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Trading ohne Hebel bedeutet, dass Sie eine Position vollständig mit eigenem Kapital abdecken — handeln Sie 10 DAX-CFDs im Gegenwert von 250.000 €, brauchen Sie auch 250.000 € Eigenkapital. Möglich ist das vor allem bei Aktien, ETFs und Anleihen; CFDs und Forex bieten nur wenige Broker ohne Hebel an. Erfahren Sie wie es funktioniert und ob es sich für Sie lohnt.

Wichtigste Informationen zu Trading ohne Hebel:

  • Trades kann man mit oder ohne Hebel umsetzen
  • Trading mit Hebel kann höhere Gewinne und geringes Eigenkapital mit sich bringen
  • Trading ohne Hebel ist risikoärmer, fordert aber viel mehr Eigenkapital
  • Finanzderivate werden meistens nur mit Hebel angeboten
  • Anfänger sollte maximal Hebel bis 1:5 bevorzugen
  • Das Handeln ohne Hebel erfordert Eigenkapital im fünf- bis sechsstelligen Bereich

Was ist Trading ohne Hebel?

Trading ohne Hebel bedeutet, als dass Sie einen Basiswert handeln, ohne einen zuvor ausführlich erläuterten Trading Hebel zu nutzen. Sie müssen dementsprechend das gesamte geplante Handelsvolumen durch Eigenkapital abdecken. Wenn Sie also beispielsweise 10 DAX-CFDs mit einem Gegenwert von rund 250.000 Euro handeln möchten, müssten Sie tatsächlich diese 250.000 Euro an Eigenkapital einsetzen.

Das zeigt auch bereits ein großes Problem des Trading ohne Hebel, nämlich dass sehr hohe Kapitalsummen aufgewendet werden müssen. Zudem bieten viele Broker bestimmte Finanzprodukte nicht ohne Hebel an, insbesondere Forex und CFDs. Einige Anbieter wie FP Markets, GBE Brokers oder BlackBull Markets ermöglichen jedoch bei ausgewählten CFDs auch einen Hebel von 1:1, sodass Sie bewusst auf eine Hebelwirkung verzichten können.

Beim Trading mit Hebel haben wir zuvor drei Beispiele genannt, wie das Trading aussehen kann. Deshalb möchten wir an der Stelle ebenso ein Praxisbeispiel geben, wenn Sie zum Beispiel Aktien ohne Hebel handeln.

Experten-Tipp zur Eignung:

Andre Witzel - Trader und Experte bei Trading.de
Andre Witzel
Trader & Experte

Nach meiner Erfahrung aus über zehn Jahren Trading und Coaching eignet sich Trading ohne Hebel vor allem für Einsteiger sowie für Anleger mit größerem Handelskapital. Ohne Hebel fallen die Kursschwankungen geringer aus, wodurch viele Trader ruhiger und disziplinierter handeln. Wer dagegen nur über ein kleines Konto verfügt und kurzfristige Strategien verfolgt, wird in der Praxis häufig nicht auf einen moderaten Hebel verzichten können. Entscheidend ist jedoch nicht die Höhe des Hebels, sondern ein konsequentes Risikomanagement.

Beispiel Trading ohne Hebel:

Nehmen wir dazu an, dass Sie gerne 100 Telekom Aktien kaufen würden. Der Kurs der Telekom Aktie beläuft sich auf ungefähr 20 Euro. Daraus wiederum ergeben sich die linksstehenden Werte, wenn wir annehmen, dass der Kurs innerhalb der nächsten Tage um drei Prozent steigt. Auf der rechten Seite zum Vergleich: Die Werte, wenn Sie einen Hebel von 1:5 nutzen.

  • Eigenkapital: 2.000 Euro
  • Positionsgröße: 100 Telekom-Aktien zu je 20 Euro
  • Kursanstieg: 3 % (von 20 € auf 20,60 €)
  • Gewinn: 60 Euro
  • Abzüglich Gebühren (20 €): 40 Euro Nettogewinn
  • Rendite auf das eingesetzte Kapital: 2 %
  • Eigenkapital: 2.000 Euro
  • Kontrollierte Positionsgröße: 10.000 Euro
  • Kursanstieg: 3 %
  • Gewinn: 300 Euro
  • Abzüglich Gebühren und möglicher Finanzierungskosten: ca. 280 Euro Nettogewinn
  • Rendite auf das eingesetzte Kapital: 14 %

Genau genommen müssen Sie zusätzlich noch die Ordergebühren abziehen, die beim Kauf und Verkauf anfallen. Wenn wir jeweils von zehn Euro ausgehen, würde das bedeuten, dass Sie insgesamt einen Nettogewinn von 40 Euro erzielt haben. Auf den Kapitaleinsatz von insgesamt 2.000 Euro gerechnet ist das nicht unbedingt eine besonders gute Rendite für kurzfristiges Traden.

Beim Trading mit Hebel hätten Sie mit dem gleichen Eigenkapital eine wesentlich höhere Rendite erzielt, nämlich – bei einem Hebel von 1:5 bei Aktien – im Beispiel rund 280 Euro. In der Trading.de Ausbildung empfehlen wir Einsteigern, mit maximal 1:5 zu starten.

Zum Vergleich: Beispiele für das Hebel-Trading

Im ersten Beispiel stellt der Broker Ihnen beim Handel mit CFDs einen Hebel von 1:20 zur Verfügung. Sie haben sich entschieden, mit einem DAX-CFD auf steigende Punkte beim Deutschen Aktienindex zu spekulieren.

Beispiel: CFD-Handel mit Hebel 1:20

Sie möchten insgesamt für diese Position 1000 Euro eigenes Kapital aufwenden, welches gleichzeitig die Margin darstellt. Ferner gehen wir davon aus, dass der Punktestand des DAX innerhalb der nächsten drei Tage um zwei Prozent ansteigt. Daraus ergeben sich beim Trading die folgenden Zahlen:

  • Eigenes Kapital: 1.000 Euro
  • Hebel: 1:20
  • Transaktionsvolumen: 20.000 Euro
  • Punktegewinn DAX: 2 Prozent
  • Rendite: 40 Prozent (bezogen auf Ihren Kapitaleinsatz)
  • Gewinn: 400 Euro

Sie hätten also in diesem Fall durch den Hebel trotz eines eigenen Kapitaleinsatz von lediglich 1.000 Euro einen Gewinn in Höhe von 400 Euro erzielt. Das entspricht einer Rendite von 40 Prozent.

Experten-Tipp zum Risikomanagement:

Andre Witzel - Trader und Experte bei Trading.de
Andre Witzel
Trader & Experte

Gerade am Anfang habe ich bei vielen Tradern gesehen, dass der Hebel oft falsch eingeschätzt wird. Viele konzentrieren sich nur auf mögliche Gewinne und vergessen, dass Verluste genauso verstärkt werden. Auch ich habe diese Erfahrung gemacht und gelernt: Nicht der Hebel selbst ist das Problem, sondern eine zu große Position ohne klares Risikomanagement. Deshalb bestimme ich zuerst das maximale Verlustrisiko und erst danach den passenden Hebel.

Beispiel: Gold-CFD mit Hebel 1:400

In diesem Beispiel gehen wir davon aus, dass der Broker seinen Hauptsitz außerhalb der EU hat. Das führt dazu, dass er nicht an die ESMA-Richtlinien gebunden ist und daher noch deutlich höhere Hebel veranschlagen kann. In diesem Beispiel möchten Sie gerne mittels Differenzkontrakten den Basiswert Gold handeln.

Sie entscheiden sich für einen Kapitaleinsatz in Höhe von 500 Euro, wobei der Broker allerdings dieses Mal einen Hebel von 1:400 zur Verfügung stellt. Das bedeutet, dass Sie insgesamt ein Volumen von 200.000 Euro an Gold-CFDs handeln können. Tatsächlich steigt der Goldpreis in den kommenden Tagen um 1,5 Prozent an, sodass sich im Beispiel folgende Zahlen ergeben:

  • Eigener Kapitaleinsatz: 500 Euro
  • Hebel: 1:400
  • Transaktionsvolumen: 200.000 Euro
  • Preisanstieg Gold: 1,5 Prozent
  • Rendite: 600 Prozent
  • Gewinn: 3.000 Euro

In diesem Beispiel mit Trading Hebel hätten Sie also mit einem Kapitaleinsatz von lediglich 500 Euro auf Basis des Hebel Trading einen Gewinn in Höhe von 3.000 Euro erzielt.

Warum institutionelle Trader keinen Hebel nutzen

Institutionelle Trader nutzen häufig keinen oder nur einen sehr begrenzten Hebel, weil sie bereits über große Kapitalmengen verfügen und ihr Risiko möglichst kontrolliert steuern möchten. Banken, Fonds und Vermögensverwalter bewegen oft Milliardenbeträge und können auch ohne Fremdfinanzierung nennenswerte Gewinne erzielen. Zudem stehen bei institutionellen Anlegern häufig langfristige Strategien, Risikobegrenzung und Kapitalerhalt im Vordergrund – nicht die kurzfristige Maximierung einzelner Trades.

Eine realistische jährliche Rendite ohne Hebel hängt stark von Strategie, Marktphase und Risikoprofil ab. Bei professionellen Anlegern gelten langfristig häufig etwa 5 bis 10 % pro Jahr bereits als solide Entwicklung.

Eingesetztes KapitalRendite pro Jahr (5 %)Rendite pro Jahr (10 %)
10.000 €500 €1.000 €
50.000 €2.500 €5.000 €
100.000 €5.000 €10.000 €
500.000 €25.000 €50.000 €

Die Tabelle zeigt, warum institutionelle Anleger auch ohne Hebel profitabel arbeiten können: Bereits moderate Renditen führen bei großen Kapitalbeträgen zu hohen absoluten Gewinnen. Privatanleger mit kleineren Konten greifen dagegen häufiger auf moderate Hebel zurück, um ihr Kapital effizienter einzusetzen.

Was sind die Vor- und Nachteile des Trading mit und ohne Hebel?

Am offensichtlichsten: Das Risiko beim Traden ohne Hebel ist genauso gering wie die Aussicht auf hohe Gewinne. Doch es gibt noch eine Reihe weiterer Vor- und Nachteile.

Vorteile und Nachteile beim Trading ohne Hebel

Beginnen wir mit den Vor- und Nachteilen, die Sie im Zusammenhang mit dem Trading ohne Hebel kennen sollten.

Vorteile:

  • Geringeres Risiko sehr hoher Verluste
  • Verlusthöhe hängt ausschließlich von der Kursänderung des Basiswertes ab, und zwar im Verhältnis 1:1
  • Gut für Einsteiger geeignet
  • Kein Zeitdruck, weil keine Margin und daher ein automatisches Schließen der Position droht
  • Keine Nachschusspflicht möglich

Nachteile:

  • Geringere Gewinne
  • Mindesteinlage der Broker oft als Hürde
  • Deutlich höherer Eigenkapitalbedarf
  • Viele Broker bieten keinen CFD- und Forex-Handel ohne Hebel an

Das Trading ohne Hebel hat demzufolge vor allem den Vorteil, dass das Risiko sehr hoher Verluste geringer ist, weil diese proportional zur Kursänderung des Basiswertes verlaufen. Außerdem eignet sich das Trading ohne Hebel relativ gut für Einsteiger. Zudem gibt es bei einem Broker außerhalb der EU nicht das zusätzliche Risiko, dass eventuell eine Nachschusspflicht existiert. Diese gibt es nämlich nur, wenn das Trading mit Hebel stattfindet.

Aus unserer Erfahrung bei Trading.de wissen wir allerdings auch, dass viele Einsteiger die geringere Hebelwirkung durch zu große Positionsgrößen ausgleichen möchten. Dadurch investieren sie häufig einen zu großen Teil ihres Kapitals in einen einzelnen Trade. Sinnvoller ist es, auch ohne Hebel konsequent nach festen Risiko- und Money-Management-Regeln zu handeln.

Der größte Nachteil des Trading ohne Hebel ist sicherlich, dass Sie wesentlich mehr Eigenkapital einsetzen müssen. Manchmal scheitern Sie bereits an der Mindesteinzahlung einiger Broker, die durchaus bei 1.000 Euro liegen kann. Diese zwei Faktoren führen zusätzlich dazu, dass Ihre möglichen Gewinne wesentlich niedriger ausfallen, als wenn Sie das Trading mit Hebel durchführen. Demzufolge ist die Rentabilität beim Handel ohne Hebel niedriger als mit Hebel. 

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Vorteile und Nachteile beim Trading mit Hebel

Kommen wir nun zu den Vor- und Nachteilen, die es in der Gegenüberstellung beim Training mit Hebel gibt.

Vorteile:

  • Potenzierte Gewinne
  • Deutlich höhere Effizienz
  • Ansporn zur Spekulation
  • Profitieren von höherer Volatilität
  • Deutlich niedrigere Kapitaleinsätze nötig
  • Leichtere Diversifikation

Nachteile:

  • Höhere Verluste möglich
  • Finanzierungskosten
  • Komplexität
  • Emotionale Belastung
  • Margin Calls
  • Keine Aktionärsrechte

Der Handel mit Hebeln hat den Vorteil, dass Sie deutlichhöhere Gewinne erzielen können. Das ist darauf zurückzuführen, dass sich der Gewinn natürlich auf den gesamten Kapitaleinsatz und nicht nur auf Ihr eigenes eingesetztes Geld bezieht. Darüber hinaus werden durch Hebel die Spekulationen gefördert, weil in kurzer Zeit hohe Gewinne möglich sind.

Deshalb profitieren Sie ebenso von einer höheren Volatilität, da Sie durch den Hebel mit Hebel wesentlich weniger Eigenmittel benötigen, als wenn Sie ohne Hebel handeln würden. Da Sie beim Traden mit Hebel weniger Eigenkapital brauchen, können Sie leichter eine Diversifizierung vornehmen. Sie verteilen Ihr Geld dann zum Beispiel auf zehn oder mehr Positionen, sodass dadurch auf der anderen Seite die Effizienz bei Handel steigt.

Expertenwissen: Worauf es beim Hebel wirklich ankommt

Andre Witzel - Trader und Experte bei Trading.de
Andre Witzel
Trader & Experte

Viele Einsteiger glauben, dass ein hoher Hebel automatisch ein höheres Risiko bedeutet. Tatsächlich entscheidet aber vor allem die Positionsgröße über Ihr Risiko. Ich nutze den Hebel in erster Linie, um mein Kapital effizienter einzusetzen und mehrere Positionen gleichzeitig handeln zu können – nicht, um möglichst große Gewinne mit einem einzelnen Trade zu erzielen. Genau diese Denkweise sehen wir auch bei erfolgreichen Tradern in der Trading.de Ausbildung immer wieder.

Zusammenfassung der Vor- und Nachteile beim Trading mit und ohne Hebel

Es gibt also einige Nachteile, wenn Sie sich für das Trading mit Hebel entscheiden. So potenzieren sich durch den Hebel nicht nur mögliche Gewinne, sondern ebenfalls eventuelle Verluste. Hinzu kommen Finanzierungskosten, die Sie an den Broker für eine Long-Position unter der Voraussetzung zahlen, dass Sie diese über Nacht offenhalten. Nicht zuletzt leiden nicht wenige Trader unter der emotionalen Belastung, die es beim Trading mit Hebel gibt. 

Diese besteht zum Beispiel darin, dass eventuell die Margin nicht mehr ausreicht, sodass die Position geschlossen wird und damit ein Totalverlust entsteht. Manche Händler empfinden den Margin Call aus dem gleichen Grund als Nachteil, weil dieser unter Druck setzt, schnell zu handeln. Sie müssen dann entweder Geld nachschießen oder das Risiko eingehen, dass die Position geschlossen wird und Sie deshalb einen Totalverlust erleiden

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Welche Finanzprodukte sind ohne Hebel?

Während es sich bei CFDs, Devisen und einigen Derivaten um klassische Finanzprodukte handelt, die nahezu ausschließlich mit Hebel angeboten werden, gibt es auf der anderen Seite ebenfalls einige Assets, die Sie ohne Hebel handeln können. Dazu gehören in erster Linie:

FinanzproduktTypischer EinstiegVolatilitätGeeignet für
AktienAb ca. 50 € pro Kauf (je nach Aktie)Mittel bis hochLangfristige Anleger und Trader
ETFsSparpläne oft schon ab 25 € monatlichGering bis mittelEinsteiger und langfristiger Vermögensaufbau
AnleihenHäufig ab ca. 1.000 € NennwertGering bis mittelEher sicherheitsorientierte Anleger
OptionsscheineHäufig ab 50–100 €HochErfahrene Anleger mit höherer Risikobereitschaft
PartizipationszertifikateMeist ab ca. 100 €Je nach BasiswertAnleger, die die Entwicklung eines Marktes ohne Hebel abbilden möchten

Bei den Finanzprodukten ohne Hebel müssen Sie darauf achten, dass Sie das gesamte Handelsvolumen durch Ihr eigenes Kapital abdecken können. Gerade bei höherpreisigen Aktien oder größeren Positionen ist deshalb ein entsprechend höheres Startkapital erforderlich.

Unsere Erfahrung aus der Trading.de Ausbildung zeigt: Viele Anfänger unterschätzen zunächst, wie viel Kapital für das Trading ohne Hebel tatsächlich notwendig ist. Deshalb empfehlen wir, bereits früh ein solides Risikomanagement zu entwickeln und genau zu verstehen, welche Positionsgrößen zum eigenen Kapital und zur persönlichen Strategie passen.

Funktioniert Daytrading ohne Hebel?

Grundsätzlich ist das Daytrading ohne Hebel problemlos möglich. Das funktioniert zum Beispiel sehr gut mit Aktien oder ETFs. Darüber hinaus gibt es durchaus einige Broker, die sogar den Handel mit CFDs ohne Hebel zur Verfügung stellen bzw. in dem Fall einen Hebel von 1:1 veranschlagen. Allerdings müssen Sie einige Punkte beachten, wenn Sie sich für das Daytrading ohne Hebel entscheiden, insbesondere:

  • CFDs nur bei wenigen Brokern ohne Hebel handelbar
  • Daytrading ohne Hebel erfordert wesentlich mehr Kapital als mit Hebel
  • In der Regel nur für institutionelle Trader realisierbar

Kapitalbedarf: Trading mit vs. ohne Hebel im Vergleich

Da es beim Daytrading stets darum geht, dass das Öffnen und Schließen von Positionen innerhalb eines Tages stattfinden, um schnelle Gewinne zu erzielen, müssen Sie beim Traden ohne Hebel dort sehr viel Eigenkapital einsetzen. Dafür sind oft höhere fünf- oder sogar sechsstellige Summen auf eine Position nötig.

Das schaffen meistens nur institutionelle Investoren / Trader. Für die meisten privaten Trader ist es hingegen nicht realisierbar, weil einfach der Kapitalaufwand zu groß wäre.

Veranschaulichen wir das an einem Beispiel: Nehmen wir an, dass Sie gerne auf steigende Goldpreise spekulieren möchten. Dazu stehen Ihnen zwei unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung, nämlich zum einen der Kauf von Gold-CFDs mit Hebel sowie zum anderen beispielsweise der Erwerb von Goldbarren.

Kauf von Gold-CFDs mit Hebel

  • Goldpreis: 4.000 Euro (je Feinunze)
  • Hebel: 1:10
  • Kapitaleinsatz: 4.000 Euro (Eigenkapital)
  • Handelsvolumen: 40.000 Euro
  • Preisanstieg: 3 Prozent
  • Gewinn: 1.200 Euro

In der Gegenüberstellung geht es zum einen um den jeweiligen Kapitalaufwand und zum anderen um den Gewinn. 

Kauf von Goldbarren (ohne Hebel)

  • Goldpreis: 4.000 Euro (je Feinunze)
  • Kapitaleinsatz: 4.000 Euro (Eigenkapital)
  • Preisanstieg: 3 Prozent
  • Gewinn: 120 Euro

Sie sehen an dieser Gegenüberstellung, dass Sie beim Trading ohne Hebel zehnmal mehr Kapital einsetzen müssen und zudem einen deutlich niedrigeren Gewinn haben, als wenn Sie mit Hebel gehandelt hätten. Nach Berücksichtigung des Spreads würden im Beispiel vermutlich sogar Verluste entstehen.

Lohnt sich das Daytrading ohne Hebel überhaupt?

Daytrading ohne Hebel lohnt sich vor allem dann, wenn Sie bereits über ausreichend Kapital verfügen und bewusst auf ein geringeres Risiko setzen möchten. Da Sie jede Position vollständig mit eigenem Kapital finanzieren müssen, sind die möglichen Gewinne bei kleinen Konten allerdings begrenzt.

Um beispielsweise mit einer Rendite von 5 % pro Jahr ein zusätzliches Einkommen von 500 € pro Monat zu erzielen, wäre bereits ein Kapital von rund 120.000 € erforderlich. Für viele Privatanleger ist deshalb ein moderater Hebel in Kombination mit einem konsequenten Risikomanagement die praktikablere Lösung.

Zusammenfassung der Erfahrungen unseres Trading.de Experten:

Andre Witzel - Trader und Experte bei Trading.de
Andre Witzel
Trader & Experte

Aus meiner Erfahrung sehen viele Anfänger Daytrading ohne Hebel zunächst als den sichereren Weg. Das stimmt zwar grundsätzlich, aber häufig wird unterschätzt, dass das Kapital dadurch auch gebunden ist und die Renditechancen begrenzt bleiben. Entscheidend ist deshalb nicht, ob Sie mit oder ohne Hebel handeln, sondern ob Ihre Strategie, Ihr Risikomanagement und Ihr verfügbares Kapital zusammenpassen. Ein kleiner, kontrollierter Hebel kann sinnvoller sein als eine zu große Position ohne Hebel.

Trading ohne Hebel bei CFDs und Forex

CFD-Trading ist bei einigen Brokern ohne Hebel möglich, Forex-Trading dagegen in der Praxis nahezu nicht. Der Grund liegt in den unterschiedlichen Eigenschaften der beiden Finanzinstrumente.

Beim CFD-Trading arbeiten die meisten Broker standardmäßig mit Hebeln zwischen 1:5 und 1:20 (je nach Basiswert und Regulierung). Allerdings gibt es einige Broker, die das CFD-Trading ohne Hebel ermöglichen. Darunter Anbieter wie FP Markets, GBE Brokers oder BlackBull Markets.

In der Praxis wählen Sie den Hebel meist direkt bei der Konto- oder Handelseinstellung aus. Je nach Plattform finden Sie diese Option beispielsweise in den Kontoeinstellungen oder direkt in der Ordermaske unter „Hebel“, „Leverage“ oder „Margin“. Stellen Sie den Wert auf 1:1, müssen Sie die gesamte Positionsgröße mit eigenem Kapital hinterlegen.

Möchten Sie beispielsweise eine CFD-Position im Wert von 10.000 € eröffnen, benötigen Sie bei einem Hebel von 1:1 ebenfalls 10.000 € Eigenkapital. Dadurch fallen sowohl mögliche Gewinne als auch Verluste geringer aus als beim klassischen CFD-Handel.

Das Forex Trading ohne Hebel ist nahezu bei keinem Broker realisierbar. Der Grund sind die hohen Mindesthandelsvolumina am Devisenmarkt. Diese reichen in der Regel von einem Mini-Lot bis zu einem Lot, also von 10.000 bis 100.000 Währungseinheiten. Für die meisten Trader wäre es kaum möglich oder wirtschaftlich sinnvoll, beispielsweise mindestens 10.000 US-Dollar einzusetzen, um auf die Kursentwicklung eines Währungspaares zu spekulieren. Deshalb gehört der Hebel beim Forex-Handel in der Praxis nahezu immer dazu.

Risikomanagement: Alternative zum Trading ohne Hebel

Ein konsequentes Risikomanagement kann eine sinnvolle Alternative zum vollständigen Verzicht auf Hebel sein. Statt das Risiko allein durch einen geringeren Hebel zu begrenzen, achten professionelle Trader vor allem auf die richtige Positionsgröße und setzen klare Stop-Loss-Marken. So wird bereits vor dem Einstieg festgelegt, wie viel Kapital maximal verloren werden darf.

Mit dem Hebel-Rechner von Trading.de können Trader beispielsweise berechnen, wie sich unterschiedliche Hebel, Positionsgrößen und Kapitaleinsätze auf das Risiko eines Trades auswirken. Dadurch bleibt das Risiko kontrollierbar, während weiterhin eine effiziente Nutzung des Handelskapitals möglich ist.

Fazit: Für wen sich Trading ohne Hebel lohnt

Trading ohne Hebel eignet sich vor allem für Anleger und Trader, die mit größerem Kapital langfristig investieren oder bewusst auf geringere Kursschwankungen setzen möchten. Wer dagegen nur über ein begrenztes Startkapital verfügt und aktiv handeln möchte, kann mit einem moderaten Hebel effizienter am Markt teilnehmen.

Allerdings hat das mit Hebel traden auch Nachteile, insbesondere das Risiko von hohen Verlusten bis hin zum Totalverlust. Daher ist es Anfängern die das Trading lernen wollen durchaus anzuraten, zunächst ohne Hebel oder zumindest mit sehr geringen Hebeln zu beginnen, vielleicht von 1:2 oder maximal 1:5. Anschließend jedoch, so zeigen unsere Erfahrungen, ist meistens das Traden mit Hebel vorteilhafter.

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FAQ: Meist gestellte Fragen zum Thema:

Kann man auch ohne Hebel traden?

Ja. Trading ohne Hebel ist grundsätzlich möglich. Besonders bei klassischen Anlageprodukten wie Aktien, ETFs oder Anleihen handeln Sie in der Regel direkt mit Ihrem eigenen Kapital. Auch einige CFDs können mit einem Hebel von 1:1 gehandelt werden, sodass keine zusätzliche Hebelwirkung entsteht.

Wo erwirtschaftet man mehr Gewinn?

Beim Trading mit Hebel ist die Chance höher, schneller einen deutlichen größeren Gewinn zu erzielen. Der Hebel partizipiert dadurch überproportional zum Basiswert. Entscheidend ist die Höhe des Hebels selbst

Funktioniert Daytrading ohne Hebel?

Ja. Allerdings können das private Marktteilnehmer kaum umsetzen. Sie würden ein fünf- bis sechstelliges Handelsvolumen benötigen, da Daytrading häufige Transaktionen über einen Handelstag verteilt beeinhaltet. Um ausreichend Gewinne zu erzielen muss die Positionsgröße respektive das Handelsvolumen dementsprechend groß sein.

Andre Witzel
Andre Witzel hat über 10 Jahre Erfahrungen im Trading und ist der Gründer von Trading.de. Als Experte, Coach in der Trading.de Ausbildung und Trader teilt seine Strategien und Methoden mit seinen Lesern. Er weiß genau welche Fehler Anfänger machen und kann ihnen die besten Tipps zum erfolgreichen Handel geben.
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