserer Meinung nach besten Indikatoren für das Daytrading:
- Der Anchored VWAP (Volume Weighted Average Price)
- Der Moving Average (gleitender Durchschnitt)
- Der Relative Strength Index (RSI)
- Der Volume Weighted Average Price (VWAP)
- Der Volume-Profile-Indikator
- Der Moving Average Convergence/Divergence (MACD)
- Bollinger Bänder
- Pivot Points
- Fibonacci Retracements
- Stochastik-Oszillator
- ATR (Average True Range)
- ADX (Average Directional Index)
- Donchian Channels

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1. Anchored VWAP (Volume Weighted Average Price): bester Daytrading Indikator insgesamt
In der von uns häufig angewendeten Trendfolge-Strategie spielt der Anchored VWAP, also der Volume Weighted Average Price oder volumengewichtete Durchschnittspreis, eine besonders wichtige Rolle. Da wir mit dem Indikator häufig im Daytrading arbeiten, gehört er zu unseren besten und wichtigsten Werkzeugen bei der technischen Analyse. Wir nutzen ihn vor allem für die Trendfolge-Strategie und profitieren nicht zuletzt in Seitwärtsphasen von dem Tool – hier verhält es sich besser als viele andere Daytrading Indikatoren.

Der VWAP wird allgemein immer auf dem Tageschart, also für das Daytrading verwendet. In der nicht-verankerten Version analysiert er das Umsatzvolumen eines Wertes vom Eröffnungskurs bis zur Schlussglocke. Dabei wird ein Durchschnittspreis ermittelt und je nach Handelsvolumen gewichtet. Beim Anchored VWAP beginnt diese Berechnung mit einem vom Trader gewählten Punkt auf dem Chart. Die Formel lautet dann:
∑ (Preis × Volumen) seit Ankerpunkt ÷ ∑ Volumen im selben Zeitraum
Warum wir als Experten lieber den Anchored VWAP (AVWAP) als den VWAP verwenden, liegt auf der Hand: Wir sind mit diesem Instrument flexibler und reduzieren das Rauschen, das vor allem rund um die Eröffnung und Schließung des Marktes entsteht. Dadurch erreichen wir eine höhere Trefferquote bis zu 70 %, wenn wir Trends bestätigen und Einstiegs- sowie Ausstiegspunkte feststellen möchten.
Was natürlich gelernt sein will, ist die Setzung des richtigen Ankerpunktes: Damit haben viele Anfänger in unserer Ausbildung Probleme. Wir suchen uns oft markante Stellen aus, an denen sich der Kurs umkehrt und in eine andere Richtung geht. Bleibt der Kurs ab hier über dem AVWAP, gehen wir in der Regel von einer fortgesetzten Aufwärtsbewegung aus und würden in einem positiven Trend long investieren. Unseren Erfahrungen nach verstärken diese Signale den Trend speziell beim Daytrading, so dass diese Bewegungen gut mit einem entsprechenden Hebel ausgenutzt werden können.
In unserer Praxis nutzen wir den Anchored VWAP vor allem in Kombination mit der Trendfolgestrategie sowie einem Pullback-Ansatz. Diese Technik bringen wir auch unseren Schülern bei und trainieren sie intensiv in unseren Coachings. Meist verankern wir den AVWAP dazu an einem Tagestief und warten auf einen Anstieg. Alternativ kann man auch bestimmte Ausschläge z. B. bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen nutzen. Kommt es vereinfacht dargestellt dann zum Rücksetzer (Pullback), steigen wir ein und profitieren vom darauffolgenden Wachstum. Gute Erfahrungen machen wir mit solchen Bewegungen übrigens in den ersten Stunden der Markteröffnung.

Da der VWAP konstant unter dem Kurs verlief, hielten wir die Position, bis es zu einer Umkehr um etwa 983 USD kam. Trotz des Gipfels warteten wir noch etwas ab. Die folgende Annäherung an den AVWAP veranlasste uns dann dazu, die Position mit Gewinn bei 978,13 USD aufzulösen und somit einen Profit pro Einzelaktie von 7,69 USD bzw. knapp 0,79 % mitzunehmen. Zur Absicherung hatten wir außerdem einen Stop Loss in Höhe des Ankers gewählt. Dadurch wären die Verluste im Falle einer negativen Entwicklung mit etwa 0,3 % gedeckelt gewesen.
7,69 USD Gewinn sind für sich gesehen natürlich nicht viel und würden durch die Kosten von in unserem Fall 5 USD nahezu eliminiert werden. Daher war es natürlich wichtig, einen Hebel bei diesem Trade einzubauen. Die reine Sicherheitseinlage belief sich in diesem Beispiel auf 200 USD und wir setzten in dieser Strategie auf ein Leverage von 1:100. Da hierin ein hohes Risiko besteht, sicherten wir uns natürlich über mehrere Indikatoren auf dem Chart ab und konnten in Kombination mit dem RSI eine gute Unterstützung unserer Annahme finden.
Unser Gesamtgewinn mit Hebel fiel entsprechend so aus:
Gehebelter Einsatz: 200 USD × 100 = 20.000 USD
Sicherheitseinlage/Eigenkapital: 200 USD
Gewinn je Aktie: 7,69 USD = 0,79 %
Gewinn Trade: 0,79 % von 20.000 USD = 158 USD
Nettogewinn: 158 USD – 5 USD Tradingkosten = 153 USD
Eigenkapitalrendite = 153 USD ÷ 200 USD × 100 = 76,5 %
Bei diesem Trade handelt es sich um ein Beispiel aus einer Praxis, das wir mit Erfahrung und tiefgründiger technischer Analyse abgesichert haben. Durch die Stop-Loss-Marke war unser Verlustrisiko auf etwa 30 % des Eigenkapitals (ca. 60 USD) begrenzt, was wir insgesamt als lohnenswert angesehen haben.
| Anchored VWAP | Eigenschaften |
|---|---|
| Schwierigkeiten | mittel (wir empfehlen den AVWAP eher Fortgeschrittenen, die bereits die Grundlagen des Daytradings gelernt haben) |
| Plattformen | Alle Handelsplattformen mit Indikatoren |
| Kosten | Meist kostenlos, auf manchen Plattformen im Premium-Abo |
| Anwenden | Trendbestätigung, Ein- und Ausstiegspunkte finden |
| Trend/Reversal Indikator | Primär Trendanalyse |
| Vorteile | Hohe Flexibilität durch eigene Ankerwahl, Einstiegs- und Ausstiegspunkte leicht ermittelt und institutionelle Akteure sichtbar |
| Nachteile | Wahl des Ankerpunktes fordert Erfahrung und Übung |
2. Moving Average: Grundlagen-Tool für Momentum, Support/Resistance-Level und Tradingsignale
Moving Averages bezeichnet man auch als gleitende Durchschnitte. Grundlage für die Berechnung solcher Moving Averages ist, dass es Veränderungen des analysierten Basiswertes innerhalb eines festgelegten Zeitraums gibt. Dabei werden die gleitenden Durchschnitte fortlaufend berechnet, und zwar auf Grundlage des Durchschnitts eines Kurses innerhalb der definierten Zeiträume. Für die Daytrading-Analyse muss man sich dabei auf eine bestimmte Periode, z. B. 20, 50 oder 200, festlegen. Bei einem 5-Minuten-Chart würde das z. B. 20, 50 oder 200 5-Minuten-Kerzen entsprechen. Diese Levels stellen dann auch mögliche Support-Linien, an denen man einen möglichen Rebound erkennen kann.

In unserer Arbeit verwenden wir häufig den SMA-20, einen einfachen gleitenden Durchschnitt, der aus insgesamt 20 Schlusskursen berechnet wird. Nachdem diese durch den Algorithmus addiert worden sind, wird das Ergebnis durch die Anzahl der Perioden, also z. B. 20, geteilt. Ein Nachteil daran ist jedoch, dass die einzelnen Perioden gleich gewichtet werden, selbst dann, wenn sich aufgrund eines Ereignisses eine erhebliche Veränderung der Situation ergibt. Aus diesem Grund greifen wir auch oft auf den EMA zurück, den exponentiellen Moving Average, bei dem jüngere Kurse eine stärkere Gewichtung erhalten.
- SMA (Simple Moving Average/einfacher gleitender Durchschnitt): Der SMA ist der Durchschnittskurs, der sich aus den Schlusskursen der vorab eingestellten Perioden ergibt. Die Kurse werden dabei gleich gewichtet, weswegen der SMA auch als einfacher gleitender Durchschnitt bezeichnet wird.
- EMA (Exponential Moving Average/exponentieller gleitender Durchschnitt): Beim EMA werden jüngere Kursdaten stärker gewichtet, so dass mögliche Veränderungen der Situation eingepreist werden können. Der Indikator reagiert somit empfindlicher auf die Kursbewegungen und bietet schnellere Signale im Daytrading.
Die SMAs und EMAs sind vergleichsweise einfach aufgebaut und schnell zu verstehen. Deshalb führen wir dieses Tool auch sehr zeitig in unserer Trading.de-Ausbildung ein, nicht zuletzt, weil Anfänger damit gut klarkommen und die Dynamiken des Marktes einfach verstehen. Vorteilhaft ist zudem, dass die Moving Averages flexibel eingesetzt werden können und als Basis für verschiedene Strategien dienen. Sie zeigen so Momentum und Trends, Unterstützungs- und Widerstandsebenen ebenso wie mögliche Umkehrpunkte an. Gleitende Durchschnitte sind für uns immer eine Art Basis-Indikator, der grundsätzliche Hinweise gibt. Dieser sollte aber zwingend mit anderen Werkzeugen kombiniert werden, da es klare Nachteile wie Fehlsignale und Verzögerungen gibt.

Anwendung von SMA und EMA:
- Momentum: Wir benutzen den Moving Average zunächst einmal, um ein generelles Momentum zu ermitteln. Steigt er deutlich an oder geht zurück, deutet das auf eine gewisse Trendrichtung hin, die wir dann mit Hilfe von anderen Daytrading Indikatoren wie dem MACD oder dem RSI bestätigen.
- Unterstützungszonen: Eine der wichtigsten Funktionen des Moving Averages ist für uns, dass er als eine Art dynamische Unterstützung dient. Gerade in Aufwärtstrends zeigt er uns an, wo der Kurs abprallt und wieder nach oben geht. Wird dieses Level mehrfach erfolgreich ausgetestet, wird somit unsere Long-Strategie bestätigt.
- Widerstandszonen: Umgekehrt können Moving Averages während eines Abwärtstrends als dynamische Widerstände fungieren.
- Kreuzungspunkte: Kreuzungspunkte von kurzfristigen und langfristigen gleitenden Durchschnitten können auf eine gewisse Veränderung des Trends hinweisen und sind damit ideal, um Signale zum Ein- und Ausstieg zu erzeugen. Häufig werden sie im Swing Trading verwendet, können aber auch Vorteile für klassische Daytrader bieten. Die Interpretation ist hier wie folgt: Kreuzt ein kurzer Moving Average einen längeren Moving Average von unten nach oben, so ist das ein bullisches Signal. Andersherum wird man eher eine Umkehr nach unten annehmen. Wir nutzen diese Kreuzungen meist als ein erstes Indiz für einen Trendwechsel, bestätigen dieses Signal aber stets mit weiteren Daytrading Indikatoren wie dem RSI.
Meine Periodeneinstellungen sind beim Daytrading eher kurzfristig

Im Daytrading rate ich grundsätzlich zu kürzeren Perioden für den SMA und EMA, wobei die exponentiellen Varianten stets genauer und wichtiger sind, je länger man den gleitenden Durchschnitt einstellt. Die typischsten Perioden reichen von 1 bis etwa 20. Daneben bieten aber gerade auch die Kreuzungspunkte von einem kurzen und einem etwas längeren Moving Average gute Anhaltspunkte für Einstiegs- und Ausstiegspunkte. Auf diese Kombination greife ich aber eher beim Swing Trading zurück.
Aus der Praxis: mit Kreuzungspunkten Profite erzeugen
Wie gut sogar Anfänger mit der Trendfolgestrategie und den Überschneidungen der gleitenden Durchschnitte umgehen können, zeigt ein Beispiel aus der Praxis einer Schülerin. Sie machte in unserem Training schnell Fortschritte und konzentrierte sich vor allem auf das Herausfinden von Einstiegs- und Ausstiegspunkten auf den Charts.

Im Bitcoinhandel fand sie so gegen 15:15 Uhr eine markante Kreuzung des EMA-9 über den EMA-20 nach oben hinweg, was als bullisches Signal gewertet wurde. Das Austesten und Abprallen des Kurses an der EMA-9-Linie diente dann als finaler Moment zum Einstieg bei 77.742,52 USD. Der EMA-9 blieb daraufhin konstant über dem EMA-20 und es kam zu einem starken Wachstum. Beim ersten längerfristigen Unterschreiten stieg die Traderin dann mit einem Bitcoin-Wert von 78.500,98 aus und machte somit 0,98 % Gewinn.
Da es sich um eine Anfängerin handelte, war das Handeln hier etwas vorsichtiger. Mit Blick auf die Chartmuster wären wir als Experten tatsächlich noch etwas länger in der Position geblieben. Hier spiegelt sich dann aber ein Mehr an Erfahrung wider. Nichtsdestotrotz konnte die Schülerin mit einem Einsatz von 500 USD und einem Hebel von 1:10 einen respektablen Gewinn von ca. 49 USD erzielen.
- Gehebelter Einsatz: 500 USD × 10 = 5.000 USD
- Sicherheitseinlage/Eigenkapital: 500 USD
- Gewinn je Bitcoin: 758,46 USD = 0,98 %
- Gewinn Trade: 0,98 % von 5.000 USD = 49 USD
- Nettogewinn: 49 USD – 3 USD Tradingkosten = 46 USD
- Eigenkapitalrendite = 46 USD ÷ 500 USD × 100 = 9,2 %
| Moving Average Indikator (gleitender Durchschnitt) | Eigenschaften |
|---|---|
| Schwierigkeiten | Einfach |
| Plattformen | Alle Handelsplattformen mit Indikatoren |
| Kosten | Meist kostenlos |
| Anwenden | Bestimmt den Durchschnittspreis eines Vermögenswertes über einen bestimmten Zeitraum |
| Trend/Reversal Indikator | Trend |
| Vorteile | Einfach zu berechnen und zu interpretieren Hilft beim Glätten von Preisbewegungen |
| Nachteile | Fehlsignale in Seitwärtsphasen Kann verzögert reagieren |
3. Relative Strength Index (RSI): einer der besten Daytrading Indikatoren für Momentum-Analyse
Als J. Welles Wilder 1978 den Relative Strength Index (RSI) entwickelte, hatte er das Ziel, die Vorhersagen mit Hilfe von quantitativen Messwerten für die Stärke und Dynamik von Kursbewegungen zu verbessern. Dabei führte er eine Methode ein, bei der überkaufte und überverkaufte Marktsituationen ermittelt werden können. Diese sollten aber immer als ein Indiz unter mehreren Daytrading Indikatoren gelten, da nicht jeder Eintritt in die Randzonen grundsätzlich ein Signal ist.

Die Hauptaufgabe des RSI besteht darin, dem Daytrader anzuzeigen, ob der Basiswert tendenziell eher überkauft oder im Gegensatz dazu eher überverkauft ist. Das lässt sich am Wert des RSI ablesen, der zwischen 0 und 100 Punkten liegen kann. Dabei sind die folgenden Interpretationen je nach RSI Wert üblich:
- RSI zwischen 30 und 70: Keine klare Aussage zu treffen
- RSI über 70: Basiswert voraussichtlich überkauft – eher verkaufen oder shorten
- RSI unter 30: Basiswert voraussichtlich überverkauft – eher kaufen oder long
Die angegebenen Faustregeln sind nur als Richtwert zu verstehen. Bei vielen Indizes zeigt uns z. B. die Erfahrung, dass man durchaus etwas länger warten sollte. Im DAX nutzen wir beispielsweise eher eine 25/75-Regel, da der Index am Rand deutlich zu Fehlsignalen neigt. Das zu wissen, braucht aber einiges an Übung, die wir letztlich auch in unserer Trading.de-Ausbildung vermitteln können. Ein weiterer häufiger Fehler ist es, die Perioden falsch einzustellen. Grundsätzlich raten wir zu 14 Perioden, im Daytrading auch zu 7-9.
Wir raten daher immer dazu, mehrere Daytrading Indikatoren zu verwenden und den RSI niemals isoliert zu verwenden. Für uns ist der Relative Stärke Index vor allem ein Tool zur Einordnung der Marktdynamik, das erste Indizien liefern und bestehende Ergebnisse anderer Werkzeuge bestätigen kann.
Typische Fehler beim Umgang mit dem RSI sind z. B.:
1. Sofortiger Verkauf bei 70 ohne weiteren Kontext zu betrachten
2. Sofortiger Kauf bei 30 ohne weiteren Kontext zu betrachten
3. Zu spät reagieren und damit die Dynamik verpassen
4. Perioden falsch einstellen (wir setzen fast immer auf 14 Perioden, im Daytrading kann aber auch 7-9 gut funktionieren)
5. 30/70-Regel als unantastbar ansehen
6. Relative Stärke Index isoliert verwenden

Warum wir den Relative Stärke Index (RSI) als einen der Standard Daytrading Indikatoren verwenden, liegt vor allem an seiner guten Eignung für Trendwende- und Momentumanalysen. Er kann uns sehr gut bereits durch andere Werkzeuge erkannte Trends bestätigen. So hat er uns im folgenden Beispiel dabei geholfen, eine Aussage zu treffen und in den Handel einzusteigen:

Bei diesem Setup für den DAX sieht man, wie der RSI mit Periode 14 vergleichsweise früh auf die Kurs-Entwicklung reagiert und in die überverkaufte Zone hineinrutscht. Ein Wert von 20 ist ein starkes Zeichen dafür, dass es zu einer Trendwende kommen könnte. Dennoch wollten wir uns über weitere Daytrading Indikatoren absichern. So fügten wir einen etwas sensibleren gleitenden Durchschnitt mit Periode 9 ein, um zu erkennen, wann sich der Kurs darüber bewegt.
Diesen Moment nutzten wir für den Einstieg und konnten in den nächsten Stunden ein Wachstum mitnehmen. Während dieses Anstiegs entstand jedoch ein Fehlsignal im oberen Bereich des RSI. So markierte der Relative Strength Index den DAX als überkauft, obwohl sich der Trend fortsetzte. Dieses Signal ignorierten wir vor allen Dingen deshalb, weil sich der Kurs weiterhin über dem gleitenden Durchschnitt hielt. Fazit: Mehrere Daytrading Indikatoren verwenden, um sich abzusichern.
| RSI Indikator | Eigenschaften |
|---|---|
| Schwierigkeiten | Einfach |
| Plattformen | Alle Handelsplattformen mit Indikatoren |
| Kosten | Meist kostenlos |
| Anwenden | Misst die Geschwindigkeit und Veränderung von Preisbewegungen |
| Trend/Reversal Indikator | Reversal |
| Vorteile | Identifiziert überkaufte und überverkaufte Bedingungen, leicht zu verstehen, eine optimale Bestätigung von anderen Daytrading Indikatoren |
| Nachteile | Bei starken Trends häufig Fehlsignale, falsche Interpretationen möglich |
4. Volume Weighted Average Price (VWAP): ideal für die Bestimmung eines allgemeinen Intraday-Trends
Neben dem Anchored VWAP gibt es natürlich auch den klassischen Volume Weighted Average Price, der ebenfalls zu unseren Top-Favoriten bei den besten Daytrading Indikatoren gehört. Das Besondere am volumengewichteten Durchschnittspreis ist, dass er Preise, die im Bemessungszeitraum das größte Volumen erreicht haben, höher gewichtet.

Vereinfacht gesagt geht es also beim Volume Weighted Average Price darum, das Verhältnis zwischen einem Preis und den Handelsumsätzen (Volumen) zu betrachten. Dabei stellt der VWAP den durchschnittlichen Kurs sämtlicher Transaktionen dar, die innerhalb eines Handelstages festgestellt werden. Im Unterschied zum verankerten Durchschnittspreis berechnet der einfache VWAP aber den gesamten Intraday-Chart, geht aber niemals darüber hinaus.
Für was wir den VWAP allgemein erst einmal gut finden, ist die Bestimmung des allgemeinen Intraday-Trends. Befindet sich der Kurs darüber, ist das Marktumfeld eindeutig bullisch geprägt, im umgekehrten Fall bärisch. Beim Pullback-Einstieg hilft uns der einfache VWAP besonders dann, wenn der Kurs Rücksetzer aufweist, dann aber an der volumengewichteten Durchschnittslinie abprallt. Hier haben wir ein gutes Indiz für einen Einstieg, das jedoch immer mit anderen Daytrading Indikatoren bestätigt werden sollte.

Wichtige Aussagen, die mit dem einfachen Intraday-VWAP gemacht werden können, sind:
- Generelle Trends im Intraday
- Preisumkehr ermitteln
- Pullback-Abprall
- Unterstützungs- oder Widerstandsniveaus
- Marktstärke
| VWAP Indikator | Eigenschaften |
|---|---|
| Schwierigkeiten | Mittel |
| Plattformen | Viele Handelsplattformen, z. B. MT4, TradingView |
| Kosten | Meist kostenlos |
| Anwenden | Bestimmt den Durchschnittspreis eines Vermögenswertes auf Basis des Handelsvolumens |
| Trend/Reversal Indikator | Trend & Reversal |
| Vorteile | Gute Marktmittelwertbewertung Einfache Interpretation Nützlich für institutionelle Investoren |
| Nachteile | Bedingt für starke Trends geeignet Keine eindeutigen Signale In Seitwärtsphasen kommt es oft zu Fehlsignalen |
5. Volume Profile Indikator: einer der besten Daytrading Indikatoren für die Identifizierung von handelbaren Preisniveaus
Beim Volume Profile handelt es sich um eines der fortschrittlichsten Tools unter den zahlreichen Daytrading Indikatoren, denn es betrachtet die Handelsaktivitäten innerhalb eines festgelegten Zeitraums zu einem ebenso definierten Preisniveau. Auf dem Chart findet man das Werkzeug meist an der rechten Seite. Hier zeigt es signifikante Preisniveaus an, an denen man einen Ein- oder Ausstieg durchführen kann.

Innerhalb des Charts wird also erkennbar, in welchen Phasen das Handelsvolumen hoch oder niedrig (gewesen) ist. Daytrader lassen sich dementsprechend durch diesen Indikator anzeigen, welche Umsätze es innerhalb eines Handelstages zu welchem Preis gegeben hat.
Vorteile des Volume Profiles sind:
- Einsatz innerhalb jeder Zeiteinheit möglich
- Verwendung sowohl beim Daytrading als auch beim Swing Trading
- Automatisches Abbilden wichtiger Preisniveaus
- Keine Programmierkenntnisse notwendig
- Können sowohl in Trends als auch bei Seitwärtsbewegungen eingesetzt werden
Die Besonderheit am Volume Profile ist also, dass man erkennt, bei welchem Preis tatsächlich viel oder wenig gehandelt wurde. In unserer Praxis markieren wir mit Hilfe dieses Daytrading Indikators den Point of Control (POC), also das Preisniveau mit dem höchsten gehandelten Volumen, sowie die Value und die Low-Volume-Area.
Im Daytrading bietet das Tool eine gute Basis, um Unterstützungen und Widerstände zu identifizieren. Häufig warten wir so darauf, dass der Kurs einen Bereich mit hohem Volumen austestet und dort eine Unterstützung aufbaut. Von diesem Punkt aus lässt sich dann eine Long-Position aufbauen.

Zuletzt hat uns das Volume Profile gut bei einer Seitwärtsbewegung im DAX geholfen. Was hier auffällig war: ein ausgeprägtes Volumen bei einem Preisniveau von etwa 25.490 Punkten. Aufgrund der geringen Volatilität ließen wir den Kurs zunächst mehrfach genau dieses Level austesten. Als klar wurde, dass sich das höchste Volumen-Profil als Unterstützung etablieren würde, nutzten wir dieses als Einstieg für eine Long Position. In entsprechenden Abständen fügten wir dann unterhalb der POC-Zone einen Stop Loss ein. Das Take Profit setzten wir mit einem Chance-Risiko-Verhältnis von 2:1.
| Volume Profile Indikator | Eigenschaften |
|---|---|
| Schwierigkeiten | Mittel |
| Plattformen | Professionelle Plattformen wie TradingView, NinjaTrader |
| Kosten | In der Regel kostenpflichtig |
| Anwenden | Verteilt des Handelsvolumens über verschiedene Preisniveaus |
| Trend/Reversal Indikator | Trend & Reversal |
| Vorteile | Detaillierte Volumenanalyse Hilft bei der Identifikation von Unterstützung und Widerstand |
| Nachteile | Schlecht, um Trendrichtungen zu bestimmen, stark von den Einstellungen abhängig: Für Anfänger eventuell schwierig |
6. Moving Average Convergence/Divergence (MACD): unser bester Daytrading Indikator für Trendwechsel und Momentum-Bestätigung
Wie auch der RSI wurde der Moving Average Convergence/Divergence (MACD) Ende der 70er Jahre entwickelt. Der Erfinder Gerald Appel hat damit ein sehr komplexes Tool geschaffen, das sich jedoch innerhalb der Charts vergleichsweise einfach anwenden und interpretieren lässt. Die Idee dahinter ist, dass das Zueinander- und Auseinanderlaufen exponentieller gleitender Durchschnitte in einem Diagramm verbildlicht wird. An den Bewegungen der MACD- und der Signallinie lassen sich Trendfolgen und Umkehrpunkte ermitteln.

Klassischerweise werden drei Einstellungen verwendet: ein EMA-12 als schneller gleitender Durchschnitt, ein EMA-26 als langsamer gleitender Durchschnitt sowie die Signallinie, die aus einem EMA mit 9 Perioden besteht. Die MACD-Linie wird aus der Differenz der schnellen und langsamen exponentiellen gleitenden Durchschnitte gebildet. Die Formel dazu ist relativ komplex, wird jedoch automatisch im Chart berechnet.
Wenn der kurzfristige EMA schneller steigt als der langfristige, nimmt die Differenz zwischen beiden zu und der MACD steigt. Er wird dann vermutlich die Signallinie nach oben durchkreuzen und damit ein positives Momentum repräsentieren. Sinkt sie darunter, ist von einem negativen Momentum auszugehen.
MACD zeigt das Momentum, nicht das reine Wachstum an

Der MACD misst nicht einfach nur, ob der Kurs steigt oder sinkt. Stattdessen wird die Veränderung der Geschwindigkeit der Kursbewegung, also ein Momentum, angezeigt. Daraus lässt sich schließen, ob z. B. der Aufwärtstrend anhält oder in seiner Stärke langsam abnimmt. Daytrading Indikatoren wie dieser helfen mir in der Praxis u. a. dabei, den Trend einzuordnen und beispielsweise nicht zu spät in eine Bewegung einzusteigen, die bereits abflacht. Meistens kombiniere ich den MACD mit dem VWAP. Dann kann ein über dem volumengewichteten Durchschnittspreis handelnder Kurs eine weitere Bestätigung liefern. Mit dem RSI erhalte ich außerdem eine zusätzliche Momentum-Perspektive auf den Preis.
Für Daytrading eignet sich dieser Trendfolge-Oszillator vor allem deshalb, weil dynamische Bewegungen im Tageshandel extrem wichtig sind. So lässt sich der MACD als Trendfilter und Bestätigung zugleich verwenden. In der Regel identifizieren wir zunächst ein Setup für einen Long-Einstieg und prüfen dann per MACD, ob die Aufwärtsbewegung dynamisch genug ist. Schauen wir uns die Anwendung des MACD in einem Beispiel an:
Vor einiger Zeit haben wir uns für einen Tesla-Trade (s. Chart) interessiert. Die Aktie startete mit einem Minus gegenüber dem Vortag in den Handel, befand sich aber schnell über dem VWAP. In diesem Moment fügten wir den MACD hinzu, um die Dynamik des Trends zu prüfen. Die Kreuzung des MACD über die Signallinie nach oben diente uns dann als Einstiegspunkt bei 361,81 USD. Das Vorgehen war hier extrem einfach und anfängerfreundlich: Nach knapp 45 Minuten kam es zum Crossover der MACD-Linie nach unten und wir verkauften die Position bei 367,10 USD mit 1,47 % Gewinn.

Für einen erfolgreichen Gesamtgewinn sorgte ein Hebel von 1:10. Bei einer Margin von 500 USD konnten wir das Handelsvolumen für den Trade auf 5.000 USD steigern. Auf diese Weise erreichte das tatsächliche Wachstum 73,50 USD. Nach Abzug der Tradingkosten von 3 USD blieben uns 70,50 USD übrig.
- Gehebelter Einsatz: 500 USD × 10 = 5.000 USD
- Sicherheitseinlage: 500 USD
- Gewinn: 1,47 %
- Bruttogewinn: 1,47 % von 5.000 USD = 73,50 USD
- Nettogewinn: 73,50 USD – 3 USD Tradingkosten = 70,50 USD
- Eigenkapitalrendite: 70,50 USD ÷ 500 USD × 100 = 14,1 %
| MACD Indikator | Eigenschaften |
|---|---|
| Schwierigkeiten | Mittel |
| Plattformen | Alle Handelsplattformen mit Indikatoren |
| Kosten | Meist kostenlos |
| Anwenden | Stellt zwei gleitende Durchschnitte in Beziehung mit den Preisen |
| Trend/Reversal Indikator | Trend & Reversal |
| Vorteile | Kombiniert gleitende Durchschnitte mit einem Oszillator Bietet klare Kauf- und Verkaufssignale |
| Nachteile | Erzeugt viele Fehlsignale in Seitwärtsmärkten, verzögerte Einstiege bei schnellen Bewegungen |
7. Bollinger Bänder: bester Daytrading Indikator zum Messen der Volatilität
Die Bollinger Bänder sind unter den Daytrading Indikatoren unserer Ansicht nach ein unverzichtbares Tool. Daher erklären wir unseren Schülern auch stets den grundsätzlichen Umgang mit diesen Werkzeugen, die im Wesentlichen zeigen, wo sich der Kurs relativ zu seinem gleitenden Durchschnitt und den Standardabweichungen befindet.

In der Mitte verläuft bei den Bollinger Bändern ein einfacher gleitender Durchschnitt, den wir in der Regel auf 20 Perioden einstellen. Von diesem mittleren Band werden dann die Standardabweichungen nach oben und unten berechnet. Da sich der Indikator fortwährend neu berechnet, passt er sich an die aktuelle Volatilität an. Nimmt diese zu, erweitert sich z. B. der Abstand zum mittleren Band.
Für Daytrader sind die in den 80er Jahren entwickelten Bollinger Bändern insbesondere deshalb nützlich, weil die äußeren Bänder dynamische Orientierungspunkte für das Setzen der Unterstützungs- und Widerstandslevels bilden. In unserer Praxis halten wir in erster Linie den Bollinger Squeeze für hilfreich. Ziehen sich die äußeren Bänder nämlich auf einmal sehr stark zusammen, steht das für eine Phase niedriger Volatilität, auf die jedoch oft eine stärkere Kursbewegung folgt.
Achtung: Richtung des Ausbruchs beim Bollinger Squeeze nicht erkennbar

Auch wenn ein Bollinger Squeeze auf einen baldigen Ausbruch des Kurses hindeutet, kann man allein anhand der Bollinger Bänder nicht auf die genaue Richtung schließen. Daher rate ich unbedingt dazu, die Bollinger Bänder mit weiteren Daytrading Indikatoren zu kombinieren. Häufig stelle ich z. B. den VWAP voran, um eine übergeordnete Intraday-Richtung ermitteln zu können. Die Bollinger Bänder ergänzen dann die Aussage zur Volatilität innerhalb dieser Bewegung.
Ebenso halte ich es für sinnvoll, einen MACD zusammen mit den Bollinger Bändern zu verwenden. Dieser Trendfolge-Oszillator kann dann weitere Hinweise darauf geben, ob es ein bullisches oder bärisches Momentum für die technisch analysierte Position gibt.
Im folgenden Beispiel haben wir auf Basis von anderen Indikatoren einen Tagestrend nach oben ermittelt. Diesen konnten wir zuvor mit dem Anchored VWAP bestimmen, der zu unseren favorisierten Daytrading Indikatoren gehört. Im Anschluss fügten wir die Bollinger Bänder hinzu und warteten auf einen oft gegen Abend eintretenden Bollinger-Squeeze. Diesen erkannten wir gegen 21:40 Uhr und stiegen kurz darauf bei 919,68 USD in den Trade ein. Kurz vor Börsenschluss lösten wir die Position bei deutlichem Ausbruch des Kurses aus den stark verbreiterten Bollinger Bändern bei 935,36 USD auf und machten einen Gewinn von 1,70 %.

Für den Trade verwendeten wir einen vergleichsweise hohen Hebel von 1:20 auf eine Margin von 500 USD. Daraus ergab sich ein Handelsvolumen von 10.000 USD. Der Kursanstieg von 1,70 % sorgte somit für einen Bruttogewinn von 170 USD. Abzüglich der Handelsgebühren von 6 USD kamen wir auf einen Nettogewinn von 164 USD und somit auf eine Eigenkapitalrendite von ca. 32,8 %.
- Gehebelte Position: 500 USD × 20 = 10.000 USD
- Sicherheitseinlage: 500 USD
- Kursgewinn: 935,36 USD – 919,68 USD = 15,68 USD
- Kursrendite: 15,68 USD ÷ 919,68 USD × 100 = 1,70 %
- Bruttogewinn: 1,70 % von 10.000 USD = 170 USD
- Nettogewinn: 170 USD – 6 USD Handelsgebühren = 164 USD
- Eigenkapitalrendite: 164 USD ÷ 500 USD × 100 = 32,8 %

| Bollinger Bänder | Eigenschaften |
|---|---|
| Schwierigkeiten | Einfach |
| Plattformen | Alle Handelsplattformen mit Indikatoren |
| Kosten | Meist kostenlos |
| Anwenden | Misst die relative Kursposition und macht eine Aussage über die aktuelle Volatilität (Standardabweichungen) |
| Trend/Reversal Indikator | Volatilität & relative Kursposition (kein klassischer Reversal- oder Trendindikator) |
| Vorteile | Einfache Darstellung auf dem Chart (gut von Anfängern verwendbar) Gut für Breakout-Strategien Volatilität klar erkennbar |
| Nachteile | Zeigt keine Richtung an Bandberührung selbst ist aber kein Trading-Signal Fehlsignale in Seitwärtsphasen |
8. Pivot Points: rechnerische Preislevel-Bestimmung und ideal für Stopp-Marken
Die Pivot Points gehören zu den sehr spezifischen Daytrading Indikatoren, die auf rein rechnerischer Basis verschiedene Unterstützungs- und Widerstandslevels ermitteln. Das Besondere an diesem Werkzeug ist, dass es sich nicht direkt auf den aktuellen Kursverlauf bezieht, sondern bei klassischer Verwendung die Daten des Vortages nutzt. Das hat natürlich den Nachteil, dass in der Zwischenzeit eingetretene Ereignisse nicht eingerechnet werden können. Bei stabilen Phasen über mehrere Tage hinweg gibt uns das Tool jedoch einen Orientierungspunkt zu der zu erwartenden Verhaltensweise des Assets.

Die klassische Berechnung des Pivot Points basiert auf dem Höchstkurs, dem Tiefstkurs und dem Schlusskurs der vorherigen Handelsperiode. Daraus wird dann der Durchschnitt gebildet. Die Formel lautet ganz einfach:
Pivot Point = (High + Low + Close) ÷ 3
Vom Pivot Point aus werden die verschiedenen Abstände nach oben und unten nach festen Formeln ermittelt. Die unteren Support-Linien werden z. B. als S1, S2 und S3, die Resistance-Linien oben als R1, R2 und R3 bezeichnet. In der Regel nutzen wir beim Daytrading genau diese drei Stufen, da auf dem Tageschart Sprünge über diese Ebenen seltener vorkommen. Bisweilen sind aber auch stärkere Bewegungen gerade bei vorangegangenen Nachrichten möglich.
Was generell positiv bei den Pivot Points ist: Anfänger verstehen das Instrument schnell und können es bereits früh in der Lernphase anwenden. Viele unserer Schüler setzen diesen Daytrading Indikator z. B. direkt bei der Eröffnung des Handelstages ein. Dadurch stehen die wichtigsten Referenzlevels von Beginn an fest und können mit der anschließenden Kursentwicklung verglichen werden. Startet der Kurs bereits über dem Pivot Point, sehen wir das oft als bullisches Signal für den Trading-Tag. Ein klares Kauf- oder Verkaufssignal ist das jedoch nicht.
Wofür wir die Pivot Points meistens nutzen, ist die Beobachtung der Kursreaktion an den vorbestimmten Ebenen. Hier kann es entweder zu einem Durchbruch oder einem Abprallen kommen. Das bestätigt dann in Kombination mit mehreren Daytrading Indikatoren das Ergebnis unserer Analyse.

Neben der Suche nach Einstiegs- und Ausstiegspunkten sind die Pivot Points prädestiniert dafür, über sie die Stop Loss und Take Profit Marken zu bestimmen. Im folgenden Chart sieht man z. B. wie der Kurs an diesem Tag beim R1 startet und sich insgesamt gut als Einstiegspunkt eignet. Von diesem Level aus lässt sich mit Hilfe des Tools beispielhaft sehr einfach ein Stop-Loss- und Take-Profit-Level finden. Wir würden hier direkt den Pivot Point als Stop Loss wählen und Take Profit beim R3 ansetzen. Die Gewinnstrecke ist damit mehr als doppelt so groß wie der mögliche Verlust und es ergibt sich ein günstiges Chance-Risiko-Verhältnis von 2,13:1.

| Pivot Points | Eigenschaften |
|---|---|
| Schwierigkeiten | Einfach |
| Plattformen | Alle Handelsplattformen mit Indikatoren |
| Kosten | Meist kostenlos |
| Anwenden | Markieren von Unterstützungen und Widerständen Stop Loss und Take Profit finden Reaktion des Kurses an relevanten Punkten testen |
| Trend/Reversal Indikator | Support & Resistance (guter Reversal Indikator) |
| Vorteile | Anfängerfreundlich und einfach zu verstehen Gute Tagesplanung von Ein- und Ausstiegslevels Kann mit mehreren Daytrading Indikatoren kombiniert werden |
| Nachteile | Keine eindeutigen Kauf- und Verkaufssignale Basiert auf Vortagsdaten |
9. Fibonacci Retracements: Unterstützungen und Widerstände nach festen Prozentwerten
Auf den ersten Blick sehen die Fibonacci Retracements und die Pivot Points sehr ähnlich aus. Man kann die beiden Daytrading Indikatoren sogar für dieselben Zwecke verwenden. Die Berechnungsgrundlage ist jedoch eine andere. So nutzt dieses Tool keine gleitenden Durchschnitte, sondern es werden Swing Lows und Swing Highs beim Kursverlauf festgelegt. Davon leiten sich dann verschiedene prozentuale Retracement-Levels ab, deren Höhe sich am goldenen Schnitt orientiert.

Bei den Fibonacci-Tools sind damit die folgenden Prozentwerte als Abstand vom festgelegten Anfangskurs wichtig: 23,6 %, 38,2 %, 50 %, 61,8 % und 78,6 %. Diese Ebenen sind für Daytrader gerade in Hinsicht auf die Kursreaktion interessant. Abhängig von dem Verhalten des Kurses an diesen Stellen würden wir dort Unterstützungsbereiche oder Widerstände markieren. In Verbindung mit mehreren Daytrading Indikatoren können wir uns dann für einen Einstieg in den Handel entscheiden.
Fibonacci Retracements in der Praxis:
Schauen wir dazu ein kurzes Beispiel an, bei dem eine Aktie von 100 USD auf 120 USD steigt. In diesem Fall würden Sie die Fibonacci-Retracements aus der Tool-Box heraussuchen. Bei TradingView finden Sie das Instrument an der linken Seite und nicht unter den anderen Daytrading Indikatoren. Dann stellen Sie einen Startpunkt am Anfang der Trendbewegung, im Beispiel bei 100 USD, ein und ziehen die Retracements nach oben zum Gipfel (Swing High) bei 120 USD. Bei einem Abwärtstrend würde man den Cursor dagegen von oben nach rechts unten bewegen.

Aus der Berechnung ergeben sich dann verschiedene Niveaus, wobei für Daytrader vor allem die Bereiche um 38,2 %, 50 % und 61,8 % relevant sind. In unserem Beispiel würden diese umgerechnet auf diesen Kursniveaus liegen:
| Fibonacci Retracement in Prozent | Berechnung | Fibonacci Retracement absolut für Beispiel 100 zu 120 USD |
|---|---|---|
| 23,6 % | 120 – (20 × 0,236) | 115,28 USD |
| 38,2 % | 120 – (20 × 0,382) | 112,36 USD |
| 50 % | 120 – (20 × 0,5) | 110,00 USD |
| 61,8 % | 120 – (20 × 0,618) | 107,64 USD |
| 78,6 % | 120 – (20 × 0,786) | 104,28 USD |
Nutzen Sie für eine noch einfachere Ermittlung der Fibonacci Retracements sowie der Fibonacci Extensions unseren TradingView Fibonacci Rechner! Mit wenigen Angaben lassen Sie sich hiermit die wichtigsten Preisniveaus zeigen:
Kommt es nach dem Wachstum zu einem Rücksetzer, schauen wir uns in der Regel genau an, wie der Kurs auf den drei Niveaus 38,2 %, 50 % und 61,8 % reagiert. Prallt er mehrmals an einem dieser Fibonacci Retracements ab, gehen wir von einer möglichen Unterstützung aus. Nun fügen wir weitere trendbestätigende Daytrading Indikatoren wie die gleitenden Durchschnitte hinzu und können auf dieser technischen Analyse aufbauend einen Trade platzieren.

Fibonacci oder Pivot Points?
Beide Werkzeuge können beim Daytrading helfen, auf rechnerischer Basis mögliche Unterstützungen und Widerstände zu finden. Die Berechnungsgrundlage ist jedoch sehr unterschiedlich: Während Pivot Points mit den Daten vorheriger Perioden arbeiten und damit bereits zur Eröffnung des Handelstages feststehende Levels anzeigen, suchen die Trader bei den Fibonacci Retracements selbst einen Start- und Endpunkt heraus. Somit liegt hier mehr Verantwortung in der Entscheidung des Händlers.
Sollten wir Anfängern einen dieser Daytrading Indikatoren empfehlen, würden wir vermutlich zuerst zu den Pivot Points raten. Der Vorteil ist hier, dass die Berechnung nicht so sehr von der Entscheidung des Traders abhängt. Für die Nutzung der Fibonacci Retracements braucht es dagegen etwas Übung und Erfahrung. In unseren Coachings machen unsere Schüler jedoch schnell Fortschritte und werden bereits nach einigen Wochen zu echten Profis im Fibonacci-Trading.
Meine Tipps zur Verwendung der Fibonacci Retracements

In der Anwendung sind die Fibonacci Retracements für mich vor allem praktische Werkzeuge zur Strukturierung der Kursbewegung. Als eigenständiges Handelssignal würde ich sie nicht benutzen. Mit ausreichend Erfahrung erkennt man aber schnell, dass sich oft deutliche Unterstützungen und Widerstände herausbilden, die man in Kombination mit anderen Daytrading Indikatoren für eine Signalerzeugung verwenden kann. Mein persönlicher Favorit als Ergänzung zu Fibonacci ist der Anchored VWAP, den ich ebenfalls individuell an das Marktgeschehen auf dem Intraday anpassen kann.
| Fibonacci Retracements | Eigenschaften |
|---|---|
| Schwierigkeiten | Mittel |
| Plattformen | Alle Handelsplattformen mit Indikatoren |
| Kosten | Meist kostenlos |
| Anwenden | Unterstützungen und Widerstände markieren Rücklaufbewegungen analysieren Entry-, Stop-Loss- und Take-Profit-Bereiche strukturieren |
| Trend/Reversal Indikator | Support & Resistance, Retracements (Rücksetzer) |
| Vorteile | Zeigt klare prozentuale Kurslevels an Relativ einfach einzuüben Gut mit anderen Daytrading Indikatoren kombinierbar |
| Nachteile | Stark von der Wahl des Ausgangs- und Endpunktes abhängig (Verantwortung beim Trader) Keine Kauf- und Verkaufssignale Levels können schnell durchbrochen werden |
10. Stochastik-Oszillator: bester Daytrading Indikator für Momentum in kurzfristigen Trends
Der Stochastik-Indikator ist ein echter Klassiker unter den Daytrading Indikatoren, den es bereits seit den 1950er Jahren gibt. Entwickelt wurde er als Oszillator von George Lane. Das bedeutet, dass sich dieser Index zwischen 0 und 100 bewegt. Dabei wird das Verhältnis zwischen der Handelsspanne der vergangenen Perioden und dem aktuellen Schlusskurs als Basis verwendet. Die Grundidee dahinter ist, dass die Kurse statistisch gesehen je nach Trend eher oben oder unten an der Handelsspanne enden. Beim Stochastik-Indikator wird diese Tendenz auf einer Skala von 0 bis 100 unterhalb des Charts angegeben.

Im unteren Bereich des Charts werden Sie zwei Linien erkennen, die man als %K und %D bezeichnet. Während K% schneller auf die Kursbewegung reagiert, zeigt die D%-Kurve eine geglättete Variante und dient als Signallinie. Hierfür müssen Sie eine bestimmte Periode einstellen. In unserer Praxis entscheiden wir uns meist für die Standardversion von 14 Kerzen. Berechnet wird der Stochastik Indikator nach der Formel:
%K = (Schlusskurs – Tiefstkurs der Periode) ÷ (Höchstkurs der Periode – Tiefstkurs der Periode) × 100
Ähnlich wie beim RSI zeigt der Stochastik Indikator Randbereiche auf, wobei wir vor allem bei den Bereichen unter 20 und über 80 hellhörig werden. Als Faustregel kann man sagen, dass Werte über 80 als überkauft und unter 20 als überverkauft gelten. Das muss allerdings nur als grobe Orientierung verstanden werden. Die Aussage ist nie absolut und sollte unbedingt mit anderen Indikatoren abgeglichen werden.
Für uns als Experten im Daytrading sind die Bewegungen beider Linien interessant. Wir achten vor allem auf die Kreuzungen der %K durch die Signallinie hindurch. Bewegt sie sich hier nach oben, haben wir ein Indiz für eine Aufwärtsdynamik. Kreuzt die %K die %D nach unten, erwarten wir ein eher nachlassendes Momentum.
Kreuzungen in Extrembereichen für mich besonders relevant

Besonders interessant sind die Kreuzungen für mich, wenn sie in einem der beiden Extrembereiche unter 20 oder über 80 erfolgen. Dann verstärken sie quasi die ursprüngliche Aussage zum Momentum. Kreuzt die %K unter 20 die %D nach oben, würde ich das als ein Anzeichen für eine Erholung interpretieren. Vorsicht würde ich jedoch in starken Trends walten lassen, da die Stochastik dann über einen längeren Zeitraum in einem Extrembereich bleiben kann. Überkauft heißt also nicht automatisch verkaufen und überverkauft nicht sofort kaufen. Bitte immer mit weiteren Daytrading Indikatoren bestätigen!
Kombination ist wichtig: Stochastik und Anchored VWAP
In unserem Coaching bringen wir unseren Schülern stets den Umgang mit dem Anchored VWAP bei, einem unserer beliebtesten Daytrading Indikatoren. Diesen kann man auch hervorragend als Kombination für den Stochastik Oszillator verwenden. Während die Stochastik nämlich die kurzfristige Dynamik zeigt, betrachtet der Anchored VWAP die volumengewichtete Kursentwicklung. Gab es also eine Kreuzung der %K nach oben, während der Kurs über dem Anchored VWAP verläuft, dürfte der Trend bullisch ausfallen. Vorteil an dieser Kombination ist, dass die Assets dann von zwei Perspektiven betrachtet werden können.
Aus unserer Coaching-Praxis:
Im folgenden Beispiel hat einer unserer Schüler aus Australien einen ausgesprochen guten Trade im Übungsmodus erzielt. Er analysierte den Kurs einer Aktie auf dem 1-Minuten-Chart, fügte den Stochastik Indikator hinzu und setzte an einem relevanten Punkt den AVWAP ein. Daraufhin bewegte sich der Kurs überwiegend über dem Volumen-Preis-Indikator, was für einen bullischen Tagestrend sprach. Bei einer Kreuzung von %K über %D im Bereich deutlich unter 20 im Stochastik-Tool stieg der fortgeschrittene Schüler bei 10,65 AUD in den Handel ein und ließ die Position über mehrere Fehlsignale hinweg laufen.

Ein etwas stärkeres Ausstiegssignal diente dann bei 11,40 AUD mit 7,05 % Gewinn für die Auflösung der Position. Bei einem Einsatz von 500 AUD mit einem Hebel von 1:10 konnte somit ein Profit von 352,50 AUD brutto erzielt werden. Hiervon müssten im Echtgeldhandel noch 6 AUD auf der genutzten Plattform abgezogen werden. Damit ergäbe sich ein Nettogewinn von 346,50 AUD (ca. 215 Euro) und eine Eigenkapitalrendite von etwa 69,3 %. Das Beispiel halten wir für anschaulich, es zeigt aber auch, dass die Stochastik allein viele Fehlsignale erzeugt, bei denen Trader sehr vorsichtig sein müssen.
- Position: 5.000 AUD
- Margin-Einsatz: 500 AUD
- Hebel: 1:10
- Bruttogewinn bei 7,05 %: 352,50 AUD
- Gebühren: 6 AUD
- Nettogewinn: 346,50 AUD
- Rendite auf die eingesetzten 500 AUD: 69,3 %
| Stochastik Indikator | Eigenschaften |
|---|---|
| Schwierigkeiten | Mittel |
| Plattformen | Alle Handelsplattformen mit Indikatoren |
| Kosten | Meist kostenlos |
| Anwenden | Dynamiken und Momentum ermitteln Überkaufte und überverkaufte Momente Wendepunkte sichtbar machen |
| Trend/Reversal Indikator | Trendmomentum |
| Vorteile | Einer der besten Daytrading Indikatoren in kurzfristigen Trends Überkauft/überverkauft schnell erkennbar Gut mit Trendindikatoren kombinierbar |
| Nachteile | Kann in starken Trends lange in Extrembereichen verweilen Bei unruhigen Märkten oft Fehlsignale Keine eindeutigen Kauf- und Verkaufssignale |
11. ATR (Average True Range): bestes Tool zur Bestimmung von Stop Loss und Take Profit Marken
Im Daytrading nutzen wir die Average True Range (ATR) besonders häufig, um die Stop Loss und Take Profit Level zu bestimmen. Was wir an diesem Indikator für praktisch halten, ist, dass man sein Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) sehr gut einstellen kann. Deshalb vermitteln wir die Verwendung des Tools auch sehr früh in Kombination mit dem Anchored VWAP in unserer Trading.de-Ausbildung.

Die Idee hinter der ATR ist es, sich die durchschnittliche Volatilität zu einem bestimmten Moment auf dem Chart anzeigen zu lassen, also die Spanne zwischen den Hochs und Tiefs. Der Durchschnitt wird dabei aus der Anzahl einer gewissen Reihe an einzelnen True Ranges gebildet. Diese entstehen nach dem folgenden Muster:
- Hoch minus Tief der aktuellen Kerze
- Hoch der aktuellen Kerze minus Schlusskurs der vorherigen Kerze
- Tief der aktuellen Kerze minus Schlusskurs der vorherigen Kerze
- Die True Range entspricht jeweils dem höchsten dieser drei Werte
In der Regel wählen wir 14 Perioden für die Berechnung der Average True Range. Aus diesen 14 True Ranges setzt sich dann der Durchschnitt zusammen, der unterhalb des Charts in einer Grafik angezeigt wird. Als Daytrader orientieren wir uns an dieser Schwankungsbreite, um schließlich unsere Limits festzulegen.
Für Stop Loss und Take Profit nutzen wir die ATR und einen Multiplikator. Der Abstand vom Einstiegspunkt zum Take Profit sollte unserer Erfahrung nach möglichst 1,5-2 mal so groß sein wie der zum Stop Loss. Wäre die ATR z. B. 5 USD, so würden wir einen Take-Profit-Abstand von 15 USD (3x) und Stop-Loss-Abstand von 7,50 USD (1,5x) wählen. Dadurch ist das Chance-Risiko-Verhältnis exakt 2:1. Ob sich der Trade aber wirklich lohnt, hängt natürlich stark von der Kursbewegung und der Trendanalyse mit anderen Daytrading Indikatoren ab. Deshalb würden wir stets gleitende Durchschnitte oder einen VWAP für die technische Analyse hinzufügen.
Schauen wir uns nun ein konkretes Beispiel an, welches wir im folgenden Chart angewendet haben:

In unserem Beispiel verwenden wir die 5-fache ATR für den Stop Loss und die 10-fache für den Take Profit. Bei einer ATR von 0,1895 USD zum Zeitpunkt des Einstiegs ergibt sich damit ein Stop-Loss-Abstand von 0,95 USD (Risiko pro Aktie) und eine Distanz zum Take Profit von 1,90 USD. Daraus entsteht ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2:1, also ein CRV, das wir unseren Schülern stets ans Herz legen. Zur Festlegung des Tagestrends griffen wir außerdem zum VWAP.
Der Kurs stieg innerhalb der nächsten Stunde tatsächlich und bei einem Wert von 146,31 USD wurde der Take Profit ausgelöst, wir verkauften die Position also mit einem Profit von 1,30 %. Bei einem Einsatz von 500 USD und einem Hebel von 1:20 ergab sich hier ein Bruttogewinn von 130 USD. Davon mussten wir noch die Handelsgebühren von 4,50 USD abziehen und kamen auf einen Nettoprofit von 125,50 USD sowie eine Eigenkapitalrendite von ca. 25 %.
- Position: 10.000 USD
- Margin-Einsatz: 500 USD
- Hebel: 1:20
- Bruttogewinn bei 1,30 %: 130 USD
- Gebühren: 4,50 USD
- Nettogewinn: 125,50 USD
- Eigenkapitalrendite: ca. 25 %
| Average True Range (ATR) | Eigenschaften |
|---|---|
| Schwierigkeiten | Einfach |
| Plattformen | Alle Handelsplattformen mit Indikatoren |
| Kosten | Meist kostenlos |
| Anwenden | Messen der Volatilität Stop Loss und Take Profit bestimmen |
| Trend/Reversal Indikator | Volatilität |
| Vorteile | Positionsgrößen einfach bestimmen CRV richtig wählen |
| Nachteile | Keine Aussage über die Kursrichtung Bezieht sich stets auf vergangene Werte |
12. ADX (Average Directional Index): Trendstärke mit Daytrading Indikator ermitteln
Wie der RSI wurde auch der Average Directional Index (ADX) von J. Welles Wilder in seinem Buch „New Concepts in Technical Trading Systems“ vorgestellt. Auch wenn der Daytrading Indikator nicht direkt die Richtung angibt, so kann er eine hilfreiche Aussage zur Stärke der aktuellen Trendbewegung geben. Als klassischer Oszillator schwingt das Werkzeug dabei zwischen 0 und 100. Er wird unterhalb des Chartbildes angezeigt.

Die Interpretation des ADX ist vergleichsweise einfach. Je höher der Index in Richtung 100 steigt, desto stärker ist der bestehende Trend. Liegt der Indikator dagegen niedrig, so befindet man sich vermutlich in einer Seitwärtsphase. In der Praxis werden die Zahlen von 20 bis 25 als Orientierung oder Bruchstelle genutzt. Befindet sich der Wert darunter, sehen wir den Trend eher als schwach an. Über 25 kann sich dagegen eine für das Daytrading interessante Dynamik entwickeln.

Wichtig zu wissen ist, dass die Trendstärke nicht mit der Trendrichtung zu verwechseln ist. Selbst dann, wenn der Kurs nach unten geht, kann der ADX ansteigen. Dennoch handelt es sich hierbei um eine wichtige Aussage, weil sich für uns Experten daraus schließen lässt, ob sich der Trend fortsetzt und wie viel Potenzial er noch hat.
Anwendung des ADX mit weiteren Daytrading Indikatoren: Anchored VWAP

Ich verwende den ADX meist in Kombination mit anderen Daytrading Indikatoren wie dem Anchored VWAP, da sich dadurch sowohl die Trendrichtung als auch das Momentum feststellen lassen. Dadurch lässt sich abschätzen, ob es sich noch lohnt, in den Trend einzusteigen, oder ob es angesichts der drohenden Seitwärtsbewegung doch nicht mehr sinnvoll ist, die Position zu öffnen.
Für uns ist der ADX vor allem in starken Trends brauchbar. Hier zeigt dieser Daytrading Indikator seine Vorteile und kann die Aussagen aus der technischen Analyse gut unterstreichen. In der Praxis würden wir meist einen Anchored VWAP setzen und damit die Richtung des Kurses ermitteln. Danach fügen wir üblicherweise den ADX hinzu. Steigt dieser über 25, dient das als Bestätigung für eine Trendfortführung und wir würden einen Trade eröffnen.
| Average Directional Index (ADX) | Eigenschaften |
|---|---|
| Schwierigkeiten | Mittel |
| Plattformen | Alle Handelsplattformen mit Indikatoren |
| Kosten | Meist kostenlos |
| Anwenden | Trendstärke ermitteln Trendaussagen bestätigen |
| Trend/Reversal Indikator | Trendstärke |
| Vorteile | Gutes Tool zur Bestätigung Funktioniert in Aufwärts- und Abwärtstrends Gut mit dem Anchored VWAP zu verbinden |
| Nachteile | Zeigt keine Trendrichtung Kann bei kurzfristigen Bewegungen verzögert reagieren Kein eindeutiges Kauf-/Verkaufssignal |
13. Donchian Channels: Ausbrüche und Trends mit diesem Daytrading Indikator erkennen
Die Donchian Channels sind ein von Richard Donchian entwickeltes Tool, das unter den Daytrading Indikatoren einen hohen Status genießt. Bei der technischen Analyse nutzen wir es vor allem so, dass wir Ausbrüche aus einer Handelsspanne erkennen können. Die Idee ist relativ einfach: Der Donchian Channel zeigt so das höchste Hoch und das tiefste Tief innerhalb einer festgelegten Anzahl von Perioden.

Aus diesen Daten wird dann ein Kanal mit einer Mittellinie und zwei davon nach oben und unten abweichenden Bändern gebildet. Das obere Band zeigt die höchsten Hochs, das niedrigste Band die tiefsten Tiefs und die Mittellinie ergibt sich aus dem Durchschnitt. Was uns hier als Daytrader interessiert, ist, wann der Kurs die äußeren Bänder berührt und damit eine markante Bewegung starten kann.
Klassischerweise stellen wir bei solchen Daytrading Indikatoren 20 Perioden ein und je nach Handelszeitraum 1- oder 5-Minuten-Ticks. Umso kürzer die Perioden sind, desto schneller reagiert das Instrument, kann dann aber auch Fehlsignale erzeugen.
| Chart | Perioden | Reaktion |
|---|---|---|
| 1-Minuten-Chart | 5-10 | sehr schnell, viele Signale, fehleranfällig |
| 1-Minuten-Chart | 10-20 | etwas stärker gefiltert |
| 5-Minuten-Chart | 10-20 | sinnvoll für kurzfristige Breakouts |
| 5-Minuten-Chart | 20 | klassisch, weniger empfindlich |
Für uns heißt das in der technischen Analyse, dass wir gerade bei einem Ausbruch aus einem länger anhaltenden Kanal aufmerksam werden, jedoch genau schauen, dass es sich um keinen Ausreißer handelt. Deswegen fügen wir immer andere Daytrading Indikatoren, insbesondere in Hinsicht auf die Trendrichtung und das Handelsvolumen, hinzu. Der Anchored VWAP ist unsere bevorzugte Kombination, weil er relativ starke Hinweise auf die Bewegung selbst geben kann. Sehr hilfreich ist aber auch der ADX in Hinsicht auf die Trendstärke.
Schauen wir uns nun die Verwendung der Donchian Channels in einem kurzen Beispiel an:

Im Chart haben wir eine Aktie herausgesucht, die wir zunächst auf Basis des VWAPs als sich im Aufwärtstrend befindlich identifiziert haben. Deswegen konnten wir davon ausgehen, dass es trotz einiger Rücksetzer zu weiteren Steigerungen kommen würde. Die Berührung des oberen Donchian Bands nach einem markanten Rücksetzer nutzten wir also bei einem Wert von 493,97 USD für einen Long-Trade.
Der ADX verriet uns gleichzeitig, dass es sich um einen anhaltenden starken Trend handelte. Deswegen blieben wir auch bei mehreren Berührungen des unteren Bandes investiert. Hier achteten wir besonders auf die Reaktion des Kurses, ob er z. B. weiter nach unten gehen oder an der Unterstützung abprallen würde. Schließlich kam es kurz vor Börsenschluss zu einem signifikanten Abschwung. Die Berührung des unteren Donchian-Bandes war also unser Signal für den Ausstieg mit 1,16 % Gewinn. Am nächsten Tag hätte es zwar noch einen Sprung mit anschließendem Abverkauf gegeben, dann hätten wir jedoch die Über-Nacht-Gebühren beim Halten der CFDs einplanen müssen.
Unsere Position im Überblick:
- Eigenkapital: 500 USD
- Hebel: 1:20
- Position mit Hebel: 10.000 USD
- Gewinn Einzelaktie: 5,73 USD = 1,16 %
- Bruttogewinn: 116,00 USD
- Gebühren: 6 USD
- Nettogewinn: 116 USD – 6 USD = 110 USD
- Eigenkapitalrendite: 110,00 USD ÷ 500 USD × 100 = 22,00 %
| Donchian Channels | Eigenschaften |
|---|---|
| Schwierigkeiten | einfach |
| Plattformen | Alle Handelsplattformen mit Indikatoren |
| Kosten | Meist kostenlos |
| Anwenden | Erkennen von Breakouts und Handelsspannen |
| Trend/Reversal Indikator | Breakout und Trendfolge |
| Vorteile | Einfach abzulesen Breakouts schnell erkennbar Gut für Trendfolge-Strategien mit AVWAP |
| Nachteile | In Seitwärtsmärkten viele Fehlsignale Bei kurzen Perioden zu viele Signale Keine wirkliche Aussage zu zukünftigen Kursen |
Unsere Top-Daytrading Indikatoren im direkten Vergleich
| Daytrading Indikator | Hauptfunktion | geeignet für | Signaltyp | Strategie | Schwierigkeitsgrad |
|---|---|---|---|---|---|
| Anchored VWAP (unser Favorit) | Volumengewichteten Durchschnittspreis ab einem definierten Zeitpunkt bestimmen | Trendtrader, Intraday-Trader | Trend / Preisniveau | Trendfolge, Pullback | Mittel |
| Moving Averages (gleitende Durchschnitte) | Trendrichtung und Dynamik erkennen | Anfänger, Trendtrader | Trend | Trendfolge, Crossover | einfach |
| RSI | Überkaufte und überverkaufte Marktphasen erkennen | Reversal- und Momentum-Trader | Momentum, Reversal | Scalping, Reversal, Swing Trading | einfach |
| VWAP | Durchschnittlichen volumengewichteten Intraday-Preis bestimmen | Daytrader, Trend-Trader | Tend, Preisniveau | Trendfolge, Pullback | einfach |
| Volume Profile Indikator | Handelsvolumen auf verschiedene Preisniveaus verteilen | erfahrene Daytrader | Volumen / Preisniveau | Unterstützung, Widerstand, Breakouts | mittel |
| MACD | Trendrichtung und Momentum analysieren | Trend- und Momentum-Trader | Trend / Momentum | Trendfolge, Crossovers | mittel |
| Bollinger Bänder | Volatilität und relative Kurslage messen | Scalper, Reversal- und Breakout-Trader | Volatilität, Momentum | Squeezes, Reversals | einfach |
| Pivot Points | Mögliche Unterstützungen und Widerstände bestimmen | Daytrader, Swing Trader | Preisniveau | Breakouts, Reversals | einfach |
| Fibonacci-Retracements | Mögliche Retracement- und Unterstützungszonen bestimmen | Trend- und Pullback-Trader | Preisniveau | Pullbacks, Reversals | mittel |
| Stochastik-Oszillator | Kurzfristiges Momentum sowie überkaufte/überverkaufte Bereiche erkennen | Scalper, Momentum-Trader | Momentum, Reversal | Scalping, kurzfristige Reversals | mittel |
| ATR (am besten zum Setzen von Limits) | Aktuelle Volatilität messen | Risiko- und Trendtrader | Volatilität | Stop Loss, Take Profit, Positionsgröße | einfach |
| ADX | Stärke eines bestehenden Trends messen | Trend- und Breakout-Trader | Trendstärke | Trendfolge, Breakouts | mittel |
| Donchian Channels | Handelsspannen sowie neue Hochs und Tiefs erkennen | Breakout- und Trendtrader | Trend, Breakout | Trendfolge, Breakouts | einfach |
Was sind Daytrading Indikatoren und was sagen sie aus?
Daytrading Indikatoren sind mathematische Formeln, mit denen sich Aussagen über eine bestimmte Verhaltensweise der Kurse, z. B. zur Trendrichtung oder zur Trendstärke, machen lassen. Daneben können die Tools dabei helfen, die Volatilität eines Assets einzuschätzen. Damit wird dann von den Tradern festgelegt, wann man in den Handel einsteigen und aussteigen sollte. Im Daytrading mit CFDs sind dabei technische Analysen für beide Richtungen, für steigende und fallende Kurse, möglich.
Ursprünglich stammen die Daytrading Indikatoren aus dem Bereich des Aktienhandels, werden allerdings mittlerweile in praktisch jedem Handelsbereich eingesetzt. Die Hauptaussage aller Daytrading Indikatoren besteht darin, dass auf der Grundlage der Berechnung von Kursbewegungen und Wahrscheinlichkeiten ausgegeben werden, ob die Kurse des analysierten Basiswertes in der Zukunft steigen oder fallen werden. Zusammengefasst beantworten Daytrading Indikatoren somit die folgenden Fragen:
- Wie wahrscheinlich sind Kurssteigerungen oder Kursrückgänge?
- Wann ist ein optimaler Einstiegszeitpunkt?
- Wann ist ein optimaler Verkaufszeitpunkt?
- Gibt es einen Trend und wie stark ist er?
- Wie lange hält ein Trend voraussichtlich einen?
- Gibt es Anzeichen für eine Trendumkehr?
- Wie ist das Verhältnis von Handelsvolumen zu Preisen?
Unserer Erfahrung nach sollten immer mehrere Daytrading Indikatoren parallel verwendet werden, um erste Indizien zu bestätigen und Fehlsignale auszuschließen. In unserer Trading.de-Ausbildung zeigen wir Ihnen, wie man die Tools kombiniert und sie richtig für den Tagestrade nutzt.
Daytrading Indikatoren vs. Trading Indikatoren
Daytrading Indikatoren unterscheiden sich von herkömmlichen Trading Indikatoren in dem Punkt, dass diese schneller reagieren und somit die volatilen Bewegungen in kleinen Zeiteinheiten besser analysieren können. Daytrader sind angewiesen auf große Bewegungen und hohe Volatilität, um bessere Ergebnisse im Trading zu haben und Trade-Chancen zu entdecken. Für uns sind die Werkzeuge also im Tagestrade unverzichtbar.
Welche Indikatoren sind die besten für Daytrading?
Zu den besten Daytrading Indikatoren gehört für uns der Anchored VWAP, weil wir mit dieser spezialisierten Form des volumengewichteten Durchschnittspreises sehr individuelle Einstellungen vornehmen und die Kurstendenz marktnah bestimmen können. Wir benutzen dieses Tool insbesondere in Kombination mit dem ATR, einer Average True Range, die uns dabei hilft, die Stop Loss und Take Profit Levels zu bestimmen.
Daneben arbeiten wir standardmäßig auch mit allen anderen der 13 hier vorgestellten Daytrading Indikatoren. Gerade Werkzeuge wie der RSI, der MACD und die gleitenden Durchschnitte zählen zu unseren Standardinstrumenten, wenn es um die technische Analyse von Kursen geht. Wir wechseln die Hilfsmittel zudem, wenn wir aufgrund der Voraussetzungen auf eine andere Strategie setzen. Dann arbeiten wir beispielsweise im Swing-Trading öfter mit den Fibonacci Retracements und Pivot Points. Um die Volatilität zu messen, bevorzugen wir die Bollinger Bänder, einen der ergiebigsten Daytrading Indikatoren auf dem Markt.
Welche Daytrading Indikatoren für den einzelnen Trader wirklich die besten sind, hängt letztlich von Faktoren wie dem Erfahrungslevel, der Strategie und den genutzten Assets ab. In unserer Trading.de-Ausbildung stellen wir zunächst Daytrading Indikatoren wie den AVWAP und den ATR, aber auch Klassiker wie den RSI, den MACD und die gleitenden Durchschnitte vor. Wer die Grundlagen dieser Tools versteht, kann anschließend auch einfacher mit anderen Werkzeugen arbeiten.
Welche Arten von Indikatoren fürs Daytrading gibt es?
Daytrading Indikatoren lassen sich nach verschiedenen Arten unterteilen, insbesondere nach Funktions- und Signaltypen wie Trend, Momentum, Volatilität, Volumen, Breakouts und Unterstützungen/Widerstände. Viele dieser Werkzeuge ergänzen sich und helfen uns in der Praxis dabei, ein ganzheitliches Bild der Kursentwicklung aus mehreren Perspektiven zu bekommen. Andererseits ist nicht jeder der Daytrading Indikatoren für jede Strategie geeignet. Deshalb sollten Sie bei der Wahl des Werkzeuges genau auf die Funktionsweise achten. Da wir meist mit Trendfolge-Methoden arbeiten, stehen bei uns Trend-Indikatoren wie der VWAP, AVWAP und gleitende Durchschnitte im Vordergrund.
| Art von Daytrading Indikatoren | Funktionsweise | Strategie | Beispiel Daytrading Indikatoren |
|---|---|---|---|
| Trend Indikatoren | Richtung des Trends erkennen | Trendfolge-Strategie | Moving Averages, MACD, ADX |
| Momentum Indikatoren | Messen der Dynamik einer Kursbewegung | Momentum Trading und Reversal | RSI, Stochastik, MACD |
| Volatilität | Schwankungsbreite und Volatilität | Positions-/Risiko-Bestimmung (Stop Loss/Take Profit), Breakout-Strategie | Bollinger Bänder, ATR |
| Volumen Indikatoren | Relation von Kursbewegung zu Volumen | Trendfolge, Pullback, Breakouts | VWAP, Anchored VWAP, Volume Profile |
| Breakouts | Erkennen Ausbrüche aus Handelsspannen sowie neue Hochs und Tiefs | Breakout, Trendfolge | Donchian Channels, Bollinger Bänder, Pivot Points |
| Unterstützungen / Widerstände | Relevante Preiszonen ermitteln | Reversals, Pullbacks, Breakouts | Pivot Points, Fibonacci-Retracements |
Welche Daytrading Indikatoren lassen sich am besten kombinieren?
Für unsere Trendfolge Strategie lassen sich vor allem der Anchored VWAP sehr gut mit Momentum Daytrading Indikatoren wie der Stochastik und dem MACD kombinieren. Somit können wir uns die Trendfolgen bestätigen lassen und auf die aktuelle Lage kurzfristig reagieren. Ebenso hilft es, den RSI hinzuzufügen, um eine Idee von den Grenzen der Trends zu bekommen. Für die Stop Loss und Take Profit Levels fügen wir dem Anchored VWAP meist noch den ATR hinzu.
Kombinationen von Daytrading Indikatoren, die wir aus unserer persönlichen Praxis sehr empfehlen können, sind:
| Daytrading Indikatoren in Kombination | Was die Daytrading Indikatoren zeigen | mögliche Anwendung |
|---|---|---|
| Anchored VWAP + Stochastik | Kurslage + Momentum | Pullbacks und kurzfristige Einstiege |
| Anchored VWAP + ATR | Kurslage + Volatilität | Trendrichtung bestimmen und Stop-Loss-/Take-Profit-Abstände an die aktuelle Volatilität anpassen |
| Anchored VWAP + MACD | Kurslage + Momentum | Trendfolge und Bestätigung von Bewegungen |
| Bollinger Bänder + ATR | Volatilität + Schwankungsbreite | Breakouts und Stop-Loss/Take-Profit-Distanzen |
| ADX + Anchored VWAP | Trendstärke + Kurslage | Trendfolge und Filtern schwacher Trends |
| VWAP + RSI | Intraday-Kurslage + Momentum | Pullbacks und mögliche Übertreibungen |
| Moving Averages + MACD | Trendrichtung + Trend/Momentum | Trendfolge |
| Donchian Channels + ATR | Handelsspanne + Volatilität | Breakout-Trading und Risikomanagement |
| Volume Profile + VWAP | Volumenverteilung + volumengewichtete Kurslage | Unterstützungen, Widerstände und Pullbacks |
Häufige Fehler beim Verwenden von Daytrading Indikatoren
Wenn wir unsere Schüler auf ihren ersten Schritten begleiten, bemerken wir, dass einige Fehler sehr häufig im Umgang mit Daytrading Indikatoren auftreten. Viele Anfänger wählen das Risiko zu hoch, setzen Stop Loss zu spät oder verwenden zu viele Indikatoren ein, so dass es zu einer Signalüberflutung kommt.
In der folgenden Liste zeigen wir Ihnen einige der häufigen Fehler, die uns speziell bei Einsteigern begegnen:
- Ohne Handelsplan traden: Wir bringen unseren Schülern gleich am Anfang bei, einen klaren Handelsplan aufzustellen, um somit eine Idee von den eigenen Zielen und dem gewünschten Risiko zu haben. Wer eher spontan tradet, macht auf Dauer Verluste.
- Zu hohes Risiko: Wir raten dazu, das Risiko pro Trade auf 1-2 % des Gesamtkapitals zu beschränken. Wer mehr setzt, riskiert hohe Verluste.
- Stop Loss zu spät setzen: Wer den Stop Loss zu spät einfügt, läuft Gefahr, dass sich die Verluste häufen und über das notwendige Risiko hinausgehen.
- Hoher Hebel: Gerade am Anfang ist es wichtig, das Hebelrisiko niedrig zu halten. Auch wenn Multiplikatoren von 1:500 reizvoll klingen, sorgen sie früh für eine Schließung der Position mit Totalverlust.
- Zu früh auf Signale reagieren: Wer beim ersten Trendwendesignal im Long-Handel wieder verkauft, macht oft nur kleine Gewinne, die jedoch von den Gebühren aufgefressen werden.
- Zu viele Daytrading Indikatoren: Mit zu vielen Daytrading Indikatoren entsteht eine große Menge an teilweise widersprüchlichen Signalen. Wir empfehlen eher eine kleine, aber gut überdachte Auswahl an 2-3 Daytrading Indikatoren.
- Daytrading Indikatoren isoliert betrachten: Ein einzelnes Tool ist nie eine Garantie für eine bestimmte Kursentwicklung. Fügen Sie mehrere Daytrading Indikatoren hinzu, um die ersten Indizien zu bestätigen.
- Gegen den Trend gehen: In den meisten Fällen bleibt die Trendfolge bestehen und es ist ein sicherer Trade, in dieser Richtung zu bleiben, als auf eine Umkehr zu setzen. Nur weil ein Oszillator überkauft oder überverkauft ist, heißt das noch lange nicht, dass sich der Kurs wendet.
- Fehlendes Trading-Tagebuch: Unserer Erfahrung nach ist es extrem wichtig, die gehandelten Trades zu dokumentieren und damit auch Fehler beim Umgang mit den Daytrading Indikatoren nachvollziehen zu können. Nutzen Sie unser Trading.de-Trading-Tagebuch kostenlos.
- Wirtschaftsdaten ignorieren: Auch wenn die Daytrading Indikatoren ein klares Ergebnis bieten, können externe Faktoren wie die Veröffentlichung von Quartalszahlen oder neue Arbeitsmarktdaten die Kursentwicklung kurzfristig stark beeinflussen. Wir empfehlen deswegen vor Tagesbeginn einen Blick in die Wirtschaftskalender der Broker.
Fazit zu Daytrading Indikatoren: absolutes Muss für die technische Analyse
Daytrading Indikatoren sind aus unserer Sicht ein absolutes Muss, wenn es um die technische Analyse von Assets und den Tageshandel geht. Als Experten arbeiten wir häufig mit Instrumenten wie dem Anchored VWAP, dem RSI, den gleitenden Durchschnitten und dem MACD. Für uns ist es wichtig, durch die Verwendung mehrerer Werkzeuge ein ganzheitliches Bild von der möglichen Kursentwicklung zu erhalten. Auf dieser Basis können wir dann Positionen long oder short eröffnen.
Allen Händlern, ob Anfängern oder Fortgeschrittenen, raten wir immer zur Nutzung mehrerer Daytrading Indikatoren. Wer sich nur auf ein Instrument verlässt, erhält oft unklare oder falsche Signale. Gleichzeitig können zu viele Informationen auch widersprüchlich sein und den Trader überfordern. Wir legen generell 2-3 Daytrading Indikatoren nahe. Diese sind in den meisten Broker-Programmen kostenlos verfügbar.
In unserem Vergleich der besten Daytrading Indikatoren haben wir Ihnen gezeigt, welche Optionen es gibt und wie man sie genau anwendet. Gerade Beginnern empfehlen wir dabei eine umfangreiche Einarbeitungszeit und weitreichende Tests mit den Daytrading Indikatoren in der Ausbildung und im Demokonto. Erfahren Sie jetzt mehr und trainieren Sie mit uns in unserer Trading.de-Ausbildung.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Daytrading Indikatoren:
Was sind die Hauptfunktionen von Daytrading Indikatoren?
Die Hauptfunktionen von Daytrading Indikatoren sind es, ideale Ein- und Ausstiegszeitpunkte zu bestimmen, Kursbewegungen zu analysieren und die Wahrscheinlichkeit von Kursanstiegen oder -rückgängen zu ermitteln. Auf dieser Basis lassen sich dann Trades im Tageshandel lancieren.
Was sind die Herausforderungen bei der Anwendung von Daytrading Indikatoren?
Herausforderungen bei der Anwendung von Daytrading Indikatoren sind z. B. das Setzen der richtigen Einstiegsmarken wie beim AVWAP und der Perioden für die Bemessung. Ebenso müssen Sie die Daytrading Indikatoren richtig interpretieren. Bei zu vielen Signalen können widersprüchliche Aussagen entstehen. Ein einziger Indikator verursacht wiederum oft singuläre Fehlsignale.
Was ist das Volume Profile und wie wird es im Daytrading verwendet?
Das Volume Profile ist ein fortgeschrittener Daytrading-Indikator, der die Handelsaktivität auf einem bestimmten Preisniveau über einen bestimmten Zeitraum betrachtet. Er hilft, dominante und signifikante Preise auf Basis des Handelsvolumens zu identifizieren, und kann in jeder Zeiteinheit und unter verschiedenen Marktbedingungen verwendet werden.
Was ist der Moving Average Convergence/Divergence (MACD) Indikator und was ist seine Hauptfunktion?
Der MACD ist ein Daytrading-Indikator, der dazu dient, die Abweichungen von einfachen gleitenden Durchschnitten zu minimieren. Er zeigt sowohl die Trendfolge als auch die Wendepunkte innerhalb eines Trends an und kann die wahrscheinliche Kursentwicklung anzeigen, bevor ein Trend entsteht oder sich ändert.
Welche Vorteile bietet das Volume Profile beim Daytrading?
Ein Vorteil des Volume Profiles ist, dass es in jeder Zeiteinheit verwendet werden kann. Es erfordert keine Programmierkenntnisse, kann wichtige Preisniveaus automatisch darstellen und sowohl in Trends als auch in Seitwärtsbewegungen verwendet werden. Es ist dabei einer der Daytrading Indikatoren, der in den meisten Software-Lösungen kostenlos bereitgestellt wird.
Sind Daytrading Indikatoren für Anfänger geeignet?
Ja, viele Daytrading Indikatoren sind für Anfänger geeignet, jedoch empfehlen wir eine Einarbeitungs- und Übungsphase von mehreren Monaten. Dazu sollte man über eine Ausbildung die Basis für das Daytrading legen und die Theorie in einem Demokonto umsetzen. Daytrading Indikatoren, die wir Anfängern empfehlen, sind u. a. gleitende Durchschnitte, RSI, Moving Averages und VWAP.
Wie viele Daytrading Indikatoren sollte man gleichzeitig einsetzen?
In der Regel setzen wir 2-3 Daytrading Indikatoren gleichzeitig ein, weil mit dieser Anzahl an Signalen Aussagen gut bestätigt werden können, ohne dass Überlagerungen entstehen. Bisweilen fügen wir auch ein viertes Tool hinzu. Teilweise lohnt es sich auch, am Tagesanfang Daytrading Indikatoren für einen generellen Trend anzuwenden und dann mit weiteren Werkzeugen mehr ins Detail zu gehen.